Sinn oder Unsinn der EU Gemeinschafft

moin

Bei Youtube gibt es eine Reihe Filme die eine Rede von Prof. Dr. Schachtschneider zeigt
der über die EU Gemeinschaft berichtet und Probleme aufzeigt .

http://de.youtube.com/watch?v=qWZbEKjcd1M

Ich geb zu nicht alles ganz zu verstehen aber gut finde ich es nicht was die in Brüssel alles so “können und machen” !
Klar nicht alles ist perfekt nur wenn das so weiter geht das immer weniger “mächtige” immer mehr “Macht” bekommen frage ich mich wo das endet ?

gruss Meinhard

Als Kritiker des Kapitalismus geb ich dem Mann vollkommen Recht. Spätestens jetzt sind die Auswirkungen des Kapitalismus ja deutlich spürbar, auch in Krisenzeiten wird die Position des Arbeitgebers weiterhin verstärkt, während der Arbeitnehmer mehr und mehr die arme Sau ist. Zeit für ein grundlegendes Umkrempeln des Systems.

Verschoben. :slight_smile:

Prinzipiell ist ein zusammenschluss mehrerer Staaten sprich eine supranationalität sehr wünschenswert.
Die Idee eines “geeinten Europas” gibt es wenn ich mich nicht Irre schon seit den vierzigern (ich glaube im zusammenhang mit der Wiederstandsgruppe des Kreisauer Kreises mal davon gelesen/gesehen zu haben), auch die FDP hatte zu beginn der Bundesrepublik das Ziel der “Vereinigten Staaten von Europa” in ihrem Grundsatzprogramm.

Allerdings ist die jetztige EU sehr weit von einer supranationalen Bürgernahem Institution entfernt sonder eher ein teurer, Bürgerferner Moloch.
Das Problem ist, das viele nationale Interessen gegenüber stehen, sodass eine reformierung der Gemeinschaft sehr schwer und langwierig ist, wie man mehrmals schon sehen konnte.

Auch wenn die EU so ihre Probleme zu haben scheint (über die ich jetzt nicht allzu genau Bescheid weiß), so bin ich doch zufrieden, dass es sie gibt. Natürlich sind „Was wäre, wenn…“-Szenarien immer rein spekulativ, aber ich könnte mir doch vorstellen, dass es ohne die EU vielleicht doch noch einmal einen größeren Krieg in Europa gegeben hätte.

Die Idee eines „geeinten Europas“ gibt es wenn ich mich nicht Irre schon seit den vierzigern …

Die Idee eines vereinten Europas kam schon einige Jahre nach dem 1. Weltkrieg auf. Natürlich machte der 2. Weltkrieg die ehrgeizigen Pläne zunichte…

Tja, das ist das Dilemma… einerseits brauchen wir mehr Völkerverständigung andererseits entfernen sich die Superstaaten immer weiter von der Demokratie. Dezentralisierung wäre das Gebot der Stunde, aber im Moment sieht es wohl eher nach “Außer Spesen nix gewesen” aus… :smt009

Momentan verkommt die EU immer mehr zu einer reinen Freihandeszone. Das finde ich persönlich ein wenig schade, da die EU viel mehr Potenzial besitzt. Auch die Erweiterung (vor allem die Ost-Erweiterung) wurde viel zu hastig und überstürzt beschlossen. Kein Wunder, dass es mächtig knirscht im Gebälk (wie man so sagt).

Ahja… :smt017
Und wie kommst du zu dieser Meinung?[/quote]

Und vor allem, wie definiert man Versklavung??? Seit anbeginn der Menschheit haben sich immer hirachische Machtmodelle durchgesetzt. Lieber Apfel der Eris: Mach mal n konkreten Gegenvorschlag… :smt015

Auch beim „Open Source“ Gedanken (was wohl die einzige positive Weiterentwicklung darstellt) muss es Leute oder Räte geben, die Standards durchsetzen… Denkt mal darüber nach! :smt021

Man sollte alles ein wenig globaler betrachten…

Die EU ist ein unerlässliches Gebilde um international in wirtschaftlicher wie (Sicherheits-)polischer Hinsicht mithalten zu können. Gerade die alteingesessene Supermacht USA und die aufstrebende Supermacht China, mischen in letzter Zeit aus ressourcenstrategischen Gründen ordentlich den Weltmarkt auf. Zb. mit großangeleten Investitionen in Afrika und Südamerika (Öl u. Erze) etc.

Hier eine interessante Doku dazu:
http://www.youtube.com/watch?v=F_6rcNUHb5c

Aus diesem Grund ist ein Wachstum der EU eigentlich die logische Konsequenz um Schritt halten zu können. Der auch von statten geht. Meiner Meinung nach leider nur viel zu schnell. Anstatt die noch relativ frischen Mitglieder, die erst vor einigen Jahren beigetreten sind, lieber erst wirtschaftlich zu fördern und zu stärken, werden schon wieder die “Fühler” ausgestreckt. Andererseits hat die EU gar keine Wahl, denn sie befindet sich eingekesselt in einer Patt-Situation oder eher Zwickmühle.

Denn wenn man sich mal ein wenig in der Welt umschaut, sieht man das in naher Zukunft, westlich und östlich von Europa gerade vergleichbare Gebilde bzw. Zusammenschlüsse entstehen.

Im Osten weitet sich die bereits existierende “SCO” (Shanghai Coorporation Organisation), die aus China, Russland, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan besteht immer weiter aus.

