RTL II und die Loveparade

Schon gehört?

Am Sonntag um 20:15 zeigt RTL II die Dokumentation “100 Tage danach:Loveparade - Die Tragödie von Duisburg”

Ich habe mich bis jetzt noch nicht weiter drüber informiert, sah gerade erst den Trailer… Deshalb lasse ich es unkommentiert, befürchte aber, dass wahrscheinlich nicht gescheites dabei rauskommen wird…

Wäre vielleicht gut, dass im Auge zu behalten, denn das das mediale Echo wird, denke ich mal, spätestens von der BILD oder schon von der Bild am Sonntag folgen…

Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll.

Genau wie immer.
Diejenigen welche am meisten Gedrängelt haben, werden am meisten Entrüstet sein wie man nur so Rücksichtlos sein kann.

Nun ja, ich bin jetzt mit der derzeitigen Situation noch nicht so vertraut… Schiebt man immer noch die Kompetenzen hin und her?

Ich lehn mich mal aus dem Fenster, wenn ich sage, dass man hier wieder Quote auf Kosten von Menschenseelen machen will…
Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen, Informationen über dieses geplante Format zu finden. Ich habe hier gerade einen Bericht von Quotenmeter.de - aber wie befürchtet eher unsachlich.
(http://www.quotenmeter.de/cms/?p1=n&p2=44912&p3)

Und bei derwesten.de fand ich dies: "Dabei gehe es der Redaktion nicht darum, eine reißerische oder gar parteiergreifende Berichterstattung zusammenzustellen, sondern um mehr Klarheit. Peter Bohning: „Es gehört sich einfach, bei einem solchen Unglück, dass benannt wird, was schiefgelaufen ist. Es ist eine ehrenwerte Aufgabe für Journalisten, den Nebel ein bisschen zu lichten.“
(http://www.derwesten.de/kultur/musik-und-konzerte/loveparade/Erinnerung-an-die-Tragoedie-von-Duisburg-id3841180.html)

-> Allein das macht es für mich ziemlich unklar, RTL II ist ja nicht gerade dafür bekannt, seriös zu berichten. Ich befürchte ähnliches wie solche Reportagen (auch wenn nicht NUR von RTLII) nach z.b. den Amokläufen in Winnenden usw. wie es ja auch schon von Fk.tv kritisiert wurde.

http://www.dwdl.de/story/28683/rtl_ii_m … _eingehen/

DWDL berichtet…

3stündige Doku bei RTL 2? Sollen sich ein Beispiel an den Spiegel TV-Dokus bei VOX nehmen…

Edit: Wenn der Beitrag in Themenvorschläge an der falschen Stelle ist, entschuldige ich mich schonmal demütig. Ich hatte das Thema über die Forensuche gefunden und bin noch leicht desorientiert.

Guckt das Ganze jemand?

Ich muss zugeben, ich habe es gerade nur zufällig bemerkt, weil es lief, als ich vorbeigeschlichen bin, um mir Kaffee zu holen. Daher fehlt mir ein ganzes Stück vom Anfang und der Rest läuft ja nun auch noch. Daher erstmal ein paar Gedanken, die mir gerade durch den Kopf geistern.

Der flüchtige Eindruck, den ich gerade hatte war eigentlich gar nicht so schlecht. Die Situation wurde geschildert und wie und warum sich Menschenmassen in einem solchen Fall verselbstständigen können. Die Geschichte der Loveparade wurde gezeigt, samt Veränderung und Veranstaltungsorten.
Allerdings gibt es den Minuspunkt für, mit tragisch, traurig untermalter Musik abgespielte Hilfeschreie, Augenzeugenberichte, Handyfilme inmitten der Menge und Sonnenuntergänge. Irgendwie gehört aber auch das zu dieser Tragödie. Die Frage ist, ob man es wirklich so inszenieren muss – vermutlich muss man das, damit der geneigte RTL2 Zuschauer nicht gelangweilt abschaltet und das ganze Ausmaß der Tragödie auch nachempfinden kann.
Vermutlich gehört es dazu, auch, damit Menschen in der Zukunft dieses schreckliche Ereignis als solches erkennen können. Dafür, dass die Verantwortlichen nicht behaupten können, es wäre ja gar nicht so schlimm gewesen. Dafür haben die Leute vor Ort das Ganze gefilmt und an die Öffentlichkeit getragen. Sicher, ich finde es wichtig das Schreckliche, was damals passiert ist zu dokumentieren.
Aber in diesem Ausmaß?
Es kommt mir so vor, als hätten wir derartige verwackelte Bilder und panische Menschen, Sanitäter und Augenzeugenberichte genau so, egal wie tragisch, und ich möchte niemandem zu nahe treten, schon zur Genüge gehört. Hätte man dieses Material nicht ganz so breit ausgewalzt, wäre die Doku wohl nur halb so lang, aber das ist nur meine erste Einschätzung.

