Themenvorschläge - Mediatheke

Wolfgang M. Schmitt, als er auf seinen Abschied bei MGTV angesprochen wurde: https://cdn.prod.www.spiegel.de/images/87b8f60b-6510-4ae0-b20d-d7f969bafa4e_w948_r1.778_fpx38.67_fpy50.jpg

:sweat_smile: Okay, ernsthaft: Die Berichterstattung über den Rittenhouse-Prozess wäre aus medienkritischer Sicht eigentlich auch ein hochinteressantes Thema. Allein das Ausmaß an aggressiven Vorverurteilungen und Falschbehauptungen gegen diesen jungen Menschen markierte einen neuen Tiefpunkt für die Glaubwürdigkeit der westlichen Presselandschaft. Eine mediale Hetzjagd, die von deutschen Journalisten auffällig unkritisch begleitet wurde. Anscheinend hat es für sie „den Richtigen“ getroffen. Doch am Ende obsiegte die Gerechtigkeit und brachte uns einen reichhaltigen Fundus epischer Memes! :innocent:

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Auch jetzt geht das weiter. Man beachte mal nur, was für einen Schmutz der Tagesspiegel da schreibt:

Edit:

Interessant ist, wenn man sich bei der gleichen Zeitung das Wording anschaut, wenn in Rotterdam jemand der gegen die neuerlichen Corona-Beschränkungen demonstriert niedergeschossen wird.

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Genau sowas wäre auch ein spannendes Thema für „Pressesch(l)au“ (@Riif-Sa). Tagesspiegel & Co. sind übrigens dieselben Nachrichtenblätter, die bei Sarah-Lee Heinrich erst kürzlich noch zu einem nachsichtigeren Umgang mit jungen Menschen aufgerufen haben. Heinrich ist 20, Rittenhouse ist 18.

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Sarah-Lee Heinrich hat aber nicht 3 Menschen erschossen :thinking: Ein etwas kruder Vergleich.

Für mich ist das kein Thema. Ich kann mir zu dem Freispruch ebenso wenig ein Urteil erlauben wie zu dem, was auf dieser Demo wirklich passiert ist. Und Ihr könnt es übrigens auch nicht.

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Das macht es nicht weniger unangemessen und falsch, einen jungen Menschen medial zu zerstören, noch bevor ein Gerichtsurteil gefallen ist. Vorverurteilungen gehören nicht zu den Aufgaben von Journalisten, egal um welches Thema es geht. Eine Gewaltenteilung gibt es nicht ohne Grund. Urteile werden von Gerichten ausgesprochen, nicht von Zeitungsredaktionen und Fernsehmachern. Vor allem wenn bei diesen Redaktionen klar erkennbar ist, dass sie in ihrer Berichterstattung und Vorverurteilung einseitig parteiisch agieren und in vergleichbaren Fällen mit zweierlei Maß messen.

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Und Rittenhouse hat es nachweislich in Notwehr getan. Dieses Wort fällt aber im Artikel nur ein mal, nämlich das Rittenhaus Anwälte sagten „er habe in Notwehr gehandelt“. Auch von Selbstverteidigung wird lediglich im Zitat von Trump geredet. Dafür wird in dem Artikel viel Framing aufgebaut, dass es ja bei „Anti-Rassimus Protesten“ passiert sei.

Rittenhouse wird diskreditiert, in dem gesagt wird er sei „Galionsfigur des rechten Lagers“. Trump wird als Rechtspopulist geframed. Das unter den in Notwehr erschossener ein verurteilter Kinderschänder war wird zum Beispiel nicht erwähnt und mal die Frage gestellt aus was für Leuten diese „Anti-Rassismus Proteste“ so bestehen, die darüber hinaus aus marodierender Mob durch die Straßen gezogen sind.

Exakt solcherlei gefärbte Berichterstattung mit plumpen Framing ist der Grund warum das Vertrauen in die Medien sinkt. Gut, der Tagesspiegel hat sich ohnehin in der letzten Zeit immer mehr als Hetzpostille einen Namen gemacht und ist ein extremes Negativbeispiel. Aber solcherlei Framing findet man auch in Artikeln anderer Verterer der selbsternannten „Qualitätspresse“.

Und genau hier setzt dann halt die Arbeit eines medienkritischen Formats an: In der Analyse und dem Sichtbarmachen solcher Manipulationen.

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Und wo wir beim Schießen sind: Man könnte als medienkritisches Format ja wirklich so langsam mal die Covid-Narrative dekonstruieren. In Rotterdam wird jetzt scharf auf Menschen geschossen, die mit den neuerlichen Einschränkungen nicht einverstanden sind.

Gesundheitsschutz durch Bleikugel sozusagen.

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Die Berliner Zeitung berichtet es doch - also wo genau soll für das Medienmagazin da jetzt der Ansatz sein?

