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Folge 87: Linksradikalismus, Kampf um die ESC-Fans, Faszination von Dashcams

Das ist unwahr. Smith war kein Wirtschaftshistoriker, sondern libertärer Theoretiker, der für die entsprechenden Theorien auch die Grundlagen gelegt hat. Also dass der nur beobachtet und beschrieben hat, wie sich irgendwas natürlich entwickelt hat, stimmt nicht. Der hat anhand seiner Beobachtungen sehr wohl gesagt, was für den Wohlstand der Gesellschaft (wealth of nations und so) am besten wäre; dass man den Staat zurückstutzen sollte, freier Markt, trickle-down, blablabla

Er hat aber das System nicht entwickelt. Dass man sagt: Ich sehe das etwas so ist und daraus ziehe ich Lehren oder mache einen Vorschlag ist nicht gleichzusetzen mit der Entwicklung eines Systems. Wenn Ein Arzt eine Krankheit untersucht und aufgrund seiner Erkenntnisse eine Behandlungsmethode entwickelt, hat er ja auch nicht die Krankheit entwickelt.

So wie damals die Einführung des Mindestlohns, als CDU-Politiker und einige Unternehmer monatelang vorhergesagt haben das die Wirtschaft untergeht und das niemand bezahlen kann. Dann ist jahrelang genau was passiert? Nix! Ja, man sollte über einiges nachdenken und auch die Verhältnismäßigkeit bestimmter Maßnahmen und Umverteilungen.

Nein, weil einige immer mehr haben wollen und sich nicht zufrieden geben mit dem was sie haben. Mein Nachbar fährt aber nen BMW und ich kann mit nur nen Kia leisten, etc. Höher, schneller, weiter. Das wird einem schon von klein auf indoktriniert. Als Kind in der Schule, wenn du kein Abi hast, geht weiter über nen Uni-Abschluss etc. Wachstum ist nicht unbegrenzt und die Ressourcen sind nicht unendlich. Man sollte gut wirtschaften damit. Aber ich finde wir sehen in vielen Bereichen leider das Gegenteil davon.

Ja, nennt sich Regulierung und die hat in den letzten Jahren eher ab- als zugenommen. Man siehts an der Bankenwelt sehr gut die vor der Finanzkrise zu wenige Eigenkapital hatten und nun wieder die gleichen Fehler machen. Einige haben den Stresstest nicht bestanden und der Staat schaut mal wieder zu.

Das geht nur, wenn es eine Gewerkschaft gibt. Auch hier gibts Unternehmen die dies leider verhindern, oder wo es nichts bringt weil der Arbeitgeber in keinem Verband organisiert ist.

Das Gesetz war von Anfang an zum Scheitern verurteilt weil die Umsetzung eine Kathastrophe ist. Was hat denn Wiesenhof einen grund für eine Befreiung? Die Umlage wurde erlassen um die 1.000 energieintenivsten Unternehmen zu stützen. Okay, kann man machen. Zählen wir nochmal wie viele diesen Deckmantel haben und deren Energiekosten wir alle bezahlen…

Missbrauch EEG Umlage

2840 Unternehmen befreit - Wie kann das sein?

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Nein. Tatsächlich hat die Sozialversicherung einen ziemlich großen Einfluss gehabt auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Wenn du beispielsweise Krank bist und musst trotzdem zur Arbeit, weil du ja sonst kein einkommen hättest (weil es auch keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt) Mit einer Krankenversicherung hast du dieses Problem nicht. Oder Arbeitslosigkeit (ich rede nicht von Harz 4). Ohne die Versicherung musst du jeden Job annehmen, betteln oder verhungern. Mit der Versicherung muss ein potenzieller Arbeitgeber dir automatisch mehr bieten, Niemand würde Vollzeit Arbeiten gehen, wenn es möglich wäre mehr Geld durch Arbeitslosigkeit zu verdienen.

Regulierung ist nur ein Aspekt der Staatstätigkeit. Das die Regulierung Abgenommen hat gilt für viele Bereiche, aber in anderen Bereichen ist genau das Gegenteil der Fall. Da ist einiges verschoben worden. Beispielsweise beim Brandschutz. Da gibt es Jahrelang Streit über die Einführung einer Rauchmelderpflicht, die relativ wenig Volkswirtschaftliche kosten verursachen würde und beispielsweise 300 Menschenleben pro Jahr retten, während eine andere Maßnahme, die sehr viel mehr kosten verursacht aber statistisch nur ein Menschenleben Pro Jahr rettet durch gewunken wird.

Die Befreiung kam erst 13 Jahre nach der Einführung des EEG. Im Original EEG gab es die Befreiung nicht

Vielleicht hätte vieles auch einfach nur Folgen, die einer gewissen Klientel nicht passen?

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Das kann durchaus sein. Das ist aber ein Problem des politischen Systems.

Richtig.
Wieso „aber“?

Weil das eine andere Baustelle ist, die auch nicht von Links und Rechts geprägt ist, sondern eher von: Wie viel kann man dem Wähler verkaufen und wie lässt man sich von einer Lobby beeinflussen.

Nein, das politische System um den Kapitalismus ist doch exakt die Baustelle, über die wir die ganze Zeit reden?

