Griechenlands Staatsbankrott

Eine nicht mehr ganz neue Nachricht.
Es gibt verschiedene Lösungsvorschläge:
Staatsanleihen von anderen EU- Staaten um den Griechen frisches Kapital zu geben
Wegnahme des Euros
Rauswurf/ Austritt aus der EU
Es wird heftig gestritten. Aber auch viel aufgehetzt.
Mich würde eure Meinung interessieren.
(Wichtig: Wer als Hardliner auftretten will soll seine Meinung ordentlich begründen. Andere Ansichten werden respektiert. Und wir bleiben wenigstens ansatzweise beim Thema)

Sicherlich etwas extrem, aber in meinen Augen sollten die unter Kontrolle der EU gestellt werden, bis sie wieder aus dem Gröbsten raus sind. Den betrügerischen Politikern muss das Handwerk gelegt werden – und anders geht das in meinen Augen nicht. Damit das allerdings nicht nach Entmachtung aussieht sollte man vorher das Volk fragen und bei einer gegenteiligen Entscheidung das Land mit sofortiger Wirkung aus der EU werfen. Die haben unseren Eurokurs schon genug ruhiniert.

Auch den bereits angedachten Landverkauf (unbewohnte Inseln) kann ich nur unterstützen. Wenn sie schon Geld von anderen Ländern wollen, dann sollen sie immerhin auch Nutzungsrechte einräumen.

Selbstsüchtig und angepisst,
André

Griechenland darf keine Geldzuwendungen seitens EU-Mitgliedsstaaten erhalten. Das würde sonst dem „Stabilitätspakt“ den Rest geben und zu einer „Mir doch egal, gibt ja jemanden, der uns finanziell rettet“-Mentalität bei den schwächeren EU-Mitgliedern führen. Die Griechen müssen jetzt einfach mal aufwachen und aufräumen. Rente mit 55 und solche Scherze? Natürlich ist das auf Dauer unbezahlbar! Auch wenn die Einschnitte jetzt drastisch erscheinen und es auch sind, sie sind notwendig!

Die Griechen schaffen das ohne extra Gelder. Wenn da nur nicht die unsäglichen Währungsspekulanten wären. Ohne diese netten Damen und Herren würde ich sagen, dass sie es auf jeden Fall ohne finanzielle Zuwendungen schaffen. So verbleibt ein ungutes Gefühl in der Magengegend. :expressionless:

Die Art und Weise in der die deutschen Medien derzeit mit dem Finger auf die Griechen zeigen und ihnen einseitig die Schuld in die Schuhe schieben, macht mich zunehmend ungehalten. In Griechenland ist definitiv schlechte Politik gemacht worden: Steuer- und EU-Fördergelder wurden verschwendet, Korruption grassierte, es wurde stark defizitäre Haushaltspolitik betrieben - und das auf offensichtliche Art über Jahrzehnte hinweg. Aber dann wollen TV, Zeitung und EU-Politiker mir tatsächlich weismachen, dass niemand in der EU auch nicht im entferntesten hätte ahnen können, dass das irgendwann mal schiefgehen könnte? Wer’s glaubt wird selig! :lol:
Der Staatsbankrott Griechenlands ist nicht nur auf das Versagen der griechischen Politiker zurückzuführen: Er zeigt nicht zuletzt das Versagen der gesamten EU auf wirtschaftlichem Gebiet. Schließlich sind auch zahlreiche andere Länder in einer ähnlichen, wenn auch nicht ganz so schlimmen Situation (z.B. Spanien, Irland, Lettland). Wären die Politiker in anderen EU-Ländern wie Deutschland und die EU-Kommissare einigermaßen kompetent, hätten sie Pleitekandidaten wie Griechenland schon lange vorher ermahnen können und auch müssen, bevor das Kind in den Brunnen fällt. Stattdessen hat man aber ahnungslos (oder vielleicht auch einfach nur gleichgültig???) dabei zugesehen wie Griechenland runtergewirtschaftet wurde. Fazit: Die EU-Länder haben sich diese Suppe durch Inkompetenz gemeinsam eingebrockt, also müssen sie sie jetzt auch gemeinsam auslöffeln - sprich Griechenland dabei helfen, finanziell wieder auf die Beine zu kommen! EU, setzen, sechs!
Und, nein, ich bin kein Grieche. Dies sagt mir nicht irgendein Nationalstolz, sondern mein gesunder Menschenverstand.

