Oliver Kalkofe über deutschen Humor

Das Videointerview:

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Viel Spaß damit! :slight_smile:

Gutes Interview leider viel zu kurz.Ich könnte ihm Stunden lang zuhören wenn er über solche Themen spricht.

Oute ich mich, wenn ich sage, dass ich bei ihm kein einziges mal Lachen muss?

Das Interview ist nicht lustig, aber Kalki hat recht.

Die Deutschen zehren nach 35 Jahren immer noch von 28 Loriot-Sketchen.

… und wenn Deutsche lustig waren, waren sie nicht mehrheitsfähig: Die drei Tornados, Christoph Schlingensief Wiglaf Droste, neue Frankfurter Schule.

Das soll ja auch nicht lustig sein.

Jaja Deutsche und Comedy… also das was man so im Fernsehen sendet ist wirklich traurig und absolut nicht lustig.
Amerikanische Comedy ist wirklich viel Lustiger, da gibt es so viele innovative neue Formate und wirklich Intelligente aber auch gleichzeitig Massentaugliche Comedy die ein breites Publikum anspricht, so das es sich auch für den Sender lohnt.
Klar wird auch Müll fabriziert in USA, aber eben nicht nur.

Edit: z.B Sarah Silverman , einfach genial diese Frau
[video]http://www.youtube.com/watch?v=bzDYxGHGoFc&NR=1[/video]

Das Hauptproblem (das Kalkofe angesprochen hat) was ich in “deutschem Humor” sehe ist einfach, dass es das, was als “deutscher Humor” assoziiert wird, gar nicht gibt. Der vermeintlich “deutsche” Humor setzt sich größtenteils (bzw. eigentlich KOMPLETT) aus Kopien von Formaten zusammen, die sich Leute im Ausland (USA, England z.B.) ausgedacht haben. Nur mit dem Unterschied, dass die Darsteller im Ausland auch wirklich lustig waren und die in Deutschland es nicht sind. Die bekommen ihre Gags geschrieben, tragen die vor, aber es kommt nichts rüber. Solche, wie Kalkofe sie nennt, “Heiterkeitsfiguren” wie z.B. Barbara Schöneberger sind einfach keine Comedians! Die werden als solche dargestellt, sind aber vollkommen unlustig. Würde denen niemand die Gags schreiben, würde nichtmal der letzte Honk über die lachen.
Da ist es wohl einfach klar, dass man nicht einfach ein ausländisches Format kopieren kann, wenn man es dazu dann auch noch so billig macht. Warum verlassen sich die Sender denn auf ihre Stamm-“Comedians”, die sie schon seit Jahren haben? Man sollte auch mal neuen, guten und frischen Komikern eine Chance geben, sich zu beweisen. Aber leider ist das anscheinend durch die deutsche Ignoranz nicht möglich. Man lacht halt über die, die man kennt, auch wenn sie eigentlich nicht mehr lustig sind. Mario Barth erzählt seit er bekannt ist immer die gleichen Witze und trotzdem lachen sehr viele drüber, der Typ hat sogar ein ganzes Stadion mit Fans füllen können.

Der werte Herr hat Ahnung!

Im ersten Teil wird sehr schön geschildert, warum man über Otto lacht und das sollte man sich gut aufheben, was er da sagt, denn ständig wird man konfrontiert mit „Der macht ständig die selben Witze“.

Gut beobachtet auch wieder, dass der Humor in Amerika größtenteils gut ankommt, weil er so „ernst“ gespielt wird. Das stimmt, das machen sie oft und der ernste Humor ist einer der besten und erfolgreichsten die es gibt, allerdings konnte ich mich noch nicht wirklich mit diesem Humor aus anderen Ländern anfreunden, die Amerikaner bringen irgendwie schlecht rüber und die Briten – ähm die können vielleicht ein bisschen schauspielern, aber Comedy ist denen ein Fremdwort, absolut nichts lustiges.

Mich würde mal interessieren woher „Pastewka“ und „Stromberg“ ihre Vorbilder haben, wenn laut Kalki es amerikanische Vorbilder gibt dieser Sendungen.
Zumindest bei Stromberg hat doch Ralf Husmann, der Produzent, selber erwähnt es seie eine eigene Idee über Büro-Comedy aber eben im Dokumentarischen Stil.

Banause!

Zumindest bei Stromberg hat doch Ralf Husmann, der Produzent, selber erwähnt es seie eine eigene Idee über Büro-Comedy aber eben im Dokumentarischen Stil.

Das Strombergvorbild heißt „The Office“ und kommt tatsächlich aus den USA.

Und was britischen Humor betrifft, kann ich mich Aero nur anschließen: du Banause;).

Da sehe ich komplett anders. Bevor ich mir hier die Finger wund schreibe lieber ein paar Beispiele aus meiner Lieblingsserie die hoffentlich nie für das deutsche TV verhunzt wird:

Klappt leider nur mit link: http://de.youtube.com/watch?v=CHERThzd0-k

Von wegen. Vorlage war „The Office“, in diesem Fall muss man aber sagen das nicht wie bei „The IT-Crowd“ stumpf nachgemacht, sondern sehr gut adaptiert wurde.

Das Hauptproblem (das Kalkofe angesprochen hat) was ich in „deutschem Humor“ sehe ist einfach, dass es das, was als „deutscher Humor“ assoziiert wird, gar nicht gibt. Der vermeintlich „deutsche“ Humor setzt sich größtenteils (bzw. eigentlich KOMPLETT) aus Kopien von Formaten zusammen, die sich Leute im Ausland (USA, England z.B.) ausgedacht haben.