Der Kapitalismus kann in vielen politischen Systemen existieren. Von daher dachte ich, dass wir eher über das Wirtschaftssystem reden, als über das politische System.

Die sind ja nunmal zum Glück miteinander verzahnt.
Der Staat bestimmt die Regeln für den Markt, das war jedenfalls mein letzter Stand.

Ja, aber wie?

Ist da ein demokratisch gewähltes Parlament, dass diese Regeln absegnet, oder bestimmt ein Diktator heute so und morgen so. Über den Markt an sich sagt das wenig aus.

Genau das ist der Punkt!

Ich glaube, wir reden auf ganz merkwürdige Weise aneinander vorbei.

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Derart globalisiert wie der Markt sich heutzutage darstellt, ist es nicht mehr ein Staat sondern eher die Weltgemeinschaft an handelnden Staaten, die die Regeln festlegen (die einen mit mehr, die anderen mit weniger Einfluss). Diktatoren wie Demokratien gleichermaßen.
Selbst Nordkorea muss sich an gewisse Handelsbedingungen halten.

Etwas off-topic: Beim Marktgedanken fiel mir eben auf, dass sich „der Liberalste“ hier im Forum verabschiedet hat.

Ja. Also die Politik.

Der Deutsche Verfassungsschutz (Verfassungsschutz.de) weist folgende Personenzahlen / Personenpotential für die jeweiligen Ausrichtungen des Extremismus für das Jahr 2018 (das sind die aktuellsten Zahlen) auf:

Linksextremisten: 32.000
Rechtsextremisten: 25.350
Islamisten: 26.560

An der Gesamtbevölkerungszahl gemessen: verschwindend gering.
Es fällt auf, dass dem Rechtsextremismus im direkten Vergleich unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit in den Medien zuteil wird. (Nicht wertend gemeint, sondern nur als Feststellung!)

Quellen:



Ich wollte noch was zu WMS und dem Podcast sagen. Es wurde ja behauptet, dass die Schuldenbremse undemokratisch ist. Allerdings ist die Schuldenbremse ja nicht von Anfang an im Grundgesetz gewesen sondern vor einigen jahren mit einer 2/3 Mehrheit im Bundetag und Bundesrat angenommen worden. Das heißt auch, das nicht die Hälfte, sondern 2/3 der Wähler im Bund Parteien gewählt haben die diese Politik unterstützen. Alleine deshalb ist da nichts undemokratisches dran. Die Schuldenbremse kann unter den gleichen Bedingungen wieder abgeschafft werden. Wenn also eine Partei dafür ist müsste sie zwar hohe Hürden nehmen, aber diese Hürden sind auch nicht höher als die FÜR eine Schuldenbremse.

Nein, weil es dabei eben wie gesagt nicht um die Anzahl der Personen geht.
Wenn du deine 32.000 Linksextremisten hast, die aber alle zu Hause bleiben und dagegen deine 25.000 Rechtsextremisten, die jeden Tag Terror machen*, ist es keineswegs unverhältnismäßig, mehr über die Rechtsextremisten zu berichten.

*Ein verdeutlichendes Beispiel, nicht die reale Situation

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Naja, aber die Wirtschaftsordnung im Mittelalter und der Renaissance war schon etwas ganz anderes als Kapitalismus im Sinne von Adam Smith. Ich meine da gab es ja auch Dinge wie Leibeigenschaft und die Aufteilung der Gesellschaft in Stände.

Das mag sein, kanna ber auch sehr einfach als Totschlagargument bemüht werden und verhindert letztlich einen Wandel.

Besonders extrem wird es, wenn man die Zahl der rechtsextrem erfassten Straftaten in Verhältnis setzt zu linksextrem erfassten Straftaten.

Dies beginnt schon damit, dass die meisten dieser Straftaten im Zeigen verfassungsfeindlicher Symbole liegen, aber eben nur rechtsextreme verfassungsfeindliche Symbole als Straftat gelten, linksextreme verfassungsfeindliche Symbole sind erlaubt und gelten deshalb nicht als Straftat. Kritzt ein Idiot ein Hakenkreuz in eine Kellertür, ist das also eine rechtsextreme Straftat, sprüht aber jemand Hammer und Sichel in den öffentlichen Raum, ist das lediglich eine (offiziell unpolitische) Sachbeschädigung.

Zudem werden bei rechtsextremen Straftaten grundsätzlich im Zweifel auch die gezählt, bei denen Ausländer das Ziel sind. Wenn beispielsweise kurdische PKK-Leute einen türkischen Nationalisten-Treff anzünden oder denen die Scheiben einschlagen, gilt das als rechtsextreme Straftat, und umgekehrt auch.

Wer nur die Zahlen liest, glaubt also, dass das alles deutsche Glatzen waren, in Wahrheit haben sich aber eine linke und eine rechte türkische Gruppe untereinander bekriegt.

Auch das führt dazu, dass linksextreme Straftaten verharmlost werden, weil man immer nur glaubt, alles kommt von rechts. Der Feind des Rechtstaates sitzt aber auf beiden Seiten, das sollte man nie aus den Augen verlieren.

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