Ich will nicht ins Fernsehn

Hallo,

Habe gerade den Fernsehr laufen, und was kommt ? Achtung Kontrolle…
Nun dachte ich mir, Ha ! Sollen die es doch mal wagen mich mit einem Kamera-Team zu Filmen…
Gut, manches ist Fake, aber es gibt schon Sendungen von ähnlichem Schlag die nicht fake sind.
Das erste was sich sagen würde ist Kamera aus, ich erlaube ihnen nicht mich aufzunehmen.
Schließlich hat man das Recht am eigenen Bild (KunstUrhG §22 ff). Jedoch gibt es ja den Porno Balken, oder die Verpixelung.

Nun zum Eigentlichen, ich fände es Interessant, eine Art “Ecke” in den Beiträgen zu haben in dem es um die praktische Hilfe zum Umgang mit Medien geht. Es könnten hier Fragen beantwortet werden wie…

“Muss ein Kamera-Team sofort aufhören mich zu filmen, wenn ich das will.
Auch wenn dieses Team die Polizei begleitet und mich unkenntlich macht ?”

oder ähnliche Fragen…

Was haltet ihr von einer solchen Ecke ?

In der Regel ist es ganz KLAR. MAN BRAUCHT DIE ERLAUBNISS von der Person die man FILMT!!!

Ich kenne nur diese Ausnahme aber soweit ich weiss giltet die für Versteckte Kamera oder sowas(bin mir aber nicht sicher) :
Es gibt eine einfache sache wo man sich merken kann… Man muss so unkenntlich gemacht werden DAS DIE EIGENE MUTTER DICH NICHT ERKENNEN WÜRDE wenn es ausgestrahlt wird! Sprich, NIEMAND. WIRKLICH GAR NIEMAND darf dich erkennen. Nicht mal Die KLEIDER dürfen Deutlich sein oder Tattoos oder sonst gar was!!!

Also am besten nach dem Bild weil dann erkennt dich sicherlich zu 100% niemand (Achtung dient als Beispiel und nicht als beleidigung!!!):

Die Stimme MUSS auch VERFREMDET werden ohen das man sie Wiedererkennt. Am besten sagt jemand das gesprochene 1:1 nach! :wink:

Soweit ich das weiss. Ist was falsch korrigiert mich bitte ^^

EDIT: Österreich ist es dasselbe wie in Deutschland und in der Schweiz geht das unter das Persöhnlichkeitsrecht. Ausser man Unterschreibt einen Vetrag wo drin steht was man alles Veröffentlichen darf. Auch Nacktbilder wemm es im vertrag steht! :slight_smile:

Ich würde mich auch über einen einmaligen Beitrag, der auf die rechtlichen Möglichkeiten und Grenzen des Persönlichkeitsrecht im Zusammenhang mit TV-Aufnahmen verweist, auch wenn es mit dem Stil der sonstigen Beiträge von fernsehkritik.tv etwas bricht. (Kann ich z.B. schon das Filmen oder nur die Ausstrahlung verbieten? Dürfen die Medien ohne Widerspruch erstmal von einer Zustimmung ausgehen? Wie weit muss die Verfremdung gehen? Durch welches Verhalten/in welcher Position verliere ich das Recht am eigenem Bild? An wen kann ich mich wenden, wenn ich unerlaubt im TV gezeigt werde? )

Vielleicht könnte man dazu ja ein Interview mit einem Rechtsexperten eines Journalistenverbandes oder einem TV-Äquivalent zum Presserat machen.

Eine dauerhafte, wiederholte Ecke muss es aber nicht sein, dazu würde ein einmaliger Beitrag erstmal reichen.

Zu “Achtung Kontrolle”:

Die Sendungen halte ich für Fake, besonders wenn staatliche Organe im Spiel sind. Ich muss mit Sicherheit nicht ohne Grund die nähere Anwesenheit von Dritten akzeptieren, wenn die Polizei eine Kontrolle vornimmt, schon alleine wegen meinen persönlichen Daten, die so Fremde ohne Grund mitbekommen. Die Provida-Sachen sind auf jeden Fall Fake und beruhen laut einem kurzen Lauftext im Abspann “auf den Erfahrungen der Polizei”. Echt sind da nur diese Filmchen von Dränglern und Rasern, der Rest dazu wird passend zum Filmchen nachgestellt. (Toto und Harry sind auch echt, aber mit Sondergenehmigung des Polizeipräsidenten und einem Kamerateam, was sehr vorsichtig vorgehen muss. Deswegen gibt es bei Toto und Harry auch immer wieder Szenen, wo das Kamerateam erst später hinzukommt. (Und bei Toto und Harry hatte es schon große Kritik und eine zeitweilige Aussetzung der Dreherlaubnis gegeben, weil das Team einen Tatort betreten hatte.)

nun ja, Recht haben und Recht bekommen sind, leider ja immer zwei Paar Schuhe.

Sollte man einmal in die Situation kommen und von Polizei, Ordnungsamt oder anderen Autoritäten auf sein Fehlverhalten angesprochen werden, wendet man sich nicht zu Erst den beiden unauffälligen Typen mit der Kamera zu.
Also selbst, wenn man informiert ist, kann man trotzdem in eine Situation geraten die die Kamera erstmal als nebensächlich erscheinen lässt.

In der letzten Frontal21 Sendung wurde über das Videoüberwachen der Bauhausmitarbeiter berichtet. Ein Beitrag der schon einige Monate zurück liegt kritisierte ,die normal gewordene Methode, Beiträge mit versteckter Kamera zu produzieren, im Fokus standen die Vorabendsendungen von Sat.1 und RTL.
Leider habe ich die Berichte beim googlen nicht gefunden dafür aber andere Beiträge:

http://www.dwdl.de/nachrichten/25103/rt … en_sender/

http://archiv-08.medienweb.de/magazin/f … index.html

Die Beispiele zeigen selbst, wenn man seine Rechte kennt und heimlich gefilmt wird, muss man sich möglicherweise trotzdem in einen Rechtsstreit begeben also Klagen …
interessant finden würde ich den von Baru vorgeschlagenen Beitrag aber auch

Wäre doch interessant einen Fachanwalt für Medienrecht zu interviewen.
Z.b. Ralf Höcker, der hat mir mit seiner Sachlichkeit in Kachelmann-prozess gefallen.
Es sollte aber keine witzige Show werden, wie seine Sat 1 Show „Einspruch – Die Show der Rechtsirrtümer“,
sondern ein ernstes Interview, was man verlangen kann und wie !

Man könnte das vorbereiten und in einem Extra Thread Frage sammeln zu diesem speziellen Thema.

Muß aber ja nicht dieser Anwalt sein…

@Glotzophon: “Einspruch - Die Show der Rechtsirrtümer” kommt bei RTL und nicht auf Sat.1

viewtopic.php?f=12&t=8201&start=15

In diesem mittlerweile geschlossenen Thread gab es das Thema Recht am eigenen Bild schonmal.
Haibgo hatte die wichtigsten rechtlichen Aspekte zusammengefasst:

„haibgo“ hat geschrieben:

Das Recht am eigenen Bild ist in Deutschland sehr schwammig geregelt. Prinzipiell ist es so, dass niemand ohne Dein Einverständnis Dein Bild veröffentlichen darf. Aber wo die Regel, da auch die Ausnahme. Und davon gibt es gerade in diesem Bereich viele. Eines haben alle gemein: Sie setzen voraus, dass Du volljährig bist und nicht entmündigt oder tot. Denn sonst haben Deine Eltern, Erziehungsberechtigten oder Deine Hinterbliebenen dieses Recht. Auch dass Du im Moment der Aufnahmen zurechnungsfähig warst, ist wichtig. Daher kommen übrigens die Verpixelungen bei irgendwelchen 24-Stunden-Reportagen über Security, die Besoffene aus diversen Clubs schmeißt. Die Sender verpixeln nicht, weil sie dazu aufgefordert werden, oder weil sie Mitleid mit den Betrunkenen haben. In dem Moment, in dem man objektiv erkennen kann, dass eine Person nicht mehr „zurechnungsfähig“ oder minderjährig ist, muss der Journalist seiner Sorgfaltspflicht nachkommen und denjenigen unkenntlich machen. Aber auch das ist natürlich 'ne schwammige Angelegenheit.