Stimmt genau. Kalki erwähnt ja auch, dass bei diesen „deutschen“ Produktionen jeder Blickwinkel, jede Kaffeetasse, ja wirklich jedes Detail 1:1 nachgebaut wird. Somit bekommt man am Schluss praktisch das Original präsentiert - als billige Kopie, deren Gags und Sinn meist in der lustlosen Übersetzung (oder den unfähigen Comedians) untergehen. Letztenendes ist der „deutsche Humor“ dann nur noch das, was vorher vom amerikanischen Humor übriggeblieben ist.

Aber leider ist das anscheinend durch die deutsche Ignoranz nicht möglich. Man lacht halt über die, die man kennt, auch wenn sie eigentlich nicht mehr lustig sind. Mario Barth erzählt seit er bekannt ist immer die gleichen Witze und trotzdem lachen sehr viele drüber, der Typ hat sogar ein ganzes Stadion mit Fans füllen können.

Ja, aber… Sowohl bei Otto als auch bei Mario Barth spielen auch Mimik, einfallsreichtum und „Erkennungswert“ eine gewisse Rolle. Die Wiederholung von Gags muss nicht zwingend negativ sein. Mario ist mit seinen immer gleichen Grundsätzen (= Geschichten über Männer und Frauen, besonders über seine Freundin) seiner Linie treu geblieben. Genauso wie bei Otto sind seine Gags bereits heute „Kult“. Man lacht nicht (nur) über die Witze ansich, sondern auch über die Art, wie diese vorgetragen werden.
Bei Songs ist es doch im Prinzip das gleiche. Die Leute rennen in Konzerte und kaufen sich CDs, um die Lieder immer wieder hören zu können. Auch die meisten Radiosender malträtieren uns mit den aktuellen Hits mehrmals pro Stunde, aber da kann man ja zum Glück abschalten… :wink:

-Catboy

Das Strombergvorbild heißt „The Office“ und kommt tatsächlich aus den USA.

„The Office“ kommt ursprünglich aus England, die Amis haben die Serie nur nachgemacht (wie Pro 7 auch).

Asche auf mein Haupt, “The Office” kommt wirklich aus England, da hat mich meine Erinnerung getäuscht. Deutschland und die USA haben das Konzept aufgenommen.

die Amerikaner bringen irgendwie schlecht rüber

nein! wenn man ein bisschen englisch kann, dan versteht man’s schon :smt002
einige verfügen wenigstens über spontanität, wie Jeff Dunham

die Briten – ähm die können vielleicht ein bisschen schauspielern, aber Comedy ist denen ein Fremdwort, absolut nichts lustiges.

nochmal nein, es gibt wirklich viel gute englische komödien, wie die hier, aber es natürlich auch schlechte britische und amerikanishce komödien und comedians…

Naja ich denke das ist halt wieder eine Geschmacksfrage. Jeff Dunham finde ich persönlich auch klasse aber little Britain muss man halt schonmal gesehen haben um es lustig zu finden weil die Witze der Serie meist nur auf running gags beruhen.

Dafür sollte man Dir die spanische Inquisition auf den grünen Hals hetzen … :wink:

[video]http://www.youtube.com/watch?v=gldlyTjXk9A[/video]

wobei man sagen muss, dass Stromberg sehr gut geklaut ist und Christoph Maria Herbst wie auch die anderen Charaktere besser sind als das englische Original. Wenns gut gemacht ist, kann man gegen kopieren absolut nix einwenden finde ich.
Ich weiß nicht ob Switch n Vorbild hat, wenn ja dann ists auch gut geklaut und dem deutschen Fernsehen gut angepasst.

Soweit ich weiß ist das Vorbild für Switch eine Sendung aus Australien.

jup, die hieß/heißt “fast forward” wenn ich mich nich irre.

Ich kann mir das Interview leider gerade nicht ansehen.

Allerdings würde ich gerne den hier geäußerten Humorbegriff kritisieren. Meines Erachtens haben wir eine Fernsehlandschaft, die aus historischen, hier nicht näher erforschenswerten Gründen national begrenzt ist. Nun gibt es in der Welt etwas, was wir Humor getauft haben. Kritisieren wir nun hier die quantitative Auslese qualitativ hochwertigen Humors aus diesem Land, hängen wir uns zu schnell an Fragen der Nationalität auf. Selbst wenn man den subjektiven Eindruck verifizieren könnte, dass aus einem Land a ein niedrigerer Schnitt “guter” Comedy (x) in vergleich zu anderen Ländern aus dem Gesamtpool aller Komiker kommt (y), so gilt es nicht die Menge jener Komiker zu kritisieren, die wir hier als schlecht verurteilen. Wir Deutsche haben wohl kaum ein Gen, welches es uns nicht ermöglicht, einen ähnlich hohen Wert guter Comedy (q) auf die Beine zu stellen, wie ein anderes Land.

Gute Komiker des Landes a:

q = x / y

Nicht die Quote und jene, die sie “schlecht” werden lassen, sind entscheidend, sondern die Gründe, weshalb Land a nicht in der Lage ist eine Gesellschaft zu formen, die genug lustige Eigenproduktionen auf die Beine stellt. Und dazu bedarf es eines Querschnitts durch vielerlei Teile unseres Landes. Eine Kritik an Mario Barth bringt hier reichlich wenig, er ist bloß ein Melker des Systems. Das Land selbst gehört kritisiert, nicht die von mir aufgestellte Rechnung. Ich wollte versuchen dies voneinander zu trennten.