Beste Grüße, VersmoldSoldier

In dem Punkt stimme ich dir zu. Der Staatsbankrott ist nichts was erst jetzt überraschend kam.
Trotzdem hat man jahrelang weggesehen. Doch wie willst du selbst als EU einen anderen Staat ermahnen?
Meist ist es doch so das man derartige Dinge dann als Einmischung betrachtet. Andere EU Staaten auch Deutschland lassen sich nicht alles vorschreiben.
Wie willst du also hier vorzeitig eingreiffen? Strafzahlungen sind hier das absolut Falsche. Und Ratschläge oder Ermahnungen verhallen ungehört.
Zuzahlung durch andere EU Staaten halte ich für falsch.
Zumal die Schulden ja nur umgewälzt werden. Was vorher die Griechen an roten Zahlen hatten, haben dann nur andere.
Woher soll das Geld für die Hilfen kommen und vor allem wer bezahlt am Ende wirklich die Schulden?
Eine wichtige Frage an der ganzen Sache.

@Volkow:
Um ehrlich zu sein:Ich kann deine Fragen nicht zufriedenstellend beantworten. Ich bin absolut kein Wirtschaftsexperte. Umso erstaunlicher ist es daher, dass es die Wirschaftexperten, Kommissare und Wirtschaftsminister der EU nicht besser zu wissen scheinen als ich. Es geht mir einfach nur darum: Wer keinerlei Schutzmechanismen einführt, um solche Staatspleiten wie bei Griechenland zu verhüten, darf sich auch nicht wundern, wenn das dann tatsächlich passiert. Griechenland dann zum Sündenbock zu erklären bringt da gar nix - außer dass man sich auf die Art seine schmutzigen Hände in Unschuld waschen kann.
Die Euro-Länder müssen Wege finden, um die Wirtschaftspolitik ihrer Länder besser miteinander abzusprechen und aufeinander abzustimmen - andernfalls wird Griechenland bestimmt nicht das letzte Pleiteland sein…

Beste Grüße, VersmoldSoldier

Es geht mir einfach nur darum: Wer keinerlei Schutzmechanismen einführt, um solche Staatspleiten wie bei Griechenland zu verhüten, darf sich auch nicht wundern, wenn das dann tatsächlich passiertr

Es wurden Schutzmechanismen seitens der EU eingeführt.
Als über den Euro diskutiert wurde, wurde gleichzeitig ein Stabilitätsgesetz entwickelt. Länder deren Staatsdefizit über 3% ihres BIP’s liegt sollten den Euro gar nicht bekommen.
Griechenland hat sich damals schlicht und einfach mit falschen Zahlen den Euro erschummelt.

Aber ich möchte jetzt nicht auf Griechenland rumhacken.
Als der Euro nämlich eingeführt, welches Land war eins der Ersten dem ein Prozess angedroht wurde weil es das Staatsdefizit nicht niedrig genug halten konnte? Deutschland.
Jedes Land hat auf irgendeine Weise gegen den Vertrag von Maastrich verstoßen. Alle wirtschaftlichen Veränderungen, seien es Lohn- oder Steueränderungen sollten der EU vorgelegt werden, da man nun nicht mehr mit Änderungen des Wechselkursen Defizite ausgleichen konnte.
Aber alle Länder haben so gewirtschaftet wie sie wollten und nicht bedacht das selbst kleinste Änderungen den gesammten Euroraum betreffen.
Und jetzt tuen all Politiker sich hier als wahre Wirtschaftsexperten auf und wollen Griechenland „gute Tipps“ geben.
Ich könnte kotzen bei so viel Verlogenheit.

