Schade um's Geld (2)

Diskussion über den Blog-Artikel: Schade um’s Geld (2)

So, ich habe heute weitere Kosten begleichen müssen. Zum einen hat die Gegenseite die Flugkosten München-Hamburg und zurück am 11. Mai 2010 in Rechnung gestellt (natürlich Business Class, Gesamtbetrag 799,29 Euro), der von mir zu zahlende Betrag liegt bei 671,67 Euro. Außerdem hat die Bayerische Landesjustizkasse für die Entscheidung des Oberlandesgerichts München (wo wir nur zum Teil Recht bei der Einstweiligen Verfügung bekamen) den Kostenbescheid geschickt - der Betrag liegt mit 280,50 Euro aber noch im erträglichen Bereich.

Zusammen mit den bereits beglichenen Kosten von 9204,27 Euro komme ich nun also auf einen Betrag von 10.156,44 Euro. Noch auf sich warten lässt der Kostenbescheid des Landgerichts Hamburg, der bei ca. 2000 Euro liegen wird.

Schönes Wochenende!

eigentlich ein Unding, moralisch liegst du ja wohl klar im Recht…
wenn es hart auf hart kommt werde ich auch wieder ne Spende hinterlegen :wink:

Es wurde hier bestimmt schon 10.000 mal gefragt, aber ich frag trotzdem: Solltest du den nächsten Prozess gewinnen kriegst du das Geld trotzdem nicht mehr wieder?

Hallo Holger,

ich hab mal kurz recherchiert. Falls du die Rechung noch nicht begleicht hast solltest du evtl. mit deinem Anwalt nochmal Rücksprache halten bevor du das machst. Denn die Abrechnung von Flugkosten ist etwas umstritten, du musst nicht ohne weiteres Businessclass Flüge bezahlen, dies geht nur in einigen wenigen Ausnahmefällen.
Az: 6 W 207/07 vom OLG Frankfurt vom 11.02.08

Genau! Gibt es nicht so etwas wie eine Kostenminderungspflicht?

WTF?! So viel Geld für 800€?!

Bei meinem Zivi bekomme nur die billigste Fahrtmöglichkeit bezahlt. Gilt das nicht auch bei sowas?! Dass wenn man schon fliegen “muss”, wenigstens die billigste Möglichkeit nur erstattet bekommt? Kann ja nicht sein, dass die da mit LH fliegen und Buisness Class…

Ferner ist es ein Fall für Galileo Mystery, warum nicht gleich in einer 5-Sterne-Wellness-Oase eingecheckt wurde, ich mein, wenn schon, dann aber richtig… :smt012

Naja, Abzocker verstehen es eben, abzuzocken :slight_smile:

Hab hier mal das für dich rausgesucht :

Bei einer Entfernung wie derjenigen zwischen O1 und O3 kann ein Rechtsanwalt ohne kostenrechtliche Nachteile für seine Partei das Flugzeug benutzen, sofern – wie es hier der Fall ist – die Bedeutung der Sache zu den entstehenden Reisekosten in einem angemessenen Verhältnis steht. Dies hat der erkennende Senat in Anwendung der bei Kostenfestsetzungsfragen grundsätzlich gebotenen typisierenden Betrachtungsweise (vgl. BGH, WRP 2008, 363, Tz. 8 m.w.N.) bereits mehrfach entschieden (vgl. die Beschlüsse des Senats vom 06.11.2003 – 6 W 179/03, 19.02.2004 – 6 W 136/03, 11.01.2006 – 6 W 201/05, 08.05.2006 – 6 W 54/06 – und 11.02.2008 – 6 W 207/07). Hieran wird festgehalten.

