Spektakuläres TV-Spiel Sie hat es verdient" (Mi, 14.09, ARD)

Falls es jemand gesehen hat:
Wie denkt ihr über den dargestellten Kriminalfall zum einen und über die filmische Aufbereitung zum anderen?

Für alle, die dieses aus dem “real life” importierte Sch***-Thema weder gesehen haben noch sehen möchten, aber trotzdem unbedingt mitdiskutieren wollen, hier mal per Spoiler eine kurze, wenn auch wohl etwas subjektiv gefärbte Zusammenfassung der Handlung. (Obacht! Für zarte Gemüter nicht unbedingt zu empfehlen!)

[spoiler]Eine ebenso hochintelligente wie willensstarke Pubertierende nötigt sowohl ihren festen Freund wie auch eine langaarige, nicht allzu intelligente blonde Freundin (beide sind ihr irgendwie hörig) dazu, eine Rivalin um die Gunst ihres Freundes an deren Geburtstag auf den Dachboden ihres Elternhauses zu locken und diese dort gemeinsam körperlich übelst zu misshandeln. Nach der Misshandlung bringen alle drei Täter erst einmal recht viel Verständnis und Einfühlungsvermögen für das Opfer auf. Die Haupttäterin bezeichnet sich selbst - ohne jegliche faktische Grundlage - in dieser ruhigen Phase sogar als “Freundin” des Opfers, indem sie (sinngemäß) behauptet: Du hast dir die Prügel verdient. Man spannt einer Freundin nicht den Freund aus!

Aber irgendwann ist eh klar:

Das Opfer muss sterben, damit es Tat und Täter nicht ausplaudern kann!
Also wird per Streichholz ausgelost, wer das Mädel mit dem Kopf kräftig gegen die Wand klatschen muss.
Bloß dass der “Hofstaat” der Haupttäterin dann endlich, endlich sein Gewissen entdeckt und das Weite sucht.
Den “festen Freund” sieht man dann noch, wie er heulend im Dunkeln auf einer Parkbank sitzt. Warum der Typ, der das Opfer vorher noch auf Befehl in die Falle gelockt hat, jetzt so am Heulen ist, erfährt der Zuschauer allerdings nicht … ebenso, wie man auch im weiteren nix erfährt, was mit dem passiert ist. Im denkbar schlimmsten Fall war der deshalb am Heulen, weil er nicht in der Lage war, seiner Führerin gehorsam zu sein, im besten Fall deshalb, weil er erkannt hat, was für eine Scheiße er da “auf Befehl” gebaut hat. Und die langhaarige blonde Tussi - die auf das alles eh keinen Bock hatte - hat dann natürlich auch schnell das Weite gesucht, als es ihr zu heiß wurde. Allerdings erst, nachdem der Typ weg war & sie mit der wild entschlossenen Psychopathin allein war. (Da müssen die langhaarigen blonden Mädels jetzt aber kräftig gegenarbeiten, damit sie in der Schule nicht allgemein als Döfchen dastehen. Man stelle sich nur vor, die gesamte Schule habe sich das Fernsehspiel angeschaut. Was sicherlich nicht der Fall ist. Ansonsten hätte es hier im Forum - wo sich gewiss mehr als ein noch Schulpflichtiger tummelt - sicherlich längst nen Thread dazu gegeben.

Das Ende vom Lied: Die jugendliche Psychopathin musste das Opfer - von ihrem Hofstaat allein gelassen - selbst erledigen und hat das wohl auch versucht. Anschließend hat aber irgendjemand die Rettungssanitäter gerufen, die das Opfer nocb lebend vorfanden und ins Spital transportierten. Wer sollte da wohl angerufen haben, wenn nicht die Durchgeknallte selbst. Das Opfer ist dan im Spital seinen inneren Verletzungen erlegen.