Stimmt, jetzt fällt’s mir wieder ein. Es gab den sogenannten “Stabilitätspakt”. Aber da könnt ihr mal sehen, wie konsequent der Stabilitätspakt ignoriert wird, dass ich ihn sogar schon längst vergessen hatte… :lol:
Aber da haben wir es ja wieder: Alle Länder haben ähnlich verantwortungslos gehandelt wie Griechenland. Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal und andere haben den Stabilitätspakt nach Lust und Laune gebrochen (Deutschland hat ihn auch vergangenes Jahr mit 3,3 Prozent Staatsdefizit wieder einmal gebrochen!) und Griechenland hat eben bei den Defizitzahlen ein wenig gemogelt. Was soll dann Aufregung über Griechenland? Sind doch alle quit! :lol: Wobei ich mich auch stark frage, wie es Griechenland möglich war, die Zahlen zu fälschen. Das kann dann ja nur heißen, dass es keine national unabhängige Institution gibt, die solche Zahlen ermittelt. Das lädt doch zum Mogeln regelrecht ein! Wer weiß, wie viele Länder ihre Haushaltsdaten noch (bislang unbemerkt) auf diese Art manipulieren???

Ich glaube, der Euro ist vielleicht einfach zu früh gekommen. Europa steckt noch zu sehr in nationalistischen Denkmustern fest. Eine solche Währungsunion funktioniert nur, wenn die Staaten auch wirklich bereit sind, ein Stück ihrer Unabhängigkeit aufzugeben und ernsthaft miteinander zusammen zu arbeiten, anstatt sich permanent gegenseitig zu beweisen zu wollen, wer der Tollste und Stärkste ist. Und Griechenland ist eben das erste Opfer dieses Euro-Darwinismus.

Beste Grüße, VersmoldSoldier

Ein Grundproblem der EU ist nun mal das es sich nicht um einen großen Staat mit Zentralregierung handelt sondern um einen eher losen Staatenbund.
Etwas anderes wird man auch vorerst nicht zusammenkriegen. Wie du richtig bemerkst ist jedes Volk in Europa noch viel zu weit im eigenen nationalen Denkmuster.
Dadurch gibt es auch nie einen unabhängigen Beamten oder Kontrolleur der den anderen auf die Finger schaut. Denn man handelt innerhalb der EU im guten Glauben das jeder ehrlich und mit guten Absichten bei der Sache ist.

Ich glaube, der Euro ist vielleicht einfach zu früh gekommen.

Interessanter Einwurf. Wahrscheinlich wollte man einen großen Schritt nach vorn Richtung europäische Gemeinschaft machen. Die Einführung einer gesamteuropäischen Währung löst bereits erste Aspekte einer nationalen Engstirnigkeit.
Doch nun scheint es als ob dies scheitert.
Da Griechenland nicht das einzige Problemkind der EU ist und jeder Dreck am Stecken hat ist allerdings der Zusammenhalt der EU gefährdet. Zumal auf die wirklichen Ursachen wenig Rücksicht genommen wird.
Politiker haben nicht den Mut die Ursachen zuzugeben und die Boulevardpresse stimmt freudig mit ein und verbreitet Unwahrheiten und Hetzerein.

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Aus aktuellen Anlass noch ein Nachtrag:
Heute steht bei in der Zeitung das sich die Bundesregierung doch dazu durchringt Hilfszahlungen an Griechenland zu leisten.
Das ist ein doppelter Verstoss. Zum einen wird gegen EU Recht verstoßen das klar vorgibt das kein Staat Hilfszahlungen an einen anderen EU Staat leisten darf.
Zum anderen wird hier ein Grundversprechen zur Euroeinführung gebrochen. Denn man versicherte uns damals das man diesen Passus auch einhält.
Recht zynisch. Denn während man an allen Ecken und Enden spart und für uns angeblich kein Geld das ist, drückt man jetzt plötzlich eine große Geldsumme für andere ab.
Ob sich damit Griechenlands Probleme lösen lassen? Oder beschwört man jetzt erst richtig etwas herauf? Und was werden die Spekulanten an der Börse tun? Denn diese haben bis jetzt auf den Staatsbankrott gepokert.

