Perspektivlosigkeit dank Jamba?

Hallo!

Neulich,als ich wieder mal am “zappen” war,ist mir wieder ein ziemlicher Stuss des Klingeltonanbieters Jamba aufgefallen.
In einem Werbespot wurde für eine “Fun-Applikation” geworben,die “Kindervornamen” unter Berücksichtigung der Vornamen der Eltern auswählen sollte. Leider habe ich kein Video zur Hand,aber da auf den bekannten Musiksendern sowieso häufig Werbung dieses Anbieters läuft,kann man es sich bitte dort angucken.
Zu allerst wird ja schonmal vorrausgesetzt,dass der Zuschauer ein gewisses Potenzial hat, Kinder in die Welt zu setzen.
Potenziell kann dies ja jeder ab dem geschlechtsfähigen Alter.
Hinzu kommt aber noch,dass auch ein gewisses Bedüfnis besteht Kinder in die Welt zu setzen.
Schade nur,dass wir uns hier nicht im Kreis eines Hauptzuschaueranteils der 30-35 jährigen befinden,sondern möglicherweise in einem der 10-20 jährigen.
Diese Applikation setzt also demnach vorraus,dass der Großteil der Zuschauer dieser Musiksender schon so perspektivlos bzw. verblödet ist,dass sie es für nötig halten Kinder in die Welt zu setzen. Nicht,dass ich etwas gegen Kinder hätte,aber wenn man Kindern suggeriert selber Kinder zu bekommen,halte ich das für absurd.

Im nächsten Spot wird einem eine eine Todes “Fun-Applikation” vorgestellt. Mit dem Vornamen und dem Geburtsdatum soll der Todeszeitpunkt ermittelt werden.
Natürlich,jeder deutsche Jugendliche merkt,wie schlecht doch das Leben ist. Was soll er schon? Hat ja sowieso keine Perspektive. Soll das etwa einem eingeredet werden?
Nun ja,ist diese schon vorher erwähnte vermeintlich verblödete Zuschauerschaft nun so perspektivlos,dass sie gerne wissen will,wann sie eingeäschert wird?
Leider habe ich dazu auch keinen Spot,doch diesen kann man sich bestimmt auch auf den Musiksender ansehen.

Weitere Formen der Perspektivlosigkeit bzw.Oberflächlichkeit zeigen sich durch Programme wie Liebesratgeber, Schönheitsratgeber, Handytrinkspiele, Lügendetektoren oder Nacktscanner.

Nach diesem,stets am Konsumenten orientierten Angebot müsste sich folgendes,scheinbar reales Szenario ergeben:
Person A und B, beide 12 Jahre alt,erwarten ein Kind. Sie wissen nicht,welchen Namen sie dem Kind geben sollen,da sie ja sowieso nie mit Namen in Berührung kamen. Wichtiger war den Körper mit einem Nacktscanner zu untersuchen und mit staunen festzustellen,dass irgendwie jeder den gleichen Knochenbau zu haben scheint. Person A spielte bevor er Person B kennenlernte sehr gerne Handytrinkspiele und setzte diese dann auch im wahren Leben fort. Die zahlreichen Krankenhausbesuche sprachen nicht dagegen weiter zu machen. Person B verbrachte die größte Zeit mit einem Schönheitsratgeber,der ihr ein 08/15 medienkonsumgeplagtes Aussehen brachte.Person A und B lernten sich mit dem Liebesratgeber kennen,als er bei den beiden jeweils den anderen als Lebenspartner auswählte. Die Schwangerschaft wurde mit dem Lügendetektor nochmal überprüft,welcher bejahte. Dann wurde noch schnell der Todeszeit überprüft. Das Programm datierte den Todeszeitpunkt in 2 Wochen. Nun sind Person A und B verzweifelt und versuchen Selbstmord zu begehen. […]

So, Schluss mit diesen elenden Geschichten.

