Negativtendenz? - Entstellte Quellen.

Lieber Fernsehkritiker und liebe Community,

ich weiß ja nicht, ob das nur mir auffällt, aber ich beobachte schon eine Weile, dass die Beiträger immer mehr in den Bereich Kommentar, zum Teil auch Satire abrutschen. Das würde mich weniger stören, wenn das gesamte Programm, die Folgen, hier auch als solche Kommentare deklariert werden. Da dies aber nicht der Fall ist, wirken die Folgen immer mehr und mehr als etwas manipulatives. Es wird etwas hineingeschnitten - in das Orginale Bild -, sodass ich nicht weiß, ist es orginal oder etwa nicht. Manchmal kann ich nicht einmal mit Logik folgern.
Zum Beispiel in der Folge (ich habe leider die Nummer vergessen) wurde von einer Doku der ARD berichtet, in der es um die K.O.-Pillen ging. DIe Sendung hieß in etwa so: “Sexfalle - K.O.Pillen”. Der Titel ist absurt und ziemlich krass für einen solchen Sender, es ist mehr als berechtigt, soetwas aufzuzeigen. Aber du hattest den Filmbeitrag, in dem der Titel auch gezeigt wurde, mit einem Ton unterlegt, der den Namen der Sendung noch reißerrischer wiedergab. Da ich den Namen schon so absurt fand, habe ich den Ton auch für Produktion der ARD gehalten. Später aber wieß sich das als Irrtum heraus, da ich den Beitrag später noch einmal angeschaut hatte. Der Name der Sendung wurde ganz seriös vorgelesen. (was natürlich nicht den Titel rechtfertigt, aber das ist ein anderes Thema)
Das ist jetzt nur ein Beispiel, bei dem ich tatsächlich überrascht wurde, dass etwas nicht das Schaffen der ARD war, sondern von Dir selber stammte.

Ich finde es nicht verkehrt, wenn Du Deine Meinung einspielt, es ist auch berechtigt und gut, außerdem ist es wohl Dein Hobby und damit zu erfreuen und darüber bin ich sehr froh. Aber ich finde es zu viel des Guten. In dieser Folge (Nr. 66) zum Beispiel habe ich, dass die Sache mit den grünen und roten Hintergründen bei der BreakingNews von n-tv und Co zur dreifache Katastrophe in Japan als albern empfunden. Ich denke nicht, dass solche SPielerein bei wirklich albernen Themen keinen Platz finden sollten.
Aber zur Zeit häufen sich solche Effekte, die ich immer mehr und mehr als bedrohlich empfinde, denn die stören die annähernd neutrale Berichterstattung. Kommentare ok, aber nur, wenn sie auch als solche gekennzeichnet werden. Du beschwerst Dich immer über die Berichterstattungen aus zweiter Hand einiger öffentlich Rechtlichen. Im Grunde machst Du es selber, in dem Du an einigen Stellen einfach zu viel Deine Meinung an uns weitergibst ohne - und genau das ist das Makel - uns die Orginale zu zeigen, wodurch wir durch Deine Denkanregungen auf die selbe Schlussfolgerung kommen können und auch werden. So, wie es sich jetzt zur Zeit immer mehr und mehr entwickelt, fühle ich mich, als würde da jemand mir eine Meinung überstülpen zu wollen ohne dabei darauf zu achten, dass ich die Gedanken verstehe oder selbst mir einen Kopf darüber mache. Ich habe keine Möglichkeit, eine andere Meinung zu haben, als Deine Meinung. Schade.

Was sagt die Community dazu?

Und viel wichtiger:
Was siehst Du das, Holger?

Grüße,
alarice

Ich finds jetzt nicht so schlimm. Das Magazin wird ausdrücklich als “das satirisch-kritische TV-Magazin”. Es liegt am Zuschauer die Satire als solche zu erkennen. Das ist gelegentlich nicht so einfach, wie du richtig sagst, aber immer möglich. Soll Holger nun bei jedem satirischen, sarkastischem Kommentar in der Ecke eine “Satire”-Einblendung machen?
Die Überspitzung durch Musik und Farbton der Tickernachrichten fand ich sehr amüsant und stellte auch gut dar, wie Medien funktionieren (nämlich mit extremen Meldungen).

