Til Schweiger bei Markus Lanz am 01.02.

Zu Gast war u.a. eine Mutter, die ihr Kind durch ein Sexualverbrechen verloren hat und sehr offen und auch scheinbar “abgeklärt” von ihrem Umgang mit der tragischen Situation berichtete. Ein weiblicher Studiogast (irgendeine Prominennte, die mir unbekannt war) verließ während des Berichtes erschüttert das Studio. Das war m.E. nicht im Bild, sondern wurde erst später erwähnt. Ich habe mich parallel mit etwas anderem beschäftigt, so dass ich das nicht genau sagen kann. Ich habe nur Schluchzen und Schritte gehört und dachte zuerst, jemand im Publikum hätte es nicht ausgehalten.

Daraufhin ist Familienvater Til Schweiger, der zu Gast war, um seinen neuen Film zu promoten … ich will nicht sagen ausgerastet, aber er hat doch recht deutliche Worte gefunden. Er hat über die intellektuellen “Gutmenschen” geschimpft sowie über die öffentliche Diskussion um das umstrittene RTL II Format “Tatort Internet”, die seiner Meinung nach in eine falsche Richtung lief. In diesem Zusammenhang brachte er auch das Thema “Sicherungsverwahrung für Straftäter” aufs Tapet. Ferner hat er sich dafür ausgesprochen, bei der Behandlung von entsprechenden Straftätern nach US-amerikanischem Vorbild zu verfahren, wo anscheinend Namen und Adressen dieser Leute im Internet veröffentlicht werden dürfen. Schauspieler Armin Rohde, der ebenfalls zu Gast war, hat in dasselbe Horn gestoßen. Ein zu dem Thema ebenfalls eingeladener Psychologe, der die Ansicht vertrat, kein Mensch werde als Verbrecher geboren, und seine Thesen erläutern wollte, kam neben dem aufgebrachten Til Schweiger kaum zu Wort.

Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht so recht, was ich davon halten soll.
Einerseits kann ich es schon nachvollziehen, dass jemand spontan emotional reagiert, wenn er erlebt, wie eine Kollegin zusammenbricht und aus dem Studio rennt. Und dass er in seiner Wut dann auch Dinge sagt, die vielleicht nicht so durchdacht sind. (Gerade auch, was seinen Ausspruch “Ich bin gegen die Todesstrafe” betrifft … als wäre so ein Internet-Pranger die humanere Lösung.)

Andererseits ist auch nicht auszuschließen, dass es sich bei diesem Auftritt mal wieder um eine ausgeklügelte Inszenierung gehandelt hat. Sowas Ähnliches gab’s ja schon mal bei dem Vorgänger von Lanz.

Wie seht ihr das?

Ich finde es weitaus dreister überhaupt die Sendung so zu planen, dass zuerst eine Mutter gezeigt wird, die ihr Kind verloren hat, aber in der selben Sendung dann noch Promotion von Til Schweiger eingeplant ist…

Ich weiß nicht wie es bei Lanz abläuft aber so klingt das wie “Wirklich tragisch, tragisch… und nun zu etwas ganz und gar fröhlichen - Fünfohrfurz!”.
Unpassend finde ich das was Schweiger gesagt hat alle Mal aber eigentlich ist sowas ja bei einer Type wie dem nichts neues. Eine Erwähnung aber natürlich allemal wert, damit zementiert er sein ohnehin schon lausiges Image. Emotionalität ist eine Sache aber wir sind Menschen und da hat man immer noch die Wahl. Will ich explodieren oder verlasse ich wie die Kollegin das Studio. Wozu hat uns die Natur schließlich die Vernunft geschenkt? Damit ist es wohl nicht weit her bei Herrn Schweiger. Da wird erst geblökt und dann nachgedacht… oder noch nicht mal das.

