Luftiger Chillplatz

Liebes Forum,

dazu folgende idee, ob es statisch gesehen (etc.) Sinn machen würde:

Geräteschuppen aus Holz kaufen (sehr billig) und oben an einem Baum “befestigen”. Am besten schön mit Terrasse montiert 8)

Was alles müsste man hier beachten? Mir schwebt das so vor:

Was Du beachten müsstest?

Schwer zu sagen. Da sind eigentlich die Statiker gefragt. Das Problem ist nicht die Berechnung der auftretenden Kräfte. Das ist relativ simpel. Wenn Du den Abstand der Bäume auf Bodenhöhe der Etage kennst und weißt, welches Gewicht der Geräteschuppen samt Inhalt und die selfmade Terrasse haben, kann man das alles relativ simpel ausrechnen.

Schwierig ist die Frage nach der sinnvollsten Befestigung. Wie stabil sind die Bäume? Wie tief sitzt das Wurzelwerk? Wie stark greift der Wind an? Letzterer kann nämlich durch langwierige Schwingungen über Monate und Jahre das Material sehr stark beanspruchen.

Ich würde an Deiner Stelle zunächst in Erfahrung bringen, was für Bäume das sind. Davon abhängig kann man sich überlegen, ob eine Einschraubverbindung der von Dir skizzierten Stützbalken sinnvoll ist und wie diese aussehen müsste. Auch müsste man prüfen, ob bei Baumwachstum Spannungen auftreten oder Stützkräfte wegfallen können. Das kann ich ohne weiteres nicht sagen. Da muss man recherchieren.

Alternativ könnte ich mir auch eine Stahlseilkonstruktion vorstellen. Auf den gespannten Seilen könnte man dann die Terrasse und den Geräteschuppen errichten. Bisschen weichen, Druck verteilenden Stoff als Unterlage an die Rinde legen und darüber das Seil spannen. Das hätte die Option, dass Du per Ratsche (oder ähnliches, bautaugliches Element) bei nachlassender Spannung nachjustieren kannst. Je größer hier aber der Baumabstand ist, desto schwieriger wird diese Variante. Möglich könnte auch eine Kombination aus schrägen Stützbalken und tragenden Seilen sein.

Und - auch wenn es nicht elegant aussieht - zur Not: Wenn partout ohne Architektenbüro keine Sicherheit gegeben werden kann… einen senkrechten Stützbalken unter den Konstruktionsschwerpunkt (etwas vom Geräteschuppenschwerpunkt in Richtung Terrasse gerückt) setzen. Der entlastet die Bäume wahnsinnig.

EDIT.: Ich erinnere mich gerade, dass Bäume dort ihr Gewebe verstärken, wo hoher Druck bzw. Spannung besteht. Sollte die Konstruktion also zu Beginn halten, dürfte es langfristig nicht an den Bäumen scheitern. Dennoch solltest Du zunächst schauen, wo Du so etwas umsetzen möchtest und welche Bäume da wie stehen. Prinzipiell möglich ist Deine Idee jedenfalls. ^^

Willst du so ein fertiges Gartenhäuschen benutzen? Die sind glaub ich etwas schwer, bau doch selber was.
Hier findest du viele nützliche Tips:
http://www.treehouseguides.com/
http://www.thetreehouseguide.com/building.htm

Danke vor allem poppstar!

ich will mir über die zweite hand (oder so) n gebrauchten holzschuppen (geräteschuppen 3m² sind etwa 100 kilo) holen, den gibs für so billig wie nirgends sonst. Und dann villeicht ein loch in den boden und das dach und alles UM den stamm herum bauen? Die terrase dann ebenfalls?

Ich würd das ja “ganz einfach” mit dicken Schrauben und Winkeln befestigen - aber ob das bei starkem Wind nicht bricht sondern mit dem Baum mitschwingt?

Es sind 2 große, hohe tannen von etwa 15m mit 5m abstand dazwischen.

Okay.

