Wo Anchantia sich so bemitleidenswert über diesen fast 20 Stunden lang schändlichst ignorierten Thread beschwert hat. Werde ich mal ein wenig Antworten, da er ja tatsächlich halbwegs interessant ist. (Also der Thread nicht Anchantia… o.O wie auch immer…)
Wenig Zeit also erstmal nur kurze, prägnante Antworten, naja so kurz und prägnant wie ich es kann. 
Warum müsen wir unser Verhalten beobachten lassen?
Weil es praktisch ist. Natürlich müssen wir nicht, aber ich persönlich bin z.B. Amazon sehr dankbar für sein Werbeprinzip. Auf die Art habe ich schon mehr als ein sehr interessantes Angebot entdeckt von dem ich sonst wohl nie etwas gehört hätte. Also ja ich bin dafür das Amazon meine Einkäufe überwacht und bearbeitet. Amazon gewinnt weil sie mir mehr Sachen verkaufen und ich gewinne weil ich mehr Sachen habe.
Das was Microsoft da plant ist in etwa damit vergleichbar, würde die deutsche Post jetzt jede Brief lesen und diese in bestimmte Schubladen stecken!
So sehr ich die bedenken verstehen kann, aber der Vergleich hinkt. Niemand liest deine Emails, dafür wäre der Arbeitsaufwand auch zu groß. Abgesehen davon könnten die Anbieter von Emaildiensten das schon seit bestehen von Emails. Aber sie würden damit in Europa sowieso nicht durchkommen, weshalb es hier eine Klage geben wird und man sich dann selber entscheiden kann ob man seine Daten verarbeiten lassen will oder nicht.
Aber was diesen „Lesevergleich“ angeht: Nochmal die Datenmenge ist zu groß als das irgendjemand das lesen könnte. Anders gesagt: Guck dir doch mal einfach alle Youtubevideos an die in der letzten Viertelstunde eingestellt worden sind. Wenn du damit fertig bist sag mir bescheid.
wie abhängig sind wir eigentlich als Menschen vom Computer?
Enorm abhängig. Die andere Frage: Ist das negativ? Ich bin auch abhängig von meiner Heizung. Fortschritt macht sich auch dadurch bemerkbar das wir unser Leben an diesen Fortschritt anpassen. Es geht nun mal alles schneller und einfacher durch moderne Technik. Wieso soll ich drei Wochen mit nem Pferdegespann durch Deutschland reisen wenn ich genauso gut innerhalb von einem Tag an jedem Punkt der Republik sein kann?
Muss der Mensch eigentlich immer und überall von Informationen umgeben sein?
Nein eindeutig nicht. Aber ich habe da vor kurzem etwas entdeckt. An meinem Rechner gibt es einen Knopf, der leuchtet gerade blau und hat einen durch einen Strich unterbrochenen Kreis als Symbol. Wenn ich da drauf drücke wird der Bildschirm schwarz und ich kann auf keine Funktion zugreifen. Keine Ahnung was da genau passiert, aber es ist echt beeindruckend. Mein Handy (übrigens kein Smartphone und kein Mensch guckt mich merkwürdig an…) hat so eine ähnliche Funktion nur muss ich dafür den „auflegen-Knopf“ länger gedrückt halten.
Will sagen: Du entscheidest selber wann du von Informationen umgeben bist. Das abschalten kannst du alleine übernehmen. Was ich einsehe ist: Es nervt tierisch das man durch keine Stadt gehen kann ohne an allen Ecken und Enden Werbung für jeden Scheiß zu sehen. Solche Sachen gegen die man sich nicht wehren kann die stören mich.
Aber gegen Technik kannst du dich wehren einfach durch abschalten.
Auch zu dem Hype um Smartphones: Kann ich auch nicht nachvollziehen und deshalb mache ich nicht mit. Aber anscheinend gibt es genug Leute die es toll finden. Also warum soll man sie nicht machen lassen?
Zur Arbeitswelt: Es gibt Verträge in denen deine Arbeitszeit geregelt ist. Wenn du nun ständig erreichbar sein sollst, weiß deinen Arbeitsgeber auf den Vertrag hin. Wenn er es nicht einsieht: Klage.
Ich habe genau einen Freund der ständig und überall für seinen Arbeitgeber erreichbar ist und der macht das freiwillig mit. Der bleibt auch drei oder vier Stunden länger am Tag weil er neben seiner Arbeit nichts anderes braucht.
Alle anderen (von den arbeitenden Freunden) haben frei wenn sie frei haben. Die werden maximal vll mal angerufen wenn jemand auf der Arbeit etwas nicht findet und nachfragt wo das den wäre. Aber ja die haben Feierabend und sogar Wochenende. (Von den normalen Überstunden und Wochenenddiensten mal abgesehen, aber das hat ja nichts mit unserer modernen Gesellschaft zu tun.)
Wobei das natürlich auch eher Ausnahmen sein können. Und die Erwartung eines Arbeitgebers das seine Angestellten immer erreichbar sein müssten ist mehr als nur unverschämt. Aber das ist kein Fehler der modernen Technik sondern ein Versäumnis der Politik, die nicht früh und entschieden genug solchen Entwicklungen einen Riegel vorgeschoben haben.
Will sagen: Da ist das Arbeitsrecht gefragt und zwar in dem Sinne als das Telefongespräche als Arbeitszeit anzurechnen sind. (Bsp: 5 Minuten Telefongespräch nach Arbeitsende und maximal eine E-Mail von maximal 500 Wörtern. Alles andere muss als Überstunden angerechnet werden. Wäre so ein Vorschlag)