Google & Co. - Internet außer Kontrolle? bei Phoenix

Heute Abend 22:15 Uhr bei Phoenix soll es eine Diskussionsrunde zu o.g. Thema geben, u.A. mit dem Vorstandsvorsitzenden der Piratenpartei Deutschland - Jens Seipenbusch, dem Blogger und Journalist Sascha Lobo, Julia Klöckner aus dem Bundesministerium für Verbraucherschutz, der Internetkritikerin Astrid Herbold und der Moderatorin Anne Gesthuysen.

Wenn man sich die Themenbeschreibung bei Phoenix schon durchliest, möchte man am liebsten
http://www.phoenix.de/content/302955

Da gleich 2 Leute dabei sein werden, die überhaupt wissen, was das Internet ist, kann man nur hoffen, dass es auch halbwegs fair ablaufen wird.

Bei Leuten aus der Piratenpartei hab ich leider immer das Gefühl, dass sie am Ende doch nur was von der technischen Seite wissen, aber nicht von der rechtlichen.

Das Thema erinnert mich sehr an einen juristischen Aufsatz aus der MMR, in der es auch um das Thema Google geht. Da wurde es aber auf rechtliche Weise gelöst. Die hätten den Schreiber des Aufsatzes lieber mal einladen sollen…

Bei Leuten aus der Piratenpartei hab ich leider immer das Gefühl, dass sie am Ende doch nur was von der technischen Seite wissen, aber nicht von der rechtlichen.

Aja? Und was lässt dich das empfinden?

Gerade bei der Diskussion um die Zensur von KiPo-Seiten hab ich immer wieder lesen müssen: "Verstößt gegen das Grundgesetz. Verstößt gegen das Zensurverbot aus Art. 5 I GG.
Was nicht stimmt, denn das Zensurverbot betrifft nur Vorzensuren und hat eigentlich auch sonst keine praktische Bedeutung.

Zumal am Ende immer noch am Verhältnismäßigkeitprinzip dann gemessen werden und die Schranken des Grundrechtes beachtet werden muss.

Oder z.B. die News hier auf der Seite:

http://www.piratenpartei.de/Pressemitte … em-Holzweg

Ich stimme dem allgemeinen Tenor zwar zu, nur scheint mir der werte Herr Stöcker keine Ahnung vom Patentrecht zu haben.

Oder das hier:

http://www.piratenpartei.de/Pressemitte … k-schaffen

Dies bedeutet nach Ansicht der Piratenpartei Deutschland das faktische Aus für offene Funknetzwerke auf öffentlichen Plätzen und in Privatwohnungen.

Der BGH hat doch nur geschrieben, dass Gesetze bzgl. dessen geschaffen werden müssen. Solche Urteile sind keine Seltenheit. Es gibt viele Urteile, in denen der BGH dem Gesetzgeber sozusagen „sagt“, dass sie Gesetze schaffen sollen.
Prominentestes Beispiel: Privater Rundfunk…

Daher kommt es mir vor, dass die Leute, die da sitzen zwar viel Ahnung von der technischen Materie haben, aber nicht von der juristischen.
Das ist mein großer Kritikpunkt an ihnen (und ich wähle sie trotzdem).

Ich schaus mir mal an, viel schlimmer als die üblichen Verteufelungen kann es ja nicht mehr werden.

Wieso kommt das wieder so spät? Es gibt auch Leute deren Wecker um 5 Uhr klingelt… :smt022

hihi

was für ne lustige gruppe

der Piratenpartei vorsitzende und der Lobo machten wenigstens nen halbwegs kompetenten Eindruck, die beiden anderen zitierten durchweg klischees und belegten ihre Ahnungslosigkeit.
herrlich :wink:

Oh ja, wirklich traurig. Besonders die Internetkritikerin Astrid Herbold hat ja bei jeder Frage, die ihr gestellt wurde, gesagt, dass sie die Antwort darauf nicht weiß oder sich mit dem Thema noch nicht auseinander gesetzt hat.
Auch die Frau Klöckner aus dem Verbraucherschutzministerium hat nur ihre Standardphrasen aufgesagt, die durch kompetente Menschen schon vor Monaten entkräftet wurden.