Eben das. (Edit: auf Sharillon bezogen)
Zumal in dem Film, den es zu promoten galt, Till Schweigers Tochter eine Hauptrolle spielt, es also vor allem um sie gehen sollte, ein Kind, sein Kind. Das ist schon mehr als makaber und wenn er da die Nerven verliert kann ich das absolut nachvollziehen.
Irgendwie scheint aber eine so bedachte Planung gar nicht mal so unhäufig vorzukommen. Vielleicht sollte man mal das Sendungskonzept überdenken…

Grenzwertig fand ich auch das von Schweiger und Rohde vorgebrachte „Argument“, dass manche Leute sich selbst in eine Position „außerhalb der Gesellschaft“ gestellt hätten.

Klar, mit Sexualverbrechern und Kindermördern ist da leichtes Spiel zu machen.
Die hasst nahezu jeder.
Und es gibt auch keinen Grund, warum nicht.
Selbst im Knast stehen die, soweit ich weiß, auf der alleruntersten Stufe.

(Vielleicht sogar GERADE im Knast, wo die meisten Insassen ebenfalls irgendwie Dreck am Stecken haben.
Aber SO VIEL Dreck am Stecken ist’s dann halt doch nicht.
Das wertet das eigene Ego dann nochmal mühelos auf.)

Aber falls sich diese populistische Sichtweise erstmal durchsetzen sollte, stellt sich die Frage:
Was, bzw. wer kommt dann als nächstes dran, der sich nach Meinung einer medienpräsenten Elite selbst „außerhalb der Gesellschaft“ stellt … ?

Darüber sollte sich ein Herr Schweiger, der sich ja jetzt als Intellektueller „geoutet“ hat (hätte ich nicht gedacht), vielleicht mal seine Gedanken machen. Aber, wie gesagt, er war in Rage. Da ist manche voreilige Äußerung verzeihlich.
Selbst bei einem Intellektuellen. :wink:

Ich weiß nicht wie es bei Lanz abläuft aber so klingt das wie „Wirklich tragisch, tragisch… und nun zu etwas ganz und gar fröhlichen - Fünfohrfurz!“.

Die mehr oder weniger heiteren Themen wie „Fünfuhrfurz“ etc. wurden vorher abgefrühstückt.
(Gut, das Thema „Gorch Fock“ war nun wieder nicht ganz so heiter …)
Das sei zu Lanzens Ehrenrettung gesagt.

Aber vielleicht haben die Dramaturgen da auch aus den Fehlern bei Kerner gelernt.
Nachdem der damals die Herman des Studios verwiesen hatte, kam doch nochmal kurz Mario Barth mit einem ganz anderen Thema dran. Da war die Stimmung aber gar nicht danach.

So konnte sich Til Schweiger erst als liebender Vater einer kleinen Tochter präsentieren, so dass sein Ausbruch anschließend wesentlich authentischer wirken musste.

Wie gesagt … FALLS es eine Inszenierung gewesen sein SOLLTE.
Ich will den Machern der Talkshow nichts unterstellen.

(EDIT: Auch wenn sich durchaus einige Indizien für die Inszenierungs-Theorie finden lassen. Die junge Dame, die offenbar unter Tränen das Studio fluchtartig verlassen hat, ist - soweit ich das mitgekriegt habe - eine Schauspielerin. Armin Rohde ist ebenfalls Schauspieler, und m.E. kein schlechter. Und Til Schweiger … naja, der hält sich zumindest selbst für einen Schauspieler. Außerdem: Warum wird extra ein Psychologe zum Thema eingeladen, der dann aber gar nicht wirklich befragt wird, bzw. buchstäblich „auf den letzten Drücker“ nuir noch ein paar Sätze beisteuern darf, bei denen er auch noch von Til Schweiger unterbrochen wird? Und warum kommt jetzt - fast hätte ich „posthum“ geschrieben - doch nochmal dieses unsägliche Format „Tatort Internet“ an die Oberfläche, das erstens medienrechtlich abgestraft wurde und zweitens das Produkt eines Konkurrenzsenders ist. Irgendwie stinkt da für mich doch einiges nach Inszenierung und Absprache.)

