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Sonntagsfrühstück #38: Meinungsfreiheit

Diesmal eine sehr interessante Diskussion am Frühstückstisch, besonders Oli hat gute Sachen gesagt
(er hatte auch den größten Redeanteil :slight_smile: )
Eine Ungenauigkeit stört:
Meinungsfreiheit gab und gibt es immer, selbst in den schlimmsten Diktaturen - und wird es immer geben, solange Gedanken noch nicht ausgelesen werden können.
Worüber die vier diskutierten, ist „Redefreiheit“ in Wort und Schrift.
Das ist was anderes.

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Ne, was du meinst ist die Gedankenfreiheit :stuck_out_tongue_winking_eye:

Mir hat noch ein bisschen ein neoliberaler Input gefehlt, so in die Richtung:
Welche Äußerungen sollte der Staat erlauben und welche nicht?
Sollten Facebook, Twitter und co. einfach nach ihrem Hausrecht agieren? (siehe diese Klagen, weil Postings dort gelöscht wurden, in letzter Zeit), usw…

Außerdem kams ein bisschen rüber als würdet ihr die laute Äußerung von Protest zu einer Meinung als Einschränkung der Meinungsfreiheit sehen…

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Also ich war froh, dass wenigstens Thomas ein paarmal Widersprochen hat :smiley:
Zum Thema Atomkraft möchte ich sagen: natürlich darf man unpopuläre Meinungen vertreten, aber dann sollte man auch damit leben können, dass man Widerspruch bekommt. Jeder hat ein Recht darauf, seine Meinung zu äußern, aber kein Recht darauf, dass andere sie teilen…

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Großartige Sendung. Volle Punktezahl an Olli. Absolut zutreffende Analyse des Wandels der Meinungsfreiheit hier mit Ausleuchtung der Gefahr. DDR 2.0 in Vorbereitung!

Könnte man nicht einen Polittalk mit Olli ins Auge fassen, wir haben jetzt so oft darüber gesprochen und dass er es kann haben wir heute gesehen. Es müssen ja nicht (immer) irgendwelche Politnasen dabei sein, sondern politisch Intetessierte.

Wie wäre es, Olli?

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Was mich immer wundert, ist, dass viele ihre Meinungsfreiheit eingeschränkt sehen, wenn sie von anderen kritisiert werden. Es gibt kein Recht, dass auf eine Meinung kein Widerspruch folgen darf.

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Vorneweg, Olli ist mir sehr sympathisch. Meine Kritik ist lediglich auf einige seiner Aussagen zu beziehen, nicht auf Ihn als Person.

  1. Klimawandel bedingt durch Milankovic-Zyklus: Das ist faktisch falsch. Alle Klimamodelle die den Klimawandel beweisen haben diese Effekte bereits einbezogen. Der Klimawandel ist menschgemacht und nichts anderes.

  2. „Es gibt auch andere Wissenschaftler“. Nein. Die gibt es nicht. Natürlich können hier ein paar Rebellen genannt werden die am rande der Glaubwürdigkeit auf irgend einem 10. klassigen Journal publizieren. Faktisch aber herrscht einigkeit über zwei Punkte: 1. Klimawandel exisitert 2. er ist anthropogen.

Nun zu der angeblichen „einschränkung der Meinungsfreiheit“. Ich finde es sehr bedenklich wie hier unter angeblichen „Meinungsfreiheit“ pseudowissenschaftlicher nonsense verbreitet wird. Anderes Beispiel Antivaxx. Glaubt Ihr wir sollten Impfgegner genau gleich in den Diskurs integrieren wie wie es mit Klimaleugnern tun? Nein. Wissenschaft ist nun mal Wissenschaft. Wer sich gegen die Wissenschaft stellen möchte kann das gerne tun. Forschung betreiben und dann einen Artikel publizieren.

Die Aussagen von Olli sind ganz typische Klimaleugner Argumente. „Man darf doch wohl noch fragen?“ Nein darf man nicht. Durch solche fragen suggeriert man dass es dazu zwei Meinungen gibt und das stimmt nicht. Wir müssen ja auch nicht darüber Diskutieren ob die Erde flach ist oder nicht. Man kann gerne behaupten dass man vom Klima nichts versteht, muss ja nicht jedem sein Thema sein. Aber zu sagen „meiner Meinung nach ist der Klimawandel…“ nein.

Ich finde es sehr schade das heute vielen Menschen diese Scientific Literacy abhanden gekommen ist. Und vor allem genau in diesem speziellen Themengebiet. Ist es nicht interessant das niemand sagt „meiner Meinung nach ist Einsteins Relativitätstheorie Blödsinn“?

Wir können gerne diskutieren ob Kernkraft gut ist oder nicht. Das sind politische Diskussionen. In der Wissenschaft geht es nicht um Meinungen.

Bei den Antivaxx Bewegung ist es viel offensichtlihcher. Die „Meinung“ einzelner schadet uns im kollektiv. Das ist beim Klimawandel auch so einfach nicht heute sondern erst in ein paar Jahren. Deswegen schreibe ich solche Kommentare. Über den Flacherdler kann man lachen der schadet niemanden. Aber solche Aussagen wie von Olli tragen dazu bei das der Klimawandel von der Bevölkerung nicht als das wahrgenommen wird was er ist. Und das schadet uns. Dir, mir, uns allen.

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Ich finde CF hat eindeutig zu viel geredet in dieser Ausgabe … so eine Labertasche!