Allerdings sind die Kosten für eine Flugreise des Prozessbevollmächtigten nur bis zur Höhe des Betrages erstattungsfähig, der bei Benutzung der Economy Class anfällt bzw. angefallen wäre (so auch OLG Düsseldorf, JurBüro 2009, 199; a.A. OLG Hamburg, JurBüro 2008, 432). Im Regelfall entstehen in der Business Class im Vergleich zur Economy Class deutlich höhere Kosten mit der Folge, dass die Kosten der Flugreise dann nicht mehr in einem akzeptablen Verhältnis zu den Kosten stehen, die bei Benutzung der Bahn (1. Wagenklasse) entstünden. Die Vorteile, die mit der Benutzung der Business Class verbunden sind, wiegen jedenfalls bei relativ kurzen Inlandsflügen, wie sie auf den Strecken von O1, O4 oder O5 nach O3 anfallen, nicht so schwer, dass sie die Verursachung der Mehrkosten der Business Class rechtfertigen.
Und wenn es nur um ein paar 100 Euro geht, denen ja nix in den Rachen schmeißen !! :smt027

Darf ich das als neuen Spendenaufruf auffassen?

Ich würde mich jedenfalls beteiligen.

Was wird wohl teurer?

Das Verfahren gegen die Zahlungsaufforderung der Flugkosten in vorliegender Höhe oder die Flugkosten selber?

Weisst du eigtl schon, wann der Prozess in München ist? Ich bin nämlich auf jeden Fall dabei!

Was wird wohl teurer?

Das Verfahren gegen die Zahlungsaufforderung der Flugkosten in vorliegender Höhe oder die Flugkosten selber?

hmm… vermutlich…

und vermutlich ist das primavera auch bewusst…

Nicht nur vermutlich.

Das Ganze ist doch eine definitive Schlacht um’s Geld. Hüben wie drüben können keine stichhaltigen Beweise gebracht werden, so daß schlußendlich nur die Taktik Erfolg verspricht, den anderen in Grund und Boden zu ruinieren. Diese 700 Pesos zahlt PV aus der Parkuhrkasse, denen gehts nicht um’s Geld … es geht ihnen darum, das die andere Seite es nicht hat.

Vielleicht ist dieser Link noch hilfreich:
http://www.urteilsrubrik.de/gebuehrenre … ess-class/

Nach kurzer Recherche bei der Bahn habe ich von MUC->HH->MUC einen Fahrpreis für die 1. Klasse in der Bahn von zwar immernoch stolzen 418,- € ermittelt, aber selbst mit fiktiven Übernachtungskoten von 70 € sind das immernoch über 300 € weniger als was die Gegenseite beglichen haben möchte.

naja, ich sag mal so: langsam aber sicher geht die Spendensumme zur Neige - insofern bin ich für Unterstützung immer dankbar :roll:

Was wird wohl teurer?
Das Verfahren gegen die Zahlungsaufforderung der Flugkosten in vorliegender Höhe oder die Flugkosten selber?

Wenn festgestellt wird dass Holgi die Business-Class nicht zahlen muss, dann entstehen dabei doch in erster Linie Kosten für Primavera?

Die Verfahrenskosten musst Du aber erstmal vorlegen …

Tja, aber wenn er die hinterher von Primavera wiederbekommt ist alles ok, und die die für das Business/Economy-Ding dürfte er nach derzeitiger Rechtslage doch so gut wie sicher erstattet bekommen.

Mal eine Frage:
Muss Holger bei Gericht zwingend eine Minderung der Flugkosten beantragen oder kann er auch einfach den angemessenen (geminderten) Betrag überweisen? Bei Letzterem müsste dann PV den Antrag bei Gericht stellen.

Eigentlich müsste sich die Firma doch mit der Aktion auf juristisch dünnes Eis begeben haben. Denn es kann doch nicht sein, dass die anreisen können wie sie wollen. Wäre es denn möglich, den Preis für die Economy Class zu berechnen und die Differenz zurück zu verlangen? Schließlich dürfte es für die Gegenseite unmöglich werden eine Begründung zu finden, warum sie statt in der Economy in der Business Class geflogen sind.