Toter Eisbär Knut: Wichtiger als Japan und Gaddafi ?

Eine Geschichte wie aus Hollywood: Tierpfleger Thomas Dörflein zieht Knut mit der Flasche groß. Die enge Mensch-Tier-Freundschaft endet 2008, als der Tierpfleger mit 44 Jahren an einem Herzinfarkt stirbt. Nun ist Knut auch tot. Todesursache ungeklärt (Stand 21.03.2011). Eine Obduktion ist für heute angesetzt.

Derweil überschwemmen Anhänger der Kuschelbären-Fraktion die Netzforen, insbesondere Facebook avanciert zum Hotspot der Fangemeinde um einen toten Eisbären.

http://www.facebook.com/castingkritik#! … 1349961376

Kritiker bemängeln, dass die Welt derzeit dringendere Probleme hat, als einem toten Tier nachzuweinen.

Ist der tote Eisbär Knut etwa wichtiger als Japan und Gaddafi ?

Bitte mal Eure Meinung !

Kritikus

Welcher Eisbär?

Nein im Ernst, die Welt hat immer dringendere Probleme als einem toten Tier nachzuweinen.

Natürlich nicht wichtiger, aber für manche wahrscheinlich eine willkommene Abwechslung, abseits von Lybien und Japan, da dieser Ereignisse wahrscheinlich noch Monate die Medien jeden Tag beschäftigen werden…

Man muss natürlich auch zugeben, es gibt Menschen, die interessiert weder Weltpolitik, noch schauen diese regelmäßig Nachrichten oder lesen Zeitung. Ich kenn von dieser “Sorte” genug Leute, die ausser mal die “RTL2 News”, überhaupt nichts mitbekommen (und so etwas schümpft sich dann Student…)

Ich frage mich manchmal aber auch (ganz zynisch), was wäre, wenn Gaddafi in z.B. Frankreich regieren würde, die Nord/Ostsee ein Tsunami heimsucht, Biblis kurz vor den GAU steht und in der Eifel ein Erdbeben alles verwüsten würde? würde dann trotzdem über Knut oder Merkels FAST Hubschrauberabsturz berichtet?
Nicht falsch verstehen, aber diese Fragen stell ich mir.

Im ZDF wars die letzte Meldung vor dem Wetter. In den Zeitungen dominieren Libyen und Japan. In diesem Forum bist Du TE der erste, der hier dies Fass aufmacht. Was bei FB los ist, interessiert nicht. Klare Antwort: Nein!

Meine Meinung hierzu: Nein er ist nicht wichtiger, aber wer sich damit befassen will soll es doch tun.
Ein lokaler Radiosender hat als es passiert ist auch bei Facebook geschrieben “Knut ist tot… etc etc.” woraufhin sofort jemand zur Stelle war “Wie kann man nur über sowas berichten? Es gibt im Moment wichtigeres wie Japan und Libyen”.

Ich kann ehrlich gesagt so eine Reaktion nicht verstehen. Niemand bestreitet, dass das was dort vorgeht schlimm ist, aber deswegen muss sich doch nicht mein ganzer Lebensinhalt, und auch die Berichterstattung, nur um diese Themen drehen. Wenn sich Menschen momentan eben auch über Knut auslassen wollen sollen sie doch, meins wär es nicht (Aber nur weil mir Knut egal ist… andere “unwichtige” Themen sind für mich trotzdem wichtig). Ich muss mich auch nicht rund um die Uhr nur mit “wichtigen” Themen beschäftigen. Wenn ich wegen jeder großen Menschheitstragödie in tiefe Trauer verfallen würde und dabei alles andere, also die sog. “unwichtigen” Themen und Dinge die Spaß machen vernachlässige, hätte ich demnächst schwere Depressionen oder müsste mir wohl gleich die Kugel geben.
Irgendwo muss man ja auch sich selbst schützen und sollte solche Dinge zwar ernst nehmen, und sie nicht zu stark an sich herankommen lassen. Nur mit dieser Distanz bleibt man ja auch vom Wahnsinn verschont.

Und ja Tailgunner, es gibt global gesehen wichtigeres, aber ich lasse mir deshalb nicht vorschreiben wie ich zu leben habe und über was ich ausschließlich informiert werden will…

Kritiker bemängeln, dass die Welt derzeit dringendere Probleme hat, als einem toten Tier nachzuweinen.