Mich hat es nur gewundert, dass der Herr Seipenbusch nicht mit einem Topf voller Fakten aufgefahren ist, um die Frauen mal aus ihrem Alptraumland zu holen. Da habe ich mir wirklich deutlich mehr erhofft. Zumindest Sascha Lobo hat einen sehr kompetenten Eindruck gemacht.

Da aber die Moderatorin schon voreingenommen war und sich von ihren Wahnvorstellungen offensichtlich auch nicht abbringen lässt, war die ganze Sendung eine Farce, wie es schon zu erwarten war.

Würds/hätte mirs gerne ansehen, aber die Termine sind/waren ja mal wieder grandios.

Aber das die Sendung murks ist kann ich mir schon denken. Aus Julia Klöckner(Verbraucherschutzbeauftragte ihrer Fraktion) wird mal eben ne Ministerin gemacht, waren wohl wieder irgendwelche schlecht bezahlten Praktikanten am Werk…
Auch frage ich mich was genau eine Internetkritikerin ist und was die den ganzen Tag so macht^^

Naja, nur bevor hier das Bashing losgeht á la Piraten nur nach 22:00 im ÖR: die Talkrunden bzw. Diksussionen laufen bei Phoenix immer um 22:15.

Und hier ist der Link zum Podcast, dens natürlich auch gibt :wink:

Nachdem die Pseudochristin Frau Klöckner ja ganz schnell mal wieder das leidige Thema KiPo ausgepackt hatte, hat sie sich auch einen netten Fauxpas geleistet und aus Versehen die wahren Absichten der Union dazu genannt, nämlich Sperren statt Löschen. Laut Koalitionsvertrag soll es ja genau anders herum gemacht werden. Und obwohl Sascha Lobo sie auf diesen Fehler hingewiesen hat, blieb sie dabei.
Tja, und heute muss man nun dies bei heise.de lesen: Löschen vor Sperren
Ich befürchte fast, dass bald wieder die ganz große Keule raus geholt wird, um das Volk wieder auf deren Meinung zu bringen, damit die ihre “Sperren” einführen können.

Auch frage ich mich was genau eine Internetkritikerin ist und was die den ganzen Tag so macht^^

Internetpornos gucken.

und dann drauf hinweisen dass sie da doch hätte schlucken statt spucken müssen? ;(

phew!

Internetpornokritik.tv ;D

http://www.videogold.de/phoenix-runde-g … kontrolle/

der Piratenpartei vorsitzende und der Lobo machten wenigstens nen halbwegs kompetenten Eindruck, die beiden anderen zitierten durchweg klischees und belegten ihre Ahnungslosigkeit.
herrlich :wink:

Kann ich gar nicht bestätigen. Astrid Herbold hat sehr große Kompetenz gezeigt und auch richtigen Punkte genannt.
Jens Seipenbusch der Piratenpartei hat dagegen meist nur diskutiert nach dem Prinzip, ist gut, also darf es Google. Das fand ich sehr schwach. Manchmal hat er gar nicht mal das Problem erkannt. Wenn zB Frau Herbold kritisiert, dass der Standort privater WLANs zur Ortung von Handys gespeichert wird und dann Seipenbusch darauf sagt, dass Ortung bereits mit GSM-Funkmasten geschieht, dann zeigt er deutlich, dass er den Kritikpunkt nicht verstanden hat.
Lobo hat auch manchmal Gesetze generalisiert, die so auch die weite Breite auch nicht zählen.

Ich selber bin immer mehr ein Google-Fanboy. Ich verwende ein Anddroid und verlagere meine Daten immer mehr Richtung Google und verwende sämtliche Dienste und teste auch Dienste im Beta-Stadium. Die Dienste funktionieren wie sie sollen und das auch ganz einfach.
Dennoch empfinde ich es einfach nur als dumm, wie Jens Seipenbusch davon redet, dass Google die Menschen beschenkt und deshalb auch keine Kritik an Google heran lässt. Google ist wie Herold es auch gesagt hat ein Wirtschaftsunternehmen und hat natürlich das Ziel Geld zu verdienen, auch mit den angeblich geschenkten Büchern (wie es Seipenbusch meinte). Daran ist auch nichts verwerfliches. Aber es läuft gewaltig schief, wenn Google als wirtschaftliches Unternehmen die Regeln vorgibt und nationales oder privates Recht übergeht. Das darf man einfach nicht schön reden und hier muss auch von der Regierung gehandelt werden.
Denn wie bereits gesagt, Google ist ein Wirtschaftsunternehmen und so reizte es wie ein kleines Kind aus, was möglich ist. Das ist auch nicht so schlimm und würde ich auch als normal bezeichnen, aber der Staat muss dem Unternehmen die Grenzen zeigen. Seipenbusch Meinung sehe ich deshalb hier deshalb völlig falsch. Es darf nicht nur gemacht werden, weil es manchen gefällt, Rechte anderer müssen immer bewahrt bleiben.