Ich hatte bei alten Sendungen manchmal Gänsehaut vor Wut auf die Geschehnisse im Fernsehen und war beim Kojak-Outro teils mit einem vorrevolutionären Gefühl erfüllt.

Heutezutage ist FK.TV für mich ne recht gut gemachte Comedy-Sendung die mich auf dem laufenden hält, wie es mit dem Fernsehen weiter geht. Einige Zuschauer der ersten Stunde haben sich wegen politische Makulatur schon lange mit grauem abgewandt. Dafür bin ich im Denken zu liberal, moderat und gutmenschlich fürchte ich.

Nehmen wir mal nur den Hauptnamen fernsehkritik.tv auseinander.
Es geht hier doch um Kritik am Fernseh-Programm. Es sind keine Nachrichten über TV-Programm. Kritik kann dabei eine Vielzahl von Stilmitteln benutzen. Und das können bei Film-Produktionen auch Bildverfremdungen sein. Bild- und Tonäußerungen müssen zusammen betrachtet werden. Ärgerlich würde es erst werden, wenn das Bild verfremdet werden würde und danach etwas kritisiert würde, was nur durch die Verfremdung überhaupt kritikwürdig geworden ist.

Mir persönlich ist es nur wichtig, dass nichts falsches gesagt wird, deswegen neige ich hier im Forum auch zum nörgeln über kleinere Fehler. Das tue ich aber auch nur, weil ich von der Sendung jeweils immer ziemlich viel erwarte. Da fallen dann Detailfehler einem schneller auf, während man im üblichen TV-Programm eh schon jeden Fehler ignoriert, weil es so viele geworden sind.

Hauptredaktionsmerkmal sind nun mal die Äußerungen und Analysen von Holger Kreymeier, nicht die Bildausschnitte. Die dienen nur einer Veranschaulichungen, nicht unbedingt aber als Quelle. (Denn dann müssten die Sendungen eh immer vollständig gezeigt werden, sonst wird eh immer “manipuliert” und der Zuschauer durch Ausschnitte gelenkt. Das ist aber eben völlig normal.)

Gleichzeitig würde aber ohne das kreative Spiel mit reingeschnitten Elementen die TV-Ausschnitte langweilig werden. Ich habe zumindest keine Lust, ständig einfach nur die Ausschnitte zu sehen, die ich doch beim TV-Schauen gerade eben vermeiden möchte. Und mit dem ganzen Wahnsinn im TV mit einer guten Portion Humor dran zugehen, halte ich für einen guten Weg.

Zum Beispiel in der Folge (ich habe leider die Nummer vergessen) wurde von einer Doku der ARD berichtet, in der es um die K.O.-Pillen ging. DIe Sendung hieß in etwa so: “Sexfalle - K.O.Pillen”. Der Titel ist absurt und ziemlich krass für einen solchen Sender, es ist mehr als berechtigt, soetwas aufzuzeigen. Aber du hattest den Filmbeitrag, in dem der Titel auch gezeigt wurde, mit einem Ton unterlegt, der den Namen der Sendung noch reißerrischer wiedergab. Da ich den Namen schon so absurt fand, habe ich den Ton auch für Produktion der ARD gehalten. Später aber wieß sich das als Irrtum heraus, da ich den Beitrag später noch einmal angeschaut hatte. Der Name der Sendung wurde ganz seriös vorgelesen. (was natürlich nicht den Titel rechtfertigt, aber das ist ein anderes Thema)

Der irische Autor Jonathan Swift hat in “A Modest Proposal” vorgeschlagen, die Probleme der Überbevölkerung, Armut und Kriminalität durch den Verzehr von irischen Babys zu lösen. Eine Provokation der für das Elend verantwortlichen englischen Kapitalisten. Das ist Satire!

Es ging mir nicht darum, irgendwie die Satire anzuprangern, sondern lediglich aufzuzeigen, dass einige Versuche, qualitativ satirisch zu werden, in die Albernheit abgerutscht sind.
Oder habe ich das Konzept des Programms nicht verstanden? Sollte etwas der Hauptaspekt darauf liegen, sich über etwas lustig zu machen, ohne dabei die Ernsthaftigkeit und teilweise auch Traurigkeit einiger (in nenne es mal sehr untertrieben:) “Fehlgriffe” einiger Sender zu zeigen und zu denken, “Ich weiß es besser, das, was die dort machen ist schlecht”. Das war jetzt mal ganz banal ausgedrückt, was ich gesagt habe. Ich meinte nicht, dass diese Sendung zu kritisch oder satirisch ist, im Gegenteil. Gerade diese Kritik sollte sie beibehalten und begrüße ich sehr. Nur empfand ich einige Versuche etwas qualitativ zu bewerten, zu abgedroschen und banal, es hatte eher teilweise - mal hart und plump ausgedrückt - 9live Charakter und ist unter dem eigentliche Niveau dieses Programms.
FKTV wirkt mit einigen Beiträgen so, als ob es, wie es auch richtig ist, in einem anderen Boot sitzt als die Medien. Aber es sagt, dass das Ruder der Medien falsch steht, lenkt aber selber in diese Richtung.