Griechenlands Staatsbankrott hängt mit vielen Ursachen und Faktoren zusammen: Hohe Korruption, eine weitreichende Schattenwirtschaft, ineffiziente Staatsausgaben, steuerhinterziehung, ganz besonders bei mittelständlichen Unternehmen und Großkonzernen und geringe Kontrolle der Unternehmen durch Finanzbehörden.
In Griechenland herrscht ein Schuldenstand von über 120 % des Bruttoinlandproduktes.
Noch viel schlimmer ist die Tatsache, dass US-Banken wie Goldman Sachs und JP Morgan Griechenland geholfen haben, ihre riesige Staatsverschuldung zu verschleiern, nur damit solche Staaten Kredite aufnehmen und das Währungsgeschäft gut läuft. Spekulanten haben sogar auf diesen Staatsverschuldung gewettet und haben gewonnen, so läuft das kapitalistische Wirtschafts - und Finanzsystem, man hat fast den Eindruck, das sei alles mit Absicht und mit System gemacht worden.
Und die Konsequens ist, dass jetzt die kleinen Leute die Zeche bezahlen müssen, gerade die Leute, die Keinerlei Schuld am Staatsbankrott, an der Korruption und an Finanzverbrechen haben, zeigt, wie skrupelos, heuchlerisch und geizig die Verantwortlichen sind. Und die Reaktion der Griechen ist natürlich voll berechtigt, nur nicht bei den Leuten, die all das unterstützt haben, den die Griechen lassen sich das nicht gefallen, hier in Deutschland wird das alles runter geschluckt.

Zu den waaaaahnsinnig hilfreichen “Berichten” in der deutschen Presse über Griechenland das von mir:

[video]http://www.youtube.com/watch?v=LtP6Tk_zo9M[/video]

So einfach ist es nicht. Nicht nur Unternehmen hinterziehen da im großen Maßstab Steuern, sondern fast alle Bürger ebenso. Steuerhinterziehung ist dort ein Regelrechter Volkssport. Es gibt in Griechenland nur knapp 5000 Leute die Angeben mehr als 100.000€ zu verdienen. Da kann schon nichts stimmen. Durch ihr Wahlverhalten haben sie Regierungen gehabt, die nie an Reformen im Staatswesen gegangen sind. Daher gibt es da noch Rente mit 55 und solche Scherze. Es werden harte Einschnitte für die Griechen, aber lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Daher gibt es da noch Rente mit 55 und solche Scherze.

Wenn es nur das wäre. Bis letzte Woche möglicherweise Betrug die Rente ca. 95 % des letzen Gehalts in Griechenland.
Da wird man doch richtig neidisch mit unseren 40 % hier XD

Jedes Land hat auf irgendeine Weise gegen den Vertrag von Maastrich verstoßen. Alle wirtschaftlichen Veränderungen, seien es Lohn- oder Steueränderungen sollten der EU vorgelegt werden, da man nun nicht mehr mit Änderungen des Wechselkursen Defizite ausgleichen konnte.

Dafür bin ich auch. Nur, was würde das ändern, wie immer bei solchen Staatenverbindungen gibt es auch hier keine passenden anschlagenden Strafmaßnahmen. Man hat hier nur festgelegt, unter welchen Bedingungen ein Land aufgenommen und durch die EU priviligiert werden kann, nicht, wie man die Privilegien zurück nehmen kann oder das Land wirksam „strafen“, wenn es die Kriterien nicht einhält.

