Schnurlostelefone (und Handys) sehr einfach abhörbar

Ah, wieder einer dieser „Ich habe nichts zu verbergen!“-Typen. Diesen Leuten sollte man radikal Vorhänge und Sichtschutze verbieten und ihr Wohnzimnmer direkt an eine Hauptverkehrsstraße stellen.

Du hast keine Ahnung, wem deine Daten wie viel Wert sind. Wüsstest du es, würdest du anders denken.

Was sollen die Daten wert sein ?
Glaubst du ich gebe Kontonr. oder Kreditkarten Nr durch ?
Die Tel.Nr kann man ganz einfach bei der Telekom kaufen, genau wie das Adressenbuch beim Einwohnermeldeamt.
Der einzige der da Abhört ist der Onkel im langen Regenmantel, der sich Aufgeilt wenn ich mit meiner Freundin rede.

Oh, da unterschätzt ihr die Datenmafia aber GANZ GEWALTIG! Ihr wisst gar nicht, welche Informationen man so alles zu Geld machen kann. Vielleicht telefonierst du ja nur mit einem guten Freund und gibst durch, dass du mal wieder schlecht geschlafen hast. Promt bist du potentieller Käufer von Schlafmitteln oder neuen Betten. Oder du gibst durch, dass das Frosta-Essen nichts taugt und promt kommt der Eismann vorbei. Oder du diskutierst, in welchem Club ihr euch treffen sollt und schon weiss jemand, dass du wohl noch Werbung für Clubs brauchen kannst.

Die Werbeindustrie arbeitet mittlerweile so perfide und komplex, dass man sich gar nicht mehr vorstellen kann, welche Informationen sich alles zu Geld machen lassen. Die Beispiele sind im Übrigen nicht aus der Luft gegriffen sondern basieren auf realen Fällen der letzten fünf Jahre. Man findet bei Google einiges. Oder glaubt ihr etwa noch ernsthaft daran, dass Kundenkarten ausschließlich dazu dienen, euch für eure Treue zu entlohnen? Die gesammelten Daten sind mehr Wert als die “exklusiven” Prämien, die ihr bekommt ;).

Das Problem mit den unverschlüsselten Telefonen ist ein Henne-Ei-Problem: Die Bevölkerung erachtet es nicht als wichtig bzw. weiss nichts davon. Dadurch informieren sich die Händler nicht und können den Kunden daher auch keine Tips geben. Ich war selbst mal bei MediaMarkt und Expert und habe explizit nach verschlüsselten Telefonen gefragt. Das Ergebnis: Bei Expert wusste man gar nicht, was das sein soll und hat statdessen mit 16 mio. Farben Displays zu Überzeugen versucht. Bei MediaMarkt wusste man zwar bescheid, wieß mich aber darauf hin, dass mangels Nachfrage keinerlei Telefone als explizit verschlüsselt vertrieben werden würden (konkreter Vermerk auf der Packung) bzw. dass die Telefone eigentlich standardmäßig verschlüsselt seien.

Was sollen die Daten wert sein ?
Glaubst du ich gebe Kontonr. oder Kreditkarten Nr durch ?
Die Tel.Nr kann man ganz einfach bei der Telekom kaufen, genau wie das Adressenbuch beim Einwohnermeldeamt.
Der einzige der da Abhört ist der Onkel im langen Regenmantel, der sich Aufgeilt wenn ich mit meiner Freundin rede.

Selbst wenn. Es geht hier einfach ums Prinzip. Es geht niemanden etwas an worüber ich rede, geschweige denn mit wem. Außer natürlich die Person mit der ich rede.

Vielleicht telefonierst du ja nur mit einem guten Freund und gibst durch, dass du mal wieder schlecht geschlafen hast. Promt bist du potentieller Käufer von Schlafmitteln oder neuen Betten.

