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Presseartikel und Literatur


#81

über Bildblog gefunden:

Das Zitat ist einfach zu schön:

Die Verwechslung von Relevanz mit Quote hat sich in den öffentlich-rechtlichen Hirnen mittlerweile so festgebrannt, dass man sich eben notfalls erkauft, was nicht mehr Ergebnis der Qualität des Programms ist.

Es erklärt auch, warum Herr Bellut lieber mit Champions-League einen jüngeren Zuschauerschnitt kauft, statt darüber nachzudenken, wie ein wirklich relevantes Programm für junge Leute heute aussehen könnte…


#82

Wie einfach das neue Modell doch ist, kann man an dieser Erklärbärwebseite http://www.rundfunkbeitrag.de/unternehmen-und-institutionen/rund-um-das-neue-modell.shtml erkennen. Das ist alles so einfach, dass viele Leute juristisch randalieren und wer klagt denn inzwischen so alles gegen die neuen Rundfunkbeiträge?

Betriebe wie die Drogeriekette Rossmann

Komplett absurd sei schon allein die „Typisierung“ von Betrieben als Orte, an denen Rundfunk empfangen und während der Arbeit gehört oder gesehen werde.
Das fanden wir alle schon immer so - wobei… es soll ja Arbeiter geben, die an ihrem Arbeitsplatz Radio hören, aber die haben ja in der Regel dann ihre Haushaltsabgabe auch schon bezahlt. Herr Beck, das hätte man doch 2010 schon regeln können, oder?

und auch Jugendhotelbetreiber
http://www.xing.com/net/tourismusmacher/tourismusnews-469459/neue-tv-gebuhr-jugendhotels-und-firmen-wollen-klagen-43149999

und Städte und Gemeinden

Im Gegensatz zu den Privathaushalten, für die jetzt immer nur eine Zahlung von 17,98 Euro pro Monat fällig ist, müssen die Kommunen ihre Beiträge pro Dienststelle und Betriebsstätte entrichten.

Darauf ging der Bund der Steuerzahler ein: „Wir fordern konkret, dass in einem ersten Schritt die neue Haushaltsabgabe zumindest für die Unternehmen abgeschafft wird“,
Ich frage mich, warum die sich nicht früher gemeldet haben, das war doch schon lange kommuniziert, dachte ich?

„Außerdem sollen sich per Opt-out-Klausel auch alle Privathaushalte, die nachweislich kein Empfangsgerät besitzen, von der neuen Abgabe befreien können.“
ne, bloß nicht - so werden wir die GEZ-Schnüffler bestimmt nicht los - und darum ging es doch ursprünglich mal…

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Staedte-und-Gemeindebund-Kostenexplosion-beim-Rundfunkbeitrag-1785945.html
… Der NSGB schlägt eine “Pauschalisierung für die Kommunen” vor. Das würde zu einer Verwaltungsvereinfachung beitragen, da die Rundfunkabgabe von der Zahl der Dienststellen, der Beschäftigen und der Kraftfahrzeuge abhängt.
tja, warum haben die Landespolitiker das nicht vorher mit euch diskutiert? Warum habt ihr das nicht mit denen diskutiert?

Fazit: da waren unsere Landespolitiker also mal wieder viel zu hemdsärmelig und zu wenig kommunikationsfreudig, als sie die Gebührenänderung bastelten. Medienpolitik findet ja leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt…

Note: SETZEN! SECHS! :smt021


#83

Oje, die fähigsten der Fähigen basteln in der EU, man sehe:

Staatliche Zuschüsse für unprofitable Medien
und mehr Medienaufsicht und Bußgelder zur Qualitätssicherung:
Vorschläge einer EU-Beratergruppe

Es sollte einen Staatszuschuss für Medien geben, die essentiell wichtig sind für den Pluralismus (eingeschlossen geographischer, sprachlicher, kultureller und politischer Pluralismus), aber nicht kommerziell lebensfähig. Der Staats sollte eingreifen, wann immer es ein Marktversagen gibt, das zu einer Unterversorgung im Sinne der Vielfalt führt, die als wichtiges öffentliches Gut betrachtet werden sollte.

s. auch

Ihr Hirnis, habt ihr Euch mal überlegt, dass genau dafür die öffentlich-rechtlichen Medien gedacht waren? Eine vom Markt unabhängige Meinungspluralität anzubieten? Sollen sich jetzt taz und Frankfurter Rundschau um Staatszuschüsse prügeln? Meine Fresse…


#84


Wissen ist Macht ist ein schon etwas abgehangener vierteiliger Artikel über die TV-Serie “Game of Thrones”. Während er für Fanboys durchaus lesenswert sein mag, runzelt die Fernsehkritik-Gemeinde die Augenbrauen und fragt mich zu recht: Was soll das in diesem Thread?

