Lohnuntergrenze

Hallo,

ich hoffe, hier kann mir jemand ein paar Stichworte nennen, die mir bei folgendem Problem weiterhelfen:
Das Arbeitsamt vermittelt ja einem Job-Suchenden eine Arbeitsstelle und es gibt bei geringen Löhnen eine Aufstockung. Wo ist aber geregelt, wie hoch dieser niedrige Lohn sein muss? Warum muss ein Arbeitssuchender also beispielsweise nicht eine Stelle annehmen, die ich ausschreibe (z.B. als private Reinigungskraft) für 1€ pro Stunde?
Ich weiß, dass es kein “eklatantes Missverhältnis zw. Leistung und Gegenleistung geben darf”, das z.B. dadurch bestimmt ist, dass man unter einem Tariflohn bleibt. Wenn aber für meine Branche kein Tarifvertrag gilt?
“Kein anerkannter Anknüpfungspunkt für die Feststellung des auffälligen Missverhältnisses ist der Abstand zwischen dem Arbeitsentgelt und der Sozialhilfe.” (http://www.haufe.de/recht/arbeits-sozialrecht/lohnwucher-durch-auffaelliges-missverhaeltnis_218_78064.html)
Was kann also dann herangezogen werden?

Vielen Dank!

Wenn ich deine Frage nicht missverstehe, dann steht das doch mit in deinem Link.

Ob Leistung und Gegenleistung in einem auffälligen Missverhältnis stehen, entscheidet sich danach, ob die Arbeitsleistung nach Dauer, Schwierigkeitsgrad, körperlicher oder geistiger Beanspruchung sowie hinsichtlich der Arbeitsbedingungen schlechthin noch ausreichend entlohnt wird. Das wiederum beurteilt sich

entweder nach den Tariflöhnen des jeweiligen Wirtschaftszweigs oder
nach dem allgemeinen Lohnniveau im Wirtschaftsgebiet. 

Also ohne Tarifvertrag muss man sich an den existierenden Löhnen orientieren, um die Höhe eines Lohns zu bemessen. Was es nicht gibt ist eine exakte Angabe in €, falls du danach gefragt haben solltest.

Ganz abgesehen von einer moralischen Verpflichtung seinen Arbeitnehmern soviel zu zahlen, dass sie ohne staatliche Hilfe von der Arbeit leben können, für den Fall eines Vollzeitjobs. (verdammt irgendjemand hat meine Brille schon wieder gegen diese rosarote Fälschung ausgetauscht…)

AGH (=Arbeitsgelegenheiten; auch 1€-Job genannt) sind in Deutschland reglementiert:
Arbeitsgelegenheiten sollen zusätzliche Beschäftigungen sein und abseits vom bereits vorhandenen Arbeitsmarkt (wettbewerbsneutral) und mit Hilfe von öffentlichem Geld angeboten werden. Die in der Arbeitsgelegenheit verrichteten Arbeiten sollen im öffentlichen Interesse liegen.
In der Regel sind Reinigungskräfte eher im Bereich Privat- oder Firmen-Interesse angesiedelt. :wink:
Näheres s. SGBII §16

Dennoch ist das Thema „Welche Arbeit ist wie viel wert?“ sehr interessant. Leistungsorientiert - wie man es sich vorstellt - geht es jedenfalls nicht zu.

Bei sowas kann man nur Kopf schütteln. Das Jobwunder bringts auch voll, wenn es rein Steuersubventioniert ist. Hauptsache Stammtisch-Otto hat seine Befriedigung, das die faulen Schmarotzer “was schaffe”. :roll:
Ich kenne inzwischen Altenheime, dort verdient niemand mehr als 1,50€/Stunde. Weil das so ein unwichtiger Beruf ist? Weil die Leute zu doof waren was besseres zu werden? Kein Wunder das sowas niemand mehr machen will, und die armen Alten Leute lieblos vor sich hin verfaulen…
2500€ kostet so ein Heimplatz minimum, selbst in den ärmeren Bundesländern. Ich frage mich wo das ganze Geld hingeht… in Qualität jedenfalls nicht. Essen ist meist nicht mehr als aufgewärmter Kantinen-Catererfraß übelster Sorte.

Diese ganze Aufstockerei gehört einfach verboten. Wers nicht schafft anständige Löhne zu zahlen hat am Markt nix verloren. Kurz und knapp.