Vielleicht habe ich als Zuschauer da eine wesentlich verdorbenere Fantasie (ach übrigens … „Fantasielosigkeit“ gehörte ja auch zu den Vorwürfen, die Herr Schweiger in seinem Zorn mal eben in die Fernsehnation rausgeschleudert hat) als die Verantwortlichen, die in Wahrheit allesamt ein blütenreines Gewissen haben. Fragt sich nur, aus welchen Erfahrungen heraus solche unangemessenen Schuldvermutungen bei einem unbedarften Zuschauer entstehen können.

Kleiner Tipp: Geboren wurde ich damit höchstwahrscheinlich nicht. :mrgreen:

EDIT:

Was ich durch den gestrigen Auftritt von Til Schweiger gelernt habe:

Es gibt bestimmte Attribute, die darf sich jemand einfach nicht selbst verleihen.
Die müssen von anderen ausgesprochen werden, wenn sie von Wert sein sollen.
Dazu gehört z.B. „intellektuell“.
Ich könnte mit dem Thema „Intellektuelle in den deutschen Medien“ einige Namen assoziieren … aber Herr Schweiger würde mir da nun nicht unbedingt einfallen. Insofern wirkt es eher niedlich, wenn er von sich selbst behauptet, er sei ein Intellektueller. Vielleicht hat er wirklich schon mal ein Buch rausgebracht, keine Ahnung. Aber nach dieser Definition wäre auch Dieter Bohlen ein Intellektueller. :wink:

Hat er das denn überhaupt selbst über sich gesagt? In deinem ersten Post hast du nämlich geschrieben Er hat über die intellektuellen „Gutmenschen“ geschimpft

Beides.

Zunachst ist er über die Intellektuellen und deren “Gutmenschlichkeit” hergezogen.
(Die m.E. eigentlich keine Gutmenschlichkeit ist, sondern nur ein Durchdenken der Möglichkeiten und der Konsequenzen*.)

Später hat er dann sowas gesagt wie “Ich bin ja auch ein Intellektueller” oder “Ich sehe mich auch als Intellektuellen”.
(Man nagle mich nicht auf den genauen Wortlaut fest, aber irgendwas in dem Sinne kam von ihm.) Wahrscheinlich hat er das gesagt, weil er seinen eigenen Worten dadurch mehr Bedeutung verleihen wollte. Ich habe den Eindruck, manchmal ist der selbst noch gern wie ein Kind.

  • Eine Gedankenleistung, die vorher definitiv nicht erbracht wurde von Leuten, die für die bloße Polemik zuständig sind.

Herr Schweiger möge sich z.B. nur mal vorstellen, er sei ein Mitbürger, der nicht so viel unverschämtes Glück im Leben hatte (Stichwort “Fantasie”, was Schweiger ja selbst eingefordert hat :!: :!: :!: ), dass er trotz völliger Talentfreiheit einen satten Verdienst hat, irgendwie in der “Upper Class” mitschwimmt und sogar zu Talkshows eingeladen wird.

Nehmen wir also mal an, Herr Schweiger sei ein normal Sterblicher und werde im Rahmen eines dreckigen Scheidungskrieges von seiner Ex-Ehefrau bezichtigt, er sei während der Beziehung einem Kind sexuell zu nahe getreten. Was de facto nicht stimmt, aber sich leider weder beweisen noch widerlegen lässt. Nehmen wir weiter an, Til Schweiger kann sich keinen guten Anwalt leisten, die Richterin hat sich am Tag zuvor heftigst mit ihrem Gatten gestritten oder schiebt eh Hass auf alle Männer … Fazit: Schweiger wandert für mehrere Jahre schuldlos in den Bau (So wie es sein erfolgreiches alter Ego das ja in der Sendung selbst vehement gefordert hat), wo er ganz gewiss kein gutes leben hat. Dann ist sein Strafmaß irgendwann beendet.