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Der Absatz

„Der mit einem halbautomatischen Gewehr bewaffnete Rittenhouse war im August 2020 nach Kenosha gereist und hatte sich dort bewaffneten Männern angeschlossen, die nach eigenen Angaben Geschäfte vor Plünderern schützten wollten. In der Stadt war es zu teils gewalttätigen Protesten gekommen, nachdem ein Polizist den Afroamerikaner Jacob Blake mit mehreren Schüssen in den Rücken schwer verletzt hatte.“

legt nahe, dass er sich freiwillig in diese Gefahr begeben hat.
Da er das auch noch bewaffnet getan hat, wäre er (wäre das in Deutschland passiert) auf jeden Fall wegen einer vorsätzlichen Tat verurteilt worden.

Ich finde es schwierig, da irgendeine Medienkritik anzubringen. Den Bericht finde ich ok, wenn man bedenkt, dass er in einem deutschen Medium erschienen ist.
Viele Amis würden zu
„17-jähriger fährt bewaffnet in ein Krisengebiet und erschießt zwei Protestler“
sicher eine andere Meinung vertreten als wir das in Deutschland tun.

Der tagesspiegel „schreibt“ da recht wenig. Das sind zusammenkopierte Snippets von Nachrichtenagenturen (tagesspiegel sagt dpa). Jeden Absatz in diesem Artikel findet man auch auf anderen Newsportalen.

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Sorry, aber das waren doch alles „peaceful protesters“. :shrugdog:

Seiner Aussage nach ist Rittenhouse dort hingefahren (sTaTe LiNeS!!1), weil ers als seine Bürgerpflicht gesehen hat. Was das betrifft, ticken viele Amis einfach anders als wir hierzulande. Kulturelle Unterschiede. :shrugdog: Viele US-Städte befanden sich damals in einer Art Belagerungszustand. Die Polizei hatte davor oftmals resigniert und die bewaffneten Brandstifter (wie gesagt: „peaceful“) weitgehend gewähren lassen. Wir haben sowas hier in Deutschland in diesem Ausmaß noch nicht erleben müssen. Aber ich befürchte, wenn sich bei uns ähnliche Zustände über 1-2 Monate hinziehen würden, gäbe es auch hierzulande Bürger, die irgendwann die Notwendigkeit sehen, selbst einzuschreiten.

Inwiefern dies legitmierbar ist, muss am Ende ein Gericht entscheiden - so wie es nun zugunsten von Rittenhouse geschehen ist. Allerdings gibt es hierzulande bisher keinen einzigen vergleichbaren Fall, der auch nur annähernd unter ähnlichen Rahmenbedingungen (wochenlange Belagerungszustände etc.) stattfand. Insofern ist dein Vergleich mit deutschen rechtlichen Gegebenheiten nur wenig sinnvoll.


Mehr möchte ich dazu jetzt aber auch nicht mehr sagen. Es war ein Themenvorschlag, von dem ich dachte, dass er sowohl für die Mediatheke als auch für Pressesch(l)au interessant sein könnte. Und zwar nicht im Sinne einer jurisischen oder moralischen Analyse, sondern im Sinne klassischer Medienkritik: Wie weit dürfen Medien/Presse bei der Berichterstattung zu solchen Gerichtsprozessen gehen? Ist es richtig, vorzuverurteilen und parteiisch zu berichten? Ist es angemessen, die vor Gericht stehende Person mit diesen Vorverurteilungen gezielt zu diffamieren? Alles Fragen, die Holger bspw. schon mal in Verbindung mit der Berichterstattung zum Kachelmann-Prozess angesprochen hatte.

Wow @STaRDoGG, da bist du ja einer heißen Sachen auf der Spur. Dann hat der Tagesspiegel da gar nicht selbst geframed und gehetzt sondern hat sich zum Hetzmuliplikator gemacht. Und da hast du jetzt messerscharf und elegant einen weg gefunden dich nicht weiter mit dem Framing auseinander zu setzen, denn der Bossman hat ja „schreibt“ statt „abgeschrieben“ gesagt.

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Ne, du siehst Gespenster. Du vermutest Haltungsjournalismus hinter einem von einem Praktikanten in der Mittagspause zusammengeklickten dpa-Baustein-Artikel. Das ist kein journalistischer Kommentar sondern einfach nur journalistisches Tagesgeschaeft.

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Der fehlende politische Wille überhaupt irgendwas zu tun, war ja auch der Bundestagswahl geschuldet, wo traditionsgemäß niemand unliebsame Forderungen stellt, die einem Wählerstimmen kosten könnten. (Traurig aber wahr.)

Das rächt sich jetzt. Wenn das so weiter geht ist es für mich nur eine Frage der Zeit bis die „ehemalige Opposition“ gegen ihren verkündeten, politischen Willen agieren muss.

