Kay Ray 36: Triggerwarnungen im Theater

Ich hab deinen Kommentar halt so aufgefasst wie: Ist ja nicht Aufgabe der Gesellschaft, Suizide zu verhindern, die sollen sich behandeln lassen, wenn sie das nicht machen, sind sie selbst schuld.

Verstehe, dass du das nicht so gemeint hast, dann ist ja alles gut.
Worum es mir bei dir ging, ist halt: 1. Ist das alles ein schleichender Prozess, man ist nicht entweder suizidgefährdet und muss sofort in eine Klinik oder man ist gesund. Ich weiß nicht genau, wo bei mir der Punkt liegen würde, ab dem mich Suizidinhalte in Medien triggern würde - werde das auch nicht ausprobieren - aber das liegt sicher weit vor einem „Mir geht es so schlecht, dass ich sofort akut in die Klinik muss“. Da bin ich lieber etwas vorsichtiger.
2. Ist das mit Behandlung finden halt auch nicht so einfach. Zumindest wenn man noch nicht akut suizidgefährdet ist. Dürftest aus deinem familiären Umfeld ja auch kennen.

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In der Psychiatrie wird man meiner Erfahrung nach immer akut aufgenommen, wenn es einem schlecht geht (auf eine offene Station). Allein der Wunsch, in einer Klinik zu sein, wird wohl schon als kritisch genug betrachtet.

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Ja, in der Tat. Auch für einen Termin bei einem Psychologen (in der Großstadt lebend) kann man durchaus 4-6 Monate warten.

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Ja, habe ich auch so erlebt, als ich das zweite Mal Suizidgedanken hatte (letzten Herbst). Da war das übrigens medienunabhängig, da hatte ich vorher nichts in die Richtung konsumiert.
Aber das ist natürlich auch ein relativ großer Schritt, in eine Klinik zu gehen.

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Das glaube ich sogar - ist schließlich kein Kernthema des Anarchosyndikalismus.
Andererseits machen alle „Issmusse“ auch irgendwie betriebsblind - besonders den eigenen Leuten gegenüber.
In sofern ist es halt ein Unterschied, ob Du da etwas nicht wahrgenommen hast oder ob etwas tatsächlich nicht vorhanden ist. :man_shrugging:

Wir sind hier in Therapie? Na das erklärt Einiges… :joy:

Aktuell scheint es meiner Beobachtung doch eher in die Richtung „Wir triggerwarnen gemäß des Zeitgeistes um Shitstorms lauter Minderheiten vorzubeugen.“
Das hat mit sinnvollen Triggerwarnungen wenig zu tun.
Zumal man auch fragen kann: Warum bedarf es einer Triggerwarnung bei Film, Funk und Fernsehen? Oder formulieren die Medienhäuser ihre normalen Begleittexte zu den Werken nicht adäquat? :man_shrugging:

Siehe einen Abschnitt weiter oben. :wink:

Die Frage ist halt auch ein bisserl nach Selbstverantwortung des Konsumenten.
Wer suizidgefährdet ist und sich Werke mit Suizid anschaut… nun: Klug ist das nicht.
Die Frage ist halt, ob es über den normalen Begleittext von Sendungen hinaus noch eine extra Warnung für die „ganz Doofen“ bedarf? In dem Fall würde ich unterstellen, dass dann auch keine Triggerwarnung der Welt was bringt.:wink:

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Wo wir beim Thema Trigger-Warnung sind: Das ist das so in sich selbst ironischste und entlarvendste Beispiel:

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Ist halt natürlich auch eine Frage, inwieweit man mit einer Warnung spoilert. Also wenn eine Serienfigur am Ende einer Staffel Suizid begeht, dann soll man das natürlich noch nicht unbedingt vorher wissen. Ich weiß aber auch nicht, wie sich dieser Konflikt auflösen ließe.
Klar, wenn aus dem Beschreibungstext hervorgeht, dass es um das Thema geht, reicht mir das völlig aus. Andererseits schaue ich zum Teil auch Filme, die ich mir irgendwann mal aus irgendeinem Grund auf meine Watchlist gesetzt habe - z.B. wegen einer Empfehlung hier in Pantoffelkino - ohne mir vorher etwas dazu durchzulesen, völlig unbefleckt.
Da bin ich natürlich dann selbst schuld, wenn der Film mich runzerzieht.
(Das ist generell momentan bei mir so, dass ich merke, dass ich relativ empfindlich und dunnhäutig bin und ich mir leicht von Filmen die Stimmung ruinieren lasse, zuletzt war das bei „Die Jagd“ von Thomas Vinterberg so. Toller Film, aber für mich war der Tag erstmal gelaufen.
Also momentan für mich nur leichtere Kost.)

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Und genau so muss es auch sein. Wenn das nicht ständig und ausgiebig thematisiert wird könnte man das Schweigen als Zustimmung werten und zu viel Ruhe könnte als Egalität ausgelegt werden. Zu den Waffen ist da schon ganz richtig, denn ich bekomme die Genderei aufgezwungen. Also bitte!

