N24 gestern und heute: Todesfalle Internet

Ich habe vorhin zufällig beim Zappen im EPG die Sendung “Todesfalle Internet” auf N24 entdeckt. Da ich doch recht interessiert war, wie man denn im oder durch das Internet zu Tode kommen kann, habe ich mir diese Sendung - naja, den Anfang dieser Sendung - einmal angesehen.

Inhalt dieser Sendung waren dann beispielhafte Darstellungen von Nutzern von Kontaktbörsen im Internet und deren Erfolgs- oder auch Mißerfolgserlebnisse, wobei u.a. eine Frau gezeigt wurde, die im Internet jemanden kennengelernt hat, der sich dann als Stalker herausgestellt hat. Ein anderes Beispiel war eine Frau, deren Mutter von jemandem, den sie (die Mutter) im Internet kennengelernt hat, umgebracht wurde.

Im Grunde sind diese Beispiele, sollten sie denn wahr sein, sicherlich schrecklich. Was mich an dieser Sendung aber vor allem gestört hat, war das Niveau, auf dem diese Sendung aufgebaut war, (hatte etwas von dieser zu-Guttenberg-KiPo-Sendung auf RTL 2) und vor allem die suggerierte und schon im Sendungstitel verkündete Schlussfolgerung, dass nämlich mal wieder allein das böse, böse Internet Schuld daran war. Das böse, böse Internet ist mal wieder höchst gefährlich, sprich man gerät unweigerlich in Lebensgefahr, wenn man online nach einem Partner/einer Partnerin sucht.

Als ob man solchen gefährlichen Menschen wie Stalkern oder potentiellen Mördern, nicht auch in der Disco nebenan oder im Supermarkt um die Ecke über den Weg laufen kann. Als ob man solchen Menschen nicht auch begegnen kann, wenn man diese so richtig offline kennenlernt.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich es - aufgrund dieses überaus hohen Niveaus - nicht ertragen habe, mir diese Sendung vollständig anzusehen.

Die Sendetermine sind bzw. waren:
26.07.2011, 22:15 Uhr
27.07.2011, 01:10 Uhr
27.07.2011, 17:05 Uhr
jeweils auf N24

N24 ist quasi Galileoresterampe, über mangelnde Qualität würde ich mich da als letztes beschweren. Nur erst findest du das Niveau zu niedrig und zum Schluss zu hoch?
Zum Thema: Naja. Noch 10 Jahre warten, dann sind die Leute die sich von sowas einlullen lassen tot oder dement, oder haben eingesehen wie verantwortungsbewusster Umgang mit dem Internet funktioniert.

man gerät unweigerlich in Lebensgefahr, wenn man online nach einem Partner/einer Partnerin sucht

So ein Stuss! Man gerät ausnahmslos immer in Lebensgefahr, wenn man nach einem Partner sucht. Deshalb nennt man diese Personen „Lebensgefährte“. :-o

:smt005 :smt005 :smt005 Selten so gelacht :smt023

Ich glaube das bevorzugte Publikum ist Rentner ohne Internet. Schon ein starkes Stück an Realitätsverzerrung.

Nur erst findest du das Niveau zu niedrig und zum Schluss zu hoch?

So ist das halt mit dem Zynismus oder dem Sarkasmus. :wink:

Zum Thema: Naja. Noch 10 Jahre warten, dann sind die Leute die sich von sowas einlullen lassen tot oder dement, oder haben eingesehen wie verantwortungsbewusster Umgang mit dem Internet funktioniert.

Sowas nenn ich dann mal Optimismus, vor allem wenn ich mir so die Entwicklung des TV-Programms in den letzten 10 bis 20 Jahren ansehe.

Mann, mann, mann, bei diesen N24-Möchtegern-Galileo-Reportagen tun sich wirklich immer wieder Abgründe auf. Allein schon der Titel: “Todesfalle Internet”. Da müssen doch bei jedem halbwegs kritischen Fernsehzuschauer sämtliche Alarmglocken schrillen. Da kann man Sensationsgeilheit, Verallgemeinerungen und Übertreibungen ja schon förmlich riechen.
Bloß, weil hin und wieder mal Menschen durch Unachtsamkeit im Internet in zweifellos unangenehme Situationen geraten, wird da wieder einmal in feinster BILD-Manier eine riesige Horrorkulisse aufgebaut. Es sind auch schon ein paar Leute aus Fenstern gefallen und es sind auch schon ein paar Leute im Winter auf vereisten Gehwegen böse gestürzt. Kommen dann also als nächstes die Dokus “Todesfalle Fenster” und “Todesfalle Gehweg”? :smt021

Oh Gott… Beate Krafft-Schöning…

Die so chattet, wie es kein (oder nur gaaaaaaanz wenige) 13-jähriges Mädchen machen würde, weil sie irgendwann es sicher mit der Angst bekämen…

ist das diese Sendung: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ … e-Internet

12 Fälle in den vergangenen Jahren? Todesfalle? Was für’n Schwachsinn! :smt021

Wenn man in dem Bericht das Wort Internet mit dem Wort Fernsehen austauscht, dann würde man es nicht merken.

