"Innen-Politik" - Bigotterie bei der Gleichberechtigung

Gerade bekam ich eine E-Mail vom Fernsehkritiker, in der er mich auf die neuen Abenteuer von Folge 107 hinweisen wollte.

Hallo liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

Wäre nicht mal ein Beitrag über die fernsehmediale Verwendung von “innen” fällig?

Wenn etwas Neutrales oder Positives angesprochen wird, verwenden Medien, Wirtschaft und Politiker stets die weibliche Form zuerst und dann die männliche Form. Beispiel:

  • Leserinnen und Leser
  • Hörerinnen und Hörer
  • Zuschauerinnen und Zuschauer
  • Bürgerinnen und Bürger
  • Wählerinnen und Wähler
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • Steuerzahlerinnen und Steuerzahler
  • Verbraucherinnen und Verbraucher

Aber sobald ein Begriff negativ geprägt ist, wird ausschließlich die männliche Form verwandt. Es würde keinem Medienmenschen oder Politiker einfallen, Begriffe wie “Steuerhinterzieherinnen und Steuerhinterzieher”, “Sozialschmarotzerinnen und Sozialschmarotzer”, “Trickbetrügerinnen und Trickbetrüger” oder “Schwarzarbeiterinnen und Schwarzarbeiter” zu verwenden.

Diese scheinheilige Vorgehensweise wird übrigens durch alle politische Farben hinweg praktiziert. Ist also kein alleiniger Auswuchs der “linken Gutmenschen”.

Sehr gut beobachtet! Die Frauen picken sich die Anrederosinen heraus und das schwache Geschlecht bleibt auf den negativ konnotierten Stigmata sitzen: Steuerhinterzieher, Warmduscher, Papst, etc.

Das ist lediglich ein weiteres Indiz für den perfiden Alltagssexismus in unserer Gesellschaft, dem ich als alternder, unansehnlicher Mann tagtäglich ausgesetzt bin. Man kann ja noch nicht einmal in Würde ein staatstragendes Interview geben, ohne sofort von notgeilen Journalistinnen mit Zweideutigkeiten bedrängt zu werden.

ohne sofort von notgeilen Journalistinnen mit Zweideutigkeiten bedrängt zu werden.

Journalistinnen und Journalisten. :ugly

Ich vermisse hier ein wenig die schöne Stilblüte “Mitglieder und Mitgliederinnen”! :roll:

Unerhört, wie hier die zweigeschlechtlichen Fans von FKTV diskriminiert werden! “Abonnentinnen und Abonnenten” …pfff… das ist ja das reinste Mittelalter. Ohne Binnen-I und Gendergap geht heute nichts mehr. Also Abonnent_Innen

So sind sie halt, die Frauinnen und Frauen.

Ich finde wenn man eine Gruppe von Menschen direkt anspricht ist es nur redlich auf das generische Maskulinum zu verzichten.

Ich finde wenn man eine Gruppe von Menschen direkt anspricht ist es nur redlich auf das generische Maskulinum zu verzichten.

Die direkte Ansprache war damit auch nicht gemeint, auch wenn ich die E-Mail-Einleitung von Herrn Holger zitiert habe.

Beispiele aus der Presse:

„Da unsere Leserinnen und Leser unser Buch also heute offensichtlich noch wichtiger finden als bei seinem ersten Erscheinen, beschlossen wir eine überarbeitete Neuauflage.“

http://shop.spiegel.de/shop/action/show … d=10341953

„Deshalb soll den Wählerinnen und Wähler wie in Baden-Württemberg, durch die jeweilige Stadt oder Gemeinde etwa eine Woche vor der Wahl ihre Stimmzettel und ein Merkblatt mit Hinweisen zur Stimmabgabe übersandt werden.“

http://www.eifelzeitung.de/?artikel=74520

„Für die Hörerinnen und Hörer von MDR JUMP hat Rockenberg Freikarten für das Spektakel organisiert.“

http://www.mdr.de/presse/hoerfunk/press … n2594.html

Findet man zuhauf auch im TV.

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Das ist lediglich ein weiteres Indiz für den perfiden Alltagssexismus in unserer Gesellschaft…

Auch witzig: Reportagen über Betriebe, die sich daneben benehmen. Es wird solange gedreht und umgeschnitten bis wir wieder den Beweis haben, dass Frauen die besseren Menscheninnen sind.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ … rjaehrigen

Die beiden Verkäufer vom Testkauf 1 und Testkauf 2 haben den Kindern Stoff verkauft, aber die Verkäuferin vom Testkauf 3 hat sich korrekt verhalten.

Diese subtile Geschlechterdiskriminierung findet man ständig bei solchen Tests. Ob es jetzt Verkäuferinnen sind, die sich richtig verhalten oder ob es Handwerkerinnen sind, die ehrlich den Waschmaschinenstecker in die Steckdose stecken anstatt wie die bösen Mannsbilder von Test 1 und Test 2 den Kunden gleich teure Ersatzteile andrehen wollen. :wink:

Hört bloß auf mit dieser Sprachvergewaltigung… ich bekomme schon Kotzreize wenn ich diese Gender-Gap-Käse nur lesen muss…

[…] Papst, etc.

Papst gibt es ja immer nur einen zur gleichen Zeit, also fällt das Unterscheiden hier weg, kann man ja entsprechend das korrekte grammatikalische Geschlecht anwenden. :ugly

Sag das nicht, du. Ich hoffe ja immer noch auf eine Wiederholung des Abendländischen Schisma. Acht Jahre lang drei parallel regierende Päpste … hat was, die Vorstellung. :mrgreen:

Unser Papst_In kann sich glück schätzen , wenn er nicht so endet wie der gute Formosus. :ugly

Gerade bekam ich eine E-Mail vom Fernsehkritiker, in der er mich auf die neuen Abenteuer von Folge 107 hinweisen wollte.

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Hallo liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

Wäre nicht mal ein Beitrag über die fernsehmediale Verwendung von „innen“ fällig?

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Auch bezeichnend, dass Holger da nicht mal drauf antwortet…
Er ist jetzt offenbar auch der Gender Sprachverhunzung verfallen. :smt011 :smt009 :smt018

In der letzten Folge sogar „Spenderinnen und Spender“ :cry: :roll:

Ich finde ein Steuerhinterzieher kann auch eine Frau sein und dieses “innen” ist in den meisten fällen ziemlich überflüssig. Bei “Liebe Abonnenten” fühlen sich ja wohl hoffentlich auch die Frauen angesprochen wenn sie nicht schon total durch-gendert sind. Typisches Beispiel dafür wie man Probleme schaffen kann wo keine sind.

Wie wäre es als Anrede mit „Hallo liebe Abonnierende…“? Klingt zwar leicht gewöhnungsbedürftig aber ist dafür geschlechtsneutral und wäre problemlos sogar auf geschlechtsumgewandelte Hermaphroditen anwendbar. :wink:

o.ô

Willkommen zu einer praktischen Demonstration der Argumentationsstrukturen aus Warum wir nie etwas ändern sollten.
So wie das Denken die Sprache formt, so formt umgekehrt auch die Sprache das Denken. Das generische Maskulinum (“Ich nutze zwar nur die männliche Form, aber ihr wisst doch alle, dass ihr euch trotzdem auch angesprochen fühlen dürft, liebe Frauen”) funktioniert genauso wenig wie das generische Femininum (umgekehrte Variante, seltener anzutreffen). Echte Gleichberechtigung in der Sprache funktioniert nur, indem man entweder beide Formen verwendet oder eine geschlechtsneutrale (neu schafft). Mehr dazu weiß (u.a.) das Sprachlog.
Und noch eine Frage an die Leute, die sich über “Hallo liebe Abonnentinnen und Abonnenten” aufregen: Geht ihr auch die Wand hoch, wenn jemand seine Rede mit “Sehr geehrte Damen und Herren” anfängt?

In meinem Mietvertrag wird nur noch die Weibliche Form verwendet: Vermieterin, Mieterin.
Finde ich so eigentlich auch nicht in Ordnung! #aufschrei

Bitte nicht! Es reicht schon, dass es in Deutschland keine Studenten mehr gibt, sondern nur noch Studierende. Damit umgeht man immerhin den Zwang auf dem Studentenausweis…äh…ich meine natürlich Studierendenausweis sperrigerweise Studentinnen-und-Studentenausweis schreiben zu müssen.

Gott sei Dank zwingen einem die Forenregeln noch nicht auf wie man gendergerecht zu schreiben hat. Wo wir gerade bei den Forenregeln sind. Da ist mir etwas aufgefallen. Bitte einmal auf die unterstrichenen Stellen achten und mitteilen ob was auffällt:

[spoiler]

Die Moderatoren und Administratoren des Fernsehkritik.TV-Forums bemühen sich, Beiträge, die gegen die Forenregeln verstoßen, zeitnah zu entfernen oder zu editieren.

Alle Beiträge drücken die Ansichten des jeweiligen Autors aus und stellen nicht zwingend die Meinung von Fernsehkritik-TV dar.

Nutzer, die nur auf Provokation aus sind, sollten durch konsequente Nichtbeachtung gestraft werden (“Don’t feed the Trolls.”).

Es ist nur ein Account pro Benutzer gestattet.

Ausnahmen (wie z.B. Account eines Mitbewohners) sind der Administration vor Anlegung dieses Accounts zu melden und müssen von dieser ausdrücklich erlaubt werden.

Wird - ohne zu zitieren - auf einen Beitrag Bezug genommen, der schon weiter in der Threadhistorie zurückliegt (z.B. auf der vorhergehenden Seite), ist im Kopf des Posts der Poster und der Timecode (@Isegrimm - 28.01.2010 17:08 ) anzugeben.

Die Beiträge sollen die Ansichten und Meinungen der Poster widerspiegeln und ggf. Bezüge zu anderen Posts erkennbar machen.

Das Team behält sich jederzeitige Änderungen vor, eine Information - z.B. per PN - an die User muss nicht zwingend erfolgen. Es obliegt jedem User selbst, sich über etwaige Änderung auf dieser Seite zu informieren.
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Zwei Fälle sind strittig: Troll (Trollin?) und Benutzername (Benutzerinname?). Zweiteres müsste sicherlich, in Anlehnung an Studentinnen-und-Studentenausweis, Benutzerinnen-und-Benutzername heißen.

Hier beziehe ich mich nur auf die Forenregeln. Schauen wir uns die Beiträge der Moderatoren und Admins an, speziell deine Librarian, finden wir bestimmt unzählige weitere Beispiele, ihr sexistischen Chauvinistinnen-und-Chauvinisten-Säue-und-Eber!

Gleichberechtigung in der Sprache brauch kein Schwein. Frauen oder auch Männer die sich darüber aufregen haben ganz andere Probleme. Die Welt wird dadurch kein Stück besser.

Das generische Maskulinum (“Ich nutze zwar nur die männliche Form, aber ihr wisst doch alle, dass ihr euch trotzdem auch angesprochen fühlen dürft, liebe Frauen”) funktioniert genauso wenig wie das generische Femininum (umgekehrte Variante, seltener anzutreffen).

Ja genau einfach behaupten und wehe es folgt nicht jeder blind, dann ist er ein Feind der sprachlichen “Gleichberechtigung”.

Sie wissen aber hoffentlich schon, was “generisch” bedeutet… :smt017

Aus Wikipedia:
In der Linguistik ist ein generisches Maskulinum ein maskulines Nomen oder Pronomen, das sich auf Personen unbekannten Geschlechts bezieht, wobei das Geschlecht der Personen nicht relevant ist oder männliche wie weibliche Personen gemeint sein sollen.

Nochmal in einfach:
Gramatikalisches Geschlecht != biologisches Geschlecht
Die beiden haben in vielen Fällen NICHTS miteinander zu tun
dass man das hier noch erklären muss :smt010

Aber nein, das gibt es natürlich nicht, das ist ja bloß von den bösen nicht-Feministen erfunden worden :roll:
#Poststrukturalismus

Man sollte meinen es gibt andere Probleme.

Auch wenn es Studierendenausweis heißt, sagen wir trotzdem noch Studentenausweis. Aufgezwungene Sprachvergewaltigung bringt einfach nichts, wenn sie sowieso nicht angenommen wird.

Eigentlich muss es mit der Logik auch Emenschipation heißen, weil Emanzipation ist ja männlich geprägt.

Die umgekehrte Form, nur weibliche Formen zu verwenden finde ich aber auch scheiße. Das ist inkonsequent und verlogen.