Nur ein Spiel: Dokumentarfilm von TV-Sendern abgelehnt

Nur ein Spiel: Dokumentarfilm von TV-Sendern abgelehnt

Im Dokumentarfilm „Nur ein Spiel“ von Michael Schilhansl, der von diversen TV-Sendern abgelehnt wurde, geht es nicht um Amokläufe oder süchtige Gamer, sondern vielmehr um die Leidenschaft von Rollenspielern, die er innerhalb seines fast einstündigen Dokumentarvideos beleuchtet.

Was macht die Faszination von Rollenspielen aus? Dieser Frage geht Michael Schilhansl in seinem veröffentlichten Dokumentarfilm „Nur ein Spiel“ nach. Im fast einstündigen Video geht Michael dabei unter anderem auf LARP-Events (Live Action Role Play) und auf das RPG Gothic 3 ein. Dazu kommen Larp-Teilnehmer und die Macher von Gothic 3, Piranha Bytes, zu Wort, die im Dokumentarfilm als Interview-Partner zu sehen sind. Im Vorfeld der Produktion und auch nach der Fertigstellung von „Nur ein Spiel“ fragte Michael Schilhansl bei diversen TV-Redakteuren nach, ob sein Doku-Projekt für das Fernsehen geeignet sei. Jedoch ohne Erfolg: "Das Ziel meiner Dokumentation ist es, die Faszination von Rollenspielen auch Nichtspielern zu erklären. Anders als im deutschen Fernsehen üblich, wollte ich keine von Sucht oder Amok bedrohten Freaks vorführen, sondern porträtiere „normale“ Menschen, die von ihrer Leidenschaft erzählen. Als ich vor ein paar Jahren die ersten Ideen für den Film hatte, begab ich mich brav zu Vorgesprächen mit Fernsehredakteuren. "

Die Gespräche verliefen laut Michael abgekürzt immer so ab: „Ah sie wollen was über Computerspieler machen. Wollen sie es mehr unter dem Suchtaspekt betrachten, oder mehr unter dem Gewaltaspekt?“ - „Ähm - Nein, ich wollte die zunehmende Popularität und Faszination des Spielens erklären. Achso, also, wenn das nicht unter dem Thema Amok oder Sucht läuft, weiß ich nicht, ob das wer sehen will.“ Weitere Infos zum Dokumentarfilm „Nur ein Spiel“ finden Sie auf der Facebook-Seite von Michael Schilhansl. Nachfolgend können sich Interessierte „Nur ein Spiel“ im Videostream anschauen.

Quelle: PC Games

der letzte Abschnitt ist für dieses Format hier evt. intressant.

Video in der Quelle.

Ich find das schlimm, dass mit dem Wort Computerspiel den Menschen sofort als erstes Gewalt und Sucht einfällt.

Bei 3sat könnte man den Film evtl. zeigen.
Die Sendung “neues” z.B. Ist dem Thema Computerspiele sehr aufgeschlossen und berichtet regelmäßig positiv über sie.

Ich glaube du meinst aufgeschlossen.

“Ah, Sie wollen einen Dokumentarfilm über das Fernsehen machen. Wollen Sie es mehr unter dem Verblödungsaspekt betrachten oder mehr unter dem Aufhetzungsaspekt?”

:smt005
Das ist super, ich treibe es noch weiter: „möchten Sie es mehr unter dem Diskriminierungsaspekt betrachten oder mehr unter dem Aufhetzungsaspekt? Hauptsache es genügt dem (übergeordneten) Verblödungsaspekt! Informationsaspekt scheidet leider aus.“
:evil:

Der Film wird heute um 20.05Uhr auf N24 gezeigt.

Ich hab mal einen Timer gesetzt. Mal sehen wie das so ist. Dokumentationsfilme sind ansich schwierig zu machen, da man gleichzeitig Filme machen können muss, was erklären können muss, und von der Materie Ahnung haben muss. Irgendwie schaffen das hauptsächlich nur britische Sender.

ich denke schon, dass man so etwas im fernsehen zeigen würde, aber vlt. in verkürzter form, schneller geschnitten als kleiner beitrag, oder eben umgekehrt: noch ausführlicher, dafür in mehreren teilen. 4 in diesem fall.
das einfachste ist aber natürlich immer wenn man die leute dort alle als spinner darstellt, die noch an den weihnachtsmann glauben und die keine freunde haben mit denen sie ganz RL auch in der disco und auf feiern spaß haben können. stattdessen schwärmen die traurigen gestalten für welten voller orks, elfen, magier, ritter, zwergen, drachen und prinzessinnen und machen auf möchtegern-held. urkomisch für den durchschnittlichen doku-soap-zuschauer, hat man wieder was zum lachen.

erwachsen sein bedeutet eben nicht träumen zu dürfen und stattdessen der realität permanent ins auge zu sehen. das alltägliche leben ist doch so dermaßen interessant, deswegen laufen ja nachmittags keine serien mehr mit einer fiktiven handfesten story und interessanten charakteren, sondern nur noch doku-soaps über dieses eben so lustige bunte alltagsleben von gewöhnlichen menschen.

würde mich freuen wenn der film in der nächsten folge erwähnt wird :slight_smile:

Der Film wird heute um 20.05Uhr auf N24 gezeigt.

Im Moment läuft da aber die 5000ste Wiederholung oder Folge von „Die Zukunft ohne Menschen“.
Diesmal wird gezeigt, wie die Gebäude in LAs Vegas in sich zusammenfallen und stehr unter dem Motto „Das Ende der Spiele“. Da hast du dich evtl. mit dem Titel vertan.

Darf jetzt jeder so einen Aufstand machen, wenn seine Doku nicht angenommen wird oder geht es nur bei Dokumentationen um Spiele?