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mein Lieblingsbild des Monats bei MG

schön dass Thomas immer versucht hat sich wieder einzubringen,
97% der KlimaforscherInnen legen einen menschlichen Einfluß zugrunde:

jeder darf immer die eigene Meinung grundsätzlich äußern, die Frage ist, ob es Gegenwehr / Sanktionen etc gibt…wenn ich wie in China immer überall per SocialScore überwacht werde und es Punkte gibt wenn ich gut über meine Eltern spreche, hat es einen Einfluss und damit liegt eine Beeinflussung vor…von Meinungsfreiheit bleibt dann nicht mehr viel übrig. wenn ich in BRD etwas auf den Sozialen Netzwerke äußere zum Thema X und dann die Befürchtung oder Erfahrung habe, dass es einen Shitstor geben würde, dann hat dies auch einen Einfluss auf meine öffentliche Meinung. diese wird dann vll abgeschwächter oder mehr Mainstream…das finde ich alles bedenklich in den neuesten Entwicklungen…

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Ein Paradoxon unserer Zeit, dass diejenigen die behaupten, man darf seine Meinung nicht mehr sagen, ihre Ansichten oft am lautesten in die Welt hinausschreien.

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Na ja. Manche Meinugen kann man sagen, aber danach wird bekämpft bis Ruhe ist. Gell?

Aber was er gesagt hat reicht doch wohl auch. Fand ich seehr gut!

„Wenn man den menschengemachten Klimawandel leugnet, wird man sofort in die Klimawandelleugnerecke geschoben!“
Äh… ja?
Wenn man leugnet, daß 1+1=2 ist, wird man auch in die Matheunbegabtenecke geschoben :crazy_face:

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Von wem soll das von Dir gekennzeichnete Zitat sein? Keiner am Tisch hat einen solchen Satz gesagt.

2:50, etwas paraphrasiert.

Das ist eben diese gefühlte Meinungseinschränkung. Das haben wir auch hier im Forum erlebt beim letzten großen Sonntagsfrühstück-Krach. Es ist keine Einschränkung der Meinungsfreiheit, eine andere Meinung zu kritisieren, im Gegenteil: diejenigen die für sich in Anspruch nehmen, dass ihre Meinung nicht kritisiert werden darf, sind diejenigen, die die Meinungsfreiheit einschränken. Das sind dann eben die typischen „das wird man ja wohl noch sagen dürfen“-Leute

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Einen solchen Satz habe ich nie gesagt.

Ich habe nie behauptet, dass es keinen menschengemachten Klimawandel gäbe, sondern dass der menschliche Faktor lediglich für einen Teil der Klimaerwärmung verantwortlich ist, und ein weiterer Faktor eben die periodischen Schwankungen sind, die es in der Geschichte der Erde gegeben hat.

Insofern bestätigst Du ungewollt meine Aussagen, nämlich, dass andere Meinungen skandalisiert werden. Es sind heutzutage keine sachlichen Diskussionen mehr möglich.

In diesem Fall verzerrst und verfälscht Du (wissentlich oder unwissentlich) sogar meine Aussage, um meinen Standpunkt zu diskreditieren. Somit verhindert man natürlich jedwede sachliche Diskussion und stempelt seinen Meinungsgegner als Spinner oder Irren ab.

Ich bleibe dabei, dass man früher noch sachlich diskutieren und Argumente austauschen konnte, ohne dass der Gegenüber zu solchen Mitteln greift, wie Du es hier gemacht hast.

Jeder kann sich durch das Ansehen der ersten drei Minuten der Sendung darüber informieren, dass Dein Zitat schlichtweg falsch ist. Ich hoffe, der eine oder andere macht sich dann sein eigenes Bild zum Thema Meinungsfreiheit.

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Also früher hätte das Gegenüber nicht gleich „Hilfe, hilfe, ich werde unterdrückt!“ gerufen und mit diesem Holzhammer die Diskussion beendet, sondern hätte versucht, das argumentativ zu lösen?

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Ja, früher wurde noch eher sachlich diskutiert, also Argumente ausgetauscht.

Seinen Gegenüber bewusst falsch zu zitieren und ihm Dinge in den Mund zu legen, die dieser so nie gesagt hat, ist keine Art, eine Diskussion zu führen.

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Ich glaube ehrlich gesagt nicht so sehr, dass ausschließlich konservative Meinungen von Linken nicht zugelassen werden, sondern vielmehr, dass es da eine wechselseitige Beziehung gibt und allgemein die Diskussionskultur etwas darunter leidet, dass die Gesellschaft bei bestimmten Themen und auch weltanschaulich stark gespalten ist. Das jetzt ausschließlich auf eine Gruppe zu beschränken, spaltet ja auch wieder :wink:

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Da muss dir deine Nostalgiebrille Streiche spielen.
Ich kenne jenes „früher“ aus erster Hand, das war noch nie anders. :wink:

Und das Zitat ist grundsätzlich schon korrekt, denn wie die anderen sagst auch du damit: Ist alles gar nicht so wild, der wissenschaftliche Konsens irrt und existiert eigentlich gar nicht (3:56 und noch irgendwo) , einfach weitermachen!

Auch das Atomkraftbeispiel: Früher war der eine dafür, der andere dagegen, das waren völlig legitime Meinungen.
Früher hielt man auch Zigarettenrauch für gesund oder - natürlich - die Erde für flach*, weil einfach grundlegende Informationen fehlten.

*Ich weiss Rynam, stimmt so nicht ganz;)