RTL reitet Familie in den Ruin

Hey,

ich hab gerade einen interessanten Beitrag gelesen.
Hier soll eine Familie 160.000(!) Euro an Steuern nachzahlen,
nachdem RTL mit Einsatz in 4 Wänden ihr Haus saniert hat.

Das kann doch nicht sein,
die haben doch so viele Folgen gedreht und müssen doch Leute haben, die sich mit Steuerrecht befassen!

https://www.escherhilft.de/videos/peter-escher/einsatz-in-4-waenden-renovierung-mit-folgen-rtl-laesst-familie-auf-kosten-sitzen

Mich würde ja mal interessieren auf welcher Basis das Finanzamt die Steuern verlangt, davon ist im Link ja nichts zu lesen. Wäre das gängige Praxis, dann hätte es da doch schon viel mehr solcher Fälle gegeben.

Kommt mir auch komisch vor - vor allem Steuern in so einer Höhe! Kommt denn da auch noch ein Fortsetzungsclip?
Macht der Escher das denn jetzt ohne den MDR weiter? Die Abrufzahlen dürften ja mehr als frustrierend sein…

In der tat habe ich schon mal vor einigen Jahren davon gehört, das da steuern nachgezahlt werden mussten. Der Grund ist relativ einfach: Es handelt sich hierbei ja nicht um eine Hilfsaktion, sondern die Familie verkauft RTL das recht die ganze Sache zu filmen und zu vermarkten und erhält dafür als Gegenleistung keine Gage sondern ein Renoviertes Haus. Das ist natürlich geldwertes Einkommen und muss versteuert werden, genauso wie man einen Firmenwagen versteuern muss den man Privat nutzen darf.

Allerdings sind 160000€ ein wenig hoch. Da müssten die Renovierungs-kosten ja in einer Höhe gelegen haben wofür man ein Haus abreißen und neu bauen kann.

Also vermutlich ist es rechtlich in Ordnung grundsätzlich-aber gegen den Steuerbescheid sollte man natürlich Einspruch einlegen denn die Renovieren kann kaum ein paar Millionen gekostet haben(und für 160tausend müssten es ein paar millionen sein)
Aber der Fehler ist hier beim Finanzamt, nicht bei RTL. RTL hat nicht die Pflicht über mögliche Steuern die sich hieraus ergeben zu informieren, da muss man schon selber gucken- Ich hasse RTL aber in diesem Fall können die nix dafür.

[QUOTE=knut.sman;449739]Hey,

ich hab gerade einen interessanten Beitrag gelesen.
Hier soll eine Familie 160.000(!) Euro an Steuern nachzahlen,
nachdem RTL mit Einsatz in 4 Wänden ihr Haus saniert hat.

Das kann doch nicht sein,
die haben doch so viele Folgen gedreht und müssen doch Leute haben, die sich mit Steuerrecht befassen!

https://www.escherhilft.de/videos/peter-escher/einsatz-in-4-waenden-renovierung-mit-folgen-rtl-laesst-familie-auf-kosten-sitzen[/QUOTE]

Die headline erinnert schon sehr an die der gemeinen Verblödungsportale, oder?

RTL ist kein gemeinnütziger Verein, der was zum Verschenken hat. Wer das nicht geschnallt hat, sollte keine Verträge mit dem Sender abschliessen.

Gibt es den Escher-Beitrag zum Thema auch irgendwo komplett zu sehen?

[QUOTE=Bala619;449946]RTL hat nicht die Pflicht über mögliche Steuern die sich hieraus ergeben zu informieren, da muss man schon selber gucken- Ich hasse RTL aber in diesem Fall können die nix dafür.[/QUOTE]

Naja, ist schon kompliziert, dieses “selber Schuld”-Argument lass ich nur selten gelten und mal Hand aufs Herz, wer hätte denn gewusst, dass das Finanzamt da Steuern verlangen kann? Wohl kaum einer, der sich mit Steuerrecht nicht gut genug auskennt, insofern ist es schwer zu sagen, die hätten sich selber informieren müssen, wenn es für sie gar keinen Anhaltspunkt gab, dass derartiges passieren könnte.

Da sehe ich RTL schon durchaus in der Informationspflicht. Anders sieht es natürlich bei Sachen aus wie bspw. den Stromnachzahlungen, wenn in der eignen Wohnung eine Sendung produziert wird, so was ist durchaus vorhersehbar, auch für einen Laien.