In Deinem Fall hast Du aber wahrscheinlich verloren, weil mehrere Ausnahmen von der Regel auf Deine Situation zutreffen:

  1. Öffentliches Interesse
    In dem Moment, in dem das öffentliche Interesse vorhanden ist, wie zum Beispiel bei dieser „Veranstaltung“, wiegt es schwerer als das Recht des Einzelnen.

2.Größe der Gruppe
Da Ihr nicht solitär - also allein auf weiter Flur - gewesen seid, sondern sozusagen eingebettet in das Geschehen rund um die Party, habt Ihr zum Gesamtbild dazugehört. Wenn nun eine Gruppe von Menschen aufgenommen wird - auch wenn Sie kleiner als 4 Personen ist -, dann hast Du nur eine Chance, wenn Details gezeigt werden, wie etwa ein Close-Up von Deinem Gesicht (bildfüllend). Ansonsten werdet Ihr nicht als Individuen gesehen, sondern eben als Teil einer Großgruppe.

  1. Öffentliche Veranstaltung
    Dadurch dass dies ja eine öffentliche Veranstaltung war, begebt Ihr Euch auf öffentlichen Raum, wo filmen jederzeit gestattet ist. Vor allem dann, wenn es der aktuellen Berichterstattung dient.
  1. Personen der relativen Zeitgeschichte
    Im Gegensatz zu Personen der absoluten Zeitgeschichte (Ex-Bundeskanzler oder Schauspieler), müssen sich „Normalos“ es nicht gefallen lassen, überall zu jeder Zeit „abgeschossen“ werden zu können. Da Ihr allerdings im Rahmen der Berichterstattung eines Ereignisses zu sehen seid, das Teil der relativen Zeitgeschichte ist, werden Eure Persönlichkeitsrechte in diesem Fall und für diese Bilder niedriger bewertet als im normalen Leben.
  1. Konkludentes Handeln
    Damit bezeichnet man das „In Kauf nehmen“ der Aufzeichnung. Ihr seht die Kamera und erhebt nicht direkt vor Ort Einwände gegen die Filmaufnahmen. Also muss das Team, wenn es als Fernsehteam zu erkennen war (was ich beim ZDF annehme) davon ausgehen, dass Ihr mit den Aufnahmen einverstanden seid, da man von einem modernen Menschen erwarten könne, dass er begreift, dass ein Kamerateam mit ZDF-Logo Aufnahmen für den Sender ZDF macht. Auch wenn es eine Produktionsfirma war o.ä. gilt das gleiche (also wenn nicht ZDF, sondern XY-TV zu lesen war).

Prinzipiell gilt aber in Deutschland: Die Aufnahmen selbst KANN MAN NICHT VERBIETEN (außer sie passieren auf einem Privatgrundstück, das einem gehört => Hausrecht oder man ist Polizist). Die Ausstrahlung hingegen schon. Wichtig ist, dass es immer schriftlich gemacht wird. Einfach zurufen reicht nicht. Du kannst übrigens auch gegen eine Zweit- oder Drittausstrahlung Einspruch erheben. Also, wenn die Bilder schon gelaufen sind und Du festgestellt hast, dass Deine Persönlichkeitsrechte verletzt wurden.

Ich bin übrigens kein Jurist. und das ist auch kein juristischer Ratschlag. Ich habe mich nur jahrelang mit dem Thema beschäftigt.