(Un)parteiische Berichterstattung beim Fußball

Also mir ist aufgefallen dass dieser Herr Bela Rethí (der mich mit seinem idiotischen Kommentaren eig schon immer aufgeregt hat) während der ganzen WM Spanien unterstützt hat.
Aber wirklich in einer extrem ätzenden Art: Wegen jedem besch***enen Ballkontakt wurde alles hochgejubelt und während des Finales wurden die Fehlentscheidungen des Schiedsrichters kein bisschen kommentiert aber wenn ein spanier im abseits stand oder ähnliches wurde das gar nicht angesprochen oder vorher gesagt das kein abseits war

Mich hat eigentlich viel mehr die Neutralität der Kommentatoren gestört, wenn Deutschland gespielt hat. Anstatt die Kommis mal richtig mitgehen, wenn ein Tor fällt, bloß nicht, immer schön sachlich bleiben, wenn ich die Deutschen bevorzuge bin ich gleich Nationalist und bald weg vom Schirm… oder was auch immer der Grund ist.

Ich als nicht Fußballfan habe die Spiele geschaut und kann eure Meinungen ganz und gar nicht teilen. Der Kommentator war bei dem Spiel neutral, nenne mal ein Beispiel für parteiische Kommentare.

Also ich fand das die Kommentatoren eher vorsichtig waren in Sachen Schiedsrichterentscheidungen, (nicht eingeblendete) leere Stadien, nicht wiederholte Fehler des Schiedsrichters wenn dieser nicht gepfiffen hat, fast Schlägereien auf dem Platz…etc…

Da geht es aber in erster Linie um die Fifa, “nur nicht soviel Kritik üben an diesem sogenannten Weltverband”, wollen ja schließlich nächste WM wieder übertragen dürfen…

Aber gegenüber den Mannschaften war eigentlich immer alles in Ordnung und die übertriebene Neutralität gegenüber der deutschen Mannschaft sah ich jetzt speziell bei den ARD Übertragungen, da muss ich zustimmen.

Nur eine Mannschaft wurde von der ersten Minute an, aber sowas von, in die Ecke gedrängt und ständig mit sinnlosen Kommentaren auf die dortige Regierung überhäuft: Nordkorea! Aber was hat das bitte mit Fussball zu schaffen?

Das klingt so als währest du für Holland gewesen. Ich finde Bela Rethi ist für deutsche Verhältnisse ein klasse Kommentator. Und eigentlich gehen deutsche Kommentatoren auch ab, wenn Deutschland ein Tor geschossen hat. Ich persöhnlich finde die Kommentatoren von Sky so selten schlecht. Zum einschlafen die meisten.

Ein größeres Problem meiner Meinung nach ist, dass deutsche Kommentatoren generell keine wirkliche Ahnung von internationalem Fussball haben. Wenn ich mit meinen Fussball verrückten italienischen Kumpels Fussball gucken lachen die sich immer über die Kommentatoren schlapp.

Da kommen dann Kommentare wie: Dieser Daniele de Rossi ist ja auch gar nicht mal so schlecht. AS Rom hat zwar grad ein 70mil Angebot von Real abgelehnt, aber ja, der ist ja gar nicht mal so schlecht.

also ich hab jetzt keine wortwörtlichen kommentare aber jedes mal wenn die spanuier vorm tor standen und einfach nur wieder ihr dämliches langweiliges passspiel betrieben haben wurd das immer hochgejjubelt.

Und beim spiel spanien vs. chile hat man kein wort ddarüber verloren das die spanier sich nur hinten reingestellt ham und die ganze zeit ihr allseits beliebtes kurzpasspiel spielen(in der eigenen hälfte)

Ich persönlich kann Bela Rethy ebenfalls nicht ab und rege mich nahezu bei jeder Übertragung mit ihm auf. Generell sieht es im dt. Kommentatorengewäsch etwas düster aus, die ARDler sind wenigstens fachlich kompetent.
Mir wäre ein zwei Kommentatorensystem (bzw. 1 Kommentator und ein Experte) wie beim Handball auf DSF viel lieber, dort spielen die sich die Bälle gegenseitig zu und ist verdammt interessant.
RTL hat dies in Ansätzen versucht und ist mMn vor allem durch die Seltenheit der Klinsmannkommentare gescheitert.