Nach der Tat sucht die Mutter des Opfers nach Erklärungen.
Also begibt sie sich in ein Gespräch mit den Eltern der Täterin wie auch mit der Täterin selbst, die inzwischen inhaftiert ist.
Die Täterin im Gefängnis (deren Haare inzwischen gewachsen sind … daran sieht man, dass seit der Tat einiges Zeit vergangen ist) gbtsich jetzt auf einmal sehr, sehr sanft, so wie auch in der Phase vor dem Mord. Sie äußert Mitgefühl für das Opfer und sagt am Schluss sogar, es täte ihr leid, was sie getan hat. Am meisten vermisst sie im Knast ihren am “Down-Syndrom” erkrankten kleinen Bruder, um den sie sogar während der Ausübung der grausamen Tat rührend besorgt war. (Da ist also wohl definitiv eine Persönlichkeitsspaltung angelegt.)

Die energische Mutter will mit ihrer kriminellen Tochter jedenfalls nichts mehr zu tun haben. Die Tochter ist für sie gestorben (das wäre ein Kind, das geplant solch eine Gräueltat verübt hat, für mich zugegeben auch bis auf weiteres), zumal die skandalhungrige Nachbarschaft - die das ja, genau genommen gar nix angeht, gell? - nach Bekanntwerden des Falles dafür gesorgt hat, dass die Eltern ob ihrer verfehlten Erziehung in der Nachbartschaft geächtet sind. Wie oft denen irgendein von hehren Gerechtigkeitsempfinden durchdrungener Nachbar - oder mehrere … denn meistens treuen solche “Gerechtigkeitsmenschen” sich das ja allein dann doch nicht unbedingt & verhalten sich damit im Prinzip genauso wie die Täterin im Fim - ne Ladung Kot gegen die Fensterscheiben geschmissen hat, das wird im Film nicht erwähnt. Im “Real Life” wär’s freilich denkbar, dass da angesichts des geballten Volkszors täglich Fensterputz angesagt war bis zum Abwinken.

Wie auch immer … der Film findet letztlich zielsicher den eigentlich Schuldigen für das ganze Dilemma. Nämlich den Vater der Täterin namens Robert, der bislang immer den Eindruck vermittelt hat, er stehe unter der Fuchtel seiner Ehefrau (was er wohl auch tat), aber dennoch wohl irgendwie unter dem Pseudonym “Maus” seine Tochter sexuell missbraucht hat.
Wie gut, dass der sich am Ende selbst aus der Welt schafft, indem er sich aufhängt.[/spoiler]

Ist das nicht einfach ein normaler, fiktiver Film? Ich verstehe nämlich nicht so ganz deine Überlegungen bezüglich der Blondinen und dem weiterem Schulbesuch.

Natürlich ist das ein völlig NORMALER Film.

Ebenso wie es völlig normal ist, dass Menschen sich Bomben um den Bauch binden und damit in eine Versammlung spazieren, weil sie der Meinung sind, es warten, wenn sie nur genug Ungläubige töten, zur Belohnung jede Menge williger Jungfrauen auf sie.

Mann, was muss jemand, der so denkt, seines diesseitigen lebens überdrüssig sein.

Mensch, das ist REALITÄT!
Und das ist doch GUT!

Oder etwa nicht …?

und dem weiterem Schulbesuch.

Das musst du mir allerdings erklären, warum du hier „weiteren Schulbesuch“ als Aspekt mit reinbringst.
Und dies auch noch - mit Verlaub - in falscher Grammatik.

Schon klar … sowas schaut natürlich keiner.

Die “Renner” sind in dieser Rubrik paradoxerweise weitgehend jene Sendungen, die der Kritiker - natürlich zu Recht - als Volksverdummung aufs Korn nimmt, von denen er also seine Zuschauer eher abbringen will. Die er ihnen mit seiner Kritik aber offenbar paradoxerweise sogar zuführt: Nanny, Alm, Helena Fürst und, und, und

Was soll’s:
Weil ich eh längst kapiert habe, welch ein Billigscheiß diese Formate sind, tu ich mir die logischerweise auch nicht an. Höchstens mal so ne Gerichtsshow nebenbei … wobei ich festgestellt habe, dass die sich auch recht gut als Hörspiel eignen. Wenn ich irgendwas im Haushalt zu tun habe und ein bisschen Unterhaltung brauche, genügt mir der Ton, um der Handlung folgen zu können.

