Folge 62 - Gastbeitrag: Wallraff sieht schwarz

Hier kann der Gastbeitrag Wallraff sieht schwarz von Nils Glück diskutiert werden.

Ich hab nur eins zu bemängeln: Die Kritik an Wallraff ignoriert die Kritik Wallraffs, dass von den Migranten eine “aktivere” Integration gefordert wird.

Mal ganz im Ernst: fühlte sich noch jemand ausser mir bei den ersten Ausschnitten (Wallraff auf Parkbank, beim schunkeln etc.) an “Comedystreet” erinnert?
Wenn Simon Gosejohann das macht, reagieren die Leute ganz ähnlich, aber da soll es ja auch so sein…

kopfschüttel Oh Mann, und dabei hat man ihm für seine Methode in Schweden sogar mal ein sprachliches Denkmal gesetzt…

[spoiler]Vielleicht gibt’s ja auch mal den Begriff “kreymeiern” für [-]freche[/-] satirische Fernsehkritik dieser speziellen Art :ugly[/spoiler]

Der Gastbeitrag ist einfach falsch!

Ich hab sein Buch “Aus der schönen neuen Welt” gelesen und dort wird genau erklärt, dass es bei der Szene im Park bzw. Wanderweg mit den alten Leuten, um einen Wanderverein geht, bei dem jeder mitmachen kann um wandern zu gehen. Und solche Wandertreffs sind nunmal da um nicht alleine herum wandern zu müssen, sondern in geselliger Runde mit den Leuten zu reden und einige Meter zurück zu legen. Das er da mit jemanden reden will erscheint doch klar und würde jeder andere der an so etwas teilnimmt auch machen.
Nils Glück stellt das ganze nun so dar, als würde er einfach so mit älteren Leuten reden wollen, die ihn vorher noch nie gesehen haben, das stimmt aber nicht.

Außerdem was soll dieser Kommentar übers Tanzen? Die Leute die neben ihm tanzen, sind da nicht viel geschmeidiger oder eleganter. Also kann man ihm aus seinem Tanzstil keinen Strick ziehen.

Was ist daran schlimm, dass er eine Frau anspricht? Willst du Leute die eine Frau normal ansprechen verhaften lassen? Und wieso sollte man den Nebenbuhler, der ebenfalls die Frau anspricht, deiner Meinung nach dann nicht auch rausschmeissen? Benimmt der sich nicht auch zu aufdringlich? (das du ist an den Ersteller des Gastbeitrages gerichtet, falls dieser hier reinschaut)

Mal ganz im Ernst: fühlte sich noch jemand ausser mir bei den ersten Ausschnitten (Wallraff auf Parkbank, beim schunkeln etc.) an „Comedystreet“ erinnert?
Wenn Simon Gosejohann das macht, reagieren die Leute ganz ähnlich, aber da soll es ja auch so sein…

Ich wollts auch gerade unterschreiben. Als Unterhaltungssendungen sciherlich gelungen, Journalistisch gesehen eher Müll.

hach, wo soll ich da bloß anfangen.
ja, in den gezeigten Szenen hat er sich vielleicht etwas ungeschickt verhalten, aber seine Kleidung (wie in der Süddeutschen und anderen Printmedien geschehen) und diesen großartigen gelben Beutel als Legitimation für die Ablehnung eines Menschen anzusehen, so nach dem Motto: “Fremdenfeindlichkeit ist doof, Fremdseinfeindlichkeit ist okili” ist für mich ein wenig befremdlich.

die Dokumentation war etwa 80 Minuten lang. dargestellt wurden - soweit ich mich erinnere - etwa 15 - 20 Situationen die Günt(h)er Wallraff in verschiedenen Alltagssituationen zeigen. oft ging nach ihm ein Pärchen mit versteckter Kamera in diese Situation um scheinbar mit dem Gegenüber zu fraternisieren und ein Gespräch über den “Fremden” zu initiieren um ehrliche Reaktionen zu erhaschen.

so bekam er beispielsweise eine Uhr nicht zur Ansicht, der Herr nach ihm ohne Probleme, er wollte seinen Hund in einer Polizeischule anmelden (mich haben mehrfach Skins überfallen); er wurde vertröstet, es gäbe keine freien Plätze, auch absurde Gebühren (Anmeldung und ein Jahr) von fast 600Euronen wurden ihm in Aussicht gestellt.
die Dame nach ihm wurde sofort aufgenommen, die Gebühren fielen plötzlich auf etwas mehr als 50Euro. ähnliches geschah in einer Wohngartenanlage. Etc,etc.