[QUOTE=Naked Snake;450048]Gibt es den Escher-Beitrag zum Thema auch irgendwo komplett zu sehen?[/QUOTE]
Ich nehme an, das ist bereits die komplette Folge, die gehen alle so zwischen 5-10 Minuten auf der Escher-hilft-Seite.

Anscheinend läuft das nur über ihn selbst:

Peter Eschers Rat ist weiterhin gefragt – Moderator hilft jetzt per Onlineportal

Mut zum Neustart beweist Peter Escher: Der Fernsehmoderator ist mit seinem Onlineportal „Escher hilft“ ins Netz gegangen. Mit einem siebenköpfigen Team kümmert er sich wie gewohnt um die Sorgen und Nöte von Rat suchenden Menschen.

http://www.lvz.de/Leipzig/Boulevard/Peter-Eschers-Rat-ist-weiterhin-gefragt-Moderator-hilft-jetzt-per-Onlineportal

Finanziert werden soll das Ganze durch Werbung auf der Seite. „Für die Rat- und Hilfesuchenden ist unser Service nahezu kostenlos“, sagt Peter Escher.

Dennoch dürfte es eine Kooperation mit dem Lokal Sender TV.Altenburg geben
aber mehr als einen Beitrag finde ich dort i.M. nicht:

[QUOTE=Naked Snake;450048] Anders sieht es natürlich bei Sachen aus wie bspw. den Stromnachzahlungen, wenn in der eignen Wohnung eine Sendung produziert wird, so was ist durchaus vorhersehbar, auch für einen Laien.[/QUOTE]

nein ist es nicht! Wir alle hier sind mindestens durch FKTV schon seit Jahren im Bilde, aber das kannst du nicht auf alle übertragen. Dass Scheinwerfer richtige Zecken an der Steckdose sind, weiß auch nicht jeder. Meist kommt man einfach nicht auf den Gedanken, darüber mal nachzudenken. Es liegt einfach nicht im Wahrnehmungsbereich und ist dann vor Ort oder nach dem Dreh eben dann die große Überraschung.

[QUOTE=Miraculum;450080]Es liegt einfach nicht im Wahrnehmungsbereich und ist dann vor Ort oder nach dem Dreh eben dann die große Überraschung.[/QUOTE]
Meist wohl erst, bei der nächsten Stromabrechnung. Und die kommt meist jährlich.

[QUOTE=maddyxx;450058]Ich nehme an, das ist bereits die komplette Folge, die gehen alle so zwischen 5-10 Minuten auf der Escher-hilft-Seite.[/QUOTE]

Hä? Da weiß ich doch gar nicht, ob der Dame geholfen wurde, was das Finanzamt dazu sagt etc. pp., warum also überhaupt einen Clip hochladen, wenn er in diesem nur sagt, dass er helfen wird, dass wissen wir auch so :ugly

Der Ausgang der Geschichte ist doch das interessante oder kommt da noch was, weil die Sache noch läuft?

[QUOTE=Miraculum;450080]nein ist es nicht! Wir alle hier sind mindestens durch FKTV schon seit Jahren im Bilde, aber das kannst du nicht auf alle übertragen. Dass Scheinwerfer richtige Zecken an der Steckdose sind, weiß auch nicht jeder. Meist kommt man einfach nicht auf den Gedanken, darüber mal nachzudenken. Es liegt einfach nicht im Wahrnehmungsbereich und ist dann vor Ort oder nach dem Dreh eben dann die große Überraschung.[/QUOTE]

Wahrnehmungsbereich, pff, das ein Scheinwerfer Strom verbraucht ist jedenfalls offensichtlicher als so eine Steuernachzahlung oder willst du das wirklich leugnen?

Dass ‘das ein Scheinwerfer Strom verbraucht’ ist offensichtlich, ja. Aber ich denke die wenigsten haben eine Vorstellung wieviel Strom so eine Produktion kosten kann; wenn die mit zwei Lampen auskommen ist das sicherlich was anderes, als wenn sie 10.000 Watt ziehen (und vielleicht noch einen Wohnwagen mit AC anstecken).

Und da könnte man sich ja informieren, wenn man dazu gewillt ist, weil man hat ja wenigstens das Grundwissen, dass der Scheinwerfer Strom verbraucht, da er in die heimische Steckdose gesteckt wird. Bei der Sache mit der Steuer gibt es keinen derartigen Hinweis (Stecker in Stockdose :wink: ) der einem den Gedanken hervorbringt, dass man sich doch mal beim Finanzamt informieren sollte.

Daher ist der Ansatz, die Leute wären doch selber Schuld, im Falle der Steuernachzahlung, nicht haltbar und ich sehe RTL da weiterhin in der Informationspflicht.