Ich hoffe, es ist jetzt ein wenig klarer geworden, was ich meine.

Das ist jetzt nur ein Beispiel, bei dem ich tatsächlich überrascht wurde, dass etwas nicht das Schaffen der ARD war, sondern von Dir selber stammte.

Ich bin überrascht über Dein akribisches Quellenstudium, denn die Doku lief im ZDF und hieß “Sexfalle K.O. Tropfen”. :smt006

sondern lediglich aufzuzeigen, dass einige Versuche, qualitativ satirisch zu werden, in die Albernheit abgerutscht sind.

Humor und damit auch Satire sind einfach auch immer Geschmackssache. Ich muss dir da zustimmen, einige Dinge empfinde ich persönlich auch als (leicht) albern. Zum Beispiel die Gedankenblasen. Wobei diese mich nicht als solche stören (ein schickes simples “€”, “?” oder ähnliches als Gedanke über manchem TV-Kopf kann ja recht passend sein) sonderen eher dass sie hin und wieder durchaus Inhalte auf Kalauer-Niveau (oder wenn man so will: auf dem Niveau, welches die Sendung selbst kritisiert) beinhalten.

Aber genau das ist der Punkt: Andere Zuschauer sehen dies vielleicht wieder ganz anders. Während es für den einen trocken, bissig und subtil sein darf mag es ein anderer freiheraus derb. Und der FK macht nun mal die Sendung für die Zuschauer und nicht für sich selbst. Da sollte (bzw muss) dann für jeden Geschmack was dabei sein. Wobei natürlich auch hier gilt: Was allen gefallen soll kann nicht jedem gefallen.

Ich habe beim konkreten Beispiel ja lediglich mit Überspitzung deutlich machen wollen, was das für ein reißerischer Titel ist - ich glaube, dass die allermeisten das auch so verstanden haben!

Der irische Autor Jonathan Swift hat in “A Modest Proposal” vorgeschlagen, die Probleme der Überbevölkerung, Armut und Kriminalität durch den Verzehr von irischen Babys zu lösen. Eine Provokation der für das Elend verantwortlichen englischen Kapitalisten. Das ist Satire!

Ja, wunderbar - nur wenn ich jetzt entsprechend dies für 9Live-Moderatoren vorschlagen würde, hätte ich gleich wieder hier im Forum und auch per Mail 100 Leute gegen mich, die mir indirekt einen Mordaufruf unterstellen oder sonstwas. Ich wäre ja froh, wenn ich soweit gehen könnte - muss aber auf der anderen Seite nun mal zur Kenntnis nehmen, dass eine bestimmte Art der Überspitzung und Satire von vielen nicht verstanden wird…

Ich finds jetzt nicht so schlimm. Das Magazin wird ausdrücklich als “das satirisch-kritische TV-Magazin”. Es liegt am Zuschauer die Satire als solche zu erkennen. Das ist gelegentlich nicht so einfach, wie du richtig sagst, aber immer möglich. Soll Holger nun bei jedem satirischen, sarkastischem Kommentar in der Ecke eine “Satire”-Einblendung machen?

Sehe ich auch so. Es gibt eben doch noch die klügeren Zuschauer, die dieses Magazin eben als Unterhaltung, und nicht als Info sehen.

Die Überspitzung durch Musik und Farbton der Tickernachrichten fand ich sehr amüsant und stellte auch gut dar, wie Medien funktionieren (nämlich mit extremen Meldungen).

Ja, das war schon ziemlich geil. FKTV ist keine Tagesschau und wird es auch nie sein (hoffentlich).