Was ihn - würden die Forderungen seines erfolgreichen alter ego in die Realität umgesetzt - erwarten würde, wäre entweder weiterhin eingesperrt zu sein bis an sein Lebensende. Oder aber, in die “Freiheit” entlassen zu werden. Wobei sich jeder darüber informieren könnte, wofür er verurteilt wurde und wo er wohnt. Jeder Freak wüsste dann, wo er hinreisen muss und an wem er seinen eigenen Lebensfrust nach Herzenslust abreagieren kann und dafür sogar noch Applaus der “braven Bürger” kassiert. (Einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie das dann aussieht, gab’s ja schon im Umfeld der von Schweiger offenbar heißgeliebten RTL II Sendung “Tatort Internet”.) Unter solchen Lebensbedigungen ist es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis jemand von selbst das Handtuch wirft und Schluss macht. Aber wir sind ja dann doch noch so human, gell! Nein … sowas wie Todesstrafe wollen wir auf keinen Fall! Nicht mal für leute, die wir “außerhalb der Gesellschaft” sehen. Jau … es lebe die Doppelmoral und die Heuchelei!

Zunächst möchte ich bestätigen: Ja, Till Schweiger ist Intellektueller!

[spoiler]…denn dann bin ich das auch juhu:
er hat zwei Studiengänge abgebrochen - check!
er hat dann eine Ausbildung absolviert - check!
Wunderbar, wusste gar nicht dass das ausreicht :ugly

Ernst jetzt: „Intellektueller“ wird gern mit „Akademiker“ verwechselt.
Was ist denn nun ein Intellektueller?

"Für die Soziologie (Joseph Schumpeter folgend) sind Intellektuelle Menschen solche, die zu reden und zu schreiben verstehen und mit ihrer Kritik öffentlich Dinge zur Sprache bringen, die an sich außerhalb ihrer eigenen Sachkompetenzen und Verantwortungsbereiche liegen. Ihre Erfolgschance beruht auf der Legitimitationsfähigkeit durch in der jeweiligen Gesellschaft verbindlichen Grundwerte und liegt vor allem in ihrem Störpotenzial. (Quelle)

Stimmt also - auch für mich: ich rede und schreibe gern ausserhalb meiner Sachkompetenz, und Störpotenzial hat das mit Sicherheit :wink:[/spoiler]

Dann möchte ich noch den Verdacht erhärten, dass das eine geplante Sache war:
Til Schweiger hat sich zu dem Thema schon mal öffentlich „aufgeregt“, und zwar mitten in der Diskussion um „Tatort Internet“: http://www.bild.de/BILD/politik/2010/10/18/stephanie-zu-guttenberg/debatte-zu-tatort-internet-auch-til-schweiger-meldet-sich-zu-wort.html
Das ist natürlich kein finaler Beweis, aber doch zumindest ein hartes Indiz: ausgerechnet er als eine Art Promoter
für „Tatort Internet“ wird in eine Sendung mit diesem Thema eingeladen - das soll Zufall sein? Wenn man dann noch die bereits genannten Argumente meiner verehrten Vorposter hinzunimmt, sieht das doch arg nach Script aus.
Das Einzige, was dagegen spricht: Til Schweiger ist kein guter Schauspieler :ugly

Noch mal Ernst: das wär schon ein toller Zufall, wenn das nicht kalkuliert war - man könnte aber auch sagen: es ist sehr unwahrscheinlich.

natürlich ist das kalkuliert, auch diese “pro Tatort Internet” aussage ist kalkuliert, der will damit nur eines erreichen, das mehr leute seine Schrottfilme gucken…

Ich fordere übrigens eine Meldepflicht für Schlechte Schauspieler, damit ich sehen kann wenn so pack 300 meter Luftlinie bei mir wohnt und ich gewarnt bin vor so abschaum…!

Ich fordere übrigens eine Meldepflicht für Schlechte Schauspieler, damit ich sehen kann wenn so pack 300 meter Luftlinie bei mir wohnt und ich gewarnt bin vor so abschaum…!

Da gehe ich mit und erhöhe um Talkshow-Moderatoren, die es geschehen lassen, dass in einer Sendung, für die sie mit ihrem Namen einstehen, thumbe Hetzpropaganda betrieben und ihr Publikum nach Strich und Faden verscheißert wird. Und das vermutlich nur deshalb, weil irgendwelche Politiker auf Deibel komm raus den Überwachungsstaat durchdrücken wollen. Beim Schmuddelsender RTL II hat das trotz Auftritt des Innenministers nicht funktioniert (welch Wunder … im Gegenteil, die wurden sogar noch abgewatscht), dann muss halt das ZDF ran. So könnte man sich das gedacht haben.