wirklich schockiert aber hat mich die Szene in einem bayrischen Amt. Dort ist er als Begleitung mit einem Deutschen, deutschsprachigen aber zu seinem Unglück nicht Deutschaussehenen gegangen - dieser wollte einen Jagdschein beantragen. Das erste war die Frage nach dem Ausweis, das Zweite der Hinweis, dass er als Nicht-EU-Ausländer (der er ja nicht war) ja eh keinen beantragen könne und das Dritte war der nette Hinweis “also entweder sie gehen jetzt oder ich rufe die Polizei”.
auch geil war gleich zu Beginn der Kerl, der sich vor ihm aufbaut, wenige Zentimeter vor ihm und ihm wirklich ins gesicht schreit “Du, woher”. obgleich ich grundsätzlich Interesse am Andersein eben als Solches sehe und nicht per se schon rassistisch, denn würde man Jedem jedes Fettnäpfchen übelnehmen, oh je.

ich meine ok, wahrscheinlich ist der “Gastbeitrag” von einem Deutschen und Euch liegt das Meckern nun mal im Blut (ok das war rassistisch, tut mir leid), aber wie bitte kann man diese Dokumentation sehen und sich danach über das Muster eines Hemdes oder eine ungeschickte Gesprächseinleitung mokieren und das Angesprochene und Gezeigte Problem komplett negieren?

also die Berichterstattung im Fernsehen wird ja hier gerne als einseitig und manipulativ gesehen und zurecht kritisiert. Leider ist der “Gastbeitrag” genau das und ich denke die vorliegene Dokumentation mit dem beschriebenem Thema ist gänzlich ungeeignet, um sich mit diesem „Gastbeitrag“ genannten visuellen Machwerk heimlich beim rtl als persönlicher Assistent von Inka Brause zu empfehlen.

lg. m.

an „Comedystreet“ erinnert?

Ja, jetzt wo du es sagst. Ich konnte es nur nicht so genau zuordnen - weil ich Comedystreet absolut furchtbar finde und deshalb vermeide. Aber der Stil stimmt überein.

Ich hab sein Buch „Aus der schönen neuen Welt“ gelesen

Logischerweise wird es is seinem Buch von Herrn Wallraff anders beschrieben werden.

sondern in geselliger Runde mit den Leuten zu reden und einige Meter zurück zu legen

Miteinander zu reden fällt schwer wenn jemand so künstlich falsch herumlabert. Da ist es egal ob er schwarz, weiß oder lila ist. Vielleicht hätte er ja weniger plakativ auftreten sollen - oder Zeichenprache verwenden sollen.

Edit: Es wurde im Gastbeitrag der Stil von Herrn W. in dieser Undercover-Recherche kritisiert, nicht sein Anliegen. Oder sehe nur ich das so?

Ja, nicht wahr? Ich kenne das eigentlich nur vom umschalten, weil es mir meist zu doof ist (es gibt ein viel lustigeres Original aus England, as usual, was ich einmal gesehen habe, weiß aber den Namen nicht mehr), aber dennoch erkennt man es. Und da kann dann ja was nicht richtig gelaufen sein. So gut die Sache an sich ist und ich den investigativen Stil von ihm finde, aber hier war’s nix find

Was ist daran schlimm, dass er eine Frau anspricht? Willst du Leute die eine Frau normal ansprechen verhaften lassen? Und wieso sollte man den Nebenbuhler, der ebenfalls die Frau anspricht, deiner Meinung nach dann nicht auch rausschmeissen? Benimmt der sich nicht auch zu aufdringlich? (das du ist an den Ersteller des Gastbeitrages gerichtet, falls dieser hier reinschaut)

Naja, man muss ihr ja nicht gleich nen Blumenstrauß in die Hand drücken

Trigger Happy TV

Die Sendung war eine schwache Leistung von Herrn Wallraff. Sein benehmen war zum Teil höchst aufdringlich und wäre bei mir in der dargestellten Form auch auf Ablehnung gestossen, egal ob schwarz, weiß oder was auch immer. Es wirkte vieles sehr konstruiert, überzogen und realitätsfremd wie z.B. vornehmlich rechte Fußballfans blöd anzuquatschen. Statt Gespür für die gefühlte Abneigung einiger Mitmenschen aufzuzeigen wurden meist nur stumpf provokative Situationen hervor gerufen. Schade, das Thema ist sehr interessant aber das Gebotene war allerhöchstens Krawalljournalismus.

Ich finde den Beitrag an sich ganz gut gemacht. Ich kenne die komplette Doku nicht, daher kann ich mir nicht wirklich ein Bild machen wieviel hier aus dem Kontext gerissen wurde. Wenn es stimmt was ENull weiter oben schreibt, dann taugt der Beitrag nicht viel.

Was ich mich aber am meissten Frage ist “Warum erst jetzt?”. Die Doku ist fast 2 Jahre alt und wurde damals auch bereits in den Medien stark thematisiert…es gab Talkshows, Dokus über die Doku, Interviews u.s.w und JETZT kommt bei FKTV ein Beitrag. Wieso? Kam der letztens im Fernsehen?

Ich glaube ich hab ne komplett andere Sendung von Herrn Wallraff gesehen als der Ersteller dieses Gastbeitrages.
Ich war eher erschrocken wie die Leute auf ihn reagiert haben, wie offensichtlich Rassismus vorhanden war und ausgeübt war.
Insgesamt hätt ich diesen Gastbeitrag nicht in die Sendung genommen, da er meiner Meinung nach ein falsches Bild von der Sendung zeichnet.

