Sonntagsfrühstück 103: Armut

Sonntagsfrühstück Folge 103. Hier kann darüber diskutiert werden!

Christian, Dean und Mario unterhalten sich diesmal wunschgemäß über das Thema Armut. Da geht es ja erstmal mit der Frage los, was Armut eigentlich ist. Dean musste zum Beispiel mal eine Zeit lang im Auto schlafen, Mario kennt Armut zumindest aus Erzählungen durch seine Eltern. Christian hat bei der Jobsuche einige Schoten erlebt und sich gesagt: Dann bin ich lieber arm.

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War das Mikro von Dean nicht an? Ah nach 5 Min… wohl doch an… aber Christian und klar lauter und deutlicher zu verstehen…

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Ich möchte nur zu Bedenken geben, dass sich nach der Armut, über die ihr gesprochen habt, viele Millionen Menschen auf diesem Planeten sehnen.

Das Thema heute ist sicher richtig, wichtig, und interessant. Ihr habt viel Storys gehabt, von Obdachlosigkeit bis Studium bis Raubkopien bis Armut der Nachkriegsgeneration, Jobs, Trinkgeld, Bofrost…
Ich empfehle trotzdem für das nächste Mal eine etwas globalere Sicht.

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Klar hätten wir über die weltweite Armut reden können.
Wir haben uns aber für die eigenen Erfahrungen entschieden.

Ich fürchtete schon, dass es Kritik für diese Folge hageln wird, hoffe aber, es war wenigstens unterhaltsam.

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Thema und Sendung waren an sich ja nicht schlecht.
Armut in Deutschland oder Armut in einem reichen Land wäre der bessere Titel gewesen.

Die Armut auf der Welt ist auch so ein riesiges Fass, da bräuchte es einen mehrstündigen Sonntagsbrunch…

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Das heute war wirklich eine Wundertüte an Themen mit dem gelegentlichen Seitenhieb auf die spätrömische Dekandenz der MG-Lebemänner :wink:

Armut ist tatsächlich ein facettenreiches Thema voller Einzelfälle. Was ich aber explizit nicht teile ist die Ansicht, dass man im Hartz IV-Bezug per se arm ist. Der Satz ist nicht groß - keine Frage. Die Grundidee von ALG II ist aber auch nicht, ein auskömmliches Leben zu ermöglichen, sondern bewusst einen Anreiz zu schaffen, aus dem System möglichst schnell wieder rauszukommen.

Aber auch hier gibt es natürlich solche und solche. Die, die froh sind, dass man sie auf niedrigem Niveau „in Ruhe lässt“, da sie keine Lust haben, morgens zu (irgendeiner) Arbeit zu fahren. Die Menschen aus Osteuropa (gerade Bulgarien, Rumänien), die mit 4 und mehr Kindern jeden Monat locker über 2K aufs Konto erhalten und hier deutlich besser leben, als sie es im Heimatland je könnten. Und dann gibt es noch das endlose Thema das „Kombilohns“ aus ALG II + Schwarzarbeit.

Wie gesagt: ein großes Thema voller Einzelfälle. Christians Bekannter mit der gesundheitlichen Einschränkung gehört unverschuldet auch dazu.

Der pauschale Satz „Also Hartz IV ist schon schlimm und jeder im System muss einem leid tun“ geht dann doch an der Realität stark vorbei.

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Kam mir aber zumindest bei Mario bisschen unehrlich vor. Der bezieht doch selbst Leistungen, es klang aber so als hätte er mit Hartz 4 nix zu tun?

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Einfach absolute und relative Armut nennen und gut ist

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Sehe ich ähnlich. Nach ein paar Reisen bin ich eigentlich sehr zufrieden, wie gut es bei uns (noch) funktioniert.
Viele Leute in den nicht so entwickelten Ländern hätten gerne für sich - und vor allem für ihre Kinder - die Chancen und Möglichkeiten, die ein Hartzer hier hat.

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Naja das ist dann die selbe Argumentation wie: „Die Kinder in Afrika währen froh wenn sie HartzIV hätten!“ So einfach ist die Welt (leider?) nicht.

Realtive Armut gegen absolute Armut ausspielen, geht mMn einfach nicht. Niemand gewinnt an so einer Sichtweise. Weder die Kinder in Afrika noch die unverschuldet in HartzIV geratene alleinerziehende Mutter. Und auch sonst niemand.

