Internetjournalismus - Und die Quellen?

Liebe Fernsehkritik.tv-Freunde,

viele von euch sind noch unter 18 und haben sich sicher schon öfter gefragt:
Ich brauche Informationen für die Schule, aber finde nirgendwo Quellen bei Artikeln im Internet.

Erstmal möchte ich sagen: Da seid ihr nicht alleine!
Scheinbar ist es Normalität, bis auf wenige Ausnahmen, dass man nicht angibt, woher man seine Informationen hat. Und wenn man dann zu einem Thema Bezug nehmen will, z.B. im Unterricht, steht man im Regen. Einige Internetseiten verlinken zwar, aber nur zurück zu sich selbst. Ist man beim Suchen da gelandet, frustriert es einen sehr, dass man nie voran kommt und die Stichworte dann doch wieder bei Google eingeben muss. Noch schlimmer sind unsere sog. Nachrichtendienste und solche, die sich dafür halten. Wer z.B. Yahoo oder Web.de nutzt weiß wovon ich rede. Nachrichten reinkloppen, seien sie auch noch so uninteressant und dann nichtmal die Quellen angeben.

Heute zum Beispiel der Fall US-Stadt heißt jetzt “Google, Kansas”, keine Quellenangabe, gar nichts. In Google wird man fündig und bekommt zig tausende Einträge, die auf Artikel verlinken. Und was glaubt ihr findet
man dann? Richtig, wieder nur Artikel die das so oder so ähnlich behaupten, aber keine Quellen angeben.

Wie ihr seht sind selbst wir Erwachsenen nicht besser dran. Vielleicht ein weiterer Beweis dafür, dass das
Internet keineswegs ausgereift ist. Oder für Verschwörungstheoretiker: So hält man die Menschen dumm.

Ich würde gerne mal eure Meinung wissen, ob es nicht zur Pflicht werden sollte, wenigstens einen Link in die Artikel zu stellen, damit jeder Leser weiß auf was man da Bezug nimmt.

Ganz ehrlich: Schwachsinn! Wie soll das bitte aussehen? Soll jeder der irgendwas schreibt ne Quelle angeben oder willst du mit irgendwelchen schwammigen Kriterien unterscheiden wo eine angegeben werden muss?

Und wie willst du gegen Verstöße vorgehen? Geldstrafen? Internetsperren?

Ganz toll ist dein Vorschlag auch in Hinblick auf sensiblere Informationen und die selbstverständlich anonymen Quellen aus denen sie stammen.

Wen interessiert es schon wenn irgendwo ein Oppositioneller von einem Regime gefasst wird? Hauptsache du hast deine Quellenangaben…

Sorry aber du hast anscheinend das Internet nicht verstanden, selten hat es besser gepasst:
EPIC FAIL

Quelle: Ich

Nette Idee und man kann sie nur begrüßen (vor allem wenn es um wichtige Informationen geht - dann gleich die Frage: Was ist wichtig?). Aber ein solches Umdenken kann man nicht erzwingen.
Wenn es dir um wikipedia-Artikel geht, dann kann man da schon gute Ansätze sehen. Da wird auf Fachliteratur und auch Quellen verlinkt. Aber woanders bist du auf den guten Ruf der Seite und natürlich deinen gesunden Menschenverstand angewiesen. :wink:

Das Internet kann gute Informationen liefern, aber grade wenn es um seriöse Arbeiten für Schule oder die Uni geht, sollte man sich eher auf Bücher und Fachzeitschriften verlassen.

@N17
Sorry dir das sagen zu müssen, aber ich glaube du hast mein Anliegen nicht verstanden. Hier geht es nicht darum ob der einzelne Blogger irgendwas nachweisen muss, sondern wie mein Titel schon sagt um “Internetjournalismus”.

Und dazu zähle ich nunmal auch die verlinkten Beiträge im Ausgangspost.

Wer seriöse Quellen hat, der kann sie auch benennen. Und sei es nur die Deutsche Presseagentur

Die Umfrage ist wohl ein Scherz (“Nein, ich verlass mich darauf dass das stimmt”). Wo bleibt die Antwortmöglichkeit “Nein, ich benutze meinen Kopf, bleibe kritisch - und wenn ich zweifel hab recherchier ich es nach”. Zeitungen schreiben auch selten ihre Quellen auf, und wenn dann meistens nur welche andere Zeitung darüber berichtet hat, oder dass es von der dpa kommt.

Wo bleibt die Antwortmöglichkeit „Nein, ich benutze meinen Kopf, bleibe kritisch - und wenn ich zweifel hab recherchier ich es nach“.

