Gekürzter bzw. manipulierter Abspann bei Filmen

Sicherlich ist es euch schon mal aufgefallen: Das Kunstwerk Film wird verschandelt. Wundert es einen bei den “Privaten” nicht, so ist es eine große Frechheit, dass es nun auch die Öffenltich-Rechtlichen kopiert haben. Nach dem Film taucht nicht der Orignalabspann auf, sondern ein vom Sender entworfener Abspann, der natürlich auch nur die Namen zeigt, die das ZDF oder ARD für uns auswählen. Daneben laufen schon die nervigen Voranzeiger, um uns zum Fernsehkonsum zu bewegen. Wer einen anspruchsvollen Film schaut, wird durch diese manipulative Suggestion total aus dem Filmerlebnis gerissen.

Ich fordere: Der Abspann gehört zum Film, und sollte danach auch gezeigt werden und zwar komplett!

Mich nervt, dass anstatt des Abspanns immer links ein Werbefenster ist und rechts nur die “wichtigsten” Namen eingeblendet werden.

Dürfen die das überhaupt? Die Namen gehören ja einfach dazu?

Also wenn ich einen Film aufnehme und der Abspann dann nur in einem kleinen Fenster mit Werbung daneben gezeigt wird, schneide ich ihn dann ganz weg. Die Werbung überwiegt einfach zu sehr und das zerstört das Ende des Films noch mehr als wenn der Abspann fehlt.
Wer den Abspann komplett sehen will, muss sich eben die DVD/Blu Ray Disc des Films kaufen.
Die Sender bestimmen nun eben mal, was gesendet wird.
Sie müssen schließlich auch für den Film und die Sendezeit bezahlen.
Dagegen kann man glaube ich Nichts machen.
Man kann nur versuchen Sender zu finden auf denen der Abspann komplett zu sehen ist.
Ich habe z.B. den Film “Der Pate 3” auf arte gesehen. Da war der Abspann dabei.

Original Abspänne gibt eigentlich nur bei den Ö-R (nicht immer) und im Pay-TV.
Die Ö-R strahlen eigentlich auch den Abspann, aber nur wenn die nicht an dem Film beteiligt sind. Jedenfalls kommt mir das so vor.
Bei den Hollywoodfilmen würde es mich nicht so sehr stören, wenn der Abspann kürzer wäre. Denn da steht so vieles drin, da bekomme ich manchmal das Gefühl, der Abspann ist länger als der Film.
Mich ärgert es nur, wenn im Abspann die “Outtakes” sind und die dann rausgeschnitten sind. Weil ich gucke mir gerne die “Outtakes” an.

Na hört mal bitte: wenn man in eine Galerie geht, um sich Bilder anschaut stehen die doch auch nicht auf dem Boden herum, sondern hängen an der Wand. Der Abspann gehört zum Film, warum man es nicht macht ganz einfach: man will Leute zum weiteren Fernsehkonsum verleiten, nicht der Bildungsauftrag sondern Quoten sind entscheidend, siehe Antowort des ZDF:

"Sehr geehrter (…),

vielen Dank für Ihre E-Mail an das ZDF.

Keiner von uns betrachtet die Kürzung eines Abspanns oder auch das Unterlegen mit einem Off-Text als Verschönerung eines Kunstwerks. Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass wir damit einen schwerwiegenden Eingriff vornehmen und nutzen das Instrument schon aus diesem Grund zurückhaltend.

Offenbar gehören Sie zu der kleinen Gruppe der begeisterten Cineasten, die auch im Kino bis zum Ende eines Abspanns bleiben. Wenn es mehr von Ihrer Sorte gäbe, könnten wir uns die Kürzung von Abspännen sicher ersparen. Die GFK-Daten beweisen aber eindeutig, dass die große Mehrheit der Zuschauer sich völlig anders verhält. Mit Beginn des Abspanns verlassen sie unseren Sender und zappen zur Konkurrenz. Wir verlieren buchstäblich Millionen von Zuschauern und verschlechtern damit die Startchancen des nachfolgenden Programms, ohne diesem eine Chance zu geben, den Zuschauer zum Bleiben zu überzeugen.

Dennoch waren wir selbstkritisch genug, unsere Verfahrensweise bei der Abspannkürzung und dem sogenannten Voice-over-Verfahren in Frage zu stellen. Trotz eindeutiger Befunde haben wir daher eine Untersuchung des Zuschauerverhaltens beim “ZDF-Montagskino” in Auftrag gegeben. Leider zeigte sich, dass das massenhafte Wegschalten beim Abspann - selbst bei einem seit Jahren gut eingeführten und bei einem als cineastisch hochwertig eingestuften Programmplatz sogar noch zugenommen hat.

Das ZDF arbeitet nicht im luftleeren Raum und steht in harter Konkurrenz zu inzwischen Hunderten von Fernsehprogrammen. Die Politik hat auch hier die Marktwirtschaft eingeführt und nimmt die Einschaltquote als wichtige Messlatte. Wir können an diesen Gegebenheiten und am Verhalten der Zuschauer nicht vorbeiagieren.