„Funfact“ :ugly:: Anwalt Jun hat gestern mal ein Gedankenspiel geäußert, in wie weit man die Regierung juristisch wegen Untätigkeit ran bekommen könnte.

Ich denke, das wird (zähneknirschend!) passieren müssen.
Ich hoffe nur: Nicht zu spät.

Die große Reform von ARD und ZDF ist auf dem Weg! :grin:
Interessant ist allerdings, dass im Vorschlag die Spartenprogramme Phoenix, Kika, ZDFneo, ZDFinfo, Tagesschau24 und EinsFestival gestrichen sind.

Ich plädiere eher dafür. alles gnadenlos zu löschen, was kein Vorschlag ist.

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Viele Nemi el Hassan Verteidiger bei der Zeit und anderswo, haben den Fall ja so dargestellt
als sei Nemi Opfer einer Rassistischen Kampagne.

Murat Kayman ist ehemaliger Funktionär des Islamverbandes DITIB und er ist
heute noch gläubiger Muslim. Auch er kritisiert Nemi el Hassan, und hat in mehreren
Tweets deutlich gemacht, warum er der Meinung ist, dass sie sich zu Unrecht in die Opferrolle
begibt und Antisemitisch ist. Die spannende Frage hierbei wäre nun, ist Kayman auch ein Rassist oder Rechter? Denn wie gesagt, in manchen Medienberichten wurde Nemi als Opfer einer rassistischen Kampagne dargestellt. Holger hat ja auf die jüdische Allgemeine und andere Nichtrechte Quellen verwiesen.

Hier kritisiert sie ein Ehemaliger DITIB Funktionär. Vor allem dieser https://twitter.com/KaymanMurat/status/1455619170238873606 Tweet hat es in sich.
Widerspruch zu erfahren oder Konsequenzen tragen zu müssen. > Gerade als Muslim sage ich ihr ganz deutlich: „I won‘t deal with it!“ Wenn alles, was du zu Israel sagst, antisemitisch ist, werde ich dir stets widersprechen. Und gerade als Muslim muss ich unterstreichen, dass es

keinen Rabatt auf Judenhass geben kann, wenn es Erfahrungen von Leid und Gewalt in der eigenen Familiengeschichte gab. Ein solches Zugeständnis ist nicht Ausdruck von Empathie, sondern die Legitimation des Motivs der Rache von dem dieser Konflikt auf Palästinensischer Seite
Ich

Diese Aussagen in dem Tweet sind sehr aufschlussreich, egal ob ehrlich gemeint oder nicht. Innerhalb der muslimischen Community schafft er sich durchaus viele Feinde damit, da würde mich dann schon interessieren ob unsere Woken Nemi Verteidiger den jetzt auch als Rassisten framen würden.

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Ich hatte sogar als Prio 2, deren 6 Monate voll abgelaufen sind, entspr Probleme an den Booster zu kommen. Termin hätte ich gehabt, aber keine „ausreichenden“ Nachweise, so lief das teilweise:

Sorry, es ist doch offensichtlich einfach jedem egal, wenn die Risikogruppe verreckt. Ich hab ne Scheißangst, dass wir nun in der kalten Jahreszeit sind, mein Impfschutz deutlich nachgelassen hat, und ich weiter auf Arbeit muss, wo mein Kollege letztens positiv getestet wurde. Danke für nichts wie immer

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Ich empfehle zur Unterstützung dieses Gefühl sich genau JETZT die Pressekonferenz mit Wieler (der war okay) und Spahn anzusehen. Spahn ist jetzt absolut im Karrieremodus und will von den eigenen Verfehlungen nichts mehr wissen.

Wobei man sich da einfach mal nur das politische Personal für ansehen muss. Meinst du wirklich ein Jens Spahn, ein Andi Scheuer oder eine Dilek Kalayci wären intellektuell im Stande einen großen bösen Plan sich auszudenken und umzusetzen?

Das Problem ist doch viel eher, dass die Wahl des politischen Personals der Logik von Parteien folgt und nicht der Bestenauslese im Bezug auf Kompetenz für ein bestimmtes Sachgebiet. Und wer, der reale Kompetenz besitzt geht denn in die Politik?

Auf was leider zu viele reinfallen. Selbst im akademischen Milieu gibt es leider viele, die über Ungeimpfte herziehen. Im letzten Jahr wurde sich ja auch lieber über „Corona-Paties“ aufgeregt, anstatt über die vollkommen verfehlten Maßnahmen zum Schutz alter Menschen. Und während der Staat schön hart Lockdown angeordnet hat und der 08/15 Alman sich brav dran gehalten hat, starben in Altersheimen die Menschen wie Fliegen, weil eben keine effektiven Schutzmaßnahmen gemacht wurden.

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mal jemand vom Verein „Neue Deutsche MedienmacherInnen“ einladen?