Du hast Recht. Ich wollte es jetzt so ähnlich mit reinnehmen, aber da hat es die Umfrage komplett zurückgesetzt. Darum lass ich die Umfrage einfach weg.

Sorry dir das sagen zu müssen, aber ich glaube du hast mein Anliegen nicht verstanden. Hier geht es nicht darum ob der einzelne Blogger irgendwas nachweisen muss, sondern wie mein Titel schon sagt um „Internetjournalismus“.

Genau das ist aber der Punkt wie willst du da abgrenzen? Der Verlag muss sich bei werbefinanzierten Online-Artikeln dran halten und der Blogger der mit Werbung auf seinem Blog ein bischen Geld verdient nicht?

Wenn Holger hier auf seiner Seite einen Text oder ein Video veröffentlicht ist er dafür genauso verantwortlich wie ein Verlag der Text/Video auf seiner eigenen Seite veröffentlicht.
Das Gesetz wird sich da auch nicht ändern, wenn sowas mal kommen sollte trifft es den kleinsten Blogger genauso wie die größten Verlage! Alles andere ist derzeit nichts weiter als eine realitätsferne Gedankenspielerei.

Wer seriöse Quellen hat, der kann sie auch benennen. Und sei es nur die Deutsche Presseagentur DPA.

Also folgst du dem Grundsatz: „Eine Quelle die ihre Identität nicht öffentlich preisgeben lassen will ist nicht seriös.“?

Zum Thema „Anonymität“:
Wenn im Artikel erkennbar ist, dass es für den Preisgeber sensibler Daten lebensgefährlich werden könnte, wenn er erkannt wird, dann kann man auch am Schluss vermerken Quelle der Redaktion bekannt. Was wäre da so schlimm dran? Kennst du WikiLeaks? Soviel zu diesem Thema.

„Quelle der Redaktion bekannt“ ist eben keine Quellenangabe, wenn du Quellenangaben zur Pflicht machst würde das nicht reichen. Wenn man Quellenangaben zur gesetzlichen Pflicht macht müssten die Quellen aufgedeckt werden und sind eben nicht mehr anonym!

Und zum Thema „dagegen vorgehen“:
Am Beispiel BILDblog und BILD kannst du in etwa erkennen, dass es doch möglich ist. Da sich die meisten Leute ja
wohl doch auf die renommierten Quellen und Nachrichtenportale verlassen, könnte man bei Nichteinhaltung schon
Konsequenzen androhen.

Ich habe keine Ahnung was Bildblog und Bild jetz mit der von mir angesprochenen Thematik von Strafen bei Nichteinhaltung einer Quellenangabenpflicht zu tun haben.
Also sag doch mal: An was für Konsequenzen denkst du denn?

PS: Und es geht dir dabei hoffentlich nicht nur um Schularbeiten, deswegen sowas zu fordern wäre schlichtweg… übertrieben. Außerdem wenn jemand keine Quelle angibt, gib doch einfach ihn als Quelle an, Quellenangaben dienen nur dazu die Verantwortung für den Inhalt an jemand anderen abzugeben.

Genau das ist aber der Punkt wie willst du da abgrenzen?

Das ist eine schwierige Sache, da gebe ich dir Recht. Im Grunde wär es erstmal nicht verkehrt, am Schluss jedes Artikels in Nachrichtenportalen, eine Quelle zu verlinken. Ist die Quelle ein Reporter vor Ort, dann gibt man das eben so an. Bezieht man sich auf eine Meldung im Ausland, einfach auf deren Eilmeldung verlinken, ist doch sowieso alles Online heute.

Probleme wird es dann geben, wie von dir beschrieben, wenn eine Quelle nicht genannt werden will. Wenn der Informant um sein Leben fürchten muss, dann sollte als Quelle eben wirklich „Informant“ oder ähnliches stehen.

Technisch wär das auf jeden Fall Möglich. Vorallem wenn es eine Meinung darstellt, sollte am Ende des Textes eine Bemerkung wie „Persönliche Meinung des Verfassers“ stehen. Dann weiß jeder woran er ist.

Ich habe keine Ahnung was Bildblog und Bild jetz mit der von mir angesprochenen Thematik von Strafen bei Nichteinhaltung einer Quellenangabenpflicht zu tun haben.