Nun, einzig und allein wegen dieses Zitats mit einer großartigen Analogie:

… Immerhin glaube ich, inzwischen verstanden zu haben, warum ich Rundfunkgebühren überweisen muss. Es ist wie bei der Rentenversicherung. Vor meiner Zeit wurde ein “Generationenvertrag” geschlossen, von dem ich nichts mehr haben werde. Darum führe ich jetzt Geld ab, damit Senioren und geistige Frührentner weiter Sturm der Liebe, Forsthaus Falkenau und Florian Silbereisen sehen dürfen. Wer der geistigen Altersarmut vorbeugen will, investiert in eine private Zusatzversicherung und kauft sich DVDs. …


#85

Und weiter geht der Kampf um die kleinen und großen Fouls, die sich in der Berichterstattung der Printmedien über die öffentlich-rechtlichen Medien so ergeben:

Ausgangspunkt ist beispielsweise das Handelsblatt mit diesem Dossier:
http://www.handelsblatt-shop.com/downloads/die-deutsche-fernseh-ag-p4463.html

Stefan Niggemeiers lesenswerte Kritik daran:
Das »Handelsblatt« gegen ARD und ZDF: Wenn Ahnungslose Kampagnen machen
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/das-handelsblatt-gegen-ard-und-zdf-wenn-ahnungslose-kampagnen-machen/

… Das »Handelsblatt« wirft es ARD und ZDF ebenso vor, bloß auf die Quoten zu schauen, wie Programme zu machen, die keine großen Quoten haben. Wenn die Öffentlich-Rechtlichen den Privaten Sportrechte wegkaufen, hält das »Handelsblatt« das für verwerflich; wenn sie im Kampf um teure Filmrechte den Privaten das Feld weitgehend überlassen, hält das »Handelsblatt« das auch für verwerflich.
Dieser Zwiespalt ist mir auch schon in Siebenhaars Interview bei DWDL
http://www.dwdl.de/studiod/9/
aufgefallen…

Ein grundlegenderer Beitrag, der die Hintergründe der Presse bzgl. ihrer Medienberichterstattung zum ÖR hinterfragt, ist übrigens dieser hier:
„Angstbeißer“ – Zur Kampagne der Verleger gegen die „Zwangsgebühr“, wie sie die neue Rundfunkabgabe gerne nennen

… Und Journalismus (…) lebt von Glaubwürdigkeit. Die wird allerdings untergraben, wenn die Zeitungen bei der Berichterstattung über die Rundfunkabgabe unterschlagen, wo ihre Interessen dabei liegen. Und wenn sie gezielt Stimmung machen. …Einige Verantwortliche bei ARD und ZDF machen es den Kritikern allerdings auch leicht. Der Zuschauer und -hörer hat bei so mancher Programmreform nicht mehr den Eindruck, dass die Sender noch wissen, warum und für wen sie eigentlich senden Und ob sie ihr Publikum noch ernst nehmen. … … Bürgerrundfunk. Und wir, die Bürger, müssten jetzt darauf dringen, dass „unser“ Rundfunk, für den wir bezahlen, auch die Aufgaben wahrnimmt, die ihm das Bundesverfassungsgericht aufgetragen hat. Und die bestünden eher in mehr Qualität als in weniger. … Kurz: in Anspruch statt (nur) Quote. Doch das dürfte den Verlegern erst recht nicht passen.
Und warum müssen wir Bürger das tun? Weil unsere Stellvertreter in den Rundfunkräten dies nicht tun, obwohl sie genau dafür bezahlt werden! Genau auf diese Leistungsverweigerung sollte jeder “seinen” Bundestags- und Landtagsabgeordneten, der in der Medienpolitik tätig ist, hinweisen - zu jeder Gelegenheit!
(Ich sehe z.B. öfter einen Ex-OB einer Kleinstadt in einem italienischen Restaurant sitzen, der immer noch in einem Rundfunkrat sitzt und der jetzt eigentlich Zeit haben müsste… )


#86

An der Kriegsfront “Unternehmen gegen Beitragspflicht” gibt es ein Gegen-Gutachten von Christoph Degenhart: Originalquelle
http://www.einzelhandel.de/index.php/presse/aktuellemeldungen/item/122225-gutachten-gez-reform-verfassungswidrig.html

Der neue Rundfunkbeitrag ist verfassungswidrig. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten des Leipziger Staatsrechtlers Prof. Dr. Christoph Degenhart. Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht sich damit in seiner Kritik bestätigt.