Ungeheuerlich diese Reportage. Polemisch, zynisch, schlecht recherchiert und eine hetzerische Propaganda gegen das Internet. :smt019

ist das diese Sendung: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ … e-Internet

Das sieht der N24-Sendung allerdings auffallend ähnlich. Das ist in der Tat dieselbe Sendung. Stellt sich jetzt die Frage: Wie kommt das sowohl zum ZDF als auch zu N24? Und wer (welche Lobbyisten oder Politiker) und was steckt dahinter? Von der Sache mit der Finanzierung durch die GEZ und durch Werbung mal ganz abgesehen.

Beate Krafft-Schöning…

Die so chattet, wie es kein (oder nur gaaaaaaanz wenige) 13-jähriges Mädchen machen würde…

Du meinst eher, das 13 Jährige Mädchen bei solchen Anmachen nen Lachkrampf kriegen würden und denen entsprechend schreiben würden „Verschwinde Opa…“ :ugly

Die ziehen auch die völlig falschen Schlüsse, Schwere Kindheit, und sich dann im Netz ein Opfer gesucht, auch ohne Internet hätte der Täter sich irgendwann ein Opfer gesucht, das Netz war hier nur ein mittel zum zweck…

N24 gehört zu RTL Gruppe also kann man von denen eben nichts sinnvolles erwarten.

@Amiga
N24 gehört zu RTL? Das wusste ich noch gar nicht. Das erklärt dann sehr gut das unterirdische Niveau vieler Sendungen auf diesem Sender. Der Apfel fällt auch im Fernsehen anscheinend nicht weit vom Stamm…
A propos: War N24 nicht auch der Sender, der vor nicht allzu langer Zeit die Zuschauer mit einer hirnverbrannten Doku über angeblich von den Nazis gebaute UFOs gefoltert hat?

N24 gehört zu ProsiebenSat1, während n-tv zu RTL gehört :smiley:

Seit einem Jahr gehört N24 nicht mehr zu Pro7Sat1. Hauptgesellschafter ist mittlerweile Spaßguerillero Stefan Aust. Man ist nur noch externer Zulieferer der P7S1-News.

Im folgenden schreibe ich über die Sendung des ZDF die anscheinend identisch mit der des N24 Senders ist.

“Todesfalle Internet” ist natürlich ein Titel der reißerisch ist. Im ZDF wird dieser noch mit “Im Chat mit dem Mörder” ergänzt was das Thema doch genauer trifft.

Der Grund für den unpassenden Titel “Todesfalle Internet” ist wahrscheinlich die Sendung “Sexfalle K.O.-Tropfen” kombiniert mit der Lustlosigkeit des Verantwortlichen sich einen eigenständigen Titel auszudenken.

Das ist für mich der wesentlichste Kritikpunkt der Sendung.
Bis auf den Titel der Sendung halte ich Sendung nämlich nicht für schlecht. Diese beschreibt die Möglichkeiten und das Vorgehen von Tätern die auf Online-Flirportalen ihre Opfer gesucht und gefunden. Das ist das Thema und es ist ein sehr spezielles Thema. Es ist keine allgemeine Präsentation des Netzes für Oma und Opa die wissen wollen was das Internet ist. (Mir fällt gerade die aktuelle Pick Up Werbung ein). Das ist der springende Punkt.

Es geht aber nicht nur um Täter sondern auch um das Fehlverhalten, vorallem die Sorglosigkeit der Opfer.
Die Sendung spricht deutlich und mehrmals den Nutzer an sich nicht zu offen im Internet zu präsentieren. Eine Aussage die ich teile. Das ist auch für mich die Kernaussage der Sendung. Ich habe nicht erkannt, dass diese das Internet als grundsätzlich böse darstellen will.

Es gibt auch Mensch die das Internet als die Wurzel des Übels sehen. Die werden die Doku nur im Sinne ihrer festgefahrenen Meinung anschauen und zu dem Entschluss kommen ohne das Netz würde die Opfer noch leben. Anderes Beispiel Oslo: Ich habe wirklich von Leute gehört die ERNSTHAFT behaupten, dass ohne das Internet es dieses Massaker nicht gegeben hätte. Denen kann man nur den Bombenanschlag von Oklahoma (1995) als Gegenbeispiel nennen. Das nur am Rand.