Wenn man Mitglieder für ein Staatenbündnis gewinnen will wird man nicht gleich mit den Strafmaßnahmen für Regelverstoß werben wollen. Darüberhinaus hat die EU weder die Macht noch die Mittel um ein Mitglied wirklich gefügig zu machen.
Es handelt sich bei der EU immer noch um ein Wirtschaftsbündnis. Ein Bündnis das verschiedene Vorteile wie keine innerlichen Grenzen aber auch eine einheitliche Sicherheitspolitik betreiben will.
Daher ist auch fraglich warum Länder wie die Slowakei oder Rumänien nun EU Mitglied sind. Denn sie bringen der EU wirtschaftlich keine echten Vorteile. Der Grund:
Die EU ist die Vorstufe eines gesamteuropäischen Superstaates. Allerdings hat man es versäumt die entsprechenden Verträge zu aktualisieren. Da der Vertrag von Lissabon gescheitert ist kann von einem erreichen dieses Ziels keine Rede sein.
Denn würde die EU sich auf die Grundidee ihrer Gründungszeit besinnen wäre Griechenland schon längst draußen.
Nicht jedes Land in Europa kann wirtschaftlich und finanziell voll auftrumpfen. Daher die Idee das starke Länder im Bund die Schwachen stützen.
Doch die Länder sind noch zu verschieden.
Der französische Außenminister hat z.B. Deutschland angezählt. Warum?
Weil Deutschland weltweit der 2. größte Expoteur ist. Dadurch hat Deutschland ein relativ großes Auslandsdefizit.
Nicht weil zu viel Geld im Ausland bleibt sondern weil zuviel Geld aus dem Ausland reinkommt.
Das Deutschland die Forderung nach einem geringerem Export nicht nachkommen kann ist hier vorprogrammiert.
Wer sich die Geschichte ansieht, der wird feststellen das Deutschland nicht durch Kriege groß wurde.
Deutschland hat den Vorteil seine Stärke auf dem wirtschaftlichen Bereich voll auszuspielen. Dabei kann es problemlos mit anderen Ländern wie etwa China oder den USA konkurrieren.
Da Deutschland einer der wichtigsten Träger der EU ist, kann man Deutschland also nicht wirklich beeinflussen. Ein Beispiel: Die EU spielte mit den Gedanken die Berufsausbildung im gesamten EU- Bereich zu vereinheitlichen. Und zwar nach französischen Modellen. Die deutsche Industrie sträubte sich derart dagegen ihre bewährte Ausbildungsordnung zu verwerfen das selbst die Politik nicht dagegen halten konnte.
Das Ende vom Lied die EU konnte ihre Pläne nicht durchsetzen. Da der Wiederstand einzelner den Zusammenhalt der ganzen EU gefährdet.
Dementsprechend kann man auch einzelne Staaten wie Griechenland nicht einfach sich selbst überlassen. Denn Griechenland ist nun mal ein Teíl Europas. Wenn man es fallen lässt wirft das den europäischen Einigungsprozess weit zurück. Unterstützt man es bringt man den ganzen EU Raum finanziell ins Schlingern. Es ist also ein Teufelskreis.
Übrigens natürlich hat man auch in Deutschland Korruption und Vetternwirtschaft. Allerdings ist unsere Wirtschaft stark genug das zu verkraften. Zumindestens noch.
Auch ist eine Sache interessant. Das Deutschland der weltweit der drittgrößte Waffenexpoteur ist dürften alle mittlerweile gehört haben. Ein nicht unbedeutender Teil geht nach Griechenland.
Das ist übrigens keine Verschwörungstheorie sondern Feststellung. Denn während für alles andere kein Geld da ist. Für Waffen ist immer was da.