Also, wenn es sich wirklich um 15 Meter hohe Tannen handelt, sieht das, glaube ich, ganz gut aus. Stammdurchmesser sollte da selbst in 3 Meter Höhe noch locker bei einem halben Meter liegen. Für das von Dir genannte Gewicht (insgesamt wohl ca. 400kg, wenn man Terassenmaterial und Leute zu Besuch mit einbezieht), sehe ich da keine Probleme.

Hier übrigens die Quelle meines zitierten Tannenwissens: http://www.inaro.de/deutsch/KULTURPF/Baeume/Tanne.htm :smiley:

Mit dem Wurzelwerk brauchst Du auch vor Wind keine Angst haben. Sehr stabiles Holz hat die Tanne auch noch.

Wichtig ist dann wohl nur die Frage, ob Du das um einen Baum herumbauen möchtest oder wirklich zwischen den beiden Tannen:

-Baust Du nur um einen Baum, ist erstens der Wind egal, da das Baumhaus komplett mitschwingt. Zweitens hast Du keine so fiesen Hebelwirkungen, weil der Schwerpunkt sehr nah am Stamm des Baumes liegt. Damit ist die Belastung der Stützbalken recht gering. Allerdings kann es insektentechnisch unschön werden, da sich so ein „Baumdurchzug“ schwer abdichten lassen wird. Aber auch da gibt es sicher Lösungen (Planen? Filzmatten? … ) - einfach mal im Baumarkt erkundigen. ^^

-Baust Du zwischen zwei Bäumen, kann es eben bei unterschiedlichen Windbeanspruchungen dazu kommen, dass die Bäume in entgegengesetzte Richtungen schwingen. Je größer die Höhe, in der Du baust, desto größer die Auslenkung. Da kann es mal an den Balken ziehen, dann wieder drücken. Wie stark dieser Effekt ist, weiß ich nicht. Bisschen knarzen wird’s wohl aber, wenn es stürmt. :wink:
Die 5 Meter Abstand an sich sind allerdings nicht zuviel. Bei einem halben Meter Baumdurchmesser (oder mehr) verträgt der Stamm locker die Hebelwirkung. Es kommt dann ausschließlich auf die Größe und Befestigung der Stützbalken an. Auch hier würde ich mich an Deiner Stelle mal im Baumarkt beraten lassen. Heimwerkeln á la Hornbach, Obi und Praktiker schließt sicher auch Baumhäuser mit ein. Die müssten dafür kompetente Leute haben. Die können Dir im Gegensatz zu mir auch sagen, wie groß und dick die Stützbalken sein müssen und wie man die baumfreundlich anbringt.

Bin aber sicher, dass die von Dir beschriebene Stelle grundsätzlich geeignet ist. 8) Wünsche Dir viel Erfolg dabei! Setz doch mal ein Foto in diesen Thread, wenn es fertig ist. ^^

Jetzt bin ich aber interessiert. Kann ich dich dann mal besuchen :smiley:

das errinert mich irgendwie an die Folge von Vivalabam in dem der schnösel sich ne Baumcasino gebaut hat. :smt005

Geräteschuppen aus Holz kaufen (sehr billig) und oben an einem Baum „befestigen“. Am besten schön mit Terrasse montiert 8)

Was alles müsste man hier beachten? Mir schwebt das so vor:

Gehe zur zuständigen Genehmigungsbehörde mit Deiner Idee und lass Dich auslachen.

Ich will die an sich tolle Idee ja nicht vermiesen.Aber hier in Deutschland muß man doch so ziemlich alles beantragen.
Die Frage:Brauchst du ne genehmigung?
Wo baust du das denn hin?Im Garten?