Zurück zu Rethy:
Mir ist gestern auch aufgefallen, dass er sehr PRO Spanien gelabert hat. Sicherlich war das Foul von de Jong eine mehr als klare rote Karte und zurecht reitet er immer und immer wieder drauf rum, aber Iniesta hat mit seinem Rachefoul ebenso rot sehen müssen, aber dies wird kurz erwähnt und fertig. Darüber hinaus sieht er Elfmeter, obwohl mehrmals die Replays zeigen, was genau passiert ist. Aber selbst nach Schlusspfiff hielt er noch an seiner Elfmeterthese fest.
Dazu kam die Beweihräucherung des spanischen Fussballs, der ja so intergalaktisch gut gewesen ist und Spanien bereits nach 90 minuten hoch gewinnen hätte müssen (aber diese Glorifizierung der Spanier geht durch alle Medienkanäle).

Von fachlichen Fehlern abgesehen, aber wenn mir in einer Slowmo Cesc Fabregas mit seiner Rückennummer etc. eingeblendet wird, dann beharre ich nicht darauf, dass Villa den Pass geschlagen hat usw…

Er passt besser zu Sat1 und ihren Kommentatorenteam, die ebenfalls nur aus Laberhanseln bestehen…

Dazu kam die Beweihräucherung des spanischen Fussballs, der ja so intergalaktisch gut gewesen ist und Spanien bereits nach 90 minuten hoch gewinnen hätte müssen (aber diese Glorifizierung der Spanier geht durch alle Medienkanäle).

Ja aber wieso?!Es kann doch nicht so schwer sein zu sagen,dass sie zwar gewonnen haben aber das durch Glück und nicht wiel sie so gut waren.Das wäre doch so als würde man ernsthaft behauptet das 2:2 von England gegen Deutschland war nicht drin.

War er auch nicht. Wer etwas Anderes behauptet, hat das FIFA-Prinzip der Tatsachenentscheidung (bei Katholiken „Unfehlbarkeit des Papstes“ genannt) nicht verstanden.

Ich als Fußballwenigkenner frag einfach mal.
MUSS ein Fußballkommentator denn überhaupt unparteiisch sein? Fair muss er allemale sein, das hat ja mit den Parteien nichts zu tun, aber wieso wird es schlecht, wenn einer zB Pro Spanien ist, es aber auch schlecht ist nicht Pro Deutschland zu sein?

Und im Übrigen, sind die Kommentatoren auch nur reingestreute Kommentare. Ich weiß sowieso nicht, wieso jemanden etwas vorgekaut werden muss, was man ja gerade mit eigenen Augen sieht. Wenns einen stört, kann man ja gut und gerne auf Stumm schalten.

Sagen wir es mal so.

Wenn ein Kommentator ein Spiel kommentiert, an dem auch das Land teilnimmt, für den der Kommentator arbeitet oder aus dem er kommt, dann kann man Neutralität einfach nicht über 90 Minuten durchhalten. Da hält man doch irgendwann ganz automatisch zu den seinen. :wink:

Kommentiert der Mensch aber das Spiel zweier Nationen, mit denen er keine (oben genannte) Verbindung hat, so darf man als Zuschauer Neutralität und Objektivität erwarten, ja sogar fordern. Natürlich hat jeder gewisse Lieblingsspieler oder bevorzugte Spielweisen. Trotzdem sollte ein Kommentator sich darum bemühen, ausgewogen Bericht zu erstatten.