Hätte Lanz gesagt “Ich spiele da nicht mit” … DAS wäre groß gewesen.
EDIT: Netter Zusatz wäre auch noch gewesen,
“Wenn ihr sowas braucht, dann holt euch gefällist den Kerner zurück”.
Aber vielleicht hat er irgendwas noch nicht abbezahlt, so dass er in den sauren Apfel beißen musste.
Oder da steht was in seinem Vertrag, so dass er ruiniert wäre, wenn er irgendwann nicht mitspielt.

(Wie gesagt … alles reine Fantasie, so wie ja von Herrn Schweiger gefordert.)

an RonnieB666

[spoiler]Die Definition, die wikipedia da zitiert, finde ich etwas eigentümlich.
Intellektualität hat nach meinem Verständnis weder in erster Linie etwas mit Reden zu tun, noch mit Stören.
Da geht es m.E. in erster Linie um eine Überlegenheit im DENKEN (welches durchaus auch zu falschen Ergebnissen führen kann), bzw. durchaus auch im WISSEN, bzw. in der BILDUNG. Eine Frage bei einem Internet-Quiz, wo der Durchschnitt die Waffen strecken würde … die sollte ein echter Intellektueller, der etwas auf sich hält, locker beantworten können. Das setze ich einfach voraus bei einem echten Intellektuellen.

Dass Akademiker oft mit Intellektuellen gleichgesetzt werden, liegt wohl daran, dass gerade Akademikern zuzutrauen ist, dass sie nicht nur denken können, sondern auch darauf gedrillt sind, strukturiert zu denken. Und die Intellektuellen, die es zu einer dauerhaften Medienpräsenz gebracht haben, haben zudem den Vorteil, dass sie ihre fundierten Einsichten unterhaltsam auf den Punkt bringen können. Das schafft bei weitem nicht jeder Intellektuelle. Davon kann jeder Student ein Lied singen, der schon einmal bei einer Vorlesung fast eingepennt wäre. Die armen Dozenten haben ganz gewiss überdurchschnittlich viel an Wissen im Hirnkastl, sind aber leider keine Harald Leschs, Bastian Sicks, Dieter Moors, Henryk M. Broders, Peter Sloterdijks etc.[/spoiler]

Also ich muss Schweiger in jeden Fall Recht geben,ich würde das begrüssen wenn man im Inet zeigt ob solche verbrecher in der Nähe meines Sohnes wohnen,ich muss mein Kind doch schützen können.Die sollten lebenslänglich wegesperrt werden

Ich glaube, dass die Sache mit der nachträglichen Sicherheitsverwahrung eine Sache ist, die im “bürgerlichen Lager” sehr auf Ablehnung stößt. Zumindest wurde durch das Urteil des europäischen Gerichtshof der Umwandlung vom Rechts- zum Präventivstaat einen Dämpfer versetzt, sodass der “Volkszorn” mit anderen Mitteln bedient wird (siehe Tatort Internet).

Auch in diesem Fall sekundiert die Bild mit einem Kommentar:

Gerade die Überschrift des Kommentar “Wacht auf” läßt böse Assoziationen zu.

Dazu hatte Bild auch über den aktuellen Mordfall berichtet, wobei die Titelseite insgesamt widerliches Werk ist, da dass Foto des Mörders über den obligatorischen Titten prangt:

http://www.bildblog.de/27621/leserreporter-im-staatsdienst/

Außerdem, wo war die Empörung eines Herrn Schweigers, als im Frühjahr 2010 die Missbrauchsfälle in den kath. Schulheimen herauskamen?

Außerdem, wo war die Empörung eines Herrn Schweigers, als im Frühjahr 2010 die Missbrauchsfälle in den kath. Schulheimen herauskamen?

