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Sonntagsfrühstück #5: Erlebnisse in der Schule


#21

Halten wir fest: Egal ob Wehrdienst oder Zivi – es waren in beiden Fällen Erfahrungen und Erlebnisse, die man nicht missen möchte. Ich kenne keinen, der das anders sieht. Das abzuschaffen war ein großer politischer Fehler.


#22

Ja da bin ich völlig bei dir und es stimmt, ich kenne auch niemanden der rückblickend sagen würde dass er das missen möchte, egal ob Bund, Zivi oder sonst was.

Das war auf so vielen Ebenen ein Fehler es abzuschaffen. Wobei genaugenommen ist es ja nicht “abgeschafft” sondern “ausgesetzt”, oder hat sich da irgendwas geändert, bin da nicht ganz uptodate?


#23

Dazu noch ne Frage. Wie hab ich das zu verstehen? Wird, egal auf was für einer Schule und egal in welchem Bundesland der Schüler zur Schule geht, heute nicht mehr “sitzengeblieben” sondern die Schüler werden von Klasse 1 bis zum Abschluss einfach immer weiter mitgeschliffen? Das kann doch nicht wahr sein oder?


#24

Ne hast Recht, ist “ausgesetzt”. Der Fehler von Guttenberg war, dass er einzig die Kosten-Nutzen-Rechnung aufgestellt hat, was der Wehrdienst der Bundeswehr und deren Aufgabenerfüllung nützt. Der gesellschaftliche Aspekt einer Pflicht zum Dienst, auch des Zivildienstes, der dabei völlig ignoriert wurde, fiel unter den Tisch.


#25

Jep, du hast völlig recht. Dieser Aspekt war (egal wo) das wirklich wichtige am “Dienst”. Grade in einer Phase wo sich viele noch orientiert haben bot der Dienst eine gute Möglichkeit nicht den “Halt” zu verlieren" und herauszufinden was das “Richtige” für einen ist. Grade auch für Leute die eben nicht studieren gehen konnten/wollten. Ganz zu schweigen von den sonstigen postiven gesellschaftlichen Faktoren.

Wenn man mich fragen würde würde ich sagen das muss sofort wieder eingeführt werden und es ist dabei völlig egal ob sich das finanziell in irgendeiner Weise “rechnet”.


#26

Ach komm, ich bin doch der Oberverräter hier in diesem Verein :stuck_out_tongue_closed_eyes:

Aber es ist natürlich klar, dass es bei diesem Thema eher um lockere Anekdoten geht. Ich bin von 1983-1987 bei der Marine gewesen und da gibt es schon genug zu erzählen, jedenfalls soweit meine Erinnerungen mich noch erinnern :joy:

Es geht am Ende gar nicht mal so sehr um das Thema Waffen , sondern einfach nur um die persönlichen Erlebnisse, die es fast jeden Tag gegeben hat. Aber da dies kein Thema für das Sonntagsfrühstück ist und ich wohl so ziemlich der Einzige bin, der im “Reich” ( in Anlehnung an Opa Hoppenstedt von Loriot ) gedient hat, brauchen wir darüber erstmal gar nicht weiter nachdenken


#27

Ja schon klar Porni, das mit den Waffen war ja nur ein Joke, weils bei den Zivis ja nur um “Drogen” geht. Klischee halt. :wink:

Jup, mir würden ein paar Anekdoten da auch reichen, das is ja der Sinn der Sache. In deinem Fall wäre es z.B. interessant zu erfahren wie der Unterschied zu heutigen und damaligen Erlebnissen war, aber stimmt schon, mit dem Team wird man das Thema schlecht beackern können, es sei denn man macht es halt zum Mischthema, also Bund&Zivi. Rein interessehalber, hat Volker gedient?

Ok, back2topic


#28

Das könnte sein, ich persönlich musste auch keines von beiden machen. In dem Jahr, aus dem ich aus der Schule kam, wurde die Wehrpflicht ausgesetzt und ich sehne mich jetzt nicht unbedingt danach, dahin zu gehen :smiley:


#29

Ich glaube, ich bin der Einzige im MG-Kosmos, dem das Vergnügen vergönnt war :slight_smile:


#30

Also insgesamt, auch von dem was einige User hier schreiben, waren das ja alles harmlose Erlebnisse. Ich war nie in einer “berüchtigten Klasse/Schule” und trotzdem ist da weit derbes passiert als was in der Sendung/im Forum geschildert wird. Ich glaube, dass sich da alle beteiligten mit zu harten Details zurückhalten :wink:

Was mir zu der Sache mit der Nachtwanderung einfällt, also ich kenne niemanden, wo sich die Lehrer angeblich nicht verlaufen haben. Das ist doch der Klassiker und wird denen bestimmt während dem Studium beigebracht^^


#31

Ja nun… ich gebe doch nicht öffentlich zu, dass ich jemanden umgelegt und in der Pause Crack verkauft habe… da wär’ ich ja schön blöd!


#32

Hat mit der Gegend glaube ich nichts zu tun. Ich bin in der 10. Klasse an einer Schule in NRW (Nähe Köln) und bei uns haben wir auch noch Kreidetafeln, OHPs (bei denen regelmäßig das Plastik schmort weil jemand den wieder verstellt hat), Filme schauen wir auf VHS Kassetten und Röhrenfernsehern und aufstehen müssen wir auch zur Begrüßung. Das Problem ist oft aber auch gar nicht das Geld, wir haben z.b. auch normale Beamer, sondern dass die meisten Lehrer keine Ahnung von der neuen Technik haben und lieber das Altbewährte nutzen.


