Umfragen sind was "feines"

Umfragen sind was „feines“!

Will man einen bestimmten Effekt erzielen, kann man die Antworten in eine gewollte Richtung weisen lassen.
Oder man macht eine offensichtlich ehrliche Umfrage, schreibt dafür aber Unsinniges zusammen.

Folgendes habe ich auf Yahoo.de gefunden:

Eine Mehrheit von 54 Prozent der Deutschen findet eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD besser als die amtierende Regierung aus Union und Liberalen. In einer Umfrage äußerte auch eine Mehrheit der Unionsanhänger diese Meinung. Diesen Artikel weiter lesen
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Für die repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag von „Bild am Sonntag“ wurden am vergangenen Donnerstag 501 Menschen befragt.

Man beachte den letzten Satz:
„Emnid-Umfrage“ - okay, klingt ja schonmal ganz gut
„im Auftrag von ‚Bild am Sonntag‘“ - oh, ganz schlecht, mal sehen was da rauskommt
„501 Menschen befragt“ - naja gut, nicht viel aber immerhin

Wenn jetzt zum Anfang des letzten Satzes nicht „repräsentativen“ stehen würde, wäre es in Ordnung.
Aber seit wann sind 501 Menschen (komische Zahl?) denn repräsentativ?

Soll ich da jetzt lachen, weil das so doof ist?
Ab wann sind Umfragen eigentlich repräsentativ? Geht das überhaupt?

Das Wort repräsentativ bezeichnet nur die Art, wie die Befragten ausgewählt werden (bzw wie die Umfrage entsprechend gewichtet werden). Du kannst auch eine repräsentative Umfrage mit 300 Befragten oder 100 Befragten oder noch weniger erstellen. Sie hat dann natürlich weniegr Aussagekraft, aber solange du die Zahl der Befragten dazu schreibst ist das eigentlich kein Problem.

Umgekehrt ist z.B. eine TED-Umfrage nicht repräsentativ, auch wenn du 5000 Teilnehmer hast.

Will man einen bestimmten Effekt erzielen, kann man die Antworten in eine gewollte Richtung weisen lassen.

Geht aber auch mit Fragen gut - Mir fällt jetzt nur dieses Beispiel ein: „Haben Sie am Sonntag aufgehört Ihre Frau zu schlagen?“

:smiley:

Umfragen zählen generell nicht viel, was heißt es denn, wenn die ARD mit Hilfe des Politbarometers und Infratest dimap sagt, dass 55 % der Befragten mit Frau Merkel und zu Guttenberg sympatieren, dass heißt ja nicht, dass die beiden jetzt sehr populär sind, nur die Medien legen das fest.
Um echte Ergebnisse in Umfragen zu bekommen, müssten alle Menschen Deutschlands ab 18 Jahre mit abstimmen, dann ist eine Umfrage etwas wert.

Ich kenn es nur so, dass eine Umfrage ab ca. 1000 Befragten an einem öffentlichen Platz (wo möglichst Menschen aus allen Schichten befragt werden können) als aussagekräftig gilt. Also sich bei weiteren Befragten das Ergebnis nur noch im Kommabereich ändert.

Letztendlich ist es zu aufwändig um alle Bürger zu befragen, und selbst da wäre kein 100% zuverlässiges Ergebnis zu erreichen, da nicht jeder eine ehrliche Antwort gibt.

an einem öffentlichen Platz (wo möglichst Menschen aus allen Schichten befragt werden können)

… außer Agoraphobikern.

Fast alle heutigen Umfragen werden per Telefon durchgeführt. Und man kann relativ einfach sicherstellen dass man einen guten Bevölkerungsdurchschnitt erhält: man fragt die Leute einfach nach ihrem Alter, Berufsstand etc. Und gewichtet dann entsprechend.

Ich hab das im Studium gemacht und könnte da jetzt nach längerem in Büchern wühlen sicher nen Roman dazu schreiben, im Moment fällt mir nur ein, dass Tests bzw. Umfragen ab einer Zahl von 100 Teilnehmern durchaus repräsentativ sein können und, dass es verschiedene Arten von Gesamtheiten gibt.
Ach jeh, ich glaub ich sollte mal wieder in meine Bücher schauen.

Zum Thema öffentlicher Platz: Da fehlen dann alte, nicht mobile Menschen, Jugendliche in der Schule, Berufstätige etc. etc.