Die Frage ist, ob dabei nicht doch nur wieder auf Tränen- und Quotenfang gegangen wird, oder ob es darum geht, den Spielball der Schuld hin und her zu kegeln. Beides wäre doch zumindest fragwürdig.

Wie gesagt, der flüchtige Eindruck, den ich gerade hatte und habe, war und ist gar nicht so abschreckend, wie ich erwartet hatte.

Traurige Musik und kreischende Menschen im Überfluss tragen aber nicht gerade zur Objektivität in diesem Fall bei. Und gerade die wäre vielleicht bei so einem Anlass eher angebracht.

Allerdings bin ich allgemein ziemlich zweigespalten was diese Reportage/Doku angeht. Zum einen finde ich es bedenklich diese Sache schon wieder raus zu kramen und damit den zweifelsohne zu Recht schockierten Zuschauer anzulocken, der noch immer keine klare Antwort auf die Schuldfrage bekommen hat. Auf der anderen Seite ist es eben diese Schuldfrage, die ein Grund wäre, diese Geschichte nicht einfach ruhen und verblassen zu lassen.

Was meint ihr? Eindrücke? Gedanken?
Ganz ehrlich, ich bin mir im Moment noch so gar nicht sicher was ich davon halten soll.

Die Frage ist, ob man es wirklich so inszenieren muss – vermutlich muss man das, damit der geneigte RTL2 Zuschauer nicht gelangweilt abschaltet und das ganze Ausmaß der Tragödie auch nachempfinden kann.

ich glaube, dass wenn jemand sich nich wirklich für das intressiert was da passiert ist, schaltet er/sie wahrscheinlich eh ab und lässt sich nich unbedingt von solchen inszenierungen davon abbrigen.

ich für meinen teil fand diese sendung im großen und ganzen garnicht schlecht. was maich allerdings etwas gestört hatte, war so der hintergrund vor dem die leute geprochen haben, so schwarz und böse.
ich meine sicherlich war das ganze tragisch und man sollte vllt nich unbedingt ein hippie-blumenmuster als hintergrund wählen, aber irgendwie hätte man sicherlich nochmal nen anderen hintergund wählen können.

außerdem haben mich diese „dramatischen“ kameraschwenks etwas genervt, die mich irgendwie
(warum auch immer) so´n bisschen an „tatort internet“ erinnert haben.

Vermutlich gehört es dazu, auch, damit Menschen in der Zukunft dieses schreckliche Ereignis als solches erkennen können. Dafür, dass die Verantwortlichen nicht behaupten können, es wäre ja gar nicht so schlimm gewesen. Dafür haben die Leute vor Ort das Ganze gefilmt und an die Öffentlichkeit getragen. Sicher, ich finde es wichtig das Schreckliche, was damals passiert ist zu dokumentieren.
Aber in diesem Ausmaß?
Es kommt mir so vor, als hätten wir derartige verwackelte Bilder und panische Menschen, Sanitäter und Augenzeugenberichte genau so, egal wie tragisch, und ich möchte niemandem zu nahe treten, schon zur Genüge gehört. Hätte man dieses Material nicht ganz so breit ausgewalzt, wäre die Doku wohl nur halb so lang, aber das ist nur meine erste Einschätzung.

Vielleicht hilft es den Menschen bei der Verarbeitung solcher Ereignisse, wenn sie sie filmen können! Wir sind es aus unserem Alltag gewohnt, dass uns selbst Nichts passieren kann, wenn wir uns Filmaufnahmen ansehen. Es würde also durchaus Sinn ergeben, dass durch soetwas eine künstliche Distanz in den Köpfen der Augenzeugen geschaffen wird. Ist ja sowieso ein modernes Phänomen, dass alle möglichen Ereignisse festgerhalten werden.