#33

Die Sache mit dem Aufstehen finde ich interessant. Ich z.B. hatte das während meiner gesamten schulischen Laufbahn überhaupt nicht und die war recht abwechslungsreich.

Ich habe die Vermutung das es damit zusammenhängen könnte ob es eine katholisch geprägte Gegend ist oder nicht. Beweisen kann ich das natürlich nicht.


#34

um mal anekdotische Evidenz zu liefern: sehr katholische Region, konsequentes Aufstehen bis zur Oberstufe.


#35

Absolut nicht, ich habe das selbst noch Ende der 70er Jahre in der Realschule erlebt und in der Grundschule Anfang der 70er Jahre in Berlin war das ebenfalls so. Das hat nichts mit den religionsgeprägten Bundesländern zu tun, sondern ist eine Sache des Respekts gegenüber dem Lehrer am Morgen. Der Lehrer wurde stets auf diese Art begrüßt.
Eine Art und Weise, die ich übrigens heute auch noch gut finden würde, ich denke in dieser Hinsicht recht konserativ


#36

Hm Porni, also in der Steinzeit, also so grob von 50-80 (oder anders gesagt, von Adenauer bis Schmidt) mag das durchaus noch mit Respekt (wobei ich da eher Obrigkeitsdenken und Hörigkeit als Motiv annehmen würde) usw. zusammengehangen haben. Ich rede aber eigentlich eher von der “Neuzeit”, also grob 85-20.

Das es zu deiner Zeit allgemein üblich war ist ja völlig klar, so war die Zeit damals eben. Ich frage mich halt woher es kommt das sich das heute anscheinend teilweise in bestimmten Gebieten noch hält, bzw. ob es irgendeinen Auslöser dafür gibt wo es noch gemacht wird und wo nicht.

Mich würde echt mal interessieren ob man da z.B. einen Zusammenhang zwischen, wie schon erwähnt der vorherrschenden Religion, oder z.B. der regierenden Partei herstellen kann.

Man könnte ja z.B. annehmen das es einen Zusammenhang zwischen CDU regierten Ländern, Katholizismuss und dem Aufstehritual gibt das ja, wie du quasi ja selbst schon anmerkst, eher “konservativ” gelagert ist und Katholizismuss und CDU stehen ja ebenfalls eher für “konservatives”. In dem Zusammenhang wäre auch interessant ob das Auftreten/Erstarken der “Grünen” einen Einfluss darauf hat/hatte.

Davon abgesehen halte ich persönlich von diesem Ritual nichts, es ist aufgezwungen und bedeutet demnach nichts. Wenn ich als Lehrer wüßte das die Schüler jetzt aufstehen weil sie “müssen”, würde ich daraus in keinem Fall Respekt vor mir als Lehrkraft ableiten, im besten Fall noch Angst, weil wenn sie nicht folgeleisten ich sie bestrafen könnte.

Is hier eigentlich irgendwer der in der Zeit von 85 bis jetzt in der Schule war oder noch ist und der aufstehen “muss” und gilt da bei allen Lehrern (bzw. ist es allgemeine Pflicht an der Schule) oder bestehen da nur manche drauf?


#37

Unsere Schule ist auch alles andere als Katholisch. Ich glaube dass das einfach schon immer so ist und nie aufgehört wurde und man sich halt einfach daran gewöhnt hat. Wir haben aber auch einige wenige Lehrer die nicht wollen dass man bei ihnen zur Begrüßung aufsteht.


#38

Ich finde durchaus,dass das etwas mit Respekt zu tun hat.man geht an seinen Platz und stellt sich hin, man macht sich für den Unterricht bereit und signalisiert dies so seinem Lehrer. Wenn ich morgens in die Klasse komme und alle erstmal Zurechtstützen muss wünschte ich mir, es gäbe diese Regel zumindest bei uns an der schule.

Man hält ja auch seinem Lehrer die Tür auf und grüßt ihn wenn man ihn das erste Mal am Tag sieht. Theoretisch jedenfalls. Praktisch… Ist genau das Gegenteil der Fall.


#39

Ich habe 2013 in RLP Abitur gemacht und bei uns war das Aufstehen auch ein fester Bestandteil zu Unterrichtsbeginn gerade in den unteren Klassen - selbst in der Oberstufe mussten wir noch bei einzelnen Lehrern (nicht nur ältere auch junge) aufstehen.
Neben Respekt habe ich darin auch immer eine Maßnahme gesehen, Ruhe in den Klassenraum am Beginn einer Stunde zu bringen, da das Aufstehen in gewissem Sinne als non-verbales Signal funktioniert. Durch das Aufstehen hat man einen gemeinsamen Anfang und der Schüler muss auch dem Lehrer signalisieren, dass er mit seiner Aufmerksamkeit bei ihm/ihr ist. Das ist zumindest meine Schulerfahrung und als Lehramtsstudent bin ich auch nicht abgeneigt, dass Aufstehen ggf. für meinen späteren Unterricht zu übernehmen. :slight_smile:


#40

Und was passierte, wenn man das nicht mit machte? Es gab ja sicher auch in deiner Stufe rebellische Naturen. Ich denke da an meine Schulzeit. Da wurde von uns auch das ein oder andere verlangt, wo ich mich rückblickend ärgere, dass ich das mitgemacht habe, weil ich es nicht hätte müssen.