…Der HDE fordert ein gerechtes Beitragssystem ohne zusätzliche Belastungen im Vergleich zur alten Beitragsordnung. Genth: „Die Beiträge sollten nicht pro Filiale, sondern pro Unternehmen erhoben werden. Außerdem muss die Koppelung zwischen der Zahl der Mitarbeiter und der Staffelung der Gebühren wegfallen.“
Persönliche Anmerkung: das ist m.E. viel zu kurz gesprungen. Der HDE hat hier die Chance verpasst, zu fordern, dass Unternehmen prinzipiell GAR keine GEZ zahlen sollten; sie haben nämlich nichts vom System, das öffentlich-rechtliche System ist eigentlich nicht zur Informationsgewinnung für Unternehmen gedacht. Mich wundert (d.h. eigentlich wundert es mich nicht…) , dass kein Politiker (noch nicht einmal ein FDP-Politiker) die Chance ergriffen hat, so etwas als Befreiung der Unternehmen von finanziellen Lasten durchsetzen zu wollen.

Auswahl Medienberichte dazu:



zum Vergleich hier ein Bericht zum älteren Gutachten von Paul Kirchhof, s.a.


#87

Im aktuellen SPIEGEL 5/2013 ist ein Artikel namens
"Im Zauderland"
Darin wird BR-Fernsehdirektorin Bettina Reitz mit folgenden Worten zitiert:

Die Quote ist eine Verabredung, auf die man sich einigen kann. Wenn wir das aufkündigen würden, ist die Angst groß, die Legitimation innerhalb von Politik und Gesellschaft zu verlieren

ich wollte ja schon was dazu schreiben, aber dieser lesenswerte Blogeintrag (gefunden via Bildblog)
»Breaking Bad«, die Dänen und wir


sagt das viel schöner:

Natürlich besteht für ein durch Gebührengelder finanziertes Rundfunksystem die Gefahr, bei zu geringer Zuschauerakzeptanz seine Daseinsberechtigung zu verlieren. Diese Gefahr besteht aber auch dann und vielleicht sogar noch eher, wenn sein Programm kaum mehr von dem der privaten Konkurrenz unterscheidbar ist. Und das ist im fiktionalen Bereich inzwischen viel zu oft der Fall. … Im Vergleich mit Danmark Radio wird deutlich, woran es den öffentlich-rechtlichen Sendern in Deutschland mangelt: einem klaren, offensiv zur Schau gestellten Bekenntnis zur Qualität. In den Köpfen der Senderverantwortlichen muss endlich ein Paradigmenwechsel stattfinden, weg vom Quotenbewusstsein, hin zum Qualitätsbewusstsein.


#88

Georg Diez analysiert Brüderle-TV, nämlich die Karnevalssendungen von ARD/ZDF. :smt023
http://www.spiegel.de/kultur/tv/georg-d … 80936.html

Und sie machen Witze, die nicht witzig sind, und alle lachen, und es ist gut zu wissen, dass es das Jahr 2013 ist und nicht das Jahr 1953, sonst hätte man sich vielleicht gefragt, was Karl Heinz an der Ostfront gemacht hat und Hiltrud beim BDM…Dieses Land, in dem es lustig ist, wenn sich zwei Putzfrauen in grauem Kittel und Kopftuch so unterhalten, als müssten sie immer noch Trümmer wegräumen und ihre kriegsversehrten Männer durchfüttern…Das ist also der Grund für [Brüderles] Weltbild, das ist der Grund für seinen Sexismus. Das ist der Grund für seine geistige Wurstfingerigkeit - es war Brüderle-TV, das mir das klar gemacht hat: Brüderle-TV, für das ARD und ZDF unbedingt viel Geld ausgeben müssen, es ist schließlich deren Aufgabe, die Demokratie in diesem Land zu retten.


#89

Der Kolumnist (und Satiriker!) Eric T. Hansen erklärt, wieso amerikanische TV-Formate besser funktionieren als deutsche.
http://www.zeit.de/kultur/2013-02/Ameri … ettansicht

Ein Auszug:

Gemeint ist gehobene – ach was, einfach gelungene – Unterhaltung: Manchmal hirnrissig, aber immer wieder mitreißend, professionell, interessant, neue, intelligent, anspruchsvoll, schräg. TV-Serien wie Breaking Bad oder Homeland stellen alles in den Schatten, was Deutschland zu bieten hat. Verzeihen Sie, wenn ich leidenschaftlich oder gar empört klinge: 15 Jahre lang musste ich zusehen, wie höchst motivierte und kreative junge Menschen mit Begeisterung und großen Plänen in die deutsche TV-Branche einsteigen und schon ein paar Jahre später wie Bettvorleger landen: Die TV-Branche macht aus potenziell großen Popkünstlern verängstigte kleine Beamte.


#90

Danke an die Mitwächter!

