Neue Regeln bei Call-in-Gewinnspielen

Kommission der Landesmedienanstalten beschließt gemeinsame Gewinnspielregeln
Neue und umfassende Regelungen für Gewinnspiele im Radio und Fernsehen rücken näher. Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) und die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der Landesmedienanstalten haben nach intensiven Vorarbeiten jetzt eine entsprechende Gewinnspielsatzung verabschiedet.

“Damit setzen die Landesmedienanstalten ein klares Zeichen für mehr Transparenz und Verbraucherschutz im Rundfunk”, so ZAK-Vorsitzender Thomas Langheinrich. Vorgesehen ist, dass die Satzung den Gremien aller 14 Landesmedienanstalten zur Entscheidung möglichst noch in diesem Jahr vorgelegt wird. Vorher werden auch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten über die Details der Gewinnspielsatzung informiert und in einem gesetzlich vorgeschriebenem Verfahren beteiligt.

Besonders wichtig war den Medienhütern der Kinder- und Jugendschutz. So dürfen in Zukunft Jugendliche erst ab 14 Jahren an Gewinnspielen im Radio oder Fernsehen teilnehmen, eine Teilnahme an Gewinnspielsendungen ist Kindern und Jugendlichen in Zukunft generell untersagt. “Damit tragen die Landesmedienanstalten dem unterschiedlichen Gefährdungspotential bei Gewinnspielen und Gewinnspielsendungen Rechnung”, so der ZAK-Beauftragte für Programm und Werbung, Professor Dr. Norbert Schneider, unter dessen Federführung in enger Zusammenarbeit mit der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) die Satzung entstanden ist.

Neu ist unter anderem auch:

• Bei einem Gewinnspiel muss im Rahmen einer entsprechenden Sendung innerhalb von 30 Minuten ein Anrufer durchgestellt werden, nach 3 Stunden muss die Sendung beendet sein.

• Ein Telefonanruf darf nicht mehr als 50 Cent kosten.

• Darüber hinaus müssen in Zukunft Gewinnspiele nach klaren, für die Nutzer nachvollziehbaren und verständlichen Regeln ablaufen. Irreführung ist untersagt.

• Gewinnspielsendungen müssen alle 15 Minuten über Bildschirmeinblendungen über Teilnahmebedingungen informieren.

• Es darf nicht zu einer Mehrfachteilnahme an einem Gewinnspiel animiert werden.

• Bei Missachtung der neuen Vorschriften drohen den Veranstaltern Bußgelder bis 500.000 Euro.

Gegenüber den Landesmedienanstalten besteht eine Informationspflicht, das heißt, die Veranstalter müssen den Ablauf der Gewinnspiele umfassend dokumentieren.
Die verabschiedete Gewinnspielsatzung ist zeitnah unter www.alm.de abrufbar.

• Bei einem Gewinnspiel muss im Rahmen einer entsprechenden Sendung innerhalb von 30 Minuten ein Anrufer durchgestellt werden, nach 3 Stunden muss die Sendung beendet sein.

Klingt ja interessant! Endlich mal etwas, was vergewisster, dass man durchkommen KANN.

Aber befürchte, dass die Call-in-Sender dass irgendwie umgehen können/werden…

Es muss ein Anrufer durchgestellt werden, also jemand, der auch spricht und eine Lösung nennt? Oder reicht auch ein - natürlich nicht beweis- oder nachvollziehbares - gefaktes “Ach, schade, aufgelegt…”???
Desweiteren mache ich praktisch jetzt schon jede Wette, dass die meisten Abzocker diese 30-Minuten-Regel bis zur letzten Sekunde ausnutzen werden! Und was unter “die Sendung” zu verstehen ist, darüber kann man bestimmt auch noch diskutieren. Notfalls machen die eben für jedes Gewinnspiel eine eigene “Sendung” hintereinander, dann ist auch diese Vorschrift elegant umgangen!

-Catboy

• Bei einem Gewinnspiel muss im Rahmen einer entsprechenden Sendung innerhalb von 30 Minuten ein Anrufer durchgestellt werden, nach 3 Stunden muss die Sendung beendet sein.

Klingt ja interessant! Endlich mal etwas, was vergewisster, dass man durchkommen KANN.

