"Grenzer-Spiel" 1378km und TV-Berichterstattung

Spiel, Spiel, Spiel. Was können die Videospiele bitte für ihren Namen? Doch auch wenn wir weggehen vom Medium Videospiel, zum Spiel Videospiel, was ist dabei? Zu Kriegszeiten wurde auch immer wieder Krieg gespielt. Auch davor und auch danach. Zinnfiguren sind ja keine neue Erfindung. Heutzutage gibts Plastiksoldaten. Da spielt auch mal ein Kind wie der Bin Laden einen LKW hochjagt oder sie spielen nach wie die Deutschen viele englische Soldaten umballern. Was ist dabei? Nichts ist dabei. Es ist nicht unethisch und es ist nicht unmoralisch, aus dem ganz einfachen Grund, weil es nicht real ist.
Dasselbe trifft auch und sogar noch stärker auf Videospiele zu, denn das sind eben nicht nur kleine Figuren die man hin und herbewegt, sie bieten weitaus mehr. Sowohl einen Rahmen, als auch eine Gestaltung und sie haben den Anspruch wie alle anderen Medien auch, alles tun und lassen zu dürfen. Und genau diese Sache “das Hoffen” nämlich ist ein Teil dieses “Spiels”. Wenn man sich nämlich als Flüchtling betätigt, dann muss man hoffen und wenn das nicht lehrreich ist, weiß ich auch nicht.

Zuletzt frage ich mich im übrigen, wieso von “Spiel” so abwertend geredet wird. Spiele sind natürliche Lehr- und Unterhaltungsinstrumente. Sowohl was die Tierwelt außerhalb des Menschens angeht als auch des Menschens selbst angeht. Sie sind wertvoll und da sie es von einfachen Brettspielen mittlerweile zu Medien geschafft haben die Botschaften vermitteln und alles vom Buch über Musik bis zu Theater und Film überspannen, ein unglaubliches Potential haben. Sie haben nicht nur das Recht sondern auch die Pflicht sensible Themen zunutzen. Wem das nicht gefällt, der kann einem eigentlich nur leid tun.

Lance wir sind nunmal Menschen mit Emotionen und keine hirntoten Roboter wie bei Equilibrium. Soviel erstmal von mir zum Thema Realität!

nach der medienberichterstattung, die ich verfolgt habe, ist das spiel für mich total harmlos.

Lance wir sind nunmal Menschen mit Emotionen und keine hirntoten Roboter wie bei Equilibrium. Soviel erstmal von mir zum Thema Realität!

Als Mensch müssten sie nunmal aber auch zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können.
Ich gebe Lance in allen seinen Beiträgen hier recht.
Ich war in meinem ganzen Leben noch in keine Schlägerei oder ähnliches verwickelt, hab irgendetwas dergleichen angefangen oder sonstiges, ganz einfach weil ich persönlich nicht in der Lage bin einem anderen Menschen weh zu tun.
Ich habe aber keinerlei Probleme damit in PC-Spielen wie ein verrückter um mich zu schießen, weil ich für mich akzeptieren kann, dass es dabei einfach nicht um etwas reales geht.
Jetz kommt ein Spiel, dass mir dabei aber ins Gewissen reden soll… Ich schieße auf unbewaffnete Menschen, die in der Hoffnung auf Freiheit ihr Leben aufs Spiel setzen. Keiner von uns unbeteiligten kann sich ausmalen wie schlimm es für diese Menschen gewesen sein muss, gleichzeitig kann sich aber auch keiner von uns wirklich in die Lage eines Grenzsoldaten versetzen. Wenn ich zum Thema einen Film sehe oder einen Bericht lese… super weiss ich wie das ungefähr abgelaufen ist, aber ein Spiel eröffnet eine ganz neue Denkweise: Ich versetze mich selber in die Situation mit allen Folgen und Konsequenzen, etwas das mir kein Film bieten kann.
Dass es viele Irre wohl nicht juckt und sie einfach nur auf der Mauer ein paar Menschen abschießen wollen ist traurig, aber jeder der dieses Spiel auch mal wirklich selbst spielt wird wohl in die Versuchung kommen es einmal zu tun, nur um zu sehen was die Konsequenzen sind. Fakt ist aber, dass wenn ich es tue ich keine echte Person erschieße. Und wenn ich dann einmal vielleicht darüber ins nachdenken komme, was ich so jemandem angetan habe, überlege ich mir in der nächsten Runde ob ich es nochmal tue. So gesehen finde ich die Idee genial, einerseits aufzuklären wie grausam es damals an der Mauer war und andererseits über die Verantwortung des einzelnen nachzudenken. Wie würde ich selbst reagieren? Was sind die Konsequenzen meines Handelns?