Es ist schon richtig, dass ein Teil der “kleinen Leute” auch indirekt am Staatsbankrott beteiligt war, doch die sind eindeutig in der Minderheit, es ist die Oberschicht ( Firmenchefs, Politiker, Beamte in höchsten Ämtern)
und ein Teil der Mittelschicht ( Ärzte, Beamte, Staatsbedienstete - alle mit einen guten Einkommen ) die an der Korruption, der Schattenwirtschaft und an Wirtschaftsvergehen - oder Wirtschaftsverbrechen beteiligt waren. Natürlich gibts auch anständige Reiche in Griechenland.
Damit will ich, um ersteres zu erklären sagen, dass die Hauptschuldigen für den griech. Staatsbankrott, nicht bei den einfachen Volk zu finden sind, sondern in der griechischen Finanzmarktelite, “ihren” Abgeordneten und oft Leute, die eine Führungspersöhnlichkeit repräsentieren. Das sind die Hauptverursacher dieser Krise, so wie bei der Finanzmarktkrise 2007, die noch ausgestanden ist.
Aus der bequemlickeit heraus, machen da natürlich auch einige normale, einfache Menschen mit. Nicht nur die Reichen. Es ist sehr bedauerlich, dass Leute, die sich über die Gefahren, Ungerechtigkeiten und Unmenschlichkeiten dieser, ich nenn´sie mal Finanzmarktkapitalismuspolitik nicht wirklich bewusst sind - Und sie trotz direkt oder indirekt unterstützen wie als Beamter Schmiergelder zu kasieren, der Arzt führt verbotender Weise Behandlungen durch, in dem er das Geld bar auf den Tisch bekommt, Clanwirtschaft betrieben wird, Arbeiter und Angestellte Steuern hinterziehen,…
Doch all diejenigen, die daran beteiligt waren, sind in Griechenland in der Minderheit, ich glaube nicht, wenn Renter, die jahrzenhnte lang gearbeitet haben, auf die Straße gehen, soziale Gerechtigkeit einfordern, obwohl sie selbst an der Verschlimmerung der Krise in Form einer Unterstützung, dran´beteiligt waren ! Das ergibt kein Sinn, jeden falls mehrheitlich gesehen. Einige unschönen Mentalitäten dieses Landes mögen zwar auch die Krise, den Staatsbankrott heraufgespült haben, aber meiner Meinung nach, nicht die Mehrheit der Griechen.
Dumm ist nur, dass die “dummen” Leute, den das Allgemeinwohl relativ egal ist, mehrheitlich an ihr Eigenwohl interessiert sind und die nicht progressiv sind und sich keine Gedanken über die Zukunft machen. Ich denke, die meisten Griechen wollen so ein korruptes und finanzkapitalistisches System nicht, sowie die meisten Europär nicht, sonst wären die Leute nicht so kritisch gegenüber dem Kapitalismus, schade nur, dass das nicht deutlicher wird.
Jetzt müssen die Griechen dafür bluten, Kürzungen, in allen Bereichen, die dem Staat sehr viel Geld kosten, das würde ich als griech. Staatsbürger, unter etwas Zähneknirschen akzeptieren. Ich erwarte aber auch das Ende eines solchen Wirtschaftssystems. Wenn einfache Leute leiden müssen, müssen das auch die Verursacher, so einfach ist das. So kann das doch ernsthaft nicht weitegehen.

Und genau das ist ein Grundproblem. Den Begriff der der Gerechtigkeit gibt es eigentlich nicht mehr.
Die Rechnung für den Schaden haben wie du richtig schreibst nicht die Verursacher zu bezahlen sondern der kleine Mann auf der Straße.
Dennoch ist nicht zu verdecken das Griechenland lange Zeit uneffektiv gelaufen ist. Es fehlen grundlegende Strukturen die woanders schon lange selbstverständlich sind. Z.B. bekommt es Griechenland trotz mehrfacher Waldbrände nicht hin ein effektives Feuerwehrsystem aufzubauen.
Doch wundert dich das so sehr? Versuch doch mal in deinen Wohnort ein höheres Gemeindeamt zu erreichen. Der Einfachheit hier in Deutschland. Werde hier Gemeindewehrleiter bei der Feuerwehr und werfe dich gegen den Filz der sich unter den Regierenden gebildet hat.
Als einzelner kannst du nicht gewinnen. Der Durchschnittswähler ist relativ dumm. Denn er beschwert sich zwar aber er will auch keine gravierenden Änderungen hinnehmen. Vor allem dann nicht wenn sie ins negative gehen.
Und ähnlich wird es in Griechenland sein.