Die Werbeindustrie arbeitet mittlerweile so perfide und komplex, dass man sich gar nicht mehr vorstellen kann, welche Informationen sich alles zu Geld machen lassen. Die Beispiele sind im Übrigen nicht aus der Luft gegriffen sondern basieren auf realen Fällen der letzten fünf Jahre. Man findet bei Google einiges. Oder glaubt ihr etwa noch ernsthaft daran, dass Kundenkarten ausschließlich dazu dienen, euch für eure Treue zu entlohnen? Die gesammelten Daten sind mehr Wert als die „exklusiven“ Prämien, die ihr bekommt ;).

Ja ähm, das weiß aber jeder Idiot, der sich nur ansatzweise mit Marketing beschäftigt hat, wozu man Kundenkarten und Kundenkarteien anlegt. Und dass Zimmermädchen in Hotels nicht nur zum Aufräumen da sind, sondern auch zum Datensammeln für den perfekt abgestimmten Service, muss auch jedem klar sein. Naja, es bleibt ja jedem selbst überlassen, sich eine Kundenkarte anzulegen und seine Daten rauszugeben, wenn ihr die Rabatte nicht wollt, lasst es halt. Für euren zukünftigen Konsum bei einem Geschäft kann es jedenfalls vorteilhaft sein. Es werden eure Käufe erfasst und wann ihr einkauft, wie viel ihr ausgebt usw. usf. Und aufgrund dieses Datenmaterials kann ein Anbieter seine Produkte ideal auf den Konsumenten ausrichten. Was ist daran neu? Und was ist daran falsch? Sorry, aber Datensammlung dieser Art ist nun mal eine Notwendigkeit für den Produzenten. Wie soll er euch sonst gute Produkte liefern? Aber es gibt einen Unterschied zwischen Datensammlungen zum idealen Service und unverhältnismäßiger Überwachung.

Aber damit sich eine Vorgehensweise, wie du sie andeutest, auch nur ANSATZWEISE für eine Firma lohnt (merke wir sprechen hier von Daten zum Werbungseinsatz und zur Produktentwicklung, noch nicht von Kauf, denn der ist immer noch freiwillig), müsste man ja unendliche Mengen an Personal einsetzen, die rund um die Uhr Telefongesprächen aller potenzieller Kunden (das wären bei Matratzen alle Personen von 20 bis 80) in Deutschland abhören, dann für diese Daten eine völlig unverwaltbare Menge an Datensätzen erstellen, jeden einzelnen genau registrieren (mir wird jetzt schon schwindlig von den reinen Personalkosten, welcher Konzern soll denn das bezahlen, und noch dazu quasi „unauffällig“. Du kannst doch nicht einfach tausende oder Millionen von Euro raushaun ohne Beleg und Begründung gegenüber Finanz oder Aktionären). Ganz zu schweigen davon, wer da aller die Fresse halten muss, um solche Dinge zu verheimlichen. Und dann müsste man ja auch den Kunden gezielt ansprechen und individualisierte Werbung machen. Ziemlicher Aufwand rein für Werbung. Und dieser gesamte Vorgang, ob nun gelungen heimlich praktiziert, oder nicht, kostet einen Aufwand, den man den Aktionären erst mal richtig verkaufen muss, im Gegensatz zu GANZ EINFACHEN KONSUMENTENBEFRAGUNGEN.
Sorry, aber sowas ist einfach nur utopisch und grenzt schon fast an Verschwörungstheorien.

Wer im Datenhandel beschäftigt ist zahlt in der Regel keine Steuern sondern macht das Zeug schwarz. Außnahmen bilden beispielsweise das Einwohnermeldeamt, dass völlig legal alle gespeicherten Daten verkaufen darf. Wer das nicht möchte, muss eine Widerrufsklausel in Anspruch nehmen.

Das mit den Telefonen ist tatsächlich etwas utopisch. Aber es könnte ja auch nur der gehässige Nachbar sein, mit dem man schon seit Jahren in Fehde steht, der irgendwelche Daten gegen dich sammeln will, um dich bestechlich zu machen. Oder man arbeitet an leitender Position in einer Firma und der Konkurrent hört geheime Geschäftsgespräche mit.

Kommerzielles Datensammeln wird eher im Internet gemacht. Google beispielsweise scannt ja bereits jetzt alle gMail-Nachrichten nach Schlagworten durch.