Inzwischen hat sich wieder einiges angesammelt. Da gibt es zum einen diesen Vergleich zwischen britischem und deutschem TV: (via Bildblog und Telepolis)

TV Programmanteile im Vergleich: ARD & ZDF vs. BBC ONE & BBC TWO

Sport: Der nächste große Schwerpunkt bei ARD und ZDF – vor allem durch den Wintersport beeinflusst, der aktuell oft live gesendet wird. Das ZDF sendet momentan besonders viel Sport, knapp 10 Stunden. Über 14 Stunden Sport senden ARD und ZDF zusammengenommen – die beiden BBCs kommen gerade einmal auf 75 Minuten.

natürlich muss man bei seinem Vergleich Einschränkungen machen: wenn die Engländer beim Wintersport erfolgreicher wären, sähe der Vergleich wohl anders aus… andererseits - vielleicht sind die Engländer ja gar nicht deswegen so notorisch erfolglos, weil sie nicht so viele hohe Berge haben, sondern weil sie nicht so viele Werbegelder bekommen, weil die BBC nicht so viel Wintersport überträgt, weil die Engländer nicht so erfolgreich sind, weil … ach ja, was solls

Dann mucken noch die Drehbuchautoren auf:

Ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk noch zu retten?

http://www.drehbuchautoren.de/nachrichten/2013/02/ist-der-oeffentlich-rechtliche-rundfunk-noch-zu-retten

Autoren erfolgreicher Fernsehfilme, die Millionen berühren, sollen in Zeiten der inhaltlichen Krise schlechter bezahlt werden. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Qualität in einem nie dagewesenen Ausmaß bemängelt wird, spart man an der inhaltlichen Qualität des fiktionalen Programms. … Angesichts der Kritik an dem zunehmend formatierten Einheitsbrei öffentlich-rechtlichen Fernsehens setzt man ausgerechnet auf
schnell geschriebenen Einheitsbrei?! … Die meisten Zuschauer wollen ein öffentlich-rechtliches Fernsehen, das seinen Namen verdient. Wir fordern die Verantwortlichen auf, sich auf den ursprünglich Auftrag zu besinnen. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen muss von einem sich selbstversorgenden Unterhaltungsapparat wieder zu einem Leitmedium werden. Wenn es das nicht leisten kann, brauchen wir es nicht mehr.

gut gebrüllt, Löwen, aber warum hats solang gedauert?

Und der Freitag geht es grundsätzlicher an und extrahiert 3 Webfehler, äh Spinngewebe, in denen sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk verstrickt hat:

Nach dem Programm

Die institutionelle Falle meint den Hang zum Stillstand, der Anstalten und Medienpolitik gleichermaßen prägt. Die kommenden öffentlich-rechtlichen Medien müssten sich auf eine Weise organisieren, die nicht in einer Gerontokratie der Anstalten mit Inhalten für Rentner mündet …

Die politische Falle besteht in den strukturellen Herausforderungen der Demokratie und der Anbindung an die Politik. …

Die ästhetische Falle liegt im Festhalten an alten Formen und Formaten. …

Ich persönlich würde noch die ökonomische Falle ergänzen, in die sich die Entscheidungsträger mit voller Wonne gesetzt haben; das ist nämlich die Falle, die sie (nach deren Meinung) dazu “zwingt”, Quoten mit Relevanz zu verwechseln.


#91

natürlich muss man bei seinem Vergleich Einschränkungen machen: wenn die Engländer beim Wintersport erfolgreicher wären, sähe der Vergleich wohl anders aus

Ich habe lang genug in UK gelebt, dass mir bei dem Vergleich das Frenulum platzt.

Die Sendezeiten, die auf BBC2 für Liveübertragungen von Bowls, Darts und Snooker investiert werden, wären hierzulande selbst auf Eurosport nicht vermittelbar.


#92

Die Sendezeiten, die auf BBC2 für Liveübertragungen von Bowls, Darts und Snooker investiert werden, wären hierzulande selbst auf Eurosport nicht vermittelbar.
:smt005

Zur Greggy-Frenulum-Stimulations-Therapie sei hier ein weiterer Blick über die TV-Grenzen gestattet, hier in die Schweiz, wo gerade die Quotenmessung starke Hustenanfälle hat: (via Bildblog)

http://medienblog.blog.nzz.ch/2013/02/20/free-rainer-vergesst-die-tv-quoten/

… Seit bald zwei Monaten leben wir also in der Schweiz ohne Einschaltquoten und Marktanteile. Ist das schlimm? Eigentlich nicht. Vor etwa zwanzig Jahren gab es noch eine kritische Diskussion zum Wert von Einschaltquoten. … Davon sind wir heute weit entfernt. Die Kritiker sind verstummt, sie kapitulierten vor der Macht des Faktischen. … Programmmacher, Werbeleute, Fernsehbeobachter und Medienpolitiker empfangen die aktuellen Fernsehquoten nun wie die Worte Gottes und beten sie nach.