Ok das mag ja alles sein nur hätte man das Ganze auch sinnvoller machen können. Im Internet lauern ja noch mehr “Gefahren” als so was.

Es geht aber nicht nur um Täter sondern auch um das Fehlverhalten, vorallem die Sorglosigkeit der Opfer.
Die Sendung spricht deutlich und mehrmals den Nutzer an sich nicht zu offen im Internet zu präsentieren. Eine Aussage die ich teile. Das ist auch für mich die Kernaussage der Sendung. Ich habe nicht erkannt, dass diese das Internet als grundsätzlich böse darstellen will.

Das alles hätte aber auch ohne das Internet passieren können. Nicht nur im Internet kann man sich anderen gegenüber verstellen, sondern auch im realen Leben. Nicht nur im Internet sollte man nicht sofort zu viel von sich preisgeben. Sprich, egal wo man jemanden kennenlernt, kann sich derjenige später als ein völlig anderer herausstellen, als der er sich zu Beginn gibt. Und das wurde eben auch stillschweigend unter den Tisch gekehrt bzw. wurden solche Beispiele, von denen es mit Sicherheit auch nicht allzu wenige gibt, überhaupt nicht genannt, so dass eben doch suggeriert wurde, dass nur das Internet daran Schuld ist.

Außerdem sind Dokumentation dieser Art meiner Meinung nach eher Panikmache, zumindest liegt die Gefahr sehr hoch. Denn letztendlich wird mit solchen Beispielen, so dramatisch sie auch sein mögen, suggeriert, dass praktisch von jedem Internetnutzer eine potentielle Gefahr ausgeht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die meisten Menschen/Internetnutzer doch eher harmlos sind. Natürlich sollte man bei einem ersten Date gewisse Vorsichtsmaßnahmen treffen. Aber auch das gilt nicht nur bei Leuten, die man im Internet kennengelernt hat. Das gilt genauso für Leute, die man eben offline z.B. in der Disco getroffen hat.

Um vor solchen Gefahren seriös zu warnen und Tipps zu geben, muss man keine solche reißerische und voyeuristische Dokumentation produzieren und dieser schon gar nicht einen solchen reißerischen und suggestiven Titel geben. Das wäre auch seriös gegangen ohne Opfer mit so und so vielen Messerstichen zu zeigen.

Die Vergabe eines Titels für eine Fernsehdokumentation passiert übrigens nicht mal eben aus Versehen oder aus Faulheit oder Einfallslosigkeit. Da steckt normalerweise schon Absicht hinter.

Stellt sich halt die Frage, wer und was dahinter steckt bzw. was mit sowas bezweckt wird, vor allem auch im Hinblick auf die Tatsache, dass dieselbe Dokumentation sowohl von einem öffentlich-rechtlichen Sender (ZDF) als auch von einem privaten Sender (N24) ausgestrahlt wurde. Ich würde da ganz spontan mal an sowas wie die Einführung der Totalüberwachung und die Senkung der Akzeptanzschwelle in der Bevölkerung denken.

Stellt sich natürlich noch eine andere Frage: Warum gab es denn früher keine solche Dokumentationen mit Titeln wie „Todesfalle Kontaktanzeigen“ oder „Tatort Zeitung“? Ich glaube die Gefahren waren etwa dieselben.

Es gibt auch Mensch die das Internet als die Wurzel des Übels sehen. Die werden die Doku nur im Sinne ihrer festgefahrenen Meinung anschauen und zu dem Entschluss kommen ohne das Netz würde die Opfer noch leben. Anderes Beispiel Oslo: Ich habe wirklich von Leute gehört die ERNSTHAFT behaupten, dass ohne das Internet es dieses Massaker nicht gegeben hätte. Denen kann man nur den Bombenanschlag von Oklahoma (1995) als Gegenbeispiel nennen. Das nur am Rand.

Anderes Gegenbeispiel: RAF
Die hatten kein Internet, weil es das damals noch nicht gab.

Stimmt, ob der irre nun Emails oder echte Post versendet ist Hose wie Jacke.
Und Anleitungen zum Bombenbasteln sind auch ohne Internet verfügbar, wo ein Wille da ein Weg.

Solche Typen sterben nicht aus :ugly

Zum Thema:
Es ist wie überall, ob Internet, auf der Strasse oder im Cafe nebenan, überall wo Menschen sind gibt es auch menschliche Unzulänglichkeiten, Kriminalität, Frust und Unglück.

Ebenso gibt es aber auch ein Miteinander, Erfolg, Glück und natürlich den ganz normalen Alltag :wink: