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Philosophischer Smalltalk


#302

Rate mal, wie ich da gestimmt habe. :grin: Gibt es, und teils sind in branchenspezifischen GesamtsarbeitvertrÀgen Mindestlöhne festgeschrieben. Einen allgemein verbindlichen Mindestlohn gibt es nicht.


#303

Ist doch total okay, Hungerlöhne zu bezahlen, solange nur die Wirtschaft brummt!
Der undankbare Arbeitnehmer nimmt sich erst den Job, fĂŒr den er verdammt nochmal dankbar zu sein hat und dann will er auch noch einen Lohn haben, von dem man leben kann! Wie asozial ist das denn?


#304

Zumal der Mindeslohn ja nicht einmal so hoch ist, wie sĂ€mtliche Experten ihn haben wollen. In der jetzigen Form erreicht Er ja noch nicht einmal das mindes Ziel: Ein klarer Vortei gegenĂŒber von Harz 4 zu sein. Also ein Ansporn der Arbeitlosigkeit zu entfliehen.

Denn besserer lohn fĂŒr harte arbeit = mehr ansporn sich rein zu hĂ€ngen!:wink:


#305

Und wenn es nicht lÀuft, geht man noch einmal runter, ist doch logisch.


#306

Nur wenn man definiert, dass jeder Experte, der gegen den Mindestlohn ist, nicht als Experte zÀhlt.


#307

Dann nimmt man sich halt Praktikanten oder VolontÀre!


#308

Das sind aufjedenfall keine Experten die das Ziel haben: Mehr Menschen in einen sicheres und geregelten arbeitsverhÀltnis zu schieben;)


#309

Dann friemeln wir halt noch ein “den Mindestlohn befĂŒrwortende” rein, dann passt es.


#310

Das sagt alles ĂŒber deine Argumentationsstruktur aus.


#311

grafik


#312

Naja, das sind dann wahrscheinlich die “Experten”, die im frĂŒheren oder gegenwĂ€rtigen Leben als Controller arbeiten und ihre “Downsizing & lower wages”-Checkliste abfahren.
Jene Experten, die am liebsten empfehlen wĂŒrden, ĂŒberhaupt keine Löhne oder Steuern zu zahlen, wĂ€re das möglich. Damit es dem Unternehmen gut geht. Denn Unternehmen sind pflegebedĂŒrftige, fragile EntitĂ€ten, fĂŒr die sich Otto-Normalarbeiter aufzuopfern hat, also fĂŒr’s Große Ganze.
Denn wir kennen ja die Binsenweisheit:
Brummt die Wirtschaft, geht es der Bevölkerung automatisch gut.


#313

Jetzt ne Zeitmaschine - dann könnte man ins 19. Jahrhundert reisen und dort bei den Arbeitern der Industrialisierung mal nachfragen, ob die dem zustimmen wĂŒrden :smiley:


#314

ok, ich fasse zusammen:

Experten, die deiner Meinung sind: Experten
Experten, die nicht deiner Meinung sind: Wirtschaftsliberalismuswichser


Was hört ihr gerade?
#315

Nö, ich sage nur, daß jeder so seine “Experten” hat und alle haben sie recht.


#316

Um meine Überlegungen etwas detaillierter auszufĂŒhren: Ich habe damals (klingt lĂ€nger her, als es ist) fĂŒr den Mindestlohn gestimmt, aber das war mehr ein Protestvotum meinerseits gegen die Politik Bundesberns. Ich unterstĂŒtze den Mindestlohn nicht wirklich, das Modell ist mir zu starr und diskriminiert diejenigen, die, aus welchen GrĂŒnden auch immer, nicht voll leistungsfĂ€hig oder -willig sind. Allenfalls könnte ich den Mindestlohn als leicht verschĂ€mte Kompromisslösung akzeptieren, ĂŒberzeugt mich auch nur halbwegs. Stattdessen bin ich ein entschiedener BefĂŒrworter des Bedingungslosen Grundeinkommens.

Noch etwas zum Thema Wirtschaftsaufschwung: Am Beispiel der Schweiz sieht man gerade gut, wie es im Moment lĂ€uft. Unserer Wirtschaft geht es gut, sehr gut sogar. Nichtdestotrotz verkĂŒnden alle Politiker in Bundesbern, die etwas zu entscheiden haben, man mĂŒsse unbedingt sparen, und das tun sie dann auch. Sozialleistungen wrtden konsequent gekĂŒrzt, Dienstleistungen gestrichen, Möglichkeiten zur Arbeitsmarktintegration reduziert. Bin ich der Meinung, dass eine gute Wirtschaftslage möglichst vielen Menschen zu Gute kommen sollte? Ja, auf jeden Fall. Geschieht dies im Moment? Definitiv nicht.


#317

Irre ich mich oder steigt eure Arbeitslosenquote seit geraumer Zeit kontinuierlich?


#318

Du irrst dich nicht. Und das trotz Wirtschaftswachstum.


#319

Ja das ist eine ernsthafte Frage verdammt! Politiker (auch du!) reden stĂ€ndig vom Mittelstand, aber ohne es mal konkret in Zahlen zu fassen. So kann sich jeder irgendwie zum Mittelstand zĂ€hlen, denn schließlich ist niemand gern “Unterschicht”. Ohne brauchbares Unterscheidungsmerkmal spielt man nur Populisten wie dir in die HĂ€nde.

Also mach es konkret und definiere!

Also weil es immer einen gibt, der mehr hat als ich, soll ich die Fresse halten? Ist DAS dein Argument? Ist das ein offizielles Statement der CDU oder nur deine eigene Meinung?!? :smiley:

Ja da hast du sicher Recht. Was so einer mit so einem Einkommen alles malocht, das ist unbegreiflich im wahrsten Sinne des Wortes. Nebenan gibt es ne Fabrik mit zwei Hallen - in der einen Halle stehen die ganzen Maschinen, die von Lohnsklaven bedient werden und in der anderen Halle sitzt El Cheffe McGyver mit 260k brutto im Jahr und schraubt das Zeug doppelt so schnell nur mit den ZĂ€hnen zusammen. Da komme sogar ich ins Schwitzen, wenn ich das nur sehe!

Jetzt mal Spaß beiseite: Ich stelle gar nicht in Frage, dass die ihr Geld hart verdient haben. Aber noch einmal: War es nicht mal Phase, dass “die starken Schultern auch mehr tragen sollen”? Und willst du mir wirklich erzĂ€hlen, dass ein GF mit 240k im Jahr (um es mal mit konkreten Zahlen zu unterfĂŒttern) wirklich im Aldi die Billig-Schokolade kaufen muss, weil er im Monat statt 8800 Euro, 10800 Euro Steuern zahlt? Was denkst du? Wird er mit den ĂŒbrigen 9200 Euro (Pardon, Sozialabgaben) 7500 Euro wohl sein Haus, seine drei Mittelklasse-Autos und seine Familie noch finanzieren können? Wirklich schlimm, diese Ausbeutung der Gutverdienenden heutzutage.

Erben habe ich noch gar nicht berĂŒcksichtigt und wĂŒrde das Thema hier auch ein wenig sprengen.

Also wenn ich dich richtig verstanden habe, leistet doch der hart schuftende Mittelstand den Großteil der Steuern, weil die Gutverdienenden, Reichen und Superreichen ihre Dollars ins Ausland verschieben. Oder willst du mir hier verklickern, dass 240k/Jahr brutto der hart arbeitende Mittelstand ist?

Nein. Da bin ich ziemlich konkret: Zuallererst will ich die vor den Kadi ziehen, die verglichen mit ihren Bankkonten in aller Welt erstaunlich wenig Steuern bezahlt haben. Aber interessanterweise geschieht das zu selten. Als vor ein paar Jahren in Hessen ein paar Finanzbeamte tatsĂ€chlich damit anfangen wollten, Reiche zu ĂŒberprĂŒfen, hat man die sprichwörtlich fĂŒr verrĂŒckt erklĂ€rt und in die Klapse gebracht.

Und wenn dann mal eine Steuer-CD aus dem Ausland auftaucht, hÀufen sich mysteriöserweise die Selbstanzeigen. Und das sind bei weitem nicht alles Leute, die >250k/Jahr verdienen.

Das hat nichts mit Arroganz zu tun. Die 54% haben wir schon mal gehabt, vor 1998. Unter Kohl. Schröder hats reduziert. Davor sind die Gutverdienenden auch nicht am Stock gegangen.

Aber nach der Senkung des Höchststeuersatzes ging dem Staat stĂŒckweise das Geld aus. Und was hat man gemacht, als man das Riesenloch im Staatshaushalt bemerkt hat, den die Senkung des HSS hervor gerufen hat? Richtig! Hartz IV eingefĂŒhrt und die Ärmsten der Armen zu bestrafen!

DAS ist Gerechtigkeit pur. Wann stellt die FDP eigentlich eine Statue von Schröder in ihrer Parteizentrale auf?

Ich mache keine Propaganda. Aber du sagst hier öffentlich, dass all die ganzen Beamten und Angestellte im öffentlichen Dienst ihren Job nicht machen und sowieso keine Ahnung haben. Sowas machen nur selbstverliebte, arrogante Ärsche.


#320

Die Reichen hust haben es hust so hust schwer hust wir nehmen den hust jeden Penny weg, die hust armen Schweine


Sorry, das hat grad mein linker Poplulismus
 Àh Popellismus,
 Àh
 Popudings im Hals gekratzt

Wem das noch nicht genug ist:

“Wer sich nicht damit identifizieren kann, dass in Deutschland weniger KindergĂ€rten gebaut werden, weil wir solche GeschĂ€fte machen, der ist hier falsch” – ein Zitat, das so bei einem Meeting von Cum-Ex-Investoren in Frankfurt gefallen sein soll.


#321

Wer sich mit Tricks um das Zahlen von Steuern drĂŒckt, obwohl er diese bezahlen könnte, schadet damit gezielt dem ganzen Gemeinwesen. So einfach ist das.