Dass RTL II solche Aufnahmen nutzt, kann man ihnen nicht verübeln, denn wer Quote will, muss auch irgendwas zeigen können (egal ob Müll oder gute Doku). Ich persönlich fand die Sendung jedenfalls nicht schlecht - aus den bereits genannten Gründen: Es gab ausführliche Darstellungen zum Verlauf und der (Nicht-)Organisation des Tages. Das Meckern über Hintergründe in der falschen Farbe und dramatischer Musik kann ich nicht so ganz verstehen - das ist schließlich immer noch bei RTL II. :wink: - Bei einem quotenorientierten Sender (also bei so ziemlich jedem Sender im deutschen Fernsehen :ugly ) ist es doch selbstverständlich, dass man sich an die Sehgewohnheiten der Zuschauer anpasst und keine Doku ohne Musik mit Interviews vor einer neutralgrauen Wand bringt. Rein auf die Inszenierung bezogen unterscheidet sich das nicht stark von Sendungen wie „Hitlers Helfer“, die in den 90ern vom ZDF und ARTE(!) produziert wurde. Ob diese Sendung gut war, will ich hier garnicht diskutieren, aber Betroffenheitsmusik und schwarze Hintergründe sind keine Erfindung von RTL II.

Insgesamt wars auf jeden Fall besser als viele andere RTL II-Formate. Dass auch solche Ereignisse kommerzialisiert werden, ist klar, wo die Medien doch alle kommerziell ausgerichtet sind. Wer daran etwas ändern will, der muss das ganze System ändern. Solange ARD und ZDF für Werbung je nach Quote Geld kriegen oder die Quote als Indikator für Qualität steht, bleiben auch die öffentlich-rechtlichen kommerziell. Trotzdem sollte lobend erwähnt werden, dass es zumindest Kanäle wie 3sat, ARTE oder BR-Alpha gibt, wo der Kommerz eine untergeordnete Rolle spielt.
Von RTL II kann man meiner Meinung nach nicht viel mehr verlangen als wir gestern gesehen haben.

Ich muss zugeben, ich habe die Sendung verpasst …

Nunja, das ich diesen Post aufgemacht habe, ist es ja logisch, im Dunstkreis von Tatort Internet davon auszugehen, dass diese Dokumentation genauso schlecht wird.

Mir kam nun mal der Titel dieser Sendung reißerischer vor als es scheinbar war (ABER: wie gesagt, ich habe sie nicht gesehen und richte mich etwas an eure Reaktionen…)

Scheinbar weiß keiner so wirklich was er davon halten soll… Mal abwarten.

Vielleicht hilft es den Menschen bei der Verarbeitung solcher Ereignisse, wenn sie sie filmen können! Wir sind es aus unserem Alltag gewohnt, dass uns selbst Nichts passieren kann, wenn wir uns Filmaufnahmen ansehen. Es würde also durchaus Sinn ergeben, dass durch soetwas eine künstliche Distanz in den Köpfen der Augenzeugen geschaffen wird. Ist ja sowieso ein modernes Phänomen, dass alle möglichen Ereignisse festgerhalten werden.

Das vermutlich auch.
Gegen diese Handyvideos, auch um zu zeigen, wie die Eindrücke für die Menschen in dieser Situation waren, habe ich eigentlich nichts. Im Gegenteil. Solche Berichte aus erster Hand sind vielleicht ehrlicher als die irgendwelcher Zuständigen. Außerdem kam ja gerade durch diese vielen selbstgedrehten Videos einiges ans Licht.
Trotzdem, gerade jetzt, nachdem ich die Doku ganz gesehen und eine Nacht drüber geschlafen habe, ist es mir einfach zu viel. Und da gebe ich denen, die es angesprochen haben Recht. Es ist eben rtl2 Niveau und das können sie nicht einfach so abschütteln. Ein bisschen Drama, epische und tragische Musik, traurige Sonnenuntergänge und Hilfeschreie im Hintergrund, Tränen, schreckliche Schicksale, Kamera draufhalten, das ist dann doch irgendwie schon fast ein Markenzeichen.
Bei den vielen Einblenden von Handy- und Überwachungskameravideos hatte ich teilweise das Gefühl von Déjà vu. Wie vorher schon gesagt, ich hätte etwas weniger davon besser gefunden.

Aber auch mit Mengeln fand ich das Ganze sogar ganz gut gemacht und bei Weitem nicht so schlecht und überzogen, wie erwartet.
Mehr gibts von mir aus auch nicht hinzuzufügen. Ich kann mich euch nur anschließen :wink:

Genau wie immer.
Diejenigen welche am meisten Gedrängelt haben, werden am meisten Entrüstet sein wie man nur so Rücksichtlos sein kann.

Sachlich vollkommen falsch, man möchte fast sagen Blödsinn. Dass Leute bei Großveranstaltungen drängeln, kann man niemandem vorwerfen. Erst recht nicht, wenn diese Leute seit Stunden zu Zehntausenden in einem dunklen Tunnel bei 40 Grad Lufttemperatur ohne Wasser und nur wenig Sauerstoff herumstehen und sich fragen, ob diese Hölle jemals enden wird. Bitte erst informieren.