Es ist schwer ausgewogen zu berichten, das stimmt wohl. Aber man sollte sich grundsätzlich darum bemühen, um es eben dem Zuschauer (Rezipienten) zu ermöglichen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

PS: Bela Rethy muss man einfach ignorieren. Leider gibt es nur ganz wenige gute Kommentatoren. Das Beispiel aus England gefällt mir da sehr gut, wo es einen Kommentator und einen echten Experten (ehemaligen Spieler oder Trainer) gibt, die kommentieren. Der Kommentator berichtet eben, was da gerade vor fällt, wer am Ball ist und diese Zusatzinfos (spielt bei Bayern, ist der älteste/jüngste/beliebiges Adjektiv Spieler im Kader etc.) und der Experte sagt dann, wo die taktischen Kniffe liegen, und erklärt, welche Rädchen bei einem Spielzug (nicht) in einander griffen. Bei RTL wurde das probiert, aber Klinsmann fand ich irgendwie farblos und blass. Der Florian König hat seine Sache ganz ordentlich gemacht, finde ich.

Gut gefallen bei der Berichterstattung (um mal einen Exkurs zu geben) hat mir die zdf 3D-Analyse. Wo man wirklich sehen konnte, wie ein Team spielt/funktioniert, und wo es Stärken und Schwächen hat. Das verstehe ich unter guter Vorberichterstattung. :wink:

Ich finde auch, dass ein Reporter sich ruhig freuen kann, wenn “sein Land” ein Tor schießt, das wird meiner Meinung nach überall so gemacht. Was mir viel mehr auf den Zeiger geht, und das ist mir besonders bei dieser WM aufgefallen, sind die Kommentare, die sachlich und objektiv gesehen einfach FALSCH sind… wie bei Karten- oder Abseitsentscheidungen, Fouls, Schiedsrichterentscheidungen etc. Und der Kommentator sieht ja nun die gleichen Zeitlupen wie der Zuschauer daheim, er kommentiert ja die Zeitlupe… und erzählt dann echt Käse, obwohl ganz klar das Gegenteil zu erkennen ist. Nun kommen wieder alle und wollen konkrete Beispiele, mit denen ich natürlich nicht dienen kann… aber ist das sonst noch jemandem aufgefallen, dass es diesmal erstaunlich wenig Fußballsachverstand bei den Kommentatoren gab??

Gut gefallen bei der Berichterstattung (um mal einen Exkurs zu geben) hat mir die zdf 3D-Analyse. Wo man wirklich sehen konnte, wie ein Team spielt/funktioniert, und wo es Stärken und Schwächen hat. Das verstehe ich unter guter Vorberichterstattung. :wink:

Ich persönlich fand die 3D-Analyse von ZDF lächerlich.

  1. Jemand mit Fussballsachverstand braucht sowas nicht und Zuschauer ohne Sachverstand haben es es spätestens beim Anpfiff wieder vergessen. Dafür fehlen Letzteren einfach die ‚Basics‘ des taktischen Verständnisses, als dass ihnen diese ganze Chose nützt.

  2. Wird auch hier nur darauf geachtet, ein Urteil über eine Mannschaft zu fällen, die vom Sender an die Zuschauer direkt suggeriert werden soll. Beispiel Finale: Spanien spielt angeblich einen wahnsinnigen, offensiven Fussball und sie erklären deren „Dreiecksbildung“ als die Neuerfindung des Rades (ganz nebenbei, ein auf Kurzpassbasierendes System MUSS dem Ballführenden Spieler zwei Anspielstationen geben). Andererseits wurde das System der Niederländer als destruktiv und unattraktiv beschrieben. Sicherlich ist anzumerken, dass die Niederlande defensiver als sonst agieren (kein Wunder bei 4-2-3-1), aber denen ihr Offensivverständnis abzusprechen und sie als reine Ergebnisfussballer darzustellen, ist mehr als nur vermessen. Vor allem wenn man sieht, dass den offensiven Spaniern 8 Tore zum Weltmeistertitel reichten und die defensiven Niederländer 12 Tore erzielt haben…