Paderborn die Drogenhauptstadt

Hi Leute!
Ich komme gebürtig aus Paderborn und bin immer wieder erschrocken das Partyborn überregional als Drogenstadt bekannt ist. (Allerdings auch als katholische Hochburg was ich eigentlich noch schlimmer finde)

Was ich hier jetzt zur Diskussion stellen will: Ist es richtig, das viele Spritzenautomaten aufgestellt werden?

Ich finde das ist ein schwieriges Thema. Zum einen will man ja das sich die Süchtigen nicht mit HIV oder anderern Krankheiten infizierenl. Zum anderen finde ich das solche Spritzenautomaten in gewisser Hinsicht eine Kapitulation vor dem Drogenproblem sind, man macht es den Süchtigen oder Einsteigern ja weitaus einfacher. Gerade heute wurde jemand der vor mir auf dem Klo war festgenommen, weil er sich dort Heroin oder sonst was spritzte, sein Besteck lag noch schön auf dem Klo. Also, eure Meinung zum Thema Spritzenautomaten bitte! (Beihilfe zum SelbstMord?)

Spritzen sind doch eh in der Apotheke frei käuflich. Also kann man auch damit Automaten aufstellen. Der Süchtige hat ja, wenn er die Spritze braucht, eh schon die Droge vermutlich. Also steht nur noch die Wahl zwischen unsicheren Injektionen und sichereren Injektionen.

Wenn man auf die Weise verhindern kann, dass sich HIV und ähnliches noch schneller ausbreitet, ist es in meinen Augen schonmal eine gute Sache.
Besser finde ich es aber, wie es in Köln im Gesundheitsamt (am Neumarkt) gemacht wird.
Hier hat die Drogenberatung ein Dutzend kleine Zimmerchen, wo die Abhängigen ihre alten Spritzen gegen frische tauschen und sich dann zum Konsum zurückziehen können. Und auf den Toiletten hängen leere 5l-Kanister (von destilliertem Wasser o.ä.), in die das benutzte Besteck geworfen werden kann.
Die Verbindung mit einem Beratungsangebot finde ich sehr wichtig, damit die Leute sich nicht mit ihren Problemen allein gelassen fühlen (ein Automat kostet zwar fast nichts, kann mir aber auch nicht helfen, wenn ich durch meine Sucht nicht mehr klar komme).
Automaten sind in meinen Augen also ein guter Anfang, man sollte dort aber noch lange nicht aufhören.

Wenn man keine Automaten aufstellt oder andere Maßnahmen ergreift ist es nicht so, dass man vor dem Problem kapituliert, sondern das man das Problem ignoriert bzw. aus falschen Prinzipien handelt.

Die Gefahr die von schmutzigen Spritzen bzw. gebrauchten ausgeht ist enorm. Sie sind einer der Hauptgründe für den schlechten Gesundheitszustand vieler H-Junkies, schließlich ist reines Heroin in gewisser Dosis nicht wirklich schädlich. Das Problem ist das gestreckte Zeug und die schlechte Hygiene.

Wenn man sich also dem Drogenproblem wirklich annehmen will aus gesundheitlichen Gründen, dann muss neben der primären Fahndung nach den Herstellern und Händlern auch sekundär dafür gesorgt werden die gesundheitlichen Gefahren einzuschränken.

Der Kampf gegen die Drogen ist realistisch betrachtet ohnehin ein Kampf gegen Windmühlen. Da ist es nur vernünftig auch dort einzugreifen wo man auch wirklich Erfolg haben kann.

Ich finde das mit den Spritzenautomaten gut, da auf die Weise, wenn das Drogenproblem schon nicht bekämpft wird, zumindest die Krankheitsansteckungsgefahr verringert wird.