Ich fand den Einspieler mit den Rot/Grün unterlegten Meldungen von N-TV/N24 auch recht albern, bzw. zu sehr in die länge gezogen. Ansonsten kein Kritikpunkt.

Satire ist Unterhaltung, richtig, Satire ist aber auch Unterhaltung, die kritisiert und zum Denken anstößt. Genau das erfüllt die Sendung doch. Dass Holger wie ein emotionsloser Cyborg in die Kamera spricht will von uns sicherlich auch keiner, schließlich legen wir ( oder ich zumindest ) Wert auf seine Meinung, was wiederum nicht heißt, dass man nicht selbst noch einmal reflektieren soll :o)

Ich bin auch eine Zuschauerin der “ersten Stunde” und mir persönlich gefallen auch die älteren Sendungen mehr.
Aber ich kann gar nicht so genau beschreiben, was ich damals besser fand. Eigentlich bin ich ein Fan überspitzter Satire und gerade den bunten Einspieler über N-TV/N24 fand ich richtig gut.

Ein wenig langatmig finde ich die Sendungen, in denen Gäste zu Wort kommen, wobei ich die Intention dahinter meist verstehen kann. Letztlich ist das ja auch Geschmackssache.

[quote]Der irische Autor Jonathan Swift hat in "A Modest Proposal" vorgeschlagen, die Probleme der Überbevölkerung, Armut und Kriminalität durch den Verzehr von irischen Babys zu lösen. Eine Provokation der für das Elend verantwortlichen englischen Kapitalisten. Das ist Satire!

Ja, wunderbar - nur wenn ich jetzt entsprechend dies für 9Live-Moderatoren vorschlagen würde, hätte ich gleich wieder hier im Forum und auch per Mail 100 Leute gegen mich, die mir indirekt einen Mordaufruf unterstellen oder sonstwas. Ich wäre ja froh, wenn ich soweit gehen könnte - muss aber auf der anderen Seite nun mal zur Kenntnis nehmen, dass eine bestimmte Art der Überspitzung und Satire von vielen nicht verstanden wird…[/quote]

Super! Das ist Satire mit Anspruch, so muss es sein. (Ich wäre nicht unter denen, die eine Mail schreiben würden.)
Es darf nicht albern sein, das ist mein Punkt, der Anspruch und zum Teil auch Niveau fehlt; nicht immer, keine Frage, aber leider immer öfter, wie mir auffällt.

Aber ich bin die einzige, die das sieht und auch kritisiert, schade eigentlich. Denn meiner Meinung leidet darunter dieses Format, obwohl es eigentlich gineal ist und sein sollte. Aber wenn dem so ist. Wenn der Mehrheit dieser mMn sehr traurige Trend gefällt. ;")

Ich finde den Holger ja ziemlich genial, seine Sendung muss es aber nicht immer sein.
Funktioniert eh nicht, da nicht jeder Swift mag. Oder versteht. :wink:

Meiner Meinung nach darf Holger uns auch gerne hin und wieder unterhalten, ohne geniale Weisheiten zu verkünden.
Wobei ich gerade den Kontrast von Katastrophen-Journalismus und Score-Untermalung genial fand.
So, nun ist dieser Begriff auch ausgelutscht.

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Aber ich bin die einzige, die das sieht und auch kritisiert, schade eigentlich. Denn meiner Meinung leidet darunter dieses Format, obwohl es eigentlich gineal ist und sein sollte. Aber wenn dem so ist. Wenn der Mehrheit dieser mMn sehr traurige Trend gefällt. ;")
[/quote]

Bist du nicht! Ich stimme voll und ganz mit dir überein. Ich habe ja schon mehrfach drauf aufmerksam gemacht, dass einige jüngere Ausgaben eine Sache anprangern, aber praktisch im eigenen Kommentar sich exakt den selben Fehltritt erlauben. Beispielsweise die Kritik an “wer die [Name] mag ist doch doof” in der gleichen Folge wie ein Kommentar, der in etwas “wer zu Guttenberg noch mag ist doch doof” lautete.*

Es geht ja nicht darum, Kritik, Satire oder gar Holgers Meinung aus diesem Magazin zu entfernen - denn das sind effektiv die drei Hauptzutaten - sondern um die Beobachtung, dass Regietechniken und andere Elemente, wie sie in eben den kritisierten Formaten auftauchen, zeitweise etwas ungeschickt verwendet werden.

