GLA - 25 Jahre danach

@ MisterBe

Die Diskussion um den “finalen Rettungsschuss” wurde erst im Anschluss, dafür um so heftiger geführt. War ja vorher schon mal schiefgegangen
Das Gladbecker Gedöns gab den Befürwortern zum ersten Mal handfeste Argumente in die geschwollenen Klöten.

Unglaublich. Mehr kann man dazu nicht sagen. Und ich habe schon Videos (Geiseldramen) gesehen, bei denen ich dachte, dass dort schlechte Polizeiarbeit geleistet wurde, aber das übertrifft ALLES. Was haben die sich damals gedacht ? Erst will ich eine bzw. mehrere tote Geiseln sehen, dann darf erst entschieden werden, ob geschossen wird ? Man man man.

PS: Waren das eigentlich bekennende Nazis, oder warum hat einer von denen ein Hakenkreuz tätowiert ?

Ein Himmelfahrtskommando, Kollege, Rösner hatte in Bremen-Huckelriede auf den Dächern der umliegenden Gebäude, mehrere Scharfschützen ausfindig gemacht und aus dem Bus heraus Warnschüsse abgefeuert, Gedächtnissprotokoll “Hau ab da oben, verdammte Drecksau, sonst knall ich dir einen rein”, ausserdem mussten sich die Geiseln im Bus als lebende Schutzschilder vor die Busfenster stellen, es gab weitaus bessere Momente wo die Polizei hätte zugreifen können, die man aber alle leichtfertig verpennt hat!

Tja, für einen “finalen Rettungsschuss”, was ja nur ein Euphemismus für das gezielte Totschiessen des Delinquenten ist, muss man erst mal treffen. Es ist ja nicht so dass die es nicht versucht hätten.
Da offenbar bei einigen die Google nicht so recht rollt, helf ich mal. Im folgenden Spiegel Artikel von 1989 werden alle Fragen zum Finale dieses Dramas geklärt. Letztlich hat kollektives Versagen von Medien und Polizei zum tragischen Tod von Silke Bischoff geführt, es liest sich wie das Drehbuch zu einem schlechten Film:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13496153.html

Besonders tragisch die letzten Minuten, wo der Einsatz der SEK gründlich daneben geht, u.a. weil ein Pressefuzzi die Gangster irritierte, man schlichtweg vergessen hatte ein wichtiges elektronisches Hilfsmittel einzupacken, und dann noch die mangelnden Schiesskünste der Beamten… unfassbar. Nur Murphy’s law kann das noch ansatzweise erklären.

Wie die Polizei vor allem in Bremen versagt hat, kann man hier sehen, man achte auf den Polizisten im Hintergrund als ein Junge mit dem Fahrrad direkt an den Bus heranfährt:

//youtu.be/oqinNRPCERM

Letzte Woche mehrmals im ZDF / bei ZDFinfo:

ZDF-History: Das Geiseldrama von Gladbeck
Dauer: ca. 45 min.

Da steht auch noch die Frage im Raum ob Silke Bischhoff tatsächlich durch ein Schuss aus Rösners Waffe getötet wurde, da in einer Reportage von mehr als 70 Einschusslöchern in der Autotür auf der Seite wo sie gesessen hat, berichtet wurde, womit ich die zwei Hackfressen Rösner/Degowski bestimmt nicht in Schutz nehmen will, ihren Tod haben die so oder so zu verantworten!

Jedenfalls wurde seitens der Polizei in dem Feuergefecht keinerlei Rücksicht mehr auf die Geiseln genommen, so daß sie auf jeden Fall auch eine Mitschuld trägt.

Das 13seitige Gutachten klärt zwar nicht, ob Silke Bischoff absichtlich oder nur aus Versehen erschossen wurde, doch viel spricht dafür, daß der Schuß im Auto von vorn - wo Rösner und Löblich lagen - und aus geringer Entfernung abgegeben wurde.

Der Schußkanal, so die Autopsie, zieht sich “von der linken vorderen Brustwand durch die linke Lunge, das linke Herz, die rechte Lunge” - das Projektil blieb in den Rippen stecken.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13531356.html

Anhand des Projektils und der Schußwunde hätte doch eigentlich mit Sicherheit bestimmt werden können, ob das Projektil aus der Waffe der Geiselnehmer stammte. Bleibt natürlich die Frage, wie sehr man dem offiziellen Autopsiebericht glauben schenken kann.