Welcher Kritiker bemängelt das?

Ich habe gestern die Nachrichten verfolgt und Knut war zwar ein Thema allerdings erst nach Libyen und Japan. Knut war ein Massenphänomen und gehört zur Zeitgeschichte unabhängig davon wie man selber dazu steht. Daher ist es nur richtig es auch in den Medien zu thematisieren. Ich habe aber bei keinem Medium das Gefühl gehabt, dass Knut stärker thematisiert wurde als Libyen oder Japan. Deine Facebookgruppe hat übrigens nur knapp über 3000 Mitglieder…für Facebookverhältnisse ist das nun wirklich nicht der Rede wert.

Solange weder japanesischer Fallout noch libysche Killeragenten für des Eisbärs Ableben verantwortlich zu machen sind, kümmere ich mich um die wirklich wichtigen Sachen: Loddar feiert 50. Geburtstag!!! :smt026

Welcher Kritiker bemängelt das?

Eine nicht unbedeutende Tageszeitung hatte Bezug genommen auf die Facebook-Seiten und ein paar Auszüge daraus (in der gedruckten Ausgabe) zitiert, u.a. „Eisbären gehören in Freiheit und nicht in den Zoo und wir haben wirklich wichtigere Probleme - Japan und Gaddafi“ (oder so ähnlich / sinngemäß).

Mich interessiert eigentlich nur, wer noch so denkt.

Kritikus

Irgendeine Zeitung (Du darfst sie auch ruhig nennen…das ist keine Schleichwerbung :wink: ) zitiert also irgendeinen Hansel aus der Facebookgruppe? Ja und??

[…] Auszüge daraus […] zitiert, u.a. „Scheiß Eisbär, wir haben wirklich wichtigere Probleme - Japan und Gaddafi“ (oder so ähnlich / sinngemäß). […]

Unabhängig davon, dass mir das Knut-Thema auch relativ egal ist (eine Erwähnung ist es zumindest wert, zumal die Berühmtheit des Bären und die Umstände seines Todes bemerkenswert sind), geht es mir auf den Sack, dass vielerlei Medien es noch nicht begriffen haben, dass Kommentare bei Facebook genausoviel wert sind wie die auf Youtube.

Immerhin Tagesschau und Heute verzichten darauf, solcherlei Textdiarrhöe als „Stimme des Volkes“ zu verkaufen. Nur weil der geistige Brechreiz einiger nicht unterdrückt werden kann und dieser sich im Anschluss als mehr oder weniger lesbarer Teil des Internets festsetzt, heißt das nicht, dass man darauf Bezug nehmen sollte. Medienkompetenz in Bezug auf das Internet und seine Nutzer sollte dringend mehr Gewicht in journalistischen Aus- und Weiterbildungen haben.

Don’t feed the troll = Don’t print his sh*t!

geht es mir auf den Sack, dass vielerlei Medien es noch nicht begriffen haben, dass Kommentare bei Facebook genausoviel wert sind wie die auf Youtube.

So ziemlich jede Zeitung und jedes Medium hat heute einen Facebook-Account (dämlicher Gruppenzwang) und die Kommentare unterscheiden sich deutlich von denen bei Youtube. Auf dem Videoportal ist viel mehr Gossensprache angesagt, da findest Du Beleidigungen die Du sonst nirgendwo findest, auch nicht bei Facebook (jedenfalls weniger). Diese Netzwerke sind ein guter Meinungsspiegel, über die Qualität kann man sicher streiten, die Existenz aber ist unstrittig.

Zu Knut: Armes Schwein, sag ich jetzt mal. Eisbären sind nicht dazu gemacht, eingesperrt zu leben. Sein Mutter (Tosca) hat ihn immer wieder gepiesackt und er musste gleich mit 3 weiblichen Artgenossen zusammenleben. Die Haltung des Bären in diesem Gehege war immer schon umstritten und vielleicht ist er ja an Stress gestorben oder an Kummer, weil seine eigentliche Mutter (der Tierpfleger) nicht mehr da war. Hier das passende Foto dazu:

http://www.tagesspiegel.de/mediacenter/ … =122#image

:smt022

Auch sehr treffend ist diese Karikatur:

http://www.tagesspiegel.de/mediacenter/ … 94=2#image