Und in Frankreich wollten mutige Politiker neulich übrigens den Staatsfunk werbereduzieren - sogar mit explizitem Hinweis auf einen erhofften Qualitätsschub, worauf die medialen beleidigten Leberwürste auf das Werbeverbot mit einer Qualitätsschubverweigerung reagierten. Elektrisiert? Gespannt? Bleiben sie dran, erfahren sie mehr - demnächst in diesem Thread - nach den nächsten 10 Werbe-Spots, denn von den 6577 Zugriffen allein auf diesen Thread können wir auf Dauer nicht leben!


#93

Eigentlich habe ich noch ein paar andere Meldungen auf Halde, die ich hier noch einarbeiten wollte, aber diese hier muss einfach rein. Anna Terschürens Doktorarbeit wurde im Forum zwar schon erwähnt, aber sie enthält wichtige Kernaussagen, die noch unbekannt sind:

Heise: Studie Rundfunkgebühren senken und Werbung weg

… Die Dissertation birgt abgesehen von der Bewertung der Haushaltspauschale noch einige weitere Ergebnisse, die ARD und ZDF unangenehm sein dürften: So kommt die Verfasserin beispielsweise zum Schluss, dass öffentlich-rechtlichen Sendern die Werbung untersagt werden sollte, weil ihr Einfluss dazu führte, dass sich das von Soaps und Seichtigkeit geprägte Vorabendprogramm, zwischen dem die Spots laufen, praktisch nicht von dem der gebührenfreien Konkurrenz unterscheidet. [B]Ihrem wissenschaftlichen Urteil nach wiegen “die negativen Effekte der Werbefinanzierung auf das Programm deutlich stärker […] als die Zusatzeinnahmen, die hierdurch generiert werden”, [/B]weshalb sie es für “naheliegend” hält, “diese vielfaltsverengenden Einnahmequellen abzuschaffen”.

… genau die Aussage, die ich hier seit Jahren predige… !!!

Einen gesetzlich begründbaren Anspruch öffentlich-rechtlicher Sender auf eine Gebührenfinanzierung gibt es Terschürens Argumentation nach aber nur dann, wenn sich das Programm ausreichend von dem privater Anbieter unterscheidet.
Eine großartige Watschn an die Medienpolitik - leider beißen die Medienpolitiker lieber auf die Zunge, als “Aua, ja - wir haben verstanden” zu schreien.

Die Arbeit ist zwar online, aber der Server ist anscheinend gerade überlastet - schade…

(schade, dass durch die nicht mehr unterstützten Center-Tags manche meiner alten Beiträge verunstaltet werden, ich hoffe das ändert sich noch)


#94

Einem Vorsatz fürs neue Jahr möcht ich mich jetzt schon widmen, diesem Thread nämlich wieder zur Aufmerksamkeit zu verhelfen…

Da war neulich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 10.11.2013 auf S.57 dieser Artikel, in dem es darum ging, warum bei netflix im Gegensatz zu ARD/ZDF qualitative Serien produziert werden.

[B]Gebt uns, was wir wollen (Harald Staun)[/B]
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/qualitaetsfernsehen-im-internet-gebt-uns-was-wir-wollen-12656450.html

… Dass bei Netflix am Ende ein intelligenter Politthriller herauskommt und kein Beruhigungsfernsehen aus irgendeinem Pfarrhaus, das liegt nicht daran, dass das Unternehmen die Präferenzen seiner Zuschauer mit raffinierteren Methoden ermittelt. Sondern daran, dass es seinen Erfolg nicht mit einem bizarren Kriterium wie der Quote misst.

… Es ist die Krux des Quotendenkens, dass es die Standards jeder Sendung am Durchschnittsgeschmack jener misst, die eben zuschauen, an einem immer älter und dank jahrzehntelanger Konditionierung auch nicht unbedingt neugieriger werdenden Publikum - und nicht an jener Mehrheit, die sich längst von ARD und ZDF verabschiedet hat (und trotzdem weiterzahlt). [B]Es wäre langsam an der Zeit, dass die öffentlich-rechtlichen Programmmacher jenes enorme Desinteresse als Kritik verstehen.
[/B]
… Die Zuschauer, die die Sender jetzt schon verloren haben, werden sie nicht durch unterfinanzierte Spartenprogramme wiedergewinnen. Eine ganze Fernsehgeneration wächst schon heute ohne ARD und ZDF auf - was eben nicht bedeutet, dass sie sich nicht fürs Fernsehen interessieren. Wie sehr sie eine deutsche Serie vermissen, ein Programm, das ihre Sprache spricht, das wissen diese Leute vielleicht selbst noch nicht.


#95

Im Interview mit der Süddeutschen plädiert Paul Kirchhof (das ist der Professor, der dem Becke Kurt bei der Rundfunkgebühr-Umstellung das juristische Sicherheitsnetz aufgespannt hat) überraschend für Wünschenswertes!

