Sportmoderatoren bei ARD und ZDF

Bei Sportübertragungen kann man ja eigentlich wenig falsch machen. Man nehme einen sachkundigen Moderator, ggf. einen Experten, lasse diese das anstehende Event anmoderieren, filme dann das Ereignis und lasse es kommentieren. Hole ein paar Interviews mit den Sportlern, fertig ist die Sportübertragung.
Doch das mit den Moderatoren ist so ein Problem bei den Öffentlich-Rechtlichen.
Oft sind diese garnicht mehr allein Sportmoderatoren. Dies wäre nicht all zu schlimm, wenn das was sie nebenbei tuen würden wenigstens etwas Gutes wäre, doch das ist in den meisten Fällen nicht der Fall. Für mich ist dies recht symtomatisch für die Gleichmacherei von Moderatoren, die niemandem wehtuen und einfach nur vom Teleprompter die Texte ablesen, ohne Ecken und Kanten, ohne Ausstrahlung.

Hier sind mal ein paar Beispiele:

  • Rene Kindermann: Sportschau-Moderator, gerade tätig bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften, moderiert aber gleichzeitig auch den schon mehrfach von Holger angesprochenen Krawall-Boulevard-Schicksals- und Unfallausschlachtungs-Blödsinn “Brisant” und wird bald die Samstag-Abend-Schnarch-Show “Riverboat” übernehmen.

  • Sven Voss: Moderator des Sportstudios und der Skispringen-Übertragungen, moderierte aber auch von 2009-2011 das ebenfalls sehr fragwürdige Magazin “Hallo Deutschland” und moderiert nebenbei ein Wissenmagazin im MDR

  • Michael Antwerpes: Moderator der Biathlon-Übertragungen im Ersten. Über diesen wurde im Zuge eines Bericht von “Zapp” im NDR 2009 bekannt, dass er sich von der Agentur REX vermarkten ließ und für Werbe-Auftritte oft bis zu 8000 Euro kassierte, die er unter anderem für die Auto-Industrie absolvierte. In Folge dessen wurde seine journalistische Unabhängigkeit immer wieder in Frage gestellt.
    Hier der LInk zum Bericht von “Zapp”, bei dem es generell um Nebeneinkünfte von ARD- und ZDF-Moderatoren geht.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/z … rb100.html

  • Kristin Otto: Moderiert oftmals die Sportreportagen und die ZDF-Übertragungen des Wintersports, wurde aber, auch nach einem Beitrag von “Zapp”, des Dopings verdächtigt. In ihrem früheren Beruf als Schwimmerin gewann sie etwa 1988 bei Olympia in Seoul 6-mal Gold für die DDR. Ihr Trainer wurde sogar wegen Dopings seiner Schwimmerinnen verurteilt. Die einzige, die es immer vehement abstritt, war Kristin Otto.

http://www.mittelbayerische.de/index.cf … =92135&p=1

  • Reinhold Beckmann: Moderiert viele Ausgaben der Sportschau und der Fussballübertragungen bei der ARD, moderiert aber bekanntermaßen auch gleichzeitig seine, auch auf Boulevard-Journalismus ausgerichtete, Talkshow “Beckmann” und war früher Showmoderator beim NDR.

  • Holger Wienpahl: Moderiert die Ski-Alpin-Rennen der Männer in der ARD, aber auch gleichzeitig die Tipps-für Hausfrauen-über-50-die vormittags-zuhause-sind-Sendung “ARD-Büffet” und moderiert beim SWR die “Landesschau”

  • Gerhard Delling: Moderiert viele Ausgaben der Sportschau und Fussball-Übertragung, und mit Günter Netzer zusammen war das oftmals amüsant. Doch momentan moderiert er nicht nur Sport, sondern ist komischerweise auch noch Chefmoderator beim “Wochenspiegel”, einer Nachrichtensendung und war mal Gastgeber der NDR-Tal?show

  • Rudi Cerne: Moderiert manchmal die Sportreportage und die Wintersport-Übertragungen im ZDF, moderiert aber gleichzeitig noch “Aktenzeichen XY-ungelöst”, was früher ja noch vom beliebten Ede Zimmermann moderiert wurde, aber auch in den letzten Jahren in boulevardeske abgeglitten ist.

  • Kristin Otto:

Der Rest ist mir schnuppe. Dafür gehören noch Franziska Schenk (MDR, ehem. Eisschnelläuferin) und diverse “Experten” wie Gunda Niemann-Stirnima (ZDF-Eisschnellauf), Sven Fischer (ZDF; Biathlon) und Kati Wilhelm (ARD, Biathlon) in die Reihe, die als ehemalige Spitzenathleten in dopinganfälligen Sportarten heute ungefährdet von jeglicher Kririk in das populistische Horn der ÖR-Sportpolicy stoßen dürfen, dass alle Welt dopt nur die deutschen Athleten nicht.

Dabei hatte zu seiner aktiven Zeit selbst die nationalpatridiotische Sport-BILD mehrfach über Blutdoping bei Fischer berichtet. Hat nur damals wie heute niemanden interessiert.

Dopen tun die Deutschen nur dann, wenn es sich nicht mehr leugnen lässt. Solange fungierte Das Erste sehr gerne als Co-Sponsor und Hofberichterstatter der Tour de France.

Die einzigen beiden, die sich halbwegs aushalten lassen, sind meiner Meinung nach Gerhard Delling und Matthias Opdenhövel. Alle anderen, im Besonderen Sven Voss, Johannes B. Kerner, Wolf-Dieter Poschmann, sind einfach nur schrecklich. Die drei sind mir gänzlich unsympathisch und haben auch fachlich relativ wenig zu bieten.

@ TheRedBull

Wenn ich das richtig interpretiere, geht es dem Thread-Ersteller weniger darum wen man mag oder nicht.
Viel mehr bemängelt er, dass manche Sport-Journalisten noch andere Sendungen machen außerhalb des Sports.

Meine Meinung dazu, kurz und knapp: Warum sollten sie denn nicht? :smt017

Stimmt :slight_smile:
Vielleicht hätte ich den Post nicht nur überfliegen sollen :smiley:
Auf Kerner trifft es ja doch zu mit seinem Grotten-Talk :wink:

Tja, keine Ahnung. So ganz neu ist das ja nun nicht, dass Sportjournalisten/-moderatoren auf mehreren Hochzeiten tanzen, das tun wohl die allermeisten Medienschaffenden, und die allermeisten dürften längerfristig auch darauf angewiesen sein. Dass man dann auch mal in die boulevardeske Richtung geht, ist auch nicht erst seit drei Jahren zu beobachten. Günther Jauch beispielsweise hatte doch schon in den Neunzigern gleichzeitig das Aktuelle Sport-Studio, irgendwelche Jahresrückblicke im ZDF und SternTV bei RTL moderiert.