Wer noch nie davon gehört hat, schaue sich mal diesen gut fundierten Beitrag der seriösen Arte-Sendung “Mit offenen Karten” an: http://www.youtube.com/watch?v=rpk4kZjOck0

Kritiker sehen diese als eine “potentiell gefährliche” Gegenbewegung zur Nato bzw. den USA u. auch der EU an. Auch wenn viele Europäer noch nie von ihr gehört haben ist sie keinesfalls unbedeutend und sollte nicht unterschätzt werden.

Auf der anderen Seite und das gehört jetzt auch eher in die Kategorie Verschwörungstheorie, denen ich selbst sehr skeptisch gegenüberstehe munkelt man über einen möglichen Zusammenschluß der USA, Kanada, Mexico eventuell weitere Zentralamerikanische Staaten zu einer “Nordamerikanischen Union.” Von diesen Theorien halte ich zwar in der Regel nicht viel, aber in Anbetracht der Geopolitischen Situation auf der Welt, wäre dies eine mögliche Schlußfolgerung und auf jedenfall denkbar. Was daraus wird, zeigt die Zukunft.

Wer sich ein wenig mit Geopolitik auskennt, weiß auch wie wichtig die EU-Verfassung oder der “Vertrag von Lissabon” für ein schnelleres unkomplizierteres Handeln gewesen wäre, die nur leider auf Grund der Unstimmigkeiten nicht Zustande kam. Die Furcht vor einem “undemokratischen Superstaat” ist nachvollziehbar u. Aufgrund einiger Vertragsklauseln auch gerechtfertigt, dennoch halte ich sie für etwas kurzsichtig. Diese Ängste enstehen hauptsächlich aber auch nur, da sich die Bürger der EU zu wenig mit den Vorgängen im EU-Parlament auskennen. Daran sollte die EU unbedingt arbeiten und Beschlüsse und Arbeitsweisen der EU sollten stärker in die Medienpräsenz rücken und publiker gemacht werden. Das wäre wichtig, damit die Menschen mehr “Einblicke” und somit mehr Vertrauen in die EU bekommen könnten. Ich hoffe das der Vertrag hinsichtlich der umstritten Punkte noch einmal überarbeitet u. auch vernünftiger wird. Zu hoffen bleibt, das Einsicht erfolgt und sich die Vorschläge nicht wieder in nationalen Interessen verkeilen.

Das Dumme daran ist ja nur, dass nationale Politiker die Verantwortung für unpopuläre Vorhaben nur allzu gern der EU anhängen und sich selbst mit Lorbeeren behängen, wenn ein anderes populäreres (=kostengünstig) Vorhaben funktioniert. Und daher haben nationale Politiker auch wenig Interesse daran die Arbeit der EU medienwirksam in einem positiven Licht darzustellen. Gerade in Zeiten wie diesen - einer Krise ouuuuuuuh, böses Wort - sollte die Chance beim Schopf erfasst werden und der notwendige Vertrag von Lissabon schnellstens von den noch verbliebenen Nationen ratifiziert werden. Die tschechische Ratspräsidentschaft ist in diesem Zusammenhang leider alles andere als förderlich.

Also ich persönlich halte die EU für eine sehr wichtige Institution gerade was wirtschaftliche Interessen angeht. Ich gebe zu, vieles läuft im doch recht zentral gesteuerten System dieser Staatengemeinschaft falsch, aber dazu kann man wirklich nur den recht einfachen Satz anbringen: “Es allen recht zu machen, ist ein Ding der Unmöglichkeit”.
Ich meine, es gibt wirklich viele Menschen innerhalb der EU, die sich fragen müssen, was bringt mir das eigentlich alles, ich werd hier doch nur eingeschränkt mit ihren Regeln und muss mir “von da oben” alles gefallen lassen.

Aber ich selbst arbeite in einer Institution, deren Tätigkeit sich zu 80% aus Fördergeldern der EU finanziert. Und zwar einer LEADER-Management Geschäftsstelle (Leader ist ein Programm zur Entwicklung des ländlichen Raumes und eine der großen Förderschienen der EU). Davon gibt es für jede Kleinregion in Europa eine. Und die meisten Leute wissen ja gar nicht, wie viel Geld von der EU in wirtschaftlich schwache Gegenden wie unsere gesteckt wird. Ich darf das hier frei sagen, weil es ohnehin überall ersichtlich ist auf den Förderseiten der EU. Bei uns waren es in den letzten paar Jahren über 20 Millionen Euro. Und das bei höchstens 25.000 Haushalten. Und die hauptsächlich bäuerliche Bevölkerung hier kann mit so viel Geld schon einiges anfangen. Wirtschaftlich hat sich die Region wirklich gemausert in den letzten Jahren und ich bin mir sicher, dass es anderen Regionen genauso geht. Wäre Österreich nicht bei der EU, könnte sich der Staat niemals solche Riesenmengen an Fördergeldern leisten, was am Ende bedeuten würde, dass durch Landflucht und fehlende Zukunftsaussichten hier die Region auf dem absteigenden Ast wäre.

Und dass man den Menschen einen Teil des “nackten Überlebens” sichert, bedeutet ja auch, dass sie offen sind für die Sicherung anderer wichtiger Dinge wie Kulturgüter und Umweltressourcen, Bildung etc. und dass dafür mehr Geld übrig bleibt.

Ich bekritle an der EU im Grunde eben Dinge wie die typische Bananenkrümmungs-vorschrift. Ich glaube, da fehlt einfach der Sinn für die Prioritäten. Aber das is ja auch kein Wunder beim Zusammenwirken so vieler verschiedener Anspruchsgruppen und eine jede soll angehört werden. Aber wer entscheidet denn bitte, welche Ansprüche wichtiger und welche unwichtiger sind. Da kommt es denke ich in einer doch noch relativ jungen Vereinigung wie der EU, die im Grunde einzigartig auf dieser Welt ist, noch öfter zu Effizienzstörungen.