Eigentlich wollte ich damit nur sagen, dass es sich die Leute vom BILDblog ja zur Aufgabe gemacht haben, die von BILD als Tatsachen dargestellten Behauptungen, egal wie abstrus, zu entlarven. Ist ja nun nichtmehr direkt die BILD sondern alle möglichen Zeitungen, aber im Kern das Gleiche. Da kommt natürlich erschwerend Hinzu dass BILD Quellen angibt, die das geschriebene nichtmal so gesagt haben. Ab und an auch dass Quellen nicht genannt werden, weil die Geschichten ausgedacht sind.

Also sag doch mal: An was für Konsequenzen denkst du denn?

Das weiß ich nicht. Könnte man aber drüber reden.

PS: Und es geht dir dabei hoffentlich nicht nur um Schularbeiten, deswegen sowas zu fordern wäre schlichtweg… übertrieben.

Nein, nicht nur deswegen, wäre ja wirklich übertrieben. Es war nur als Beispiel gedacht, weil ja Jugendliche gerne den einfacheren Weg nehmen, vorallem weil sie nicht die Zeit haben endlos im Netz nach richtigen Quellen zu suchen.

Der Internetjournalismus wächst immer weiter, irgentwann könnte er zur einer ernsten Konkurenz für die Tagesschau und Nachrichtensender werden. Interessant ist nicht unbedingt die Quelle, sondern, was sagt einem die Quelle ? Was für eine Antwort kriegen wir auf unsere Fargen ? Kriegen wir die Antwort, die wir erwartet haben ?
Über die Quelle sollte man sich nicht den Kopf zerbrechen, wenn man wirklich wichtige Antworten sucht, dann sucht gleich mehre Quellen, dann vergleicht ihr die ( Vielleicht ) unterschiedlichen Antworten untereinander und überlegt, welche Antwort nun stimmt. So mache ich das jedenfalls.

Genau, wenn genug Seiten den Bockmist des anderen übernommen und abgedruckt haben, muss es ja die Wahrheit sein… OH MANN.

Ein einfaches Literaturverzeichnis ist doch vollkommen easy umzusetzen.

@ panasaak47

Im Prinzip hast Du Recht … aber es ist schwer umzusetzen.

[ul][li]Herrscht in der Journalistik Quellenschutz, d.h. es reicht die Angabe “aus verlässlichen Quellen” oder ähnliches.[/li]
[/]
[li]Liegt es am Einzelnen selbst, ob er seine Quelle verifiziert oder selbst allen Blödsinn, den er findet in seine Arbeit übernimmt.[/
][/ul][/li]
Schule ist - imho - eine didaktische Vorbereitung auf das Lernen im Leben. Auf der Uni kriegst Du keine Arbeit bei Deinem Prof über den Tisch, wenn nicht jeder Fakt in Deinem Aufsatz anhand eines Quellenverzeichnisses nachgeprüft werden kann. Wenn jemand in einer Schulaufgabe die Angabe “Hap ick beim guhgeln gefuntn!” macht, oder Links als Referenz angibt (die ich hier nicht nenne, die aber hier schon oft in Diskussionen als “fundamentale Wahrheit” präsentiert wurden) wäre für mich die Endnote der Arbeit damit besiegelt.

Für mich gehört es definitiv als Selbstverständlichkeit zum guten Ton, in einer ernstzunehmenden Diskussion seine Argumente mit seriösen Quellen zu untermauern und damit meine ich nicht “Wikipedia” in der ultima ratio.

(Quelle: Meine eigene Meinung) :mrgreen:

Ich verstehe das Topic nicht so ganz. Zwar bietet das Internet wie wir es heute kennen einige Eigenheiten, bzw. hat einige Auswirkungen auf unsere Informationsbeschaffung und den Informationsfluss. Als kleines Beispiel: Jemand schreibt etwas in die Wikipedia, 20 andere Seiten beziehen genau diese Information aus der Wikipedia und stellen es auf ihre Seite. Ein Informationssuchender sucht per Suchmaschine und findet gleich 21 Seiten die alle das gleiche behaupten. Dann muss es ja stimmen!

Du beziehst dich hier aber auf Journalismus und da sehe ich die Eigenständigkeit des Internetjournalismus nicht gegeben. In der analogen Papierwelt sieht das doch nicht anders aus. Oder ist deine Tageszeitung bequelt? (Ok, manchmal steht da “laut dpa”, “laut BILD” etc. aber das ist auch in den entsprechenden Onlineartikeln zu finden.
Hier müsste man also eine generelle Diskussion darüber führen wie vertrauenswürdig oder wie gut der Journalismus heut zu Tage ist (im Idealfall hat . Egal ob WWW oder Druck.