Das ist ja alles garnicht so dramatisch, da wohl kaum einer diese Spielchen ernst nehmen wird. Alle Angebote sind eben lustige Spielchen, die man sich früher kostenlos auf dem Schulhof aus einem Stückchen Papier, einem Würfel und ähnlichen Utensilien zusammenbasteln konnte. Die Kinder heutzutage haben den Vorteil, dass sie das für 5 Euro tun können und dann ein gesamtes Abonnement bekommen, das ist das eigentliche Problem.

Im nächsten Spot wird einem eine eine Todes „Fun-Applikation“ vorgestellt. Mit dem Vornamen und dem Geburtsdatum soll der Todeszeitpunkt ermittelt werden.
Natürlich,jeder deutsche Jugendliche merkt,wie schlecht doch das Leben ist. Was soll er schon? Hat ja sowieso keine Perspektive. Soll das etwa einem eingeredet werden?
Nun ja,ist diese schon vorher erwähnte vermeintlich verblödete Zuschauerschaft nun so perspektivlos,dass sie gerne wissen will,wann sie eingeäschert wird? […]

Ohja, denn wenn der Jugendliche männlich ist, hat er das Problem, dass seine Freundin schwanger ist und er es seinen Eltern noch nicht gesagt hat. Da wäre es doch interessant zu wissen, wie lange man das noch verschweigen muss.
Aber vielleicht gibt’s auch dafür bald was bei Jamba u.Ä. Vielleicht einen Dienst, der einem vorgefertigte Texte dafür gibt oder sowas.

Weitere Formen der Perspektivlosigkeit bzw.Oberflächlichkeit zeigen sich durch Programme wie Liebesratgeber, Schönheitsratgeber, Handytrinkspiele, Lügendetektoren oder Nacktscanner.

Dem habe ich nichts hinzuzufügen, außer vlt meinem Kommentar.

Mein Kommentar
Es ist irgendwie komisch, dass Jamba überhaupt noch besteht. Aber es fällt auf, dass es mehr um die genannten Programme geht als um Klingeltöne.
Das hat einen einfachen Grund: Inzwischen haben diejenigen, die wirklich so dumm waren, da Klingeltöne zu kaufen, kapiert, dass man sich einfach die Lieder selbst auf’s Handy packen kann und diese dann als Klingelton auswählt. Das war früher, als die Handy nur Töne spielen konnten (und keine Musik) schon deutlich schwieriger. Trotzdem habe ich das da mit Freunden schon gemacht. Wir gehören schließlich nicht zur Zielgruppe :smiley:
Aber dass Jugendliche scheinbar teilweise nicht wirklich an der Funktion ihres Handys als Sonnenbank oder Röntgengerät zweifeln, lässt schon tief blicken.
Das wurde ja auch schon angesprochen (keine Ahnung, welche Folge).

Edit: War ja klar, dass man mit so einem langen Beitrag zu langsam ist :smiley:

Die Kinder heutzutage haben den Vorteil, dass sie das für 5 Euro tun können und dann ein gesamtes Abonnement bekommen, das ist das eigentliche Problem.

Ja, richtig. Spielst du damit darauf an, dass man das ganze verbieten sollte? Das halte ich auch für dämlich.
Vater Staat kann nicht immer einspringen, nur weil einige so doof sind, viel Geld für Dinge zu zahlen, die man woanders (nämlich in diesem Fall im Internet) viel billiger kriegt.

Ich finde ein Klingelton hat immerhin noch mehr Anstand als so eine sehr perspektivlose Funapplikation.
Jetzt mal abgesehen von diesem Abo-Kram,der natürlich das ganze Jamba(abzock-)konzept zeigt.

Ich finde es nur niveaulos mit was für geschmackloser Software den Jugendlichen eine materielle und kaum hinterfragende Lebensphilosophie eingeredet wird. Soll es etwa bald den “Liveeinäscherungsfunapplikator” geben?
Bei dem man sehen kann,wie schön der Leichnam im Krematorium vor sich hin brennt.

Soll es etwa bald den „Liveeinäscherungsfunapplikator“ geben?
Bei dem man sehen kann,wie schön der Leichnam im Krematorium vor sich hin brennt.
Kann es sein, dass du pyromanische Phantasien hast? Das ist ja pervers!