Auch im Gesetz der SPD und der Union steht drin, dass eine Löschung der Sperrung bevorzugt werden muss :wink:

Zur Kinderpornographie vielleicht noch etwas:
Die Piratenpartei hat mal fest behauptet (vielleicht immer noch), dass Kinderpornographie kein Geschäft sei. Das ist absoluter Blödsinn, allein von Deutschen werden monatlich irrsinnige Summer erwirtschaftet. Das dummer nur: durch solche falschen Meinungen werden Strafen oft herabgesetzt, weil die Tat nicht mehr als so schlimm empfunden wird.
Vielleicht sollte sich auch mal die Piratenpartei überlegen, welch gefährlichen Blödsinn sie verbreiten.

Aber es läuft gewaltig schief, wenn Google als wirtschaftliches Unternehmen die Regeln vorgibt und nationales oder privates Recht übergeht. Das darf man einfach nicht schön reden und hier muss auch von der Regierung gehandelt werden.
Wenn Google WLAN-Daten sammelt ist das wohl verboten und wird dementsprechen auch untersucht.

Allerdings ist Google StreetView völlig legal (Stichwort Panoramarecht). Ich bin mir nicht sicher, ob das alle Anwesenden wussten.

Allerdings ist Google StreetView völlig legal (Stichwort Panoramarecht). Ich bin mir nicht sicher, ob das alle Anwesenden wussten.

Da wäre ich mir nicht so sicher, denn es klammert Fotos die mit Hilfsmittel entstanden sind oder die private Einblicke gewähren aus. Die Kamera befindet sich aber recht weit oben und blickt schon mal hinter eine Hecke oder in ein Fenster. Einfach mal ein Stichwort in einer Sendung zu nennen, wie es hier gemacht wurde um es zu rechtfertigen ist meiner Meinung zu einfach.
Nachtrag: Ich hab noch etwas vergessen: Ich glaube auch die Verknüpfung der Bilder mit dem Inhaber des Hauses und Adresse ist verboten. Google ist aber ein Suchdienst, so dass man davon ausgehen muss, dass diese besteht.

Auch meinte ich Rechte wie zB Urheberrecht, die von Google übergangen werden und bei denen Google „das Recht“ vorgibt.

http://www.focus.de/digital/internet/google/politiker-sollen-erst-mal-die-gesetze-lesen-google-street-view-kommentar_2466329.html
Ich habe nicht einfach ein Stichwort aufgegriffen; ich habe das schon nochmal überprüft. Und wenn jemand seine Foto mit einer Leiter macht? Oder aus dem Dachfenster seines Autos? Sorry; aber mit dem Argument kann man das für mich nicht entkräften. Denn die Position der Kameras ist jetzt nicht so, dass man die unter normalen Umständen niemals erreichen würde. Ein Lastwagenfahrer sitzt zum Beispiel noch höher und würde dementsprechend über noch mehr Hecken etc. gucken.

Auch meinte ich Rechte wie zB Urheberrecht, die von Google übergangen werden und bei denen Google „das Recht“ vorgibt.
Wenn Google ganz klar das Urheberrecht übergeht, würde ich mir das als Urheber nicht gefallen lassen und dagegen klagen. :?: Und wenn es nicht klar ist, dann „übergeht“ Google mit seinem Verhalten vielleicht gar nicht das Gesetz?
Darf ich „übergehen“ eig. wie „brechen“ verstehen, oder wo genau ist das der Unterschied?

Ich habe nicht einfach ein Stichwort aufgegriffen; ich habe das schon nochmal überprüft. Und wenn jemand seine Foto mit einer Leiter macht? Oder aus dem Dachfenster seines Autos? Sorry; aber mit dem Argument kann man das für mich nicht entkräften. Denn die Position der Kameras ist jetzt nicht so, dass man die unter normalen Umständen niemals erreichen würde. Ein Lastwagenfahrer sitzt zum Beispiel noch höher und würde dementsprechend über noch mehr Hecken etc. gucken.