Es gab aber schon mal eine Doku im Fernsehen über Rollenspieler (hauptsächlich WoW). Die haben das weit beleuchtet, hauptsächlich aber ein Paar, welches das Spiel als Führer einer großen Gilde hauptsächlich am Abend spielten. Man kann also nicht sagen, so etwas gibt es im Fernsehen nicht.

Der Film behandelt also LARP dessen verhältnismäßig kleine Anhängerschaft vielleicht einschalten würde und Gothic 3, ein mittlerweile 4 Jahre altes Spiel, dass mehr durch seine Bugs als alles andere berühmt wurde.
Ich werde mir den Film noch ansehen um mir dann ein endgültiges Urteil zu bilden, aber von dem was ich jetzt weis kann ich absolut nachvollziehen, dass das niemand senden wollte/will. :smt015

Hallo alle,

Also ich hab mir die Doku jetzt angesehen und bin echt begeistert. Mir hat dass echt gut gefallen und war wirklich interessant. Ok, ich muss dazu sagen dass ich seit frühster Jugend Rollenspieler und Fantasy Fan bin. Aber ich denke dass auch für aussenstehende so eine Reportage durchaus interessant sein kann.

Gerade diese Gruppe von “älteren Herren” die so herrlich Leidenschaftlich DSA gespielt hat, fand ich echt gut. Hat auch mal eine Gruppe von Spielern gezeigt, die ansonsten bei der Thematik gar nicht beachtet wird.

Schade das dieser Film anscheinend auf so eine Ablehnung bei den Sendern stößt.

Gerade diese Gruppe von „älteren Herren“ die so herrlich Leidenschaftlich DSA gespielt hat, fand ich echt gut.

Wuah, die haben selbst auf mich als P&P-Spieler sehr befremdlich gewirkt. In dem Beitrag haben sie schließlich nur ne Battlemap studiert und OOC-rumgelabert.

Ich muss allerdings sagen, dass bisher in keinem mir bekannten Rollenspiel-„Promotion“-Film eine Runde präsentiert wurde, die nicht massives Fremdschämen bei mir verursacht hätte. Da spielt aber wohl auch das Beobachter-Paradoxon ne Rolle.

@ Lou Beau: Ja stimmt schon. Dass wirkte schon Komisch die da zu sehen (wurde Spontan an die Skat-Runde meines Vaters erinnert :slight_smile: )

Dass mit dem Leidenschaftlichem Spielen hab ich auch eher auf die einzel Interwiews bezogen, wo von einzelnen Situationen gesprochen wurde, die in Erinnerung bleiben (gibts glaub ich bei jedem Pen&Paper spieler, mich eingeschlossen).

Auch stimme ich dir zu, dass wenn mal über diese art des Rollenspiels berichtet wird, dass meist eher Fremdschämen generiert, als wirkliches interesse (auch bei Spielern)

Trotzdem fand ichs eine echt gelungene Doku. (Ich weiß nicht, ist Doku für den Film richtig?? )

Ich bin dem Macher des Films dankbar, dass er mir diese Real-Life Rollenspiele gezeigt hat.

Denn dass sowas in Deutschland betrieben wird wusste ich noch nicht, und ich kann mir vorstellen, dass das echt Spaß machen kann.
Sowas hätte im normalen Fernsehprogramm wohl kaum eine Beachtung gefunden.

Mein Problem ist, manchmal wenn ich den Fernseher ausschalte, dann denke ich:

hmm… Und um was hat mich das jetzt bereichert? Hat es mir etwas neues gezeigt? Seh ich jetzt was aus einer anderen Perspektive? hab ich was gelernt? war das nützlich?

  • nö.

Hat es wenigstens spaß gemacht?

  • naja, wenigstens wieder ein paar Stunden rum…

Und das Fazit ist, dass man wieder nur das gesehen hat, was man eh schon wusste oder erwartet hat zu sehen.
Weil immer das selbe gezeigt wird, immer werden die gleichen Klishes bedient, immer wird einem die selbe Meinung aufgebrummt.
Ich bin echt froh Internet zu haben, damit ich die Sachen auch mal aus einer anderen Perspektive sehen kann und mir meine eigene Meinung bilden kann.

Naja, in anderen “Dokumentationen” wird zum x-ten mal der Alltag auf einem Kreuzfahrtschiff gezeigt oder es werden Caterer bei der Verköstigung tausender Event-Besucher begleitet und solcherlei langweiliger Kram, bei dem nichts spannendes passiert. Und das Ganze auch noch mitunter 3 Stunden lang, bei Spiegel-TV oder NZZ-TV und wie sie alle heißen. Da müsste man einen Bericht über Rollenspiele doch allemal unterbringen können.

Was die Larper-Szene anbelangt, so scheint die ja wirklich klein zu sein. Ich war bisher 3 mal in meinem Leben auf einem Larp und war erstaunt, dass ich die meisten der Nasen in dem Beitrag da wiedererkannt habe :mrgreen:

naja das TV würd auch keine Dokumentation über Furrys zeigen

Das ist einfach so das die einfach nur das Senden wollen was eine bestimmte Zielgruppe anspricht, und das sind weder LARPer, Computerspieler oder Furrys…

Eventuell weiß das Fernsehen auch gar nicht, wer ihre Zielgruppe eigentlich noch ist, bzw. sie ist einfach alle und wenn man für alle produziert, kann man ja nicht zuviel nahrhaftes bringen. Die Geisterquotenboxenbesitzer sind ja nicht gerade repräsentativ, klar dass man da natürlich hauptsächlich leichtverdauliche Kost bringt, da geht man keine Risiken ein, dass jemand es nicht verträgt.