Fehlt nur noch, dass jetzt wieder das stupide Argument kommt: „Wer diese Bumm-Bumm-Musik hört und sich dabei zudröhnt, ist doch selbst schuld…“. :roll: :roll: :smt021

In der RTL2-Doku wurde auf Bildmaterial von Spiegel TV zurückgegriffen, weil RTL2 kein eigenes Videomaterial hatte. Dabei war der Schriftzug „Quelle: Spiegel TV“ eingeblendet.

Ich habe bislang nur ein paar Minuten davon gesehen, nach den ersten Szenen hatte ich schon wieder genug von der Thematik. Über die Doku an sich habe ich bislang aber nichts Schlechtes gehört.

In der RTL2-Doku wurde auf Bildmaterial von Spiegel TV zurückgegriffen, weil RTL2 kein eigenes Videomaterial hatte. Dabei war der Schriftzug „Quelle: Spiegel TV“ eingeblendet.

Bildmaterial von Spiegel TV? Das heißt? Nur eine spezielle Sache, bei der es dann kurz eingeblendet war? Oder die Aufnahmen von der Parade und dem Unglück? Oder auch ein paar von den Interviews?
Generell ist ja nichts verwerflich dran Bildmaterial zu tauschen. Man muss ja nicht alles tausendmal neu aufnehmen, bloß, weil man sich nicht traut andere zu fragen, die es schon haben. Auch eine Zusammenfassung der wichtigsten bisherigen Ergebnisse, Eindrücke und Stimmen zum Thema fände ich noch gut.
Allerdings fände ich es etwas schade, wenn in der Doku nur etwas, das schonmal fast genau so da war, neu verwurstet worden wäre.

Bildmaterial von Spiegel TV? Das heißt? Nur eine spezielle Sache, bei der es dann kurz eingeblendet war? Oder die Aufnahmen von der Parade und dem Unglück? Oder auch ein paar von den Interviews?

Habe ich nicht genau geprüft, habe ja wie gesagt nur die ersten Szenen gesehen. Dort war in mindestens einer Szene der besagte Schriftzug eingeblendet. Ob RTL2 noch mehr Bildmaterial von Spiegel TV genommen hat - keine Ahnung.

Wenn sie es kenntlich machen und nicht jede zweite Aufnahme von anderen Firmen stammt, ist es okay, denke ich (wenn auch aus Sicht von RTL2 medienrechtlich etwas grenzwertig). Die Loveparade war nach meiner Beobachtung ein Thema, bei dem die Medienunternehmen und -anstalten eher zusammen als gegeneinander gearbeitet haben.

Sachlich vollkommen falsch, man möchte fast sagen Blödsinn. Dass Leute bei Großveranstaltungen drängeln, kann man niemandem vorwerfen. Erst recht nicht, wenn diese Leute seit Stunden zu Zehntausenden in einem dunklen Tunnel bei 40 Grad Lufttemperatur ohne Wasser und nur wenig Sauerstoff herumstehen und sich fragen, ob diese Hölle jemals enden wird. Bitte erst informieren.

Naja, ich hab schon Veranstaltungen erlebt, wo hinten welche mit Freude und Begeisterung gedrückt haben, während vorne schon fast Panik entstanden ist. Vielen ist die Gefahr der Menge nicht bewusst und machen sich gerade zu einen Spass daraus.
Dazu kommt natürlich auch die eigene Dynamik so einer großen Menge.

Vielleicht hilft es den Menschen bei der Verarbeitung solcher Ereignisse, wenn sie sie filmen können! Wir sind es aus unserem Alltag gewohnt, dass uns selbst Nichts passieren kann, wenn wir uns Filmaufnahmen ansehen. Es würde also durchaus Sinn ergeben, dass durch soetwas eine künstliche Distanz in den Köpfen der Augenzeugen geschaffen wird. Ist ja sowieso ein modernes Phänomen, dass alle möglichen Ereignisse festgerhalten werden.

Ich denke man braucht da nicht zu viel hinein interpretieren. Entweder verträgt er das erlebte, dann wird es auch egal sein, ob er filmt, oder jemand vertragt es nicht, dann wird aber bestimmt nicht solche Gedankengänge haben, er könne jetzt das ganze Filmen. Bei aufregenden Situationen denke ich zumindest nicht daran.
Meiner Ansicht ist das eine moderne Form des Gaffens und sowas will ich dann auch nicht im Fernsehen sehen.