:wink:

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Das Problem lässt sich nicht durch „Wer hat Schuld?“ lösen.

„Totò – ein bekannter italienischer Schauspieler – sagte, dass in Krisenzeiten die Intelligenten nach Lösungen suchen, während die Schwachköpfe nach Schuldigen suchen.“

Streiche in unserem Fall „Krisenzeiten“ und ersetze „Schwachköpfe“ mit „Woke“ (obwohl - gibt es da aktuell einen Unterschied? :smiling_imp:) und es kommt der Sache schon recht nahe.

Mir würde - gerade in Bezug auf Streaming-Anbieter - ein anständiges Tagging der Werke mit Filtermöglichkeiten einfallen. Nur wird man auch so nie alle Eventualitäten abfrühstücken können.

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Mir ist völlig unverständlich, wie man an etwas Anstoß nehmen kann, was einmalig so kurz eingeblendet wird, dass ich mir kaum die Chipstüte zurechtrücken kann, bevor es auch schon losgeht.
Und wenn es entsprechend sensibilisierten Menschen vielleicht hilft, stelle ich diese 5 Sekunden meiner Lebenszeit gern zur Verfügung.

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Ist weder von Toto (noch von Loriot: ZITATFORSCHUNG: "In Krisenzeiten suchen Intelligente nach Lösungen, Idioten suchen nach Schuldigen." Loriot (angeblich)), aber trotzdem ein schönes Zitat.
Wir diskutieren hier ja gerade auch einigermaßen konstruktiv, bis auf meinen zugegeben etwas unsachlichen Einwurf am Anfang, das ist ja eine gute Sache.
Filterfunktion bei Streamingdiensten wäre eine gute Idee, allerdings weiß ich gar nicht, ob ich das nutzen würde, wenn es das gäbe. Ich gehe sowieso selten nach den Empfehlungen der Startseite der Dienste, sondern eher über JustWatch und meiner Watchlist dort direkt zum Film. Und mich so komplett einzugrenzen, gewisse Inhalte gar nicht mehr zu sehen, weiß ich auch nicht, ob ich das will. In guten Phasen habe ich ja kein Problem mit sowas. Aber dann könnte man es ja auch wieder ausstellen.
Wäre also sicher eine Überlegung wert, eine Warnung direkt vor dem Film - willst du das jetzt gerade wirklich sehen? - wäre für mich trotzdem hilfreicher, denke ich.

Du hast es verstanden. Zudem bin ich sehr sehr gerne streitsüchtig…

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Seh ich auch so. Wer Demokratie will, der muss auch mit Streit und Diskussionen klarkommen. Ohne diese Themen öffentlich zu thematisieren, kann man an der Willensbildung in einer Demokratie nicht teilhaben.

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Vor allem denke ich, dass ich nicht in jedes Problem eines jeden Menschen eingebunden werden muss und diese Dinge ungefragt ganz tief in mein Privatleben gesteckt werden. Ich kann weder etwas dafür, noch kann ich an deren Situation etwas ändern. (Ausser den Irrsinn zu verbreiteten dass alles sei normal) Warum also werde ich ständig mit irgendwelchen Sachen belästigt die eine Hand voll Leute betrifft… Wahnsinn! Und ja, diese Hand voll Leute muss mit Ihrem Problem umzugehen lernen. Aber nicht in dem die ganze Gesellschaft so lange genervt oder unter Naziverdacht gestellt wird bis alles nur noch aus Angst abgenickt wird, sonder beim Therapeuten und zwar alleine mit dem. :innocent:

Wenn man das so liest, könnte man meinen es handele sich nicht um sekundenlange, tonlose Einblendungen, sondern um verpflichtende Wochenend-Blockseminare zum Thema.

Da sollte doch bitte die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben, sonst wirkt das doch arg lächerlich.

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Vor allem geht es ja bei den gekennzeichneten Werken um genau dieses Thema. Da verstehe ich das nicht ganz, wo jetzt das Problem ist, wenn das zusätzlich am Anfang kurz benannt wird.

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Wo hat hier (oder ansonsten bei dem Thema) jemand die Nazikeule hervorgeholt?

Eine Hand voll Leute?

Betrachte es doch alles mal nicht einzeln. Nimm mal den ganzen aktuellen Kram, stell das mal auf und dann sag das nochmal.

Gut, ich meine jetzt natürlich nicht nur die Triggerwarnungen. Es geht mir gerade um das Gesamtpaket und da erscheint mir die Verhältnismäßigkeit doch mehr als gegeben. Natürlich immer nur aus meiner Sicht.

Das sind 0,0125 % Oder?

Verstehe es nicht falsch. Mir ist es nicht egal. Aber was im Moment abgeht steht in keinem Verhältnis.

Welches Gesamtpaket? Ich finde es deutlich besser differenziert über einzelne Themen jeweils einzeln zu diskutieren, als über ein ominöses „Gesamtpaket“ zu schwadronieren, das irgendwer irgendwem aufdrücken will.

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