Because er hatte da keinen Film zu bewerben vermutlich…

Mulder,

in deiner Umgebung leben vermutlich mehr Straftäter, als du denkst.
Welchen Unterschied würde es machen, wenn du darüber Bescheid wüsstest?

EDIT: Ein weiterer Nachteil dieser Methode:

Wenn JEDERMANN im Internet die Daten einsehen kann, dann wäre das natürlich auch ein toller Service für die Straftäter selbst, wenn sie Komplizen suchen. :roll:

Ratet mal welcher Kasper heute von der Bild entgegengrinst, und nebenbei werbung für seinen Müllfilm machen durfte?

Es ist nicht Steven Segal, der kann besser Schauspielern

Immerhin war Schweiger die gnaze Sendung hindurch konsequent ahnungslos und peinlich. Bereits in dem ihm eigentlich zugedachten Promotionpart nannte er den neben ihm sitzenden Kollegen Armin Rohde hartnäckig “Achim”, und dass Sneak Previews in der Filmbranche seit den Dreißiger Jahren durchgeführt werden, scheint ihm ebenfalls völlig unbekannt zu sein. (“Heutzutage macht macht Testvorführungen” entfleuchte es seinem hohlem Schädel)

@Horst-Günter: Du nimmst das viel zu Ernst, kann aber verstehen dass Dich das ärgert, daher und auch noch mal in eigener Sache:
„Intellektueller“ kann sich im Prinzip tatsächlich jeder nennen, der sich irgendwie in der Öffentlichkeit produziert, sogar Bohlen (z.B. weil er ein Buch rausgebracht hat kotz). Das heisst aber nicht, dass ICH das auch so sehe! Mein post war durch und durch ironisch gemeint (ist natürlich blöd, wenn man’s erklären muss, das verdirbt alles), nach dem Motto „wenn der Intellektueller ist, dann bin ich das schon lange“,OK?
Das ist nun mal kein geschützter Begriff, und wird ja, wie wir gesehen haben, in der Soziologie äusserst weit gefasst. „Akademiker“ ist im Gegensatz dazu klar definiert.
Ansonsten hast Du ja Recht: ein Akademiker kann durchaus als Intellektueller versagen, und ein Intellektueller sollte schon wissen, was er verzapft - aber dafür gibts eben keine klaren Spielregeln, und was man drunter versteht dann eben subjektiv.
Wenn man sich selbst ernennt dazu, wird es sowieso immer peinlich - aber der gute Til hat eh schon lange den Schuss nicht mehr gehört :roll:

Oder mal ganz deutlich, damit es da gar keine Missverständnisse mehr gibt:
wenn DER ein Intellektueller ist, dann bin ich die Reinkarnation des nächsten Dalai Lama, dessen Geist sich im Nirvana mit dem von Albert Einstein, Leonarda da Vinci und Galileo (der mit dem Fernrohr, nicht der debile Bruder nach dem die Pro7 Sendung benannt wurde :wink: ) verbunden hat!! (Nur im Vergleich, versteht sich^^)

Oder einfach der hier - Please allow me to introduce myself :twisted:
[video]http://www.youtube.com/watch?v=Yr1p4F0dKjY&playnext=1&list=PLB343908C0491C3C5[/video]

Ich habe mir gestern abend beim Bügeln die Lanz-Show in der ZDF-Mediathek zu Gemüte geführt: meiner Meinung nach war das Getue von Til Schweiger ziemlich schlecht geschauspielert.

Spannend fand ich auch Schweigers Reaktion auf die Aussagen des Psychotherapeuten (“Kein Kind wird als Mörder geboren”, am Kind riechen…): das verstand er zuerst als Intellektueller nicht und dann sagte er “Fuck”.

Am besten fand ich Tils Scheisshausparole: "Ey das kotzt mich an ey, in Deutschland kriegen Kinderschänder 2 Jahre auf Bewährung ey"
Ohhh, mann ! ! !

Auf youtube scheint seine Polemik geradezu erschreckend gut einzuschlagen.
(vgl. Kommentare)