Aber ansonsten kann ich über solche Schrottformate leider auch nicht mitdiskutieren.
Auch wenn ich damit selbst hier nicht “hip” bin.

Ich werd’s trotzdem immer mal wieder versuchen, das Augenmerk auf Sendungen zu richten, die nicht unbedingt per se den Fokus der allgemeinen Empörung auf sich ziehen, die aber dennoch (oder vielleicht gerade deshalb) kritikwürdig sind.

Auch wenn dann außer mir nur zwei Leute irgendwas dazu äußern mögen.
Oder auch nur einer, wie hier.
Oder meinetwegen auch gar keiner.

Interesse scheint ja immerhin vorhanden zu sein, wenn auch nur im passiven Sinne.
Das zeigen mir die 204 Aufrufe, die es bislang gab.

Nun gut … zur Ehrenrettung des Forums sei erwähnt, dass solche Sendungen auch in anderen TV-Foren nicht eben große Resonanz fanden und finden. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, solche Sendungen würden kaum mehr von Zuschauern unter 90 angeschaut werden … unter 90 deshalb, weil ich heutzutage sogar so manchem 70-Jährigen zutrauen würde, dass er mir in Sachen Internet noch was beibringen könnte.

Hätte ich hier eine Kritik zum jüngsten “Musikantenstadl” gepostet, dann könnte ich’s noch verstehen … aber hier geht es doch um junge Leute! Bzw. darum, wie irgendein Filmemacher (vermutlich jenseits der 25) die “Jugend von heute” sieht. Und dazu hat wirklich niemand was zu sagen, außer, das sei halt ein “ganz normaler Film”?!? Schwer zu glauben.

Ich kann deine Kritik mit den gegebenen Informationen nicht nachvollziehen. Du hast dir anscheinend einen Krimi angesehn und regst dich nun darüber auf, dass die Täter teilweise jugendlich sind? Das reicht noch nicht aus, um dem Regisseur vorzuwerfen ein falsches Bild der Jugend von heute zu zeichnen, zumal sich die Charakter der Täter doch anscheinend spät einsichtig zeigen und Motive oder Gründe für ihr Verhalten angegeben werden. Jugendliche sind auch Menschen und somit vom Verdacht einer Täterschaft nicht befreit, das darf natürlich im künstlerischen Medium Spielfilm dargestellt werden. Oder behagt es dir nicht, dass keine heile Welt gezeigt wurde? Das ist doch das zugrundeliegende Konzept von Kriminalfilmen und dann ist es mir schleierhaft, warum du mit dieser Meinung speziell diesen Film und nicht das Genre kritisierst.

Die Handlung scheint doch in sich schlüssig und durchaus realistisch zu sein. Behagt es dir nicht, dass sie nach deinen Angaben auf wahren Geschehnissen basieren soll?

Du hast nur die Handlung des Films wiedergegeben und die scheint dir nicht gefallen zu haben. Bitte führe deine Kritik für weitere Diskussionen weiter aus.

Nein, das hast du falsch verstanden.

Worüber ich mich “aufrege” - bzw. was mich befremdet - ist die Tatsache, dass die Tat sowie auch einige der zuvor dargestellten Szenen, in denen diese jugendliche Dreierbande unter Führrung der Durchgeknallten “aktiv” wird, doch recht brutal und krass dargestellt sind. Hinzu kommt, dass ich einige Protagonisten recht klischeehaft gezeichnet finde. Krassestes Beispiel ist etwa die langhaarige blonde Mitläuferin. Gut, bei Trash-Formaten wie “Big Brother” präsentieren sich heutzutage ziemlich viele Mädels, die genau so ausschauen, bzw. sich so aufgestylt haben. Ein paar Sekunden lang dachte ich sogar, das Produktionsteam hätte eine Ex-BB-Teilnemerin gecastet, weil die genauso aussah. War aber dann wohl doch nicht der Fall. Aber die Kandidaten, die zu einer Mitwirkung an BB bereit sind, sind ja wohl nicht wirklich der representative Durchschnitt. Oder?