Genau diese Einschränkung ist dazu da, dass Privates geschützt bleibt und nicht zB über eine Hecke fotographiert wird. Die Kamera ist über Kopfhöhe angebracht und kann auch über Hecken sehen, so dass ich finde, dass die Rechtssituation nicht so klar ist, wie es vielleicht Google hätte.
Auch muss man beachten, dass das Gesetz in einer anderen Zeit entstanden ist und man nochmals diskutieren muss, ob es mit neuer Technik in die heute Zeit passt, oder ob nicht Veränderungen vorzunehmen sind.

Wenn Google ganz klar das Urheberrecht übergeht, würde ich mir das als Urheber nicht gefallen lassen und dagegen klagen. :?: Und wenn es nicht klar ist, dann „übergeht“ Google mit seinem Verhalten vielleicht gar nicht das Gesetz?
Darf ich „übergehen“ eig. wie „brechen“ verstehen, oder wo genau ist das der Unterschied?

Bei dem was Google zZ mit Büchern macht, passt „übergehen“ ganz gut. Die Verlage haben gegen Google geklagt, da gegen Rechte verstoßen wurde. Jetzt ist es in den USA so, dass Rechtsstreit sehr teuer sind und deshalb zwingt man den Kläger oftmals einen Vergleich einzugehen. So kommt es dazu dass wenige Verlage über das Recht jedes einzelnen Autors entscheidet, denn der Vergleich den die wenigen Verlage eingehen ist dann nach US-Gesetz für jeden Autor gültig, auch für diejenigen die gar nichts mit den USA zu tun haben. Hier wird als europäisches Recht (da Google in den USA sitzt) und das Recht der einzelnen Autoren übergangen. Hier ist es also wichtig, dass die Regierung sich einschaltet, leider scheinen das die einzelnen Parteien noch nicht als Thema bemerkt zu haben.

Zur Kinderpornographie vielleicht noch etwas:
Die Piratenpartei hat mal fest behauptet (vielleicht immer noch), dass Kinderpornographie kein Geschäft sei. Das ist absoluter Blödsinn, allein von Deutschen werden monatlich irrsinnige Summer erwirtschaftet. Das dummer nur: durch solche falschen Meinungen werden Strafen oft herabgesetzt, weil die Tat nicht mehr als so schlimm empfunden wird.
Vielleicht sollte sich auch mal die Piratenpartei überlegen, welch gefährlichen Blödsinn sie verbreiten.

Tut mir leid, aber da muß ich widersprechen. Wenn man sich etwas mit dem Thema befasst und recherchiert, dann merkt man schnell, daß die Behauptung der Millionengewinne (früher sprach man sogar von Milliarden) noch aus der Marc Dutroux-Zeit und der damaligen medialen Verwertung stammt. Da wurde aufgeblasen bis zum geht nicht mehr, ja eine regelrechte Hysterie erzeugt, in der jeder „Experte“ seinen Senf dazugeben durfte, u.a. eben auch, Herr Dutroux betreibe europaweit Handel mit Kinderpornografie. Leider wurde das bis heute nicht richtig gestellt. Bzw. nur vereinzelt und dann natürlich nur spät nachts (z.B. durfte ein Kriminologe das mal in einer ZDF-Reportage richtigstellen, wenn mich mein Erinnerungsvermögen nicht täuscht). Im Gegenteil: Auch eine von der Leyen ist in dieser Hinsicht ja unbelehrbar, obwohl sie es eigentlich besser wissen müßte (und wahrscheinlich auch tut).

Was die „Herabsetzung“ der Taten betrifft: Jede einzelne Tat ist verwerflich. Da spielt die Anzahl solcher Taten keine Rolle. Die Emotionalisierung ist freilich ein Grundproblem dieses Themas.

Es gibt sexuelle Gewalt an Kindern, aber nur einen verschwindend geringen „Markt“ für so etwas, da das meiste (also im Internet) kostenlos getauscht wird.

Irgendwann in den 90ern wurde mal eine Reportage gebracht, in der behauptet wurde, Kleinkinder würden gegen Geld von Ihren Eltern „verkauft“. War nachweislich eine Fälschung. Aber das Gerücht hält sich bis heute hartnäckig.

Sorry für OT!