Der Durchschnittswähler ist relativ dumm. Denn er beschwert sich zwar aber er will auch keine gravierenden Änderungen hinnehmen. Vor allem dann nicht wenn sie ins negative gehen.

Aber die Veränderungen in Griechenland sind viel zu gravierend.
Das Staatsdefizit ist doch ohnehin nicht in ein paar Monaten abzubauen. ich finde es sehr fahrlässig von den deutschen Politikern solche einscheidenden Veränderungen auch noch zu loben, denn die erhöhung der Mehrwert- , Alkohol-, Benzin-, Tabak und keine Ahnung welche Steuer noch wirs letztendlich zu einer Stagnation des Konsums führen und weitere Einnahmen werden einbrechen.
Meiner Meinung nach sollte man nun langsam und nicht übereilt ein Problem nach dem anderen anpacken. Man muss doch so wie so damit rechnen das es Jahre dauern wird bis sich die Finanzlage stabilisiert hat.

Aber ich persönlich denke, dass die meisten europäischen Politker diese ganzen Maßnahmen so wie so nur loben um den ganzen EUrokritiker und Spekulateuren nicht noch mehr Futter zu zuwerfen.

Eine Sache die mich mal nebenbei interessieren würde: Was passiert eigentlich wenn ein Staat pleite geht? Der kann ja nicht einfach wie Quelle zumachen. So nach dem Motto: Griechenland gibts jetzt nicht mehr.

Du hast damit recht das du schreibst:

Meiner Meinung nach sollte man nun langsam und nicht übereilt ein Problem nach dem anderen anpacken. Man muss doch so wie so damit rechnen das es Jahre dauern wird bis sich die Finanzlage stabilisiert hat.

Das letzte was man jetzt tuen sollte ist übers Kind zu brechen. Aber man muss etwas tun auch wenn es radikal ist. Denn mit Griechenland steht und fällt das Ansehen der EU. Und da Griechenland schnell Geld braucht und das möglichst aus eigener Kraft muss man die Steuern anheben.

Was passiert eigentlich wenn ein Staat pleite geht? Der kann ja nicht einfach wie Quelle zumachen.

Er wird handlungsunfähig. Denn er ist nicht mehr in der Lage die Polizeimacht, die innere und äußere Sicherheit sowie Sozial- und Verwaltungssysteme aufrechtzuhalten.
In der Theorie hieß es immer das ein Staat nicht pleite gehen kann weil er ja zahlreiche Werte wie Rücklagen, Grund und Boden, Rohstoffe, Gebäude sowie Gerätschaften und Waffen besitzt die ja alle einen gewissen Wert haben.
Wenn das aber wirklich eintrifft dann zerfällt ein Staat da er ja nicht mehr seinen Pflichten nachkommen kann.
Danach sind die Überreste Freiwild und können auch von den Nachbarn übernommen werden wenn sie stark genug sind und Anspruch darauf erheben.
In der Praxis ist so etwas aber noch nie vorgekommen. Deutschland war Anfang der 30er Jahre des vorherigen Jahrhunderts (wie man das jetzt formulieren muss :wink: ) fast soweit. Denn da war es fast bankrott.
Doch dann übernahmen die Nationalsozialisten und konnten mit Unterstützung der Industrie hier noch mal gegensteuern. (wenn die Kommunisten gewonnen hätten wäre sicherlich die UdSSR eingesprungen hätte Geld gegeben)

In der Praxis ist so etwas aber noch nie vorgekommen.

Jo in der ehemaligen DDR, aber die haben sich rechtzeitig von der BRD annektieren lassen, bevor schlimmeres passiert wäre :smt002