Ich verstehe deshalb die ganze Aufregung nicht. Dass jemand der persönlich das erlebt hat sicher an traumatische Erlebnisse zurückdenken muss ist klar, aber das Spiel ist auch nicht für diese Leute gedacht… sie wissen genau wie sie sich damals gefühlt haben.

Und wie oben erwähnt sehe ich nun wirklich nicht den Unterschied zwischen einem 2. Weltkrieg Shooter und demhier.
Natürlich sind es unbewaffnete Zivilisten, aber was glaubt ihr wie viele junge Menschen gerade in den letzten Kriegsjahren unfreiwillig an die Front geschickt wurden. Die mussten unter Todesangst kämpfen, ansonsten wurde man von den eigenen Vorgesetzten erschossen. Das ist genauso grausam und unmenschlich, und wenn ich nun so jemanden in einem Kriegsspiel niederstrecke ist es also weniger schlimm?
Wieso sollten diese Menschen kein Gesicht haben, wie es weiter oben einmal erwähnt wurde?
Wenn ich als russischer Spieler in Stalingrad einen deutschen Soldaten ermorde ist es für mich etwas nicht reales, ansonsten müsste ich hinter jedem Gegner meinen Uropa sehen und auch sofort die Moralkeule auspacken, dass man das diesen Menschen nicht antun kann.

Alles in allem wieder viel Lärm um nichts. Keiner hat das Spiel bisher gesehen, keiner weiss wie es genau abläuft, aber so viele Meckern schon wieder rum.

Die Diskussion ist doch interessant, da sie eigentlich die selbe wie jede andere “Gewalt in Spielen”-Diskussion ist, nur mit verschobener Moralgrenze.

Nur irgendwie erstaunlich, wie manche in jeden Mist etwas gutes interpretieren, egal wie blöd es ist, nur um Spiele zu rechtfertigen. Warum kann man nicht einfach differenzieren, das ist gut, das ist Mist? Manche machen aus allem eine Religion.

Es geht ja nicht um “das ist gut, das ist mist” sondern es geht um “darf man das?” und das ist einfach eine Grundsatzfrage die nunmal nur eine einzige Antwort kennt und die ist Ja und nicht Nein.

Es sollte nicht nur darum gehen, ob man es darf, sondern ob es auch moralisch vertretbar ist.

Als Mensch müssten sie nunmal aber auch zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können.
Ich gebe Lance in allen seinen Beiträgen hier recht.
Ich glaube ich kann zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Was ich allerdings nicht kann, ist in der virtuellen Welt meine realen Moralvorstellungen komplett abzuschalten. Und um ehrlich zu sein: Ich will das auch gar nicht können.

sondern es geht um „darf man das?“
Ich behaupte es gibt eine moralische Grenze bei Computerspielen und die Frage lautet eher: Wo ist diese Grenze?

Ein Spiel, bei dem man virtuell kleine Kinder vergewaltigen kann, gehört auf jeden Fall verboten! Ich gehe mal davon aus, dass hier Einigkeit besteht.

Bei einem Spiel, bei dem man virtuell kleine Kinder töten und verstümmeln kann,… da werden wir uns bereits streiten. Wenn man bewaffnete Männer umlegen muss, wird die Zustimmung schon größer. Besser aber, es sind nur Aliens, Monster oder Roboter. Und wenn man das Ganze dann auch noch von oben sieht und von menschenähnlichen Pixelgestalten reden muss, dann werden sich nur noch Hardcoreantis echauffieren. Und bei Sportboxen auf der Wii, wird „Gewalt“ dann sogar zum Familienspiel.

Und wo zieht man nun die Grenze?
Da, wo noch alle zustimmen können?
Oder da, wo noch die Mehrheit zustimmt?

Wenn ich zum Thema einen Film sehe oder einen Bericht lese… super weiss ich wie das ungefähr abgelaufen ist, aber ein Spiel eröffnet eine ganz neue Denkweise: Ich versetze mich selber in die Situation mit allen Folgen und Konsequenzen, etwas das mir kein Film bieten kann.
Wenn ich zwischen Realität und Fiktion unterscheide, dann hab erlebe ich mit Sicherheit nicht alle Konsequenzen. Ich hab mal mit meinem Auto ein Reh erwischt und zugesehen, wie es erschossen wurde. Deer Hunter vermittelt nichtmal annähernd wie sowas ist.

Ich verstehe nicht warum immer so tiefgründige etische Maßstäbe auf Computerspiele angewandt werden.
Games dürfen nicht provozieren, nicht schockieren, in keiner weisse irgendjemandem aufstossen und
am besten freigegeben ab 6 Jahren sein.

Ich verstehe was dieser Student damit aussagen wollte es ist sicher eine düstere Art das zu tun aber
für mich ist der satirische Ansatz hier erkenbar. Es zeigt für mich einfach das hier wieder absolut
lächerliche Maßstäbe auf Computerspiele angewandt werden. Hätte dieser Student einen Film oder
ein Kabaretprogramm auf der Bühne über dieses Thema gemacht hätten all diese Professoren die der
Meinung sind das “Killerspiele” nichts auf Hochschulen zu suchen haben jubiliert und diesem Mann
zu seinem Künstlerischen Werk gratuliert.

Die Moralkeule die hier geschwungen wird ist natürlich “Was sollen Angehörige denken?”

Warum wird die gleiche Frage nicht gestellt wenn wir über Filme wie z.B. Quentin Tarentinos “Inglorious
Bastards” reden. Was sollen Angehörige von Opfern des Naziregimes über diesen Film denken ?

Oder um bei Quentin Tarentino zu bleiben - Waren die “Kill Bill” Filme ethisch und moralisch einwandfrei ?

Was ist mit den “Godfather” Filmen? Der “Held” dieser Filme ermordet oder befehlt die ermordung von
einer ganzen Menge Menschen u.a. seinem eigenen Bruder aber keiner hat ein ethisches problem
damit… Im gegenteil die Filme gelten zurecht als einige der besten Filme allerzeiten.

Der Grund das keiner Anstoss nimmt ist ganz einfach die “Toten” in diesen Filmen sind keine Opfer
sie sind ein dramaturgisches Element und dienen dem Regiseur dazu eine Künstlerische Aussage zu machen.
Genau wie diese Pixel Männchen in diesem Spiel dazu dienen etwas auszusagen.

Für mich ist das ganze nichts anderes als die diskriminierung eines ganzen Mediums.

Wozu eine Grenze? Selbst diese Spiele mit den Kindern gibt es, es sind mehr oder weniger eine Art Bildergeschichten in denen man selbst bestimmte Aktionen ausführen kann, während die Kinder gezeichnet sind. Das jeder seine eigene Grenze hat ist klar, gut und richtig. Die Sache ist nur, nur weil jemand einen auch gern perversen Geschmack hat, muss man deswegen verbieten? Ich sage nein. Verbieten sollte man dann, wenn auch eine Gefahr existiert, wenn es einen ganz klaren Aufruf gibt, wenn diese Sache ganz klar zur Rekrutierung dient, wie bei den an Schulhöfen verkauften Rechtsrock. Nur das meiste, auch abartige, hat keine erwiesene Gefahr und nach Geschmack zu Urteilen ist Willkür und ist damit was für Nordkorea, nicht für Europa.

Die Grenze ist die Gefahr. Besteht keine Gefahr, gibt es auch nichts wo man eingreifen sollte oder muss. Mir ist nur ein Spiel bisher bekannt, was als Gefahr ausgelegt werden könnte und das war der KZ Manager, der mittlerweile wohl auch schon mehr als 10 Jahre alt ist. Doch sonst? Weder besonders brutale Spiele, noch besonders perverse, noch welche mit Hakenkreuzen erfüllten dieses Kriterium bisher.

Ich behaupte nicht das mir alles gefallen würde, ich finde diese Lolicon Spiele ziemlich widerlich, auch auf Splatter steh ich selbst nur bedingt, BloodRayne 2 ist hier wohl das brutalste was man finden wir und das war es dann auch schon. Aber ich halte es schlicht nicht für richtig bei Videospielen Grenzen zuziehen, die andere Medien nicht könnten. Videospiele sind eben keine entartete Kunst.

Warum wird die gleiche Frage nicht gestellt wenn wir über Filme wie z.B. Quentin Tarentinos „Inglorious Bastards“ reden. Was sollen Angehörige von Opfern des Naziregimes über diesen Film denken ?
Du hast den Uwe Boll-Auschwitz-Thread anscheinend nicht gelesen :wink:

Aber die gleiche Frage hab ich mir schon bei einigen Filmen gestellt!

Der Grund das keiner Anstoss nimmt ist ganz einfach die „Toten“ in diesen Filmen sind keine Opfer
sie sind ein dramaturgisches Element und dienen dem Regiseur dazu eine Künstlerische Aussage zu machen.
Genau wie diese Pixel Männchen in diesem Spiel dazu dienen etwas auszusagen.
Und der Tatsache dass man bei einem Film nur zuschaut und beim Computerspiel selbst das Knöpfchen drückt.