Aber befürchte, dass die Call-in-Sender dass irgendwie umgehen können/werden…

Die werden einfach ihre Dauergewinner (Nils, Alex, Tobias, etc.) öfters durchstellen lassen. Das mit der Erklärung des ZUfallsmechanismus, die sie ja auch abgeben müssen, bekommen die dann anders hin.

Wisst ihr auch schon, ab wann das alles in Kraft treten soll?
Ich habe nämlich vor ein paar Tagen noch ein 9Live Spiel gesehen, und da wurde mindestens 4 Stunden “gezockt”.
(Das war ein Worträtsel, was auf den ersten Blick “Bienenstich” ergab, aber das war falsch (ich glaube, es fehlte ein e) Nach einiger Zeit nachdenken kam man aber doch darauf, dass “Tischbeine” das richtige Lösungswort war…)

Was mich ein paar Tage später wirklich sehr verwundert hat, ist, dass da sogar 100€ (!) für eine Falschantwort ausgezahlt wurden!!
Aber was sind 100€ gegen die gesamte kommerzielle Macht von 9Live… :smt011

[quote="<Landesmedienanstalten>"]Bei einem Gewinnspiel muss im Rahmen einer entsprechenden Sendung innerhalb von 30 Minuten ein Anrufer durchgestellt werden, nach 3 Stunden muss die Sendung beendet sein.
[/quote]
Das hört sich doch mal nach einer Verbesserung an :wink:
Und ich glaube es wird schwierig für 9doof, dass noch irgendwie zu umgehen :slight_smile:

500.000 Euro :twisted:
Das is doch mal ne angemessene Strafe für diese Hu… Abzocker :mrgreen:

Zwei Frage plagen mich noch:

Macht 9live doch dauernd? Ist diese Regel nich schon immer da gewesen? Und warum

haben 9live und Co bisher keine Strafen bekommen?

Naja, alles in allem (endlich mal :mrgreen: ) Ein Hoch auf die Landesmedienanstalten!

Naja, alles in allem (endlich mal :mrgreen: ) Ein Hoch auf die Landesmedienanstalten!

Negativ! Gegenüber dem ersten Entwurf weggefallen sind:

  • Die Pflicht, das Anrufaufkommen in der Sendung zu veröffentlichen,
  • Die Begrenzung der Anrufe pro Person auf 30 €.
    Begründung: “Technisch nicht möglich”, was falsch ist!
    Nichts von den Regeln ist neu, nichts wurde bisher geahndet! Das mit den 30 min: Dann wird halt ein “Tobias” u.ä. durchgestellt. Oder eine Falschantwort oder ein Aufleger.
    Die Lobbyisten haben zugeschlagen. Näheres auf http://www.call-in-tv.net.

Ich nehme mein Hoch zurück o_O
Was meinst du mit Begrenzung pro Person auf 30 Euro?
Naja, wird sich zeigen was draus wird.
Ich hoffe 9live wird ordentlich ein Stein in den Weg gelegt. :?

Was meinst du mit Begrenzung pro Person auf 30 Euro?
In einem ersten Entwurf der LMAs wurde eine Begrenzung der Anrufkosten pro Person auf 30 € gefordert. (60 Mal Anrufen, was ich immernoch zu viel finde; das wären immernoch 900 € Telefonkosten pro Monat) Das ist weggefallen, weil die Sender/Veranstalter es als “technisch nicht machbar” bezeichnet haben.

  • Die Pflicht, das Anrufaufkommen in der Sendung zu veröffentlichen,
  • Die Begrenzung der Anrufe pro Person auf 30 €.
    Begründung: “Technisch nicht möglich”, was falsch ist!

Die Begrenzung der Anrufe pro Person ist technisch nicht möglich, höchstens pro Anschluß.

Von mir aus auch das. Wobei Leute, die vierstellige Telefonkosten haben, irgendwann eh keinen neuen Anschluss mehr bekommen.
In Großbritannien geht das komischerweise. :roll:

Aber wieso sollten das die Telfonanbieter tun?
Die können immer noch sagen: “Tja! Ihr Pech, wenn sie da andauernd anrufen!”
Und dann ist der Telfonanbieter aus dem Schneider, und 9Live ebenfalls, weil die oben seit neuestem immer einblenden: “Achten Sie auf ihr Telefonierverhalten!”
Dann bleibt der Durchschnittsbürger auf den Kosten sitzen… :roll:

Dann bleibt der Durchschnittsbürger auf den Kosten sitzen… :roll:

Wer die Musik bestellt bezahlt sie auch!