Nun ja,wohl eher nein.
Das war eher eine ironische „Dreistigkeitsschippe“,die Jamba noch drauflegen könnte.

Das war eher eine ironische „Dreistigkeitsschippe“,die Jamba noch drauflegen könnte.
Habe ich auch so verstanden. Wollte das ganze nur etwas ins lächerliche ziehen, zumal man Jamba das wirklich zutraut. Haben die nicht auch diverse Pixelschlampen im Angebot?

Und ausserdem macht die todesuhr deirissive menschen noch depressiver das sie vieliecht sogar selbstmord machen.

Im Grunde würde ich dir ja recht geben, wenngleich ich das nicht so drastisch sehe. Also die “Todesuhr” (btw: Was ein Scheiß!!!) ist für mich wie die anderen saudämlichen Spielchen kein Indiz für Perspektivlosigkeit. Sich so einen Schrott runterzuladen (irgendwer muss es ja tun, sonst könnte ich ja tagsüber auf unseren Musiksender Musik sehen/höhren) zeugt doch von einem gewissen Grad der Verblödung, bzw. eines verdorbenen Wertebewusstseins. Ich meine, es scheint ja Leute zu geben, die anstatt etwas Vernünftiges mit ihrem Geld zu machen, 2 Euro oder mehr für diesen hirnlosen Stumpfsinn auszugeben. Nicht der Inhalt, sondern die Abzocke mit jener Werbung oder auch der bewusste Kauf dieser Spielchen ist für mich das Erschreckende.

PS: mit einem vernünftigen Umgang mit Geld meine ich nicht den spießigen Bausparvertrag :smt002

PS: mit einem vernünftigen Umgang mit Geld meine ich nicht den spießigen Bausparvertrag :smt002

Schon klar… von 2 Euro kann man Verhütungsmittel kaufen. Damit wären wir wieder beim Eingangsthema! :smiley:

Ich als Jugendlicher gucke mal mehr und mal öfter VIVA bzw MTV und kenne selber all diese Programme…das schlimme daran ist, mal abgesehen von dem Abo, das die macher alles so darstellen als ob das auch wirklich wahr ist diese ganzen Programme…irgendwelche Lügendetektoren oder „du liebst Person axyz“ sind Programme für Zielgruppe von Pubertierenden Mädels die sich zum ersten mal verliebt haben und die fallen dann bestimmt auf sowas rein :confused:
allgemein finde ichs total übertrieben wie die Versuchen alles so realistisch wie möglich darzustellen obwohls am ende bloß irgendne billige Animation ist.

Ich denke, man sollte eines nicht vergessen:

Das TV zeigt uns ja meist nur die Seiten des so genannten “Wahren Leben”, die auch mehr oder minder interessant sind. Ein Jugendlicher, der vorbildlich in der Schule ist, der sich stets höflich gegenüber anderen verhält und der mit Kinderkram wie Jamba oder Ähnlichem nix zu tun hat - so ein Jugendlicher gibt für die Kamera nichts her. Und da die wenigsten von uns vermutlich tag ein tag aus intensiv mit der heutigen Jungend zu tun haben (anwesende Jugendliche selbst mal ausgeschlossen), entsteht natürlich schnell ein bestimmtes Bild, ein Klischee.

Das ist das.

Das andere ist: Jede Zeit hat Ihre Trends. Als ich 8 oder 9 war, wollte ich unbedingt einen Commodere C64 haben (geschafft habe ich es nur zu einem alten VC20), später dann die Kumpels bewundert die auf dem Amiga 500 WAHNSINNIGE Grafiken laufen hatten und die Kumpels verehrt, die auch noch verbotene Spielchen auf dem Dingen hatten (Sexgames, Strippoker, usw.).