Falls der Degowski in den nächste 2-3 Jahre raus kommt, habe ich die Befürchtung, dass man die Nase dann in irgendwelchen TV-Sendungen bzw. andere Medien sieht.
Auch wenn damals die Pressevertreter nach dem Geiseldrama zu Kreuze krochen, gibt es bestimmt einige Medienvertreter die sabbernd auf diesen Augenblick warten.
Bei Rösner glaube ich das eher nicht, da er ja anscheinend eine Art Verweigerungshaltung im Knast was Therapie angeht einnimmt.
Die Löblich macht wenigstens ihren (ehemaligen) Namen alle Ehre, die ist ja schon ein paar Jahre aus dem Knast und schweigt anscheinend.

Marion Löblich hat sich 1998 in dem halbdokumentarischen RTL-Fernsehfilm “Wettlauf mit dem Tod” zu den Vorfällen von damals geäussert, unter anderem Namen und mit blonder Perücke getarnt!

Ok, habe ich befürchtet aber irgendwie nicht mitbekommen.

Es gibt bei Youpoop auch rein garnichts über den Film!

[QUOTE=Scumdog;319006]

Anhand des Projektils und der Schußwunde hätte doch eigentlich mit Sicherheit bestimmt werden können, ob das Projektil aus der Waffe der Geiselnehmer stammte. Bleibt natürlich die Frage, wie sehr man dem offiziellen Autopsiebericht glauben schenken kann.[/QUOTE]

Vielleicht gab es ja mehrere Projektile, wodurch natürlich dann unmöglich ist, zu sagen, wer den “finalen” Schuss abgegeben hat. Ich bin mir aber sicher, dass die Polizei dazu gelernt hat. Wer glaubt, die Presse hätte es, der ist sehr naiv. Die Presse ist sich ja nicht mehr der Schuld bewusst. :lol:

[QUOTE=MisterBe;319014] Ich bin mir aber sicher, dass die Polizei dazu gelernt hat. [/QUOTE]

Ganz bestimmt sogar. Im Fall Bad Kleinen gab es als Beileidsbrief für die Hinterbliebenen von Wolfgang Grams ein fertig vorproduziertes Ammenmärchen gratis dazu, wie sich der Terrorist selbst gerichtet hat: Im Rückwärtsfallen hat er sich einen gezielten Kopfschuss gesetzt. :ugly

Wenigstens einer, der dieses Märchen noch kennt… :smiley:

[QUOTE=MisterBe;319014]Vielleicht gab es ja mehrere Projektile, wodurch natürlich dann unmöglich ist, zu sagen, wer den “finalen” Schuss abgegeben hat.[/QUOTE]
Nope. [B]Eine[/B] Schußwunde und [B]ein[/B] Projektil.

[QUOTE=Scumdog;319231]Nope. [B]Eine[/B] Schußwunde und [B]ein[/B] Projektil.[/QUOTE]

Ok, dann MUSS man es eindeutig zuordnen können !

      • Aktualisiert - - -

[QUOTE=Greggy;319041]Ganz bestimmt sogar. Im Fall Bad Kleinen gab es als Beileidsbrief für die Hinterbliebenen von Wolfgang Grams ein fertig vorproduziertes Ammenmärchen gratis dazu, wie sich der Terrorist selbst gerichtet hat: Im Rückwärtsfallen hat er sich einen gezielten Kopfschuss gesetzt. :ugly[/QUOTE]

Ich habe eigentlich von Manövern geredet bzw. wie man sich in welcher Situation verhält. Wenn ich mir z.B. angucke, dass ein Kind mit Fahrrad ohne Problem zum Bus mit den Geiseln fahren konnte, dann glaube ich schon, dass dies heute nicht mehr möglich ist.

Die Polizisten an der Raste Grundbergsee hatten offenbar eigenmächtig und ohne jede Anweisung gehandelt:

//youtu.be/ZMwALV1D6dc

So. In drei Jahren kommt der Dieter Degowski also wieder auf freien Fuß. Na, denn …

Der Arme war ja sowieso nur das Opfer vom bösen Rösner. :roll:

Fabelhaft, ausgerechnet derjenige der nachweislich und vorsätzlich eine Geisel hingerichtet hat, darf den Knast verlassen, die Justiz hat in 25 Jahren nix dazugelernt, bei Rösner fehlt bis heute jeder Beweiss für ein vorsätzlichen Mord an Silke Bischhoff, aber auch Gewalttäter haben latürnich ne zweite Chance verdient, auch wenn sie einen minderjährigen in den Kopf schiessen, der es gewagt hat, seine kleine Schwester zu schützen, Schade, das es hier kein Kotzsmilie mehr gibt!! :roll: