heute.de. Thema Auszubildende

Hallo Holger,

auf www.heute.de gibt es aktuelle zwei wiedersprüchliche Berichte zu dem gleichen Thema:

Schau Dir das mal an…

grusss

tvjunkie

Und wo ist da jetzt der Widerspruch?

Zunächst einmal: widersprüchlich, du meinst nämlich „gegen“ (wider) und nicht „erneut“ (wieder). :wink:

Das wäre der eine Bericht - und wo wäre der andere zu finden? Einen Widerspruch zwischen Text und Video kann ich nämlich nicht erkennen und auch inhaltlich sind da zunächst einmal (ohne weiteres Fact-Checking) keine Unstimmigkeiten zu entdecken.

@Librarian
@Kiyotake

Der Widerspruch wird deutlich, wenn man sich das Zitat von tvjunkie ansieht und mit dem Video vergleicht.
Während in dem schriftlichen Bericht gesagt wird, dass es mehr potenzielle Azubis gibt als Ausbildungsplätze, spricht der TV-Bericht davon, dass die Firmen Probleme haben, Azubis zu finden, da es zu Wenige gibt.

Ich vermute, Du meinst diesen Film vom 7.8. (Azubimangel) versus diesen Film vom 8.8. (146.000 Lehrstellen frei)? Ok der erste Film ist sicher leicht irreführend vom ZDF dargestellt, aber der Sprecher sagt es ja auch bereits eingangs: [I]“da weiterhin vor allem gut ausgebildete Schüler gesucht sind …”[/I]. Sprich: viele Betriebe warten erstmal ab, ob sich noch ein besserer Bewerber findet. Ein anderer Grund dürfte sein, dass vor allem ungeliebte Berufe in Gastronomie und Einzelhandel komplette Ladenhüter sind, während andere Stellen heiß begehrt sind (siehe Statistik der BfA). Ähnlich verhält es sich mit der regionalen Verteilung - kaum jemand will wohl von Berlin nach Meck-Pomm umziehen und versucht es erstmal weiterhin in der Heimat. So kommt es dann trotz vieler freier Stellen zu Azubi-Mangel. Ist ja aber auf dem Arbeitsmarkt auch die Normalität, dass es trotz vieler freier Stellen immer noch Arbeitslose gibt.

Auf solche Details wird grad in 60-sekündigen Nachrichtenfilmen meist zuwenig eingegangen und dann entsteht schonmal der Eindruck solcher anscheinenden Widersprüche.

[QUOTE=Kiyotake;317135]Ein anderer Grund dürfte sein, dass vor allem ungeliebte Berufe in Gastronomie und Einzelhandel komplette Ladenhüter sind, während andere Stellen heiß begehrt sind [/QUOTE]

Aus persönlicher Erfahrung muss ich - zumindest was den Einzelhandel angeht - klar widersprechen.
Anders ist die Vielzahl an Mitbewerbern nicht zu erklären, die mit mir zu den Vorstellungsgesprächen eingeladen waren.

Und aus statistischer Erfahrung:

Bewerber | Stellen

[U]6 Kaufm.Dienstl.,Handel,Vertrieb,Tourismus[/U]
623 Verkauf von Lebensmitteln: 3.528 | 16.010
632 Hotellerie: 6.760 |11.637
633 Gastronomie 4.942 | 15.456

Tja, dann leb ich wohl in einer Gegend Deutschlands, wo diese Statistik nicht greift.
Denn hier scheint das Verhältnis Stellen - Bewerber eher 1:10 zu sein und nicht 5:1.

Bewirbst du dich denn auch auf wirklich jede Stelle? Oder gibt es da auch welche, wo du sagst “Nee, zu den Konditionen arbeite ich nicht”?

@Librarian
Nachdem ich vor 1,5 Jahren mein Studium nach 3 Semestern sauber in den Sand gesetzt habe, habe ich mich auf jede kaufm. Stelle beworben, die im Umkreis von ca. 50 km angeboten wurde.
Vor 4 Wochen bekam ich endlich die Zusage für eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann zum 01.09.
Ich hatte mich schon damit abgefunden, ein weiteres Jahr arbeitslos in der Ecke sitzen zu müssen.

