Mixed Martial Arts in den Medien, Stern TV

Hallo,

am Mittwoch waren Mixed Martial Arts (MMA) Thema bei Stern TV. Im Gegensatz zu den meisten Darstellungen in den deutschen Medien war der Beitrag informativ, ausgewogen und sachlich. Es gab drei Studiogäste: Einen Sportmediziner, der nur geäußert hat, was es an wissenschaftlichen objektiven Fakten gibt, und sich sonst zurückgehalten hat, einen aktiven Mixed Martial Artist aus Deutschland, sowie einen Gegner der MMA.

Das einzige, das man kritisieren könnte, ist, dass der Gegner der MMA schlecht informiert war und nicht gut argumentiert hat. Er hat von der Materie nichts verstanden und z. B. die Mount-Position bei Kämpfen nach UFC-Regeln taktisch falsch bewertet, sowie daraus abgeleitet, dass viele Kämpfe gestellt seien. Einige gute Argumente gegen eine Verbreitung von MMA in Deutschland im gleichen Umfang wie in den USA dagegen hat er nicht erwähnt.

Einige der dargelegten Kernfakten aus meiner Sicht:
[ul]
[li]Die Verletzungsgefahr ist erheblich, Todesfälle theoretisch möglich, wenn auch bisher viel seltener als beim Boxen. Insgesamt sind die Verletzungen fast identisch mit denen beim Boxen, sowohl von der Schwere als auch von der Häufigkeit her.[/][/li][li] Die schwersten Verletzungen entstehen durch die Techniken, die auch beim Boxen erlaubt sind, etwa Kopfverletzungen nach einem Schlag gegen das Kinn im Stand. Solche Verletzungen sind seltener als beim Boxen. Häufiger als beim Boxen dagegen gibt es Verletzungen an der Hand. Die Techniken, vor denen uninformierte Gegner “Angst” haben, wie z. B. Schläge am Boden, sind im Vergleich zu Boxtechniken im Stehen relativ harmlos.[/][/ul][/li]
Worum es in der allgemeinen Debatte in Deutschland geht:
[ul]
[li]Generelles Verbot von MMA?[/][/li][li]Vebot von Zuschauern unter 18 Jahren?[/][/li][li]Haben MMA-Wettkämpfe einen schlechteren Einfluss auf Jugendliche als andere Vollkontaktkampfsportveranstaltungen? (Hier scheint es an wissenschaftlichen Untersuchungen zu mangeln.)[/*][/ul][/li]
Der einzige Kritikpunkt, der mir fehlte, waren die typischen Zuschauer in den USA. Viele von denen wollen nur Blut sehen und scheinen ehemalige Fans vom Catchen zu sein. Ganz anders ist es in Japan, wo die Zuschauer leise, gebannt und mit viel Fachverständnis bei den Kämpfen zuschauen. Ich frage mich nur, woran das liegt, und wie wir das in die richtige Richtung steuern können?

Ich persönlich sehe keinen Grund, MMA-Wettkämpfe grundsätzlich anders zu behandeln als andere Vollkontaktwettkämpfe. Die Verletzungsgefahr ist nicht größer, und selbst wenn - es ist freiwillig. Eine Zwangsverpflichtung zur Teilnahme an solchen Kämpfen ist nicht geplant.

Siehe auch Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Mixed_Martial_Arts

Kai

Ich fand den Beitrag sachlich und gut, nur der Gegner des Sports, naja.

Er hatte kaum gute argumente und hat öfters versucht nachvollziehbare argumente des anderen durch freches grinsen und kommentare wie “schwachsinn” ins lächerliche zu ziehen um davon abzulenken das er eigentlich sprachlos ist und dazu kein richtiges gegen-argument hat.

Das er meinte das man sich am Boden ja nicht wehren könne war auch witzig weil man ein paar Minuten vorher noch gesehen hat wie sich einer die Arme vor den Kopf halten musste und so nur schwächere Schläge von der Seite landen konnten. Er hatte ja auch konsequent geleugnet das so eine Szene zu sehen war.

Ist mal wieder Meinungsmache der Medien. Allerdings muss man auch sagen, dass die Zuschauer in unseren Breitengraden selbst oft keine Ahnung von dem Sport haben und nur rohe Gewalt sehen wollen.
Vielleicht hätten die mal einen Clip aus den guten alten Pride Zeiten zeigen sollen.

Naja,… Der Blutdurst des Zuschauers kann kein Grund dafür sein solche Sportarten zu verbieten. Sonst müsste man auch Boxen verbieten, oder Motorsport, wo es ja auch Zuschauer gibt die auf Unfälle warten. Beim Eishockey wartet man auf Schlägerein und beim Football auf äußerst harte Checks. Das macht längst nicht jeder Fan, aber solche gibt es eigentlich in jeder Sportart in der es zu solchen Szenen kommen kann.

Da MMA ja momentan, besonders die UFC, auf deutsche Zuschauer setzt, wird es natürlich auch in den Medien breit getreten. Und wie bei “Killerspielen” ist man auch hier in vielen Fällen darauf bedacht die Sache Sensationsgierfütternd aufzuarbeiten. Es werden irgendwelche Kneipen/Hinterhof Ringkämpfe gezeigt, ohne ärztliche Aufsichtspersonen in irgendwelchen kernigen Umgebungen. Das ist einfach nicht fair. Nur weil das Leute machen, muss man den Sport nicht verteufeln. Boxen verteufelt man ja auch nicht weil sich ein paar Jugendliche die Kiefer gebrochen haben auf der Straße.

Man suggerierte das es im Sport darum geht, jemanden zu zerstören auch wenn er am Boden liegt. Dabei ist dieses am Boden liegen ein wichtiger Bestandteil des Sports. Denn man vereint ja alle Kampfsportarten, so auch das Ringen bzw den Kampf auf der Matte. Dort muss man sich auch verteidigen können. Sobald man das aber nicht mehr kann, wird der Kampf sofort abgebrochen. Es gibt genügend fachliches Ärztepersonal, und geschulte Ringrichter die immer darauf achten ob jemand noch kampffähig ist oder nicht. Niemand wird geschlagen wenn er sich nicht mehr wehren kann. Aber vielen Reportageredakteuren war das zu unspektakulär. Deswegen zeigt man wie ein “Kämpfer” ohne Kampferfahrung einem anderen mit einem Tritt die Rippen bricht, was aber im Hinterhof ohne professioneller Aufsicht durchgeführt wurde.

Vielleicht versucht Werner Schneyder einfach nur, auf sich aufmerksam zu machen. Schließlich kam im Februar ein neues Buch von ihm raus. Denn außer einer lauten Stimme und Provokationen hatte er letzten Mittwoch nichts zu bieten; eine jämmerliche Show, die er da abgezogen hat.