Wir kommen daher - Jahre später als andere Sender - in diesem Falle nicht umhin, die Sehgewohnheiten zu akzeptieren und teilweise die minutenlangen Abspänne zu kürzen oder zu kappen. Sollte sich das Zuschauerverhalten in Ihrem und unserem Sinne ändern, werden wir ausgesprochen gerne und umgehend zu alten Gewohnheiten zurückkehren.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Göckel
ZDF, Zuschauerredaktion"

Vielleicht sollte man mal in Auftrag geben zu untersuchen, warum Menschen nach dem Filmende wegschalten!

Ganz unrecht haben die nicht. Im Kino werde ich oft schräg angeguckt, weil ich bis zum Ende des Abspanns sitzen bleibe, während der größte Teil der Zuschauer wie auf Kommando von den Sitzen springt, sobald der Abspann beginnt.

Mir ist noch etwas aufgefallen. Wird der Abspann im TV komplett gezeigt, dann läuft er manchmal ungewöhnlich schnell, so schnell, daß man eh kaum was lesen kann.

Ich verstehe allerdings nicht ganz weshalb die öffentlich-rechtlichen mit Einschaltquoten argumentieren. Ich dachte, wir werden von der GEZ für “unabhängiges” (!) Fernsehen geschröpft. Welche Existenzberechtigung haben ARD, ZDF usw. wenn sie sich den Privaten anpassen? Wofür zahle ich überhaupt???

Vielleicht sollte man mal in Auftrag geben zu untersuchen, warum Menschen nach dem Filmende wegschalten!

Also ich schalte nicht wegen des Abspanns um (denn ich gehöre zu denen, die den sehen wollen), sondern weil mich das nachfolgende Programm oft einfach nicht interessiert. Beim ZDF handelt es sich häufig um eine Kurzausgabe der “heute”-Nachrichten gefolgt von Wiederholungen von Sendungen, die bereits liefen.

Ich habe z.B. den Film „Der Pate 3“ auf arte gesehen. Da war der Abspann dabei.

Arte geht auch sonst sehr vorbildlich mit Filmen um und bringt nebenbei gesagt auch oftmals ausgezeichnete Filme zu guten Uhrzeiten.

Ich selbst schaue bei DVDs immer den Abspann komplett mit. In der Zeit kann man sich noch mal den Inhalt und die Aussage des Films voraugen führen (falls es denn eine gab ^^ ). Im Kino allerdings gehe ich auch ziemlich schnell :smiley:

Es sollte seitens der Filmindustrie eine “Abspann-Norm” (zumindest fürs TV) geben. Eine Regelung, die besagt, dass der Abspann exakt 30 Sekunden lang sein sollte und darin möglichst alle wichtigen Personen des Films festgehalten werden. Sicher reicht diese Zeit nicht aus, um alle Protagonisten aufzulisten, aber dafür kann man ja alternative Abspanne für Kino/DVD erstellen ,dürfte ja denke ich nicht zu großer Aufwand sein. Ich denke, dass der geneigter Zuschauer auch diese 30 Sekunden “überstehen” würde und das Gesamtkunstwerk “Film” nicht zu Schaden kommt.

Ich habe schon so manches mal die Mattscheibe angefaucht, weil mir ein Song im Film gefallen hat aber kein Abspann folgte, um den Titel oder Komponisten auszumachen.

Kurz und schmerzvoll den Film skalpiert. Grrr … ich liebe diese Verstümmelungen!

… Und wenns dann noch ein Independent-Film war, konnte „Onkel Google“ auch nicht immer gleich weiter helfen.

Es sollte seitens der Filmindustrie eine “Abspann-Norm” (zumindest fürs TV) geben. Eine Regelung, die besagt, dass der Abspann exakt 30 Sekunden lang sein sollte und darin möglichst alle wichtigen Personen des Films festgehalten werden.

Das könnte in die Hose gehen und ähnlich enden wie bei Sendungen aus den USA. Da werden dann die Namen im Abspann nur noch für eine gefühlte Zehntelsekunde gezeigt - nicht lesbar, aber juristisch gesehen “waren sie ja da”.
Außerdem wäre die Frage zu klären, wer überhaupt zu den “wichtigen Personen” gehört. Nur die Schauspieler? Oder der Regisseur? Die Kameraleute? Und wie ist es mit dem Komponisten? Im Prinzip war doch jeder einzelne für den Film auf seine Art und Weise wichtig. Und nun versuche mal, einen Marathon-Abspann wie etwa im Film “Das Boot” auf 30 Sekunden Länge zu kürzen… :smt009

-Catboy

Ganz zu schweigen davon, daß oft im Abspann selbst tolle Musik zu hören ist. Es ist noch nicht allzu lange her, da habe ich mich über Kabel 1 geärgert. Im Film Jumpin’ Jack Flash mit Whoopie Goldberg beginnt der Vorspann noch während der letzten Szene. Nicht nur, daß konsequent sofort nach dem letzten Dialog vom Sender ausgeblendet wurde, obwohl man das Bild noch sah, so entging einem zum Beispiel dieser Song hier:

[video]http://www.youtube.com/watch?v=ToCOlIjgO9U[/video]