Jedenfalls hätte ich erwartet, dass die Jugend angesichts einer solchen Darstellung auf die Barrikaden geht, weil sie eben in Wahrheit NICHT so krass drauf ist. Und höchstwahrscheinlich haben sich auch die Macher des Films anderes erwartet. Sonst hätten die das sicherlich nicht so provokant inszeniert.

Immerhin beruhigt mich die allgemeine Nichtreaktion insofern, als sie sich nicht nur auf dieses Forum beschränkt, so dass ich davon ausgehen kann, dass es nicht an meiner Person liegt, warum dieses Thema gemieden wird. Auch andernorts scheint sich das Fernsehvolk nach wie vor lieber mit Formaten zu befassen, die auf dem “Scheiß”-Sender & Co laufen …

Ich will mich jetzt nicht künstlich hochstilisieren, will dir aber meine Assoziation aber nicht vorenthalten. Anstelle von “war doch ein ganz normaler Film” oder “es wurde doch alles erklärt” hätte mir ebensogut jemand antworten können “Ja, wir haben Bücher” oder “Es ist doch Entwarnung”.

EDIT: Mittlerweile sind es sogar 297 Aufrufe.

Na gut, letztendlich eben “nur” ein Film. Es ist doch zu begrüßen dass auch einmal harte Themen in Krimis behandelt werden als immer wieder der einfache Gärtnermord, übertrieben gesagt. Als Kontrast zu den Heimatschmonzetten die täglich laufen auch nötig. Klischeehafte Charaktere…, naja, wo hat man die nicht (vor allem in deutschen Produktionen). Schade dass die Ferres da mitspielt, mit der kann ich mir einfach keine Filme mehr ansehen.

Okay … ich geb’ mich geschlagen.

Wahrscheinlich ist der Fernsehzuschauer von heute dermaßen abgeklärt, dass er sich nur noch durch Filme wie “Saw 3” oder “Hostel” wirklich “berühren” lässt.

Ob das wirklich ein Fortschritt (im positiven Sinne) ist, sei dahingestellt.

Solche Hardcore-Shocker werden auf den öffentlich-rechtlichen Sendern aber eh nie laufen.
Findet euch damit ab.

Kein Wunder, wenn diese Sender sich dann auf das dankbarere Gegenteil kaprizieren, nämlich auf Musikantenstadl und Rosamunde-Pilcher-Schmonzetten. Zu denen eh niemand inhaltliche Kritik schreibt, aber wozu auch. Ist ja eh immer dieselbe Soße.

Aber dann gibt es hier garantiert irgendwann wieder den Seitenhieb, dass sich ARD und ZDF dank Zwangsgebühr eh erlauben können, jeden Scheißdreck zu produzieren und zu senden. Bloß … in Wahrheit sind dieses Fernsehspiel sowie die allgemeine Gleichgültigkeit dazu ja das beste Beispiel dafür, dass die eh machen können, was sie wollen. Es wird ja offenbar alles von der Zuschauerschaft voll Gottvertrauen hingenommen.

Ich kenne die Einschaltquuoten von jenem Mittwoch nicht, denke aber schon, dass die ARD um 20:15 mit den üblichen 2 bis 3 Millionen dabei war. Insofern halte ich es nicht für unwahrscheinlich, dass auch hier der eine andere Zuschauer mitliest.

Im übrigen ist das Fernsehspiel “Sie hat es verdient” über die ARD-Mediathek abrufbar.
Also, wer sich selbst ein Bild machen will, kann sich den Film dort vollständig anschauen.
Und nicht mal die Quotenbox-Inhaber (sollten solche denn wirklich unter uns sein) kämen in den Verdacht, sich das angeschaut zu haben … jedenfalls, wenn ich die Aussagen des GEZ-Häuptlings im Interview mit FKTV richtig verstanden habe.

