Frauen vernachlässigen ihre private Altersvorsorge?

Wenn ich das lese könnte ich wirklich ausflippen:
http://news.financescout24.de/versicherungen/rentenluecke-private-altersvorsorge
"Besonders hoch ist der Anteil der Nichtvorsorgenden bei den jungen Frauen zwischen 18 und 29 Jahren. Aber auch Singles mit einem Einkommen unter 1.500 Euro im Monat sichern sich seltener ausreichend ab."
Vielleicht liegt das auch daran, dass sich viele nicht absichern können. Ich wohne zb in München, hier sind die Mieten so teuer, dass man froh sein kann sich überhaupt eine Wohnung leisten zu können. Es ist ja nicht so, dass Frauen zu dumm wären zu wissen, dass sie sich für die Zukunft absichern müssen. Vielleicht solle das System nochmal überdacht werden… :mad:

Nicht ernstnehmen.

Die Umfrage wurde von der R+V Versicherung AG in Auftrag gegeben. Das ganze ist nur eine Form der Werbung für Versicherungen und für R+V (Reiffeisen und Volksbank) und soll nur einen dazu bringen, eine Versicherung abzuschließen.

Der Wechsel von staatlicher Alterversorge zur Privaten ist auch nur ein weiteres Beispiel dafür, wie die Welt privatisiert und der Sozialstaat abgebaut wird. Schließlich wird die gesetzliche Alterversorge Stück für Stück verringert und die Riester-Rente beworben.
Zufällig hab ich letztens zwei passende Videos mit Albrecht Müller dazu gesehen, die (unter anderem) das Thema behandeln:
http://www.youtube.com/watch?v=r8r1rJWpFSY

Eigentlich sollte alles in die andere Richtung gehen. Sowohl Altersvorsorge als auch Gesundheitskassen sollten verstaatlicht sein und es darf keine private Konkurrenz geben, so dass im Endeffekt jeder einzahlen muss!

[QUOTE=Babadu;318280]“Aber auch Singles mit einem Einkommen unter 1.500 Euro im Monat sichern sich seltener ausreichend ab.”[/QUOTE]

Die Antwort weshalb das so ist gibt dieser Satz ja bereits selbst. Für eine Absicherung, besonders für eine “ausreichende”, dürfte da kaum etwas übrig bleiben.

[QUOTE=Babadu;318280]Es ist ja nicht so, dass Frauen zu dumm wären zu wissen, dass sie sich für die Zukunft absichern müssen. [/QUOTE]

Frauen werden häufig immer noch schlechter bezahlt als Männer. Der Ausbau des Niedriglohnsektors, die Unsitte gut ausgebildete junge Menschen in Praktika zu nötigen anstatt sie für ihre Tätigkeit anständig zu bezahlen und steigende Lebenshaltungskosten tun ihr übriges. So wird oft zu spät und zuwenig in die gesetzliche Versicherung eingezahlt und für private Absicherung ist nichts übrig.

Und selbst wenn das Geld vorhanden ist, muss man immer noch höllisch aufpassen, was einem verkauft wird. Für einen Laien ist es schwer die Produkte und die daran geknüpften Konditionen wirklich zu verstehen.

die Unsitte gut ausgebildete junge Menschen in Praktika zu nötigen anstatt sie für ihre Tätigkeit anständig zu bezahlen

Das Problem gibt es wohl nur weil sich zu viele drauf einlassen, würde sich zu wenig drauf einlassen würde es wohl anders aussehen.

[QUOTE=FireBird94;318474]Das Problem gibt es wohl nur weil sich zu viele drauf einlassen[/QUOTE]

Stimmt, das trifft aber auch auf jene zu, die sich anderweitig unter Wert verkaufen (müssen). Die Frage ist, warum tun viele das? Bestimmt nicht aus Spaß. Es herrscht ein gewisser Druck, sich dieser Situation anzupassen und nur wenige haben den Mut oder die Möglichkeit auszubrechen. Du bist nicht einverstanden? Okay, es findet sich sicher ein anderer, der’s zu den diktierten Bedingungen macht. Aus einer Mischung aus Angst und Hoffnung spielt man dann mit. (Bei einigen mag auch ein gewisses selbstausbeuterisches Arbeits-Ethos eine Rolle spielen.) So sieht es leider oft aus.

[QUOTE=FireBird94;318474]Das Problem gibt es wohl nur weil sich zu viele drauf einlassen, würde sich zu wenig drauf einlassen würde es wohl anders aussehen.[/QUOTE]

Duh wieder einer der bei Adorno gepennt hat