Hierzu noch zwei Anmerkungen - das “ungeschickt” sei hier nicht auf die technische oder Autorenleistung bezogen, sondern ist im Endeffekt auch Geschmackssache. Häufig scheint die Sendung jüngst die Distanz zum Material zu verlieren, welche Satire naturgemäß haben muss. Dies erzeugt den Eindruck eines Entgleisens und entwertet einige, per se vielleicht ganz witzige Effekte. Denn das zu persiflierende Objekt nachzuahmen ist ein Hauptwerkzeug der Satire, nur eben mit einer gewissen Distanz.

    • Disclaimer: Das soll nur die Widersprüche anschaulich machen, die ich in jüngeren Folgen gefunden habe. Ich möchte hier keine Debatte über zu Guttenberg vom Zaun brechen, zumal ich eigentlich auf der Seite Holgers in dieser Sache bin. Lediglich der Kommentar erschien mir fehlplatziert.

Es darf nicht albern sein, das ist mein Punkt, der Anspruch und zum Teil auch Niveau fehlt; nicht immer, keine Frage, aber leider immer öfter, wie mir auffällt.

Mel Brooks soll bei einem Interview - sinngemäß - gesagt haben: Umso besser das Original, desto besser die Parodie. Bei Satire ist es ähnlich. Satire mit Niveau erfordert eben auch Opfer mit Niveau.

Für den Satiriker ist es ein großer Unterschied, ob er eine “normale” Rabenmutter aufs Korn nimmt oder die “Tigermutter” Amy Chua, die ihre Tochter zur Versagerin abstempelt, nur weil sie bei einem Schultest eine Eins mit Minus bekommen hat.

Was ich damit sagen will, ist, dass deine Beispiele nicht zu der harten Kritik passen, die du äußerst.

Ich habe beim konkreten Beispiel ja lediglich mit Überspitzung deutlich machen wollen, was das für ein reißerischer Titel ist - ich glaube, dass die allermeisten das auch so verstanden haben!

Nur fürs Protokoll: Ich habe es auch nicht gleich verstanden und mich ebenfalls gefragt, ob das jetzt wirklich so über den Sender gegangen ist. Das hättest Du wirklich etwas besser als »Anmerkung des Autors« kennzeichnen sollen, denn ich habe es stattdessen sozusagen für ein »wörtliches Zitat« gehalten.

FK.TV ist doch schon immer Satire, oder hab ich was falsch verstanden? Also ich hab den KO-Tropfen Beitrag auch gesehen und fand bei dem Ton, der unterlegt wurde, war doch eigentlich recht schnell klar, dass es sich hierbei nur um eine überspitzte Darstellung handelt. Ich denke, dass es eher eine Bemerkung gegeben hätte, wenn das der Original-Ton wäre. Das mag villeicht nur meine Meinung sein, aber ich sehe eher eine Problematik darin, wenn der Fernsehkritiker jetzt anfängt bei jedem Beitrag Ansagen der Form “Achtung, in folgendem Beitrag finden sie bei Minute xy eine Sequenz, welche von mir stammt und nicht aus der originalen Produktion. Es handelt sich hierbei um ein Stilmittel, mit welchem ich der Absurdität dieser Sendung Ausdruck verleihen möchte” macht. Ok, das war jetzt auch überspitzt dargestellt. Man kann es sicherlich auch dezenter machen, aber die Grundessenz bleibt erhalten. Sobald man anfängt auf Sarkasmus, Ironie und co. hinzudeuten geht der ganze Witz an der Geschichte verloren, was ich als sehr schade empfinden würde.

Für mich ist in diesem Fall gar nicht so entscheidend wie gut oder schlecht man das erkennen konnte — zu einer handwerklich einwandfreien Arbeit, worauf der Fernsehkritiker ja sonst auch sehr viel Wert legt (zu Recht), gehört es eben auch, Anmerkungen und auch Hervorhebungen durch den Autor in einem Zitat kenntlich zu machen. In der Literatur ist das ja auch gang und gäbe.

Es ist auch mir aufgefallen das die Sendung sehr an Biss verloren hatt.
In früheren Folgen war wesentlich mehr Kritik, Satire und vor allem Sarkasmus verpackt.
Man könnte es fast mit den Grünen vergleichen … zu anfangs in Turnschuhen und Rollkragenpullover in den Bundestag … heute im geschniegelten Anzug.

Back to the roots…