[QUOTE=Naked Snake;450166]ich sehe RTL da weiterhin in der Informationspflicht.[/QUOTE]Ich auch. Bestimmt haben sie es nicht absichtlich unterschlagen, weil zB weniger Leute die Hilfe annehmen würden wenn sie wüssten, dass das mit erheblichen Kosten verbunden ist…

[QUOTE=Naked Snake;450166]Und da könnte man sich ja informieren, wenn man dazu gewillt ist, weil man hat ja wenigstens das Grundwissen, dass der Scheinwerfer Strom verbraucht, da er in die heimische Steckdose gesteckt wird.[/QUOTE]

und das bekommt man gleich im Vorhinein gesagt? Vielleicht wird auch beim Dreh vor Ort einfach nach ner Steckdose gefragt und man gewährt einfach, weil man eh an soviele andere Sachen in dem Augenblick denkt. Wenn EB-Teams auf der Straße filmen, fragt doch auch keiner nach ner Steckdose. Dementsprechend kann man auch von ausgehen, dass das Team mit Eigenversorgung (Ü-Wagen, Akkus, Generator) kommt.

Das Thema scheint wohl schon doch Älter zu sein und ging 2012 los, hier mal ein Bericht der Welt von 2013 Brief vom Finanzamt für RTL-Kandidaten.

Komisch find ich nur, dass das Finanzamt hier mit Gewinnen aus Fernsehshow argumentiert, denn alle Arbeiten am Haus, inkl. Material und Personalkosten, sind doch bereits versteuert. Den genauen Wert der Renovierung kann das Finanzamt doch auch nur schätzen und selbst wenn dieser Wert korrekt wäre, so würde man doppelt Steuern kassieren. Am Ende versteuert man Quasi die bereits gezahlten Steuern mit, aber das wäre ja nun auch nix neues :wink:

Ich kann doch davon ausgehen wie will ich, wenn sie dann trotzdem die heimische Steckdose gebrauchen, dann könnte das einen Gedankengang auslösen und der fehlt nun mal bei der Sache mit der Steuer. Sieh es doch endlich ein, ich weiß gar nicht, was du da gegen argumentierst. Es geht doch nur darum, dass das mit dem Strom definitiv offensichtlicher ist als die Sache mit der Steuer.

Was ist denn das wieder für eine Schwachsinnsveranstaltung vom Finanzamt?

Ich weiß nicht, wie sie auf 160.000 € kommen, aber grundsätzlich macht die Argumenation Sinn. Die Familie, bzw. der Onkel, geht einen Vertrag mit RTL ein: RTL renoviert das Haus, dafür darf RTL filmen und vermarkten. Es gibt also Leistung und Gegenleistung und dafür zahlt man gewöhnlich Steuern. Zuerst kam mir das auch merkwürdig vor, aber wenn ich darüber nachdenke macht es schon Sinn. Ein Schauspieler zahlt schließlich auch auf seine Gage Steuern und da wäre es ja blöd, wenn der Schauspieler sagen könnte: Renoviert mir lieber die Bude und gebt mir kein Geld, dann muss ich keine Steuern zahlen.

Dass das für die Familie überraschend ist, ist aber auch klar. Diese Sendungen kommen schließlich rüber wie Charity-Veranstaltungen.

40.000€ sind alleine schon Zinsen seit 2008. Zur Argumentation, hätte RTL das ganze nicht gefilmt, dann würde die gesamte Argumentationskette des Finanzamtes in sich zusammenbrechen. Man kann es wohl juristisch so auslegen, muss es aber nicht. Bezeichnend ist ja auch, dass dem Finanzamt erst 2012 im großen Stil aufgefallen ist, dass man die Teilnehmer noch zur Kasse bitten kann und hat dann mehrere Leute angeschrieben. Selbst RTL bzw. das Produktionsteam hat ja ebenfalls erst 2012 davon erfahren und die Sache mit dem Finanzamt war dann wohl auch der Grund, warum die Sendung eingestellt wurde, nachdem man vergeblich versucht hat sich mit denen zu einigen.

Interessant bleibt trotzdem, wie man da auf die ursprünglichen 120.000€ gekommen ist und was jetzt mit Escher bei rauskommt. Echte Macher würden wohl einfach das Haus an eine vertrauenswürdige Person „verkaufen“ und dann weiterhin zur „Miete“ drin wohnen bleiben. So wäre das Haus an sich zumindest erst mal sicher :wink: