Medienaufsicht anno 1990

Folgende Briefe habe ich entdeckt, als ich vor einiger Zeit mal in Hamburg war. Dort betreibt der Balder eine Kneipe auf St. Pauli. Eingerahmt an der Wand hängen dort (Draufklicken zum Öffnen):
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Das ist aus heutiger Sicht schon ziemlich komisch, wie da die Vertreter der katholischen Kirche versuchen, die zunehmende Verlotterung des Fernsehens in Form von Alles, nichts oder? zu verhindern und dabei um Worte ringen. (“Ich frage mich echt…”) :ugly Wie sähe wohl das Fernsehen heute aus, wenn es ihnen gelungen wäre? Würden wir das wollen? Ich glaube nicht. Ein geruhsames Wochenende! :mrgreen:

Sieht aus wie “Satyre”.

Da müsste man sich gleich mal fragen was die “satyrische” Art ist…
Mir ist noch kein Satyr begegnet also weis ich auch nicht was eine “satyrische” Art ist… und das Wort Satyr von einem christlichen Geistlichen zu lesen lässt auch tief blicken… der hat bestimmt zu lange in der griechischen Mythologie herumgestöbert… :smt005

Viel interessanter finde ich den Kopf der zweiten Seite:

“Der Beauftragte der katholischen Kirche bei RTLplus”

Hatte RTL früher ein religiöses Beraterteam? Oder war sowas früher Pflicht für die Sender?

Zum Satyr:

Es könnte sein, dass er wirklich an einen Satyr gedacht hat und nicht an Satire. Würde nämlich inhaltlich passen, der Sendung Lüsternheit uä. vorzuwerfen.

Es gab zumindest Beauftragte der katholischen Kirche für RTL. OK, jede Organisation kann Beauftragte für irgendwas ernennen. Ich bin z.B. Beauftragter der Säue für die Eichen. Hat nur noch keiner gemerkt. :smt004
Bei RTL liegt der Fall natürlich anders; die privaten Sender haben durchaus einen Auftrag in kirchlicher Hinsicht.

Seit ihren Anfängen sind die privaten Fernsehveranstalter vertraglich verpflichtet, kirchliche Programme auszustrahlen. Die Zusammenarbeit zwischen den Kirchen und den Privatsendern hat seither interessante Entwicklungen durchlaufen und zuweilen unkonventionelle Wege beschritten. Vor allem hat sich sehr schnell herausgestellt, dass Kirchenprogramme mehr sind als nur eine Pflichtübung. Gerade die kirchlichen Unterhaltungsformate sind Quoten bringend und erreichen auch unter Zuschauern, die den Kirchen eher fern stehen, ein Millionenpublikum.

Äh…na gut. Ob es heute dies Amt noch gibt, weiß ich nicht. :smt017
So, ich bin erstmal im langen Wochenende. :smt015