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Wie wäre es denn, einfach Hartz IV weltweit einzuführen? BGE? :wink: :nerd_face:
Würde einigen Menschen bereits helfen! :wink:
Manchmal ist die Welt tatsächlich sehr einfach! :wink:

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Joa, abgesehen von den Aufständen, die es gäbe, wenn man alles Geld der Deutschen umverteilt :roll_eyes:

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Es gibt nicht nur Afrika.
Und ich meine nicht nur Hartz 4, sondern die Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten, die - auch bei relativer Armut - in den westlichen Ländern einfach da sind.
Und ja, viele Menschen in Entwicklungsländern wären froh, wenn sie die hätten.
Hat nichts mit gegeneinander Ausspielen zu tun, sondern ist eine Tatsache.

Ist trotzdem Whataboutism

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na und?

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Bin ich sofort dabei. Aber so ein BGE müsste sich dann aber an den Lebensumständen des jeweiligen Landes orientieren. In einem Deutschland kann man dann nicht den selben BGE-Satz zahlen wie in Polen oder Rumänien.

Realtive Armut entsteht ja, weil man für das selbe Geld nicht in jedem Land auch das Selbe bekommt. In der Schweiz kostet eine einfache Tiefkühlpizza einer Billigmarke umgerechnet mal eben 10,50 €. Dafür verdient man in der Schweiz aber anders, als in Deutschland.

Man kann also nicht einfach eine Summe X aus Land Y nehmen und dann sagen: „Naja aber in Land Z lebt man damit wie ein König!“ Ja und? Eben weil dort Kaufkraft, Lebenserhaltungskosten, etc. geringer sind und niemand der dort lebt, so viel Geld erhält. Vergleichbar sind also nicht die absoluten Summen, sondern die Frage: Wieviel kann ich denn für das Geld das ich bekomme, einkaufen?

Ich bin als Kind mit HartIV aufgewachsen, weil meine Mutter trotz arbeitswillen und enormer Anstrengung keinen Job gefunden hat(soviel zu dem Anreiz-Geschwurbel). Sie konnte sich nach allen Abzügen keine Schuhe leisten, wenn die alten kaputt waren. Sie konnte nicht zum Frisör gehen. Von Urlaub brauchte man gar nicht reden. Es gab Wochen und Monate wo wir gerade so genug zu Essen hatten. Als Junge in der Wachstumsphase musste ich mir anhören, das ich nicht „soviel“ Essen soll. Bei der tafel waren wir Dauergäste und haben selbst dort regelmäßig nix mehr bekommen. Ich war damals unterernährt. Schulsachen, Ranzen, etc. haben wir alles Second-Hand irgendwo geschenkt bekommen, neue Sachen waren nicht erschwinglich. Ebenso wenig Kleidung, wenns eben nicht die absolute Billig-Produktion war.

Ich konnte keine Sport-Kurse machen, ich konnte an keinen Veranstaltungen teilnehmen, Schulausflüge oder Klassenfahrten haben gerade so gereicht, aber eben nur weil meine Mutter auf alles verzichtet hat, was sie selbst für sich brauchte, damit man Sachen ansparen konnte. Wenn mal eine Stromnachzahlung von 100-200 Euro bekommen haben, hieß das im schlimmsten Fall 1-2 Monate weniger zu Essen, weil es sonst einfach nicht gereicht hat.

Mir muss niemand was von Armut in Deutschland erzählen. Und auch nicht über sog. „Anreize für HartzIV-Empfänger“. Wenn du 40-50 bist und dich niemand einstellen will, obwohl du eigentlich mehr ackern kannst als die ganzen überbezahlten Kommunikations-Analysten, dann helfen auch die besten Anreize gar nichts!

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Lustigerweise machen das vermehrt deutsche Rentner, die z.B. nach Bulgarien ziehen.
Mit der Mindestrente in Deutschland ist kaum auszukommen, in Bulgarien ist man damit reich.

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Gutes Thema und interessante Einblicke. Einleuchtend fand ich, dass sich viele Abiturienten aus ärmeren Schichten das Studium schlicht nicht leisten können. Wobei es ja auch Bafög oä gibt.

Schlucken musste ich bei der Geschichte, dass Christian Fragen nach Kleingeld teils mit : “Sorry ich hab nur Hunderter” abweist.
Klar kann man irgendwann genervt sein, aber ich glaube der Spruch macht es noch schlimmer. Kann mir nicht vorstellen, dass ein Bedürftiger das witzig findet

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Und? :man_shrugging:

Bzgl Dean hat mich erschreckt, dass er teils ohne Abendessen ins Bett ging. Man geht immer davon aus, dass der Sozialstaat zumindest Hunger etc in D. ausschließt.
Vielleicht könnte @Dean_Martin_Richards ja mal erzählen, wie er es als einziger aus seiner jugendlichen Bezugsgruppe doch ins Studium geschafft hat. Bzw wie er an den 30k€ Kredit gekommen ist.