n-tv Greenpeace Experte labert Blödsinn

Ein weiterer, diesmal aber letzter Versuch, dem Forum etwas positives beizutragen:

Heute Abend auf n-tv gehört:

von Christoph von Lieven (Greenpeace)
„Das Problem ist, dass wenn sie das Meerwasser mit 10-12°C auf den Reaktor geben, dass das Wasser nicht kühlt sondern erstmal verdampft!“

Aha… und ich als Physik-Abwähler weiß sogar, dass das Wasser durch das Verdampfen die meiste Energie aufnehmen kann. Und damit kühlt…

Jop…Im Volksmund auch als Verdunstungskälte (Adiabate Kühlung) bekannt. :wink:

Das Greenpeace alles tut um diesen Störfall schlimmer zu reden als es ist, ist nichts neues. Gestern war es ja nach denen auch noch ein SuperGAU, scheinbar ist es schwierig wirkliche experten zu finden. Die Greenpeace typen warten ja quasi nur drauf

Werden die AKWs bei uns nicht sogar so (also Verdunstungskälte) in einem Notfall (zB Stromausfall) gekühlt?

Wenn der “Experte” schon mal im Fernsehen Stimmung verbreiten will, dann hätte er ja wenigstens so was behaupten können wie, dass die Kühlung gar nicht bis zu den Brennstäben vor reicht.

Ist aber schon wieder erstaunlich wie schnell das Wirtschaftsunternehmen Greenpeace ihre Kämpfer (auch “Experten” genannt) vor die Mikrofone und Kameras bekommen.

Ach… und während RTL2 ihren Katastrophenfilm aus aktuellen Anlass gegen einen Bollywood-Film austauscht, hat ARD kurzfristig eine Reportage über Tschernobyl eingeplant. Man könnte fast glauben Greenpeace ist für das ARD-Programm verantwortlich.

Zeigen die Wenigstens die Atommaus?..

Diese ganzen Tschernobyl Dokus sind eh zum teil Haarsträubender Unsinn, wo sind eigentlich die Tonnen von Sand und Beton die da angeblich reingekippt wurden? (Deren Menge größer ist als der Sarkopharg fassen könnte?) Warum gibt es Filmaufnahmen aus dem Inneren die Zeigen das es keine heiße Zone gibt etc… Die Dokus nehmen einfach die Russische Aussagen für VOll und äh ja Russland und so…

Zumal Tschernobyl garnicht mit Japan vergleichbar sind, in Tschernobyl stand der Reaktor quasi auf der Wiese, der Japanische ist in einem Container…

Aha… und ich als Physik-Abwähler weiß sogar, dass das Wasser durch das Verdampfen die meiste Energie aufnehmen kann. Und damit kühlt…

Ja und nein. Adiabate Kühlung… check. Kein Einspruch.

Es gibt da allerdings weitere thermodynamische Konsequenzen, die vielleicht nicht zielführend sind. Wenn Wasser in den gasförmigen Zustand übergeht, dehnt es sich extrem aus. Dabei entsteht unglaublicher Druck. Wie man unter den aktuellen Umständen (die normalen Pumpen und die Röhrensysteme scheinen ja nicht mehr zu funktionieren) gleichzeitig viel und kontrolliert kühlen kann, ohne aber den Stahlbehälter des Reaktorkerns zum Platzen zu bringen, ist sicherlich komplizierter als das Ding „einfach zu fluten“.

Leider weiß ich nicht genug über den Aufbau und die Funktionsweise dieser Reaktorsorte in Fukushima 1. Ich kann aber nicht ausschließen, dass in den komplizierten Zusammenhängen auch irgendwo die Aussage des Greenpeace-Experten Sinn ergibt. Schwierige wissenschaftliche Zusammenhänge werden außerdem in den Medien gerne so weit heruntergedummt, dass die knappen pauschalen Aussagen bei Überprüfung zahlreiche Widersprüche ergeben.

Wie gesagt… ob die Aussage des Greenpeace-Typen Unfug ist oder nicht … keine Ahnung. Aber definitiv ist das nicht (es sei denn, ein Kernphysiker erklärt mir hier was anderes :mrgreen: ).

…eine Diskussion über die Berechtigung bzw. Anmaßung der Greenpeace-Vertreter, zu diesem Thema kritisch Stellung zu nehmen, sollte wenn dann wohl aber in einen Extra-Thread zu Atompolitik.

http://forum.fernsehkritik.tv/viewtopic.php?f=57&t=5981&start=0 (Der Ausstieg aus dem Ausstieg)

Im Notfall kann man ja den Überdruck ablassen, dann würde sich der Behälter abkühlen. Das Problem scheint aber tatsächlich zu sein, dass sich zu wenig Flüssigkeit in dem Behälter befindet.

Meerwasser könnte u.U. einen gewaltigen Nachteil mit sich bringen!
Wenn es wirklich verdampft, dann könnte sich das darin enthaltene Salz eventuell an/in Rohrleitungen oder anderen wichtigen Stellen niederschlagen und dort als unerwünschter Isolator auftreten. Das könnte auch insofern problematisch sein, als das Salz auch noch ein guter Wärmespeicher ist.

Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, aber ob die externe Kühlung des Reaktor wirklich so einfach ist…? :smt017

-Catboy

Als der als Experte zu Wort kam, hab ich sowieso erst einmal stummgeschalten, da ich genau wusste was mich erwarten würde :smiley:

Naja Rohrleitungen sind da nicht mehr wirklich, das ganze Kühlsystem ist wohl kaputt, von daher kann man da auch nicht mehr viel schaden anrichten

Ah jetzt haben sie den im Studio der auch im Tschernobyl Sarkopharg war, der endlich mal sagt das die Fernsehsender da Panikmache betreiben :mrgreen: Sebastian Pflugbeil heißt der Herr

Die fluten die Anlage! Das bedeutet wohl das sie das Kühlsystem umgehen und tatsächlich den Reaktorraum unter Wasser setzen. Durch Zugabe von Borsäure wollen sie den Neutronenfluss stoppen und so die Kettenreaktion unterbrechen.

Gerade beim Zappen auf Astro-tv gelandet … da labert so ein Heini auch gerade über Japan und die verschiebung der Erdachse :smt005

Gerade beim Zappen auf Astro-tv gelandet … da labert so ein Heini auch gerade über Japan und die verschiebung der Erdachse

Das stimmt aber. Bei jedem größeren Erdbeben wird die Erdachse minimal verschoben soweit ich weiß. Berichtigt mich, wenn ich falsch liege.

Nein, sie haben nicht den Reaktor geflutet, sondern die Hülle die diesen umgibt.

Wie auch, du kannst ja schlecht den Deckel abnehmen, nen Reaktor ist ja keine Colaflasche…

Als Gegengewicht zu den zauselbärtigen Greenpeaceniks bei n-tv empfehle ich den Bayerischen Rundfunk, wo man sich zwei nuklearfreundliche Atompilzköpfe ins Studio geholt hat. “Alles bluna” bestätigen die beiden Verstrahlten. Das bisschen, was da aus dem japanesischen Reaktor sickern könnte, wird vom Pazifik so stark verdünnt, dass man ruhigen Gewissens den nächsten Badeurlaub im Club Robinson von Fukushima buchen kann.

Lustig auch die durchgestellten Anrufer: Frau Baumann sorgt sich um den Becquerelwert des Pangasiusfilets im Nordseerestaurant. Schön, wenn man keine anderen Probleme hat…

Das stimmt aber. Bei jedem größeren Erdbeben wird die Erdachse minimal verschoben soweit ich weiß. Berichtigt mich, wenn ich falsch liege.

Nicht bei jedem, aber in 2008 nach Chile waren es auch einige Zentimeter.
Jetzt nach Japan sinds weitere 10cm.
Zudem verschob sich der japanische Mikrokontinent um 2,4 Meter.

@Greggy:
Und was ist jetzt daran so falsch?
Wobei er bestimmt nicht gesagt hat, dass etwas aus dem Reaktor sickert. Dort ging es bestimmt um die Maßnahmen, die gerade durchgeführt werden.

Also mich nerven diese ganzen “Experten”. Mir wären neutrale lieber. Aber eines zeigt sich mal wieder, den Japanern gehts scheiße und wer jammert, die Deutschen. Am besten beschwert man sich noch, dass der Sonyfernseher nicht pünktlich geliefert wird.
Die ganze Atomdebatte kann man auch noch in 1-2 Wochen führen, so macht es allerdings den Eindruck, dass man die Japaner instrumentalisieren will. Do it like Gutti.

@Holzpappe wer jammert denn bitte? Mal abgesehen von Leuten wie du, die sich über angeblich falsche Experten ausheulen. Nur weil auch Leute von Greenpeace zu Wort kamen, heißt das ja nicht dass die keine Ahnung haben. Auch habe ich bisher noch nicht bemerkt dass Panik gemacht wird. Es werden eben theoretisch mögliche Szenarien genannt - und das finde ich okay. Hoffentlich kommt es nicht so.

Es kommen SEHR viele Greenpece leute zu wort, und auch sonst vornehmlich Gegner

Wenn dann mal ein Neutraler sagt “Das kannn man von hieraus nicht beurteilen” Reden die Moderatoren gleich wieder von SuperGAU rum…