Ich wollte so etwas auch haben. Später war es dann das BMX-Rad, das Skateboard und sonstiges von dem ich dachte: “Wenn ich das nicht habe, bin ich out!”. Diese ganzen Jambas haben doch nur ein einziges Ziel: Umsatz, Gewinn, Kohle, Zaster, Kies, Schotter, Moos. Kinder haben ein nicht zu verachtendes Machtpotential, Kinder haben die heimliche Macht über die Geldbörse der Eltern. Und Kinder sind meist naive Opfer die sich schnell mal mit dubiosen Webseitenangeboten abziehen lassen.

Und aus rein technischer Sicht (und ich komme aus der Branche, bzw. kenne die Anfänge): SMS sind technisch betrachtet ein reines Abfallprodukt. Es gab Zeiten, da konnte man SMS in der Tat kostenlos versenden - mit Handys, deren Akku gigantische 8 Stunden Standby und 30 Minuten Gesprächszeit hatten - da wog der Akku alleine das, was heute 10 bis unter den Rand mit Technik vollgepackte Smartphones auf die Waage bringen. Dann haben die Netzanbieter entdeckt, dass immer mehr Leute SMS tippen - mal eben schnell mitteilen wo man ist, was man macht, das man an den anderen denkt… eine SMS stört die Nachbarn im Bus nicht, SMS sind die modernen Zettel, die man sich früher heimlich unter der Schulbank weitergereicht hat.

Und PENG: Die SMS wurden immer teurer und sind bei uns im internationalen Vergleich für ein reines “Abfallprodukt” immer noch zu teuer. Irgendwann war das Potential abgegraben, die Entwickler bekamen neue Weisungen: “Wir müssen neue Märkte erschliessen!” Und aus diesem alleinigen Grund wurden überhaupt Kameras an Handys entwickelt - denn mal im Ernst: Seit es Kameras in Handys gibt, gibt es wirklich noch keine ernsthaft seriöse Anwendungsmöglichkeit. Die wenigen Ausnahmen sind ein paar Geschäftsleute, die diesen Service auch wirklich BRAUCHEN. Der Rest: Knippst mal hier, knippst mal da, filmt mal hier, filmt mal dort. Was früher die SMS, hat heute ein Gesicht. Man muss nicht mehr tippen, man kann gleich einen ganzen Film irgendwo hin schicken oder den geilen Hintern von der Schnall die gerade im Bus vor einem steht.

Aber sinnvoll? Sinnvoll ist diese Funktion ebenso wenig wie die Möglichkeit, Handys mit immer mehr “Applikationen” vollzustopfen. Mir zum Beispiel reicht der Terminplaner im Handy, nicht mehr, nicht weniger. Die Softwareentwickler waren es, die der Branche aufgetragen haben: “Macht Handys, die der Benutzer nach Belieben mit Software beladen kann - die WIR dann liefern!” Und da die Hersteller und Netzbetreiber wiederum wissen: “Wenn unser Handy das nicht kann, kauft es keiner” schließt sich der Kreis.

Der gesunde Umgang mit derartigen “Spaß” ist das A und O. Keine Abstumpfung der Sprache durch ständiges kleinschreiben (weils schneller geht), durch st. Abk. (Abkürzungen) wie “HDL” oder “LOL”. Nicht mal mehr Schreiben muss man können, T9-Texterkennung machts möglich - auch nur eine Erfindung, um das Schreiben (und somit verschicken) schneller und einfacher zu machen - um mehr Umsatz zu erzeugen. Ich sehe Jugendliche, die sitzen zu einer Gruppe irgendwo im Szenecafe und dödeln mit Ihren Handys umher, wechseln kaum ein Wort miteinander - schade, aber: Der Lauf der Dinge:

Wir haben immer mehr Möglichkeiten, zu jeder Zeit an jedem Ort zu kommunzieren - aber wirklich zu sagen haben wir uns nichts.