(leider habe ich keinen Link zum Original-Interview gefunden, drum sei dieser hier genannt:
http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Rundfunkbeitrag-Paul-Kirchhof-plaediert-fuer-Werbeverzicht-von-ARD-und-ZDF_118514.html )

“Die Mehreinnahmen werden nicht reichen, um die Werbung ganz abzuschaffen. Aber es besteht die Möglichkeit, die [B]ungute Abhängigkeit [/B]des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vom Einfluss der Privatwirtschaft zu lockern.” Letztlich sollte es “auf einen kompletten Verzicht hinauslaufen”


#96

Wie tief sinken die Medien? Damit man sich keine Illusionen macht, sooo tief:

Heute war im Artikel [B]“1 Meter 26, aufrecht”[/B]
in der “RHEINPFALZ am Sonntag” vom 19.Januar 2014, S.16 von Daniel Krauser
ein Interview mit Stefanie Klein, Monika Jansen und Sabine Popp zu lesen.
Gegen Abschluss hiess es von Popp,
die im “Bundesselbsthilfeverband kleinwüchsiger Menschen” ist:

“Was glauben Sie, wie oft wir im Verband von RTL oder SAT1 für so einen Scheiß angefragt werden” .Unter “so einem Scheiß” versteht Popp beispielsweise [B]Kuppelshows[/B], in denen ein Kleinwüchsiger mit einer Normalwüchsigen, oder umgekehrt, oder beide klein, man hat’s verstanden. Klingt nach einer Geschichte aus einem vergangenen Jahrtausend. "

Die letzte Anspielung bezieht sich auf zwei Sachverhalte, die im Artikel an anderer Stelle erwähnt werden:

  • Der Holidaypark Haßloch schloß sein Liliputanerdorf erst Mitte der 90er Jahre
  • Das “Zwergenwerfenurteil” über die Unablegbarkeit der Menschenwürde stammt aus dem Jahre 1992

#97

Anlässlich des neuen Jahres sei auch mal ein Blick zurück gestattet.
Wie sah die Kritik am Fernsehen vor 10 Jahren aus?

Nun ja, besonders viele Artikel gab es nicht damals,
aber unter den wenigen, die es gab, habe ich diesen hier gefunden,
der dann doch schon gut in die Details geht

(und auch schon viele Kritikpunkte nennt,
die dann später erst wieder bei Hans-Peter Siebenhaar
vom Handelsblatt regelmässig genannt werden)

[B]Kopfsprung ins Seichte[/B] von Thomas Assheuer,
ZEIT, 8. Januar 2004

oder (durch die Zwischenüberschriften leichter lesbar auch hier
http://www.dasganzewerk.de/presse/20040108-zeit-kopfsprung-ins-seichte.shtml

[B]Die drei Legenden der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten:

  • ARD und ZDF sind frei von kommerziellen Einflüssen.
  • Sie sind zweitens frei von politischer Fremdeinwirkung.
  • Und sie sind drittens ein Hort von Bildung und Kultur.[/B]

Man stösst im Artikel auf viele hübsche Episoden, die lange schon vergessen sind, z.B. diese hier

… Zur Adventszeit tat er () sich mit Vertretern der Frankfurter Wirtschaft zusammen und schickte einmal wöchentlich aus einem betongrauen Einkaufszentrum die Yovanto-Schnäppchen-Show in die Welt („Clever helfen - für einen guten Zweck“). Der Clou dieser besinnlichen Weihnachtsfeier: In Zusammenarbeit mit einem kommerziellen Online-Portal hielt eine Moderatorin unter aufopferungsvoller Nennung der Markennamen Espressomaschinen, Teddybären und Handys so lange in die Kamera, bis sich ein Zuschauer erbarmte und das teure Stück ersteigerte.[B] Hauptpreis: Einmal in der ARD-Sendung Tatort die Leiche spielen zu dürfen. [/B] Das ist Grundversorgung à la carte, wie auf einem privaten Shopping-Kanal.
(
) = (hessischer Rundfunk)

Nebenbei - die Internetseite “Das ganze Werk” der “Initiativen für die Erfüllung des Kulturauftrags durch die Sender
NDR Kultur und rbb-kulturradio” ist inzwischen zwar leider eingeschlafen, hat aber immer noch viel hübsches Material zum Stöbern online, man sehe: http://www.dasganzewerk.de/


#98

via Bildblog heute 2 verschiedene Meldungen,

da wäre zum einen die Feststellung, dass inzwischen auch Print-Reichweiten-Messungen ein Glaubwürdigkeitsproblem haben:

Laut Media Analyse gewinnt Mehrheit der Magazine Reichweite
[B]Das wundersame Wachstum der Print-Leser[/B] von Jens Schröder
http://meedia.de/print/das-wundersame-wachstum-der-print-leserzahlen/2014/01/22.html

… Die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse agma muss sich im Jahr 2014 mehr denn je fragen, ob eine Erneuerung der Methodik nicht dringend erforderlich ist, wenn man nicht jegliche Relevanz für die Print-MA verlieren will. …

Meine Vermutung ist schlicht, dass ein großer Teil des Zeitschriftenangebots sich nicht mehr finanzieren könnte, würde man die Werbetreibenden mit realistischeren Zahlen konfrontieren. Aber ich hoffe ja, dass die Werbekunden selbst wissen, dass es nicht nur um nackte Reichweiten-Zahlen geht, sondern ja auch darum, welche Leserschichten man erreicht.

