Free Rainer (R: Hans Weingartner)

Handlung
Der ebenso erfolgreiche wie arrogante Fernsehproduzent Rainer bedient mit Seifenopern, Talkshows und Spielshows wie „Hol dir das Superbaby“ die Bedürfnisse der Zuschauer. Damit sorgt er beim Privatsender TTS für hohe Einschaltquoten, aber die soziale Kälte in seinem Arbeitsumfeld lässt ihn zunehmend verzweifeln, weshalb er versucht, durch den regelmäßigen Konsum von Kokain sein Leben zu ertragen.

Als medienkritischer Mensch ist mir der Film empfohlen worden und bin entsetzt. Der Film ist eine langweilige Schwarz-Weiß Malerei und schöpft in keinster Weise das Potential aus was das Thema eigentlich hat.

Was ist eure Meinung?

Gruß

Der Film war im grunde nicht schlecht, aber die seltsame “Typ den du seit 2 Tagen kennst als besten Freund behandeln” Moral und die reingequetsche Liebesgeschichte haben das ganze etwas getrübt.

Ich fand den Film sehr gut. Er erzählt nur ein Märchen, aber ich wäre gern bereit zu glauben, dass das auch im RL klappen könnte. Und der Film spricht einige gute Themen an (nicht repräsentative Einschaltquoten, Gewöhnung an Verdummungsfernsehen). Das der Film auch Zwischenmenschliches und eine Geschichte um sein eigentliches Thema herum zeigt, ist ihm wohl kaum zu verwehren. Eine Dokumentation zum Thema würde wohl ungehört verpuffen, wie alle wichtigen Dokumentationen und Aufklärungen der heutigen Zeit im nichts verschwinden und vergessen werden (wie auch im Film angesprochen). In letzter Konsequenz will auch dieser Film Geld in die Kassen der Kinos, Produzenten und Verleiher spülen, aber ich zahl lieber nen Euro für den Film als 17,98€ monatlich für Pseudo-Polittalk und Scripted Reality.

Der Film, der dafür sorgte, dass mir Moritz Bleibtreu unsympathisch geworden ist. Unrealistisch, überzogen und viel zu flach.

die idee war ganz nett, der film war in ordnung für eine seichte abendunterhaltung.

allerdings ist er, wie mein vorredner schon sagte, unrealistisch, überzogen und viel zu flach.

dann klärt doch mal bitte einen noch jungen mitbürger auf, wie es realistisch und tiefgehend richtig wäre, wenn ihr schon unbedingt einen realistischen film (lol’d @ paradoxon) wollt.

Der Film beginnt so grandios mit dieser übertriebenen Szene samt Auto-zerstören und dergleichen, dass ich mich eigentlich auf einen sehr guten Film gefreut habe.
Das ganze fällt dann aber extrem schnell ab, und der Film wird langweilig und … ja wie gesagt, flach…

erstens müssten wir dazu ein komplettes drehbuch schreiben
zweitens erst grundlegene kenntnisse in technik vermitteln
drittens grundlegene kenntnisse in zwischenmenschlichen beziehungen.

die realität sähe wahrscheinlich noch langweiliger aus, würde man versuchen, die unrealistischen szenen halbwegs realistisch zu zeigen. um es spannender zu machen müsste man wahrscheinlich den gesamten film neu schreiben und das hauptaugenmerk auf andere aspekte legen, vom ursprünglichen film bliebe dann eigentlich nur noch die idee.

da schaue ich doch lieber „23“

ok

die realität sähe wahrscheinlich noch langweiliger aus,

das sagt mir, dass man keinen film machen kann der tiefgreifend und trotzdem realistisch ist. oder dass der film irgendwo dazwischen liegt und „nicht anecken“ will, was immer das für jemanden bedeuten kann.

mir geht es viel weniger um die ausgestaltung des films als um die idee und die probleme die er anschneidet, die ja tatsächlich existieren.
und was ich von euch wollte, waren einfache beispiele die im film waren. wenn man ne krise hat und auf koks ist dann kann man auch schon mal am rad drehen. klar der fängt krass an, aber man weiß ja nicht von vornherein, dass er drogen schluckt und depressiv ist.

Ich behaupte das Gegenteil und führe zu meiner Behauptung „The Wire“ an. Die Serie ist realitätsnah und verliert nicht den Zuschauer. Ansonsten als Film Eyes Wide Shut von Kubrick. Der Film is so nah an der realität weil man sich in einem bestimmten Gefühl wiederfindet.

Problematisch is bei Free Rainer, das alles für sie zu einfach ist nachdem sie die ersten Informationen über die Gfk Box haben und wenn sie wissen wo die Besitzer der Boxen wohnen. Zum Schluss ist es auch zu Utopisch von der ganzen Konzeption, aber das liegt vielleicht daran das Weingartner was anders machen wollte als es normaler Konsens ist. Kann man nicht wissen, müsste man ihn fragen.

Aber was man hätte machen können, das eine ganze Häuserfront ihre Fernseher rausschmeißen, man mehr Menschen zusammen sieht oder ihr Leben deswegen umgestalten. Oder man zeigt das fernsehen nur noch als Ersatz für Menschen im Umfeld gezeigt wird. Praktisch als Streufaktor, der durch seine Rückbesinnung wieder einen Wert erreicht für den Menschen. Als gemeinsames Happening.

Am besten wäre gewesen wenn das SEK sie schnappt, die Boulevardmedien drüber Berichten und die Zuschauer auf die Straße gehen. Und dann ein kleines Happy End das sich in einem Teil der Medienlandschaft etwas geändert hat. Wieder eine Besinnung auf Moral, bessere ausgereiftere Shows. Statt als Medium das andere vorführt, eher angleicht, zeigt das es andere genauso schwer haben um ihr Leben zu bestehen, oder es gut haben und grade deswegen nicht damit zurecht kommen weil Grundwerte fehlen.