Das anonymisiert die Welt und eine Gesellschaft. Die Zeiten, in denen wir rausgegangen sind, Buden gebaut haben, mit kaputten Knien zu Mami rannten, die Klamotten versaut durch und durch: Die sind langsam aber sicher vorbei. Dieses Problem lässt sich aber nur durch Alternativen lösen, dazu fehlt es den meisten Eltern aber an Zeit - und auch Geld, manchen leider auch an Interesse. Und wenn das so weiter geht, dann bleibt nur die Angst davor was passiert, wenn die SMS-MMS-JAMBA-Generation selbst mal Kinder zeugt und die Erziehung einfach von Jamba aufs Handy lädt, dem Kleinen in die Hand drückt mit den Worten: “Hier, Papa hat keine Zeit!”

Über derartige Entwicklungen habe ich bereits vor etlichen Jahren im Internet geschrieben - und wurde als utopischer Schwarzmaler bezeichnet. Heute sind die Kritiker von damals ein wenig ruhiger geworden - was aber auch nichts an den Tatsachen ändert - leider.

Schöne, neue Welt?

Und die Generation Jahrgang 80-90 und auch spätere werden auch ihre Kinder groß bekommen. So ist der Lauf der Zeit. So war es schon vor tausend Jahren. Das sind völlig unbegründbare Ängste. In fünfzig Jahren wird man über Kommentare wie deinen nur noch lachen und in einhundert Jahren wird keiner mehr daran denken. Die Welt dreht sich weiter - mit oder ohne SMS.

Viel mehr kritisiere ich, dass man heute Idioten im Internet seinen Lauf lässt. Früher musste man sich auskennen. Heute braucht man nur noch den Stecker reinstecken. Nur so erklärt sich die Viren- und Spamflut. Das führt aber zu weit.

:?

Andre und Pale:

Das Eure Reaktionen jetzt vermutlich kaum noch was mit Sachlichkeit aufgrund einer an anderer Stelle geführten Diskussion zu tun haben: Okay, war zu erwarten, diesbezüglich gilt wohl Dein eigener Kommentar, Andre.

Aber wenn dem so ist:

Warum gibt es dann überhaupt dieses Forum? Alles, über das sich FK-TV satirisch, ironisch oder zynisch ergötzt wird es auch noch in 50, 100 oder 1000 Jahren geben - ob mit oder ohne ihn. Ich sage auch nicht, dass meine Meinung den Lauf der Dinge ändert - nur wird sich eine Teilgesellschaft entwickeln deren Existenz man heute schon mit einem Augenverdrehen und Kopfschütteln kommentiert. Das war so, das ist so, das wird immer so bleiben - nur die Ursachen ändern sich - ob mit oder ohne Deinen Kommentar auf den meinigen…

Ich würde es eher „Einfallslosigkeit und Trägheit“ statt „Perspektivlosigkeit“ nennen. :wink: Es dürften größtenteils Leute sein, die mit ihrer Zeit nichts sinnvolles anzufangen wissen, oder die sich den Gepflogenheiten ihrer Clique anpassen wollen/müssen, die empfänglich für sowas sind.
Allerdings gab es solche Tendenzen schon vor der Handy-Ära, da war es nur eben anderer Unsinn mit dem man seine Zeit verschwendet hat. Vielleicht fällt es heute nur mehr auf, dank aggressiver Werbung und der höheren Anzahl von Plattformen, auf denen solche Dinge beworben werden.
Ich denke auch, daß es heutzutage für Eltern viel einfacher ist, ihren Nachwuchs dem Einfluß der Medien zu überlassen. Heute ist es üblich, daß (häufig selbst in „armen“ Familien) bereits kleine Kinder ihren eigenen Fernseher, PC, ein eigenes Handy etc. besitzen und in vielen Fällen wird nicht darauf geachtet wie sie damit umgehen oder gar alternative Formen der Freizeitgestaltung aufgezeigt.
Insofern verwundert es mich nicht, daß alberne Handy-Spielereien durchaus ernst genommen werden bzw. daß sich damit Kohle verdienen läßt.

Da hast du mich nicht richtig verstanden. Wer definiert denn, was besser ist? Ist es wirklich besser, raus zu gehen? Kann man das wissenschaftlich beweisen? Ob Handys nun wirklich schlecht sind wird man wohl erst in 200 Jahren objektiv bewerten können.