Und dann war da noch ein offener Brief ans ZDF von jemand, dem die Augen übergingen:

http://blog.natuerlich-jagd.de/offener-brief-zur-zdf-doku-„jager-in-der-falle/

… Ist es wirklich so, dass deutsche, ja sogar öffentlich-rechtliche Medien von Ideologien und Kommerz gesteuert werden? Das wäre die nächste Enttäuschung für mich. …

[SPOILER](Bitte jetzt nicht hier anfangen über Jagd zu diskutieren)[/SPOILER]


#99

Zum Thema Dokumentationen gab es neulich zwei Veranstaltungen, die eine war die

[B]Top of the Docs [/B]

Zum zweiten Mal hat die ARD bei einem Branchenempfang ihr großes und vielfältiges Engagement im Bereich Dokumentationen präsentiert und Ausblicke auf die Highlights 2014 gegeben

“Dokumentationen zeigen, was ist. Sie nehmen uns in andere, uns oft unbekannte Welten mit”, so der ARD-Vorsitzende und NDR Intendant Lutz Marmor. “Sie ermöglichen dem Publikum intensives Dabeisein. Im besten Fall lernen wir etwas dazu. [B]In diesem Genre ist die ARD die Nr. 1 im deutschen Fernsehen. So soll es bleiben. Denn Dokumentarfilme und Dokumentationen gehören zum Kern unseres öffentlich-rechtlichen Auftrags”[/B], versicherte Marmor.

Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, betonte den besonderen Stellenwert des dokumentarischen Angebots im Ersten: “41 Prozent der Inhalte aller Dokumentationen und Reportagen im Ersten sind politischer Natur. Allein am Montagabend zeigte Das Erste im vergangenen Jahr 113 neue Reportagen und Dokumentationen.”

laut der die Doku-Welt also völlig in Ordnung ist

und die andere die Podiumsdiskussion bei der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAfF)
http://www.deutscheakademiefuerfernsehen.de/node/98

[B]„Vertrauen ist gut – Muss die Kontrolle besser sein?“
Über die sinnvolle Verwendung der Rundfunkabgabe[/B]

bei der anscheinend viele Dokumentarfilmer anwesend waren.

Im Publikum saß das Fußvolk. Jene, die das Programm machen, aber nichts zu sagen haben. Und deshalb eine Menge Wut im Bauch. (Iljy Braun)

Die Grundthese lautete

[B]Die öffentlich-rechtlichen Sender gleichen seit vielen Jahren den kontinuierlichen Anstieg ihrer Verwaltungskosten durch eine Reduzierung der Programmkosten aus. Dass dies auf Dauer die Qualität des Programms senken muss, überrascht nicht. [/B] Der Gesetzgeber hat aus Sorge um die Gebührenstabilität zwar die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) ins Leben gerufen, aber auch sie scheint bei diesem Thema machtlos. Ähnlich schwach wirken die Kontrollmöglichkeiten der Fernseh- und Rundfunkräte.

Iljy Braun meint hierzu


Diskussion zu diesem Artikel auf Fernsehkritik: http://forum.fernsehkritik.tv/showthread.php?13886-38-der-GEZ-Gebuehren-landen-bei-der-ARD-im-Program

… Die Politik will den Bürgern etwas Gutes tun. Dafür hat die „Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs“ die passende Vorlage geliefert. Die Sender wollen jetzt nicht die Spielverderber sein, nachdem sie durch die Umwandlung in eine Haushaltsabgabe gerade eine Gebührenerhöhung verstecken durften. Also machen sie gute Miene zum bösen Spiel, das für sie gar nicht so böse ist. Für die Kreativen, deren Honorare permanent sinken und die die 73 Cent gern für sich hätten, ist das doppelt bitter. Aber für die interessiert sich niemand.

Zugleich sei zu beobachten, dass die Sender immer mehr Geld aus dem Programmetat in die Verwaltung umschichteten, wobei sie keinerlei Konsequenzen zu befürchten hätten. [B]Nur noch 38% des Etats fließe bei der ARD ins Programm. (*)[/B]

Wie kann es sein, dass in einem öffentlich-rechtlich finanzierten System nicht mal genug Geld für die Sozialbeiträge freier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung steht? Oder dass zwei Drittel der deutschen Dokumentarfilmproduktionen nicht von den Sendern vollfinanziert werden, in Zukunft aber 90 Tage in den Mediatheken zur Verfügung stehen sollen?