Ich hab den Film gesehen. Sehr realitätsnah wie ich finde. Und die Schnitte waren sehr gut gemacht, mal was heute geschieht, mal was war, mal was die Tat betrifft.

Warum sollte sich eine ganze Altersgruppe von der Darstellung dreier Charaktere in dem Film angegriffen fühlen? Woraus schließt du, dass die Macher des Film mit dem dargestellten Einzelfall ein Jugendporträt angestrebt haben? Dass Mitläufer selten hohe geistige Leistungen unter Beweis stellen und sich an scheinbar stärkere, machtbewusste Personen hängen liegt in der Dynamik einer solchen Gruppe begründet. Dass naive Mädchen in dieser Position dem Trend langer, hellblonder Haare folgen, ist keine Seltenheit. Wer daraus unbegründete Rückschlüsse über die Beziehung von Haarfarbe und Denkfähigkeit zieht, ist wohl selbst keine Intelligenzbestie. Es den am Film Beteiligten zum Vorwurf zu machen sehe ich problematisch. Einige Menschen jeder Altersgruppe neigen zudem zur Ausübung von Macht und Gewalt oder nehmen sie leichthin in Kauf. Du hast noch nichts geschildert, was in meinen Augen an der Handlung des Film unrealistisch oder geschmacklos ist. Das verarbeitete Thema bietet sich für eine Kriminalverfilmung an, du hast in deiner Zusammenfassung Motive und Gründe der Täter sowie Reaktionen des Umfelds, welche auch in der Realität unangebracht sein können, genannt. Man gewinnt den Eindruck, dass dir persönlich der Film einfach nicht gefallen oder behagt hat und du nun irgendwas daran kritisieren willst. Was du uns in Bezug auf Splatter mitteilen willst, verstehe ich auch nicht richtig. Und werden Einschaltquoten nicht in Prozent gemessen und geben keine Rückschlüsse auf tatsächliche Zuschauerzahlen? Ich persönlich nehme nicht ohne weiteres an, dass den Film hier viele Benutzer gesehen haben…

Wie hättest du den Fall lieber dargestellt gesehen? Und wie bewertest du den Film handwerklich?

Übrigens liegen die Klicks für diesen Thread wahrscheinlich im reißerischen Titel begründet.

Die Fragen beantwortest du dir doch im Grunde schon selbst.
Dass die Macher die Verrohung der Jugend gezielt zum Thema machen wollten, steht für mich außer Frage.
Ansonsten hätte man die Täter auch gut 10-15 Jahre älter machen kömnen.

Wer daraus unbegründete Rückschlüsse über die Beziehung von Haarfarbe und Denkfähigkeit zieht, ist wohl selbst keine Intelligenzbestie. Es den am Film Beteiligten zum Vorwurf zu machen sehe ich problematisch.

Sagen wir so … es wäre dem Anliegen des Films, wie man sieht, vielleicht doch noch ein bisschen besser bekommen, wenn er dieses Klischee „blondgefärbt + solariumsgebräunt + stark geschminkt = bisschen dumm + devot bis zum Gehtnichtmehr“ nicht so zielsicher gefeatured hätte. Wer Filme macht und seinen Beruf ernst nimmt, der wird schon wissen, was für Typen er sich vor die Kamera holt, um entsprechende Wirkungen beim Publikum zu erzielen. Wie bereits geschrieben, habe ich im semi-dokumentarischen Raum „Big Brother“ erlebt, dass eine gewisse Art junger Frauen und Mädchen wirklich so rumläuft.

Aber vielleicht hat es der Filmemacher hier ja auch ein bisschen ZU gut gemeint? Bzw., vielleicht beruht ja das weitgehende Totschweigen des Films hier und in anderen Foren darauf, dass sich zu viele Jugendliche ertappt fühlen …?!? Was immerhin, falls der Regisseur - wovon ich ausgehe - eher eine lebhafte Diskussion im Sinn hatte, anstatt weiterhin Vorurteile zu schüren, schonmal kontraproduktiv ist. Das wäre aber somit schon mal ein klarer Minuspunkt für den Film … und zwar ein Minuspunkt, der unabhängig davon existent ist, ob man den Film mag oder nícht. Wobei ich denke, wer den Film gemocht hat, wird solche Knackpunkte vermutlich eher übersehen.

Du hast noch nichts geschildert, was in meinen Augen an der Handlung des Film unrealistisch oder geschmacklos ist.

Wo habe ich denn dem Film Geschmacklosigkleit vorgeworfen … ?
(EDIT: Obwohl … eigetlcih hast du nicht unrecht.
Aus einem gewissen Blickwinkel betrachtet, ist der Film wirklich geschmacklos. Vielleicht sogar obszön geschmacklos.)

Man gewinnt den Eindruck, dass dir persönlich der Film einfach nicht gefallen oder behagt hat und du nun irgendwas daran kritisieren willst.

Es tut mir leid, dass du das, bzw. mich so siehst. Aber selbst wenn es so wäre, bräuchte ich ja wohl nicht lange nach Steinen zu suchen, die ich nach diesem Film zu schmeißen hätte.

Was du uns in Bezug auf Splatter mitteilen willst, verstehe ich auch nicht richtig.

Eigentlich nur, dass die Leute, die sich nur durch Splatter noch berühren lassen, eigentlich ganz schön verroht sind.
Dass der Sender solche Zuschauer durch ein ambitioniertes Machwerk erreicht, erscheint mir eher fraglich. Im Gegenteil: Solche Leute finden die Gefühlskälte und Brutalität der Täterin vielleicht sogar cool, wenn sie sich das Mädel nicht gar zum Vorbild nehmen. Ich meine: Der Stärkere setzt sich durch, das ist doch die Hauptbotschaft, die heutzutage allen Bürgern vermittelt wird - bis hin zur Jugend. (Im Moment vielleicht nicht, weil wir grad den Papst zu Gast haben. Da überschlagen wir uns alle natürlich vor Frömmigkeit und denken in dem Moment wahrscheinlich auch selbst, dass wir das so meinen. Aber lass den erstmal zwei Wochen wieder weg sein … dann geht so langsam eh alles wieder seinen gewohnten Tott, genauso wie vorher. Und muss ja auch.)

Nun kann man der Durchgeknallten im Film ja vieles vorwerfen - aber nicht, dass sie SCHWACH war. Die einzig schwache Figur in dem Stück war der Vater der Täterin.

Und ausgerechnet der - so wollte es der Film ja wohl darstellen - war ja wohl überhaupt die Ursache für das ganze Dilemma. Wenn der bei seiner Tochter nicht nachts „Maus“ gespielt hätte und Kuscheln gekommen wäre - so suggeriert es ja der Film -, würde das Opfer vielleicht noch leben, und würde die Täterin vielleicht brav an ihrem Abi basteln, anstatt in ihrer Freizeit Rentnerinnen aus ihren Rollstühlen zu kippen und sich über deren Hilflosigkeit dann auch noch kaputtzulachen. Man weiß es nicht! Darum muss er sich auch umbringen, damit schließlich doch alles irgendwie seine Richtigkeit hat.

Und werden Einschaltquoten nicht in Prozent gemessen und geben keine Rückschlüsse auf tatsächliche Zuschauerzahlen?

Die GfK misst doch beides.
Sowohl die Marktanteile (meistens in Millionen) als auch die Quoten (in %).
Insofern habe ich mich tatsächlich etwas missverständlich ausgdrückt, als ich was von „Einschaltquoten“ schrieb und anschließend mögliche Marktanteile benannte. Sorry dafür! Außer dir scheint aber jeder verstanden zu haben, was ich meine.

Wie hättest du den Fall lieber dargestellt gesehen?

Gute Frage.
Da muss ich erst drüber nachdenken.

Und wie bewertest du den Film handwerklich?

Als reiner Rezipient kann ich natürlich über Schnitttechnik etc. keine verbindlichen Aussagen machen.
Aber vielleicht schaue ich ihn mir in der Mediathek nochmal an und mache mir meine Gedanken dazu.