Kinder haben ein nicht zu verachtendes Machtpotential, Kinder haben die heimliche Macht über die Geldbörse der Eltern. Und Kinder sind meist naive Opfer die sich schnell mal mit dubiosen Webseitenangeboten abziehen lassen.

Naja, es fallen auch Erwachsene auf diese Angebote rein. Dass vlt die Mehrzahl Kinder sind (habe es nicht geprüft), liegt daran, dass Kinder das Internet stärker nutzen.

Und aus rein technischer Sicht (und ich komme aus der Branche, bzw. kenne die Anfänge): SMS sind technisch betrachtet ein reines Abfallprodukt.

Richtig. Ein Anruf aber auch :wink:

Und PENG: Die SMS wurden immer teurer und sind bei uns im internationalen Vergleich für ein reines „Abfallprodukt“ immer noch zu teuer.

Mag sein, aber kostenlos geht wirtschaftlich auch nicht, weil sie bei den Betreibern Kosten verursachen.

Aber sinnvoll? Sinnvoll ist diese Funktion ebenso wenig wie die Möglichkeit, Handys mit immer mehr „Applikationen“ vollzustopfen.

Und was ist, wenn man den Nachbarn im Bus nicht stören will? Wenn der angerufene nicht da ist? (jaja, Anrufbeantworter)

Der gesunde Umgang mit derartigen „Spaß“ ist das A und O. Keine Abstumpfung der Sprache durch ständiges kleinschreiben (weils schneller geht), durch st. Abk. (Abkürzungen) wie „HDL“ oder „LOL“. Nicht mal mehr Schreiben muss man können, T9-Texterkennung machts möglich - auch nur eine Erfindung, um das Schreiben (und somit verschicken) schneller und einfacher zu machen - um mehr Umsatz zu erzeugen.

So ein Quatsch! Abkürzungen wurden von Nutzern entwickelt, um mehr Informationen in eine SMS zu kriegen. Hemmt also eher den Umsatz.
Und T9 dient dazu, dass eine Handytastatur einfacher zu bedienen ist. Schreiben muss man - grade bei T9 - noch können! Wer Wörter absolut falsch schreibt, hat mit T9 doch gar keine Chance.

Heute ist es üblich, daß (häufig selbst in „armen“ Familien) bereits kleine Kinder […]

Ich würde sogar sagen: „vor allem in armen Familien“.
Kann ich aber auch nicht belegen.

Adlerauge, der Reihe nach:

Kinder:

Nutzen das Internet nicht am Stärksten. Häufigste Nutzergruppe in der (werberelevanten) Zielgruppe sind die 18 - 25 jährigen. Und sicher fallen Erwachsene auch auf Angebote rein, nur sind die für Ihr Handeln eigenverantwortlich (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Technische Sicht:

Der Sinn der Erfindung des Mobiltelefons war das TELEFONIEREN - das man nebenbei noch Nachrichten bzw. Zeichen über einen freien Träger senden kann: Zufall, nicht die Absicht der Entwickler, wurde erst später “entdeckt”, dann ausgeschlachtet.

SMS kostenlos:

Doch geht, eine SMS kostet den Anbieter (wenn es kein Provider ist) in Relation zum technischen Gesamtaufwand: Nix.

Bus:

Ist es sinnvoll im Bus zu sitzen um Nachrichten zu tippen damit ich die Busnachbarn nicht störe? Und ich meine hier wirklich sinnvoll - mal eben “Hab Dich lieb” zu schreiben hat mit wirklichem Sinn nicht viel zu tun.

Abkürzungen:

Sicher wurden die Abk. von Nutzern entw., habe nie was andere behauptet. Aber sie wurden entwickelt, um schneller mehr Inhalt in eine SMS zu packen. Und wer schneller schreibt, schreibt in gleicher Zeit mehr als andere die langsam schreiben. Zu T9: Ich zeige Dir 100 Jugendliche, die einen Text auf dem Handy fehlerfrei in Windeseile blind tippen, den gleichen im Diktat aber vollends versemmeln würden.

Wette gilt?