Hallo, Medienpolitik! m.E. sollten diese Dokumentationen zu 100% vollfinanziert werden und beliebig lange Zeit in den Mediatheken zur Verfügung stehen, schon allein damit nicht so ein Hickhack wie hier daraus gemacht wird:


Wenn Heiko Hilker da zum Fazit kommt:

Doch die digitale Verwertung ist nicht der erste Auftrag für ARD und ZDF. Auftrag ist es, ein Programm zu machen, das der „Demokratie dient“, indem es zur öffentlichen Meinungs- und Willensbildung beiträgt. Dazu gehören die laufende Berichterstattung wie auch die Information, Angebote zur Bildung und Kultur wie auch zur Unterhaltung.
möchte ich widersprechen: [U]Wir zwangsgeldzahlenden Bürger erwarten inzwischen schon aus Transparenzgründen, dass ein Programm, das der “Demokratie wirklich dienen will” permanent abrufbar bleiben muss![/U]

Nebenbei, auch der Deutsche Journalistenverband ist sauer

… Kaum wurden im letzten Jahr die Überschüsse publik, trat ARD-Intendant Lutz Marmor nach vorn und ließ erkennen, dass er sich gegen eine Senkung der Gebühr nicht sperren würde. Keine Rede von der chronischen Unterfinanzierung kleiner ARD-Anstalten, kein Wort von der Notwendigkeit, gutes Geld für ein gutes Programm zu benötigen. …

Man sollte allerdings auch wissen, dass der Markt für Dokumentationen anbieterseitig leider ziemlich überlaufen ist, die Kreativen leiden damit auch darunter dass sie a) so viele sind und b) nicht immer die besten Produktionen fürs TV aufgekauft werden

(*) zur plakativen Zahl 38% meldet sich noch ein Volker Bräutigam zu Wort

http://www.0815-info.com/News-file-article-sid-11349.html#.UwPB1s4mSSo

"Es sind (nur) 38%“ sagt in ihrer Indifferenz absolut nichts aus.

Seiner Meinung nach ist wegen der komplexen Verflechtungen der ARD-Anstalten und ihrer Töchter solch eine Zahl kaum berechenbar. Das eigentliche Problem sei

Manche ARD-Anstalten, z.B. der »NDR, führen unter sich ein fast undurchdringliches Geflecht von 50 kommerziellen Töchtern, Enkelinnen und sogar Urenkelinnen, diese wiederum oft verbandelt mit ähnlichen Instituten der anderen öffentlich-rechtlichen Sender; was in diesem Filz an unverschämten Geldern hin- und hergeschoben, eingenommen und verpulvert wird, welche Sinekuren dort eingerichtet sind und welche Apanagen wofür bezahlt werden, das alles entzieht sich öffentlicher Kontrolle.
womit wir wieder bei Siebenhaars Buch wären…


#100

Zur Erinnerung: vor einigen Wochen gab es etwas kleines zu jubeln

… Fernsehrat und Verwaltungsrat, so heißen die beiden Aufsichtsgremien, in denen entschieden wird, wohin das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) journalistisch und auch wirtschaftlich steuert - und hier wird es demnächst einige personelle Veränderungen geben müssen.[B] Der Anteil der Vertreter von Staat und Parteien in diesen Gremien dürfe nämlich maximal ein Drittel betragen; mehr sei verfassungswidrig, so lautete der Spruch des Bundesverfassungsgerichts[/B] (BVerfG) vom Dienstag (25.03.2014).

Hier ein Überblick über die Reaktionen

im dort nur kurz erwähnten Beitrag von Michael Hanfeld in der FAZ

[B]“Letztes Drittel - Das Verfassungsgericht zum ZDF ist mickrig”[/B]

war jedoch ein bemerkenswerter Wermutstropfen:

… Doch was ist mit den anderen?[B] Mit den politischen Tarnkappenbombern, die als Vertreter von Verbänden und gesellschaftlichen Gruppen ins ZDF einfliegen?[/B] Die findet man sowohl im Fernseh- als auch im Verwaltungsrat des Senders - ehemalige Politiker, die als Verbandsvertreter auflaufen. Zählte man einmal ganz genau durch, käme man auf einen Staats- und Politikanteil von mehr als 44 Prozent. Glaubt irgendjemand, die Politik zöge sich aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zurück? …

aber hoffen wir dennoch auf weitere Urteile. Demnächst kümmern sich die Koblenzer Verfassungsrichter um die Verfassungsbeschwerde eines Unternehmens aus Montabaur, welches nun ein Drittel mehr Beiträge zahlen muss.

Und der Bayerische Verfassungsgerichtshof kümmert sich Mitte Mai auch von anderer Seite um die Rundfunkbeitragspest …