Ups,Twispy war schneller

Genehmigung dachte ich auch mal kurz dran, das hier aber beruhigt vorerst:
http://www.123recht.net/forum_topic.asp … 6&ccheck=1

Btw erleben wir dieses Jahrzehnt noch bürgerkriegsähnliche Zustände nach dem Crash des Euros, ich glaube da scheißt dann das Amt erst mal drauf (wenn es denn überhaupt überlebt…) :ugly

Und was genau beruhigt Dich daran?
Verlass Dich drauf: Der Amtsschimmel wird überleben…

Aussagen wie
"ein Baumhaus kommt einer Kanzel im Baum für die Jagd gleich. Ist nicht genehmigungs- und auch nicht anzeigepflichtig. Jedenfalls bei uns in Niedersachsen."
oder
"Letztendlich ist es dann aber doch ein Spielgerät und somit nicht genehmigungspflichtig (egal ob Innen- oder Außenbereich). Für diese Feststellung bedurfte es aber anscheinend massiven Presse- und Medieneinsatz."
klingen erst mal juristisch plausibler (und optimistischer ^^) als “geh zum amt und lass dich ausfeiern”

weshalb das Ganze so große Attraktivität besitzt:

Verstehe. Aussagen wie

ich würde einfach mal beim bauamt oder der gemeinde anrufen. ist ja auch eine versicherungstechnische frage!! für dich halt… ich sage es ist genehmigungspflichtig bzw. abnahmepflichtig

oder

anscheinend muß man da im Zweifel nach Anzeige durch Nachbarn mit Ärger rechnen, wie dieser Fall in Schleswig-Holstein zeigt: http://www.Lucas-Baumhaus.de.

kommen dagegen nicht so gut.
Aber ok, wenn Du in Deinem Leben Entscheidungen lediglich nach Antworten in anonymen Rechteforen, die Dir in den Kram passen, fällst, wünsch ich Dir mal viel Erfolg!
Und ich sagte „auslachen“, nicht „ausfeiern“.

Edit: Hier noch etwas Konstruktives. Wie nah am Zaun sind die Tannen? Was sagt das Nachbarschaftsschutzgesetz bei euch?

„ein Baumhaus kommt einer Kanzel im Baum für die Jagd gleich. Ist nicht genehmigungs- und auch nicht anzeigepflichtig. Jedenfalls bei uns in Niedersachsen.“

Das kann man so pauschal nicht sagen. In manchen Bundesländern wurde diese Ausnahme wieder gestrichen.
Informier dich lieber vorher bei den entsprechenden Behörden.

Als Wissenschaftler richte ich mein Leben natürlich aufgrund der Laienmeinung im Internet aus :ugly :

Zumindest die Sache mit dem Abstand zum Zaun ist auf jeden Fall überdenkungswürdig. Da solltest Du Dich wirklich erkundigen. Auch, wie das eventuelle Nachbarn sehen. (Ist hinter dem Zaun Wald oder der nachbarliche FKK-Sonnbereich? Du verstehst, was ich meine. ^^) Letzteres gibt auch Hinweise, wie wahrscheinlich andere Leute in diesem nörgelfreudigen Land an Deiner Stelle zum Amt gehen könnten…

Rechtlich ist das nicht in allen Belangen klar. Es stellt wohl auch einen Unterschied dar, ob Du das Baumhaus richtig als Wohnraum nutzt. Sanitäranlagen inklusive Wasserleitungen wären dahingehend sicher ein Nogo. Fest installierte Stromkabel ebenfalls. Bei Gelegenheit ein Verlängerungskabel in die Hütte zu verlegen, wäre allerdings kaum ein Indiz. Solltest Du an einer Genehmigung nicht vorbeikommen, wäre aber ein etwas hübscherer ausgearbeiteter Plan wohl auch nicht verkehrt. :wink:

Erkundige Dich halt. ^^

Na auf jeden Fall wird sich beim Amts(sc)himmel erkundigt! Da wir SEHR kulante Nachbarn haben, sehe ich das einzige Problem im “nach oben bekommen” des ganzen Materials - ich wollte jetzt kein Gerüst oder so aufstellen :ugly

Mir schwebt da eine Art flaschenzug vor…

BTW relevante Rechtsartikel:

http://www.anwaltseiten24.de/rechtsgebi … haben.html

http://www.google.de/#sclient=psy&hl=de … 6d3b6e853e

http://forum.jurathek.de/showthread.php?t=83529