Ich werd einfach mal meine Erfahrung berichten:
Ich hatte nach der Schule und nach dem Zivildienst einige Probleme (welche hier keinen genauer zu interessieren brauchen).
Meine Eltern mussten mit mir, zwecks Arbeit, von Eberswalde in Brandenburg umziehen und es ergab sich, dass wir nach Schwäbisch Hall (ja daher kommt auch die Bausparkasse) gezogen sind. Ich hatte erhebliche Probleme beim Schulwechsel.
In Eberswalde habe ich eine Gesamtschule besucht, dort könnte man auch das Abitur machen d.H. ich hätte das Gymnasium nicht besuchen müssen um in die Obersufe zu gelangen. In BW oder zumindest in Schwäbisch Hall und Ungebung gab (ob das Heute anders ist weiß ich nicht) es keine Gesamtschulen und somit war der einzige Weg zur Oberstufe das Gymnasium. Ich habe gleich im ersten Jahr (das wir die 8. Klasse) kläglich versagt. Der Niveau war deutlich höher als auf meiner vorherigen Schule.
Ich machs ab hier mal kurz: 8. wiederholt und im zweiten Anlauf bestande, danach 9. nicht bestanden und das bedeutete, dass ich diese Schule verlassen musste. Danach besuchte ich eine zweijährige Berufsfachschule (Metalltechnik, nicht mein Ding), aber ich es mit einem relativ ordentlichen Abschluss doch geschafft und wurde danach auf einem ernährungswissenschaftlichen Gymnasium (dort sind Chemie und Ernährungswissenschften der Schwerpunkt,mehr Chemie was mir aber lag vorher hab ich problemlos eine 1 gehabt, auf dem Gymnasium war das Niveau natürlich viel höher) aufgenommen und hab dort auch das Abitur gemacht.

Schon im Zeitraum zwischen Mittelstufe (also vor der Aufnahme am [2.] Gymnasium) und Oberstufe habe ich versucht eine Ausbildungsstelle oder Anderes (z.B. FSJ) zu bekommen. Die Schule hat schnell zugesagt und so war für mich persönlich klar, dass ich das Abitur noch mache. Danach habe noch den Zivildienst im hiesigen Krankenhaus geleistet. Das war sehr interessant, auch wenn ich nur im Hohl- und Bringedienst tätig war.
Ich wie oben beschrieben allerdings noch so meine Probleme (Gesungheitliche, die hier irrelevant sind). Heute gehts mir sehr viel besser.
Ich habe dieses Jahr dann endlich eine Ausbildungsstelle in Zwiefalten in der dortigen Psychiatrie bzw. bei ZfP ergattert als Gesundheits- und Krankenpfleger. Damit bin ich zumindest in diesem Bereich glücklich.
Ich gebe zu ich hab mich von meinen Eltern längere Zeit dazu drängen lassen mich sehr viel auf Ausbildungen zu bewerben die mit entweder nicht lagen oder bei denen klar war, dass ich mit einem Abitur von 3,2 (ich ärger mich deswegen wahrscheinlich für immer, weil ich weiß dass ichs besser könnte) keine besonders großen Chancen da sind. Hab mich trotzdem beworben, immer ohne Erfolg. Ich hatte vll seit 5 Jahren 5 Bewerbungsgepräche. Teilweise auch Probearbeiten, aber ich will nicht 3 Jahre etwas lernen, was mich schon von der ersten Sekunde nicht interessiert.

Ich hab auch eine Ausbildung zum Physiotherapeuten begonnen. Da gab es diverse Probleme. Es war eine private Schule, sehr teuer, meine Eltern haben das bezahlt (leider umsonst und das tut mich auch leid) über 200€ pro Monat! Angefangen haben die anderen Probleme bei so einfachen sachen wie, dass ich nicht den Hampelmann vor einer Gruppe leute machen kann, ich mein damit sportliche Übungen (hoff das reicht als Beschreibung) und gipfelte darin, dass Manches was uns beigebracht wurde schon länger nicht mehr dem Stand der Zeit entspricht. Es wurde mir gesagt, dass alle des höheren Jahrgangs bei der Entsprechnden Prüfung (Befundung) durchgefallen seien.
Ich schweife ab… Ich brach das Ganze ab, weil es absolut nichts für mich war.
Ich habe erst 2013 begonnen, nach 4 Jahren (zu denen auch die Physiotherapieausbildung gehört) mich wieder in dem Bereich zu bewerben den ich bevorzuge: das Gesundheits- bzw. Sozialwesen (oder wie man das auch immer nennen möchte).
Nur wenige Wochen nach der Bewerbung in Zwiefalten wurde ich zum Gespräch eingeladen. Einige Zeit später kam die Zusage:mrgreen: ein super Gefühl war das, nach all der Zeit. Und es bedeutet auch, dass ich diesen Ort…Schwäbisch Hell, verlassen werde…endlich:ugly