RTL II übt scharfe Kritik am eigenen Programm

RTL II zieht Konsequenzen aus dem aktuellen Doku-Soap-Desaster. Der Sender trennt sich kurzfristig im “gegenseitigen, freundschaftlichen Einvernehmen” von Unterhaltungschefin Julia Nicolas. Verbunden ist die Personalie mit überraschend deutlicher Kritik am eigenen Programm und der Einrichtung eines “Qualitätsmanagements”.

Neue Sendungen sollen künftig einen von der Geschäftsführung überwachten “standardisierten Evaluationsprozess” durchlaufen, der Redaktion, externe Produktionspartner, Programmdirektion, Marketing und Werbevermarktung umfasst. “Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Programme von RTL II künftig in größerem Maße als bisher den qualitativen Ansprüchen gerecht werden, die der TV-Sender mit dem Start seiner neuen Markenpositionierung ‘it’s fun’ im vergangenen Jahr Zuschauern und Werbekunden versprochen hat”, heißt es in einer Pressemitteilung.

Unter dem Slogan “it’s fun” wollte RTL II “Leichtigkeit, Freude, Spaß und alles Positive im Leben” vermitteln und dabei “Fun, Entertainment und Fairness” in den Mittelpunkt stellen. Alles, nur das nicht, repräsentieren beispielsweise die sechs neuen Doku-Soaps, die innerhalb von neun Tagen gestartet wurden. Die weder inhaltlich noch handwerklich überzeugenden, bisweilen auch recht unappetitlichen Formate verbreiten vor allem Stumpfsinn (“X-Diaries - love, sun & fun”) und gähnende Langeweile (“Der Kreuzfahrtkönig”, TV-Kritik), zum Teil werden die Protagonisten auch gnadenlos vorgeführt (“Abenteuer Afrika”, TV-Kritik). Von der Presse erntete der Sender teilweise Spott und Hohn für die vollmundig beworbene Programmoffensive, vom Publikum überwiegend Desinteresse. Ein fragwürdiges Programm gepaart mit schwacher Quote - eine denkbar ungünstige Kombination für die einsichtige Chefetage des Senders, die sich vor Zuschauern, Werbekunden und Gesellschaftern verantworten muss.

“Wir legen Wert darauf, dass RTL II als ein Sender wahrgenommen wird, der Unterhaltung und innovative, auch kontroverse Formate mit einem Gespür für Mitgefühl und gesellschaftliche Verantwortung verbindet. Unser neues Qualitätsmanagement wird uns dabei helfen, dieses Bewusstsein im Programm täglich erlebbar zu machen”, teilt Geschäftsführer Jochen Starke mit. Ob diesen Worten auch Taten folgen werden, bleibt abzuwarten.

Quelle
http://www.wunschliste.de/news/9112

Gibt es auch eine offizielle Quelle?

Ich trau der Sache nicht. Also ob eine einzelne Person alleinig für all die qualitativen Komplettausfälle verantwortlich wäre. Das ganze hört sich eher nach einer ziemlich unterschwelligen PR-Aktion an.

Dieser komplette Text bleibt für mich Gelaber und heiße Luft, bis der Sender mit tatsächlich menschenwürdigen Programm das Gegenteil beweist.

Der Artikel auf DWDL.de auf den sich wunschliste.de bezieht hat das aus einer Pressemitteilung von RTL II.
http://www.dwdl.de/story/27463/rtl_iisp … _programm/

RTL II hat zwar ein Presseportal (unter http://www.rtl2-presse.de/) aber da kommt man natürlich nur ran, wenn man sich da anmeldet. Und ich vermute mal, die werden die Angaben überprüfen.

Und ich denke mal das hier

Ist der eigentliche Grund für das „umdenken“.

Die Süddeutsche berichtet jedenfalls auch darüber

http://www.sueddeutsche.de/medien/rtl-s … t-1.990497

Was hat den Zuschauer jetzt an den kritisierten Formaten bitteschön gewundert? RTL2-typisch sogar und sowas von einer Soße. Sie wurden einfach nicht geguckt, wurde ja langsam mal Zeit.
Ich denke RTL2 will hier mit einem Bauernopfer die vergraulte (Werbe)klientel besänftigen.
Hier will man dem Haus doch nur einen neuen Anstrich verpassen. Der Programminhalt wird doch der gleiche bleiben.

Der Sender will nun sicherstellen, „dass die Programme von RTL 2 künftig in größerem Maße als bisher den qualitativen Ansprüchen gerecht werden“.

:lol: und nochmal :lol: . Qualitativer Anspruch ist halt auch ein sehr relativer Begriff.

Ich trau der Sache nicht. Also ob eine einzelne Person alleinig für all die qualitativen Komplettausfälle verantwortlich wäre. Das ganze hört sich eher nach einer ziemlich unterschwelligen PR-Aktion an.

Das ist doch öfters so in Betrieben. Der Chef trägt immerhin die Verantwortung dafür was seine Mitarbeiter machen. Sicher sind da noch mehr Köpfe gerollt, aber der Kopf der Unterhaltungschefin ist immerhin eine Erwähnunh wert.

Der Logo „its fun“ sollte lieber lauten „its trash!“. Das Programm was die seit Jahren bieten - bis auf ganz wenige Ausnahmen - ist so geschmacklos und peinlich. Früher hatten sie sich sehr auf die Jugend verschrien und wenigstens Sachen wie BravoTV (ok kein Kulturell wertvolles Programm) und The Dome. Das letzere ist das einzige wo man zumindest eine Musikveranstaltung sieht. Alles andere sind olle TrashPseudodokus und zwei „Wissens“-Magazine (wo passt das bitte schön rein?. Gegen die anderen kleineren Sender wie VOX und Kabel1 hat RTL2 schon seit Jahren verloren. Kabel1 ist ein Serien- und Klassikersender für gute Filme und VOX hat auch seine Sparte für gute Serien und eine wenige Dokus (auch Trash dabei aber nicht so unverschämt). So gesehen stellt sich die Frage wenn man ein RTL hat wozu braucht ein zweites :wink: Die paar guten Sachen (und das sind nicht mal 5) könnte problemlos RTL mit zeigen.

“It’s garbage” passt besser - “trash” wird ja gerne noch mit “eigentlich schrott, aber irgendwo auch lustig” assoziiert