Das ist mit abstand der schlechteste Gastbeitrag den ich je gesehen habe!

Es ist in meinen Augen wirklich sehr geschmacklos, wie hier das Problem mit der Migration schöngeredet wird. Ich habe selbst im freundes- und bekanntenkreis viele Russlanddeutsche. Wenn man sich mit denen unterhält, dann erfährt man einfach, dass es einen unterschwelligen Alltagsrassismus gibt. Das geht bei alltäglichen Dingen wie den Bäckerbesuch los führt über Schule bis hin zur Arbeitssuche. Es ist schrecklich, was diese Menschen zu hören bekommen (“Du russische Nutte” - "Hau ab in dein kommunistischen Drecksregime"usw.). Dabei sind viele hier geboren oder shcon als Kleinkinder nach Deutschland gekommen! Solcher Alltagsrassismus, sei es nun das man nur doof angeglotzt wird oder nachteilig behandelt wird, ist einfach schrecklich für die betreffenden Personen. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Psyche aus, führt zu Depressionen oder auch Selbstmordgedanken!

Und nun kommt so jemand daher, ich wette dieser jemand besitzt garkeine ausländische Freunde, und behauptet nun so einen Schwachsinn? Das Migration allein in der Hand von ausländischen Mitbürgern liegt?

  1. Es gibt garnicht soviele Deutschkurse für Einwanderer wie alle immer denken. Wenn, dann gehen diese nur ein paar Monate. Viel zu wenig um die deutsche Sprache vernünftig zu lernen. Selbst viele deutsche Menschen können nach zehn Jahren Schule die deutsche Sprache nicht angemessen in Schrift und Wort umsetzen. Aber von ausländischen Mitbürgern erwartet man dies? Was für eine Heuchelei!

  2. Ich stelle mir vor, ich würde als Kind in ein anderes Land kommen oder dort schon geboren sein. Dort würden mich die Einheimischen immer nur nachteilig behandeln, unfreundlich sein oder eben auch versteckt feindlich gesinnt auftreten. Ich würde mich doch auch mit Menschen befreunden, die das selbe Schicksal wie ich teilen müssten: Ausgestossen im eigenen Heimatland! Und dann wundert man sich hier, dass die Migration nicht stattfindet, wenn diese von einem Großteil der Bürger nicht gewollt wird? Würdet Ihr auf Eure Kreuze und Euren tiefsten Glauben aufgeben, nur weil ihr z.B. vor einen Krieg flüchtet? Ausgestoßen in einer schäbigen Barracke (auch bekannt als Asylantenheim - was für eine rassitische Bezeichnung!) in einen fremden Land…

Ich bin einfach fassungslos und schockiert, richtig richtig schockiert, dass solch ein versteckt-ausländerfeindlicher Beitrag ein Plattform in FKTV bekommt. Mir ist klar, dass es hier eigentlich nur um Günter Wallraff geht. Aber auch unter diesem Umständen ist der Beitrag echt mies. Man kann doch nicht 3-5 Minuten aus einer über 80 Minütigen Dokumentation herausnehmen und dann die einzelnen Szenen noch in einem komplett anderen zusammenhang präsentieren!!! Das hat mit Journalismus nichts, aber garnichts zu tun und diese Manipulation ist es doch wogegen Du Dich so wehrst, Holger. Was Du zurecht bei den Medien kritisierst! In diesem Fall ist es aber besonders perfide, da hier die Verweigerung der Gesellschaft, dass sich ausländische Bürger integrieren möchten, verharmlost wird! Fakt ist - und ich spreche aus Erfahrung: Alltagsrassismus ist immer noch an der Tagesordnung in Deutschland. Traurig, aber immer noch wahr das viele Deutsche aus den Fehlern ihrer Väter und Großväter kein Stück gelernt haben! :smt010

Kam der letztens im Fernsehen?

Jep, der lief vor 1-2 Wochen jetzt erstmals auf ARTE.
Das Material scheint auch von da mitgeschnitten zu sein.

@Anchanti:
Ich glaube nicht, dass dieser Beitrag “versteckt ausländerfeindlich” ist, so wie du das interpretierst.
Dass das Integrationsproblem von beiden Seiten aus gelöst werden muss ist klar, und hier nicht Inhalt des Beitrags.
Es geht lediglich um die dubiosen Methoden des Herrn Wallraff.
Zu behaupten wir Deutsche würden Ausländer, welche sich aktiv integrieren wollen, ablehnen aufgrund solcher kuriosen Einzelexperimente ist einfach nicht aussagekräftig. Auch wenn es im Alltag vielleicht wirklich so ist.
Jeder hat eine gewisse Grunddistanz zu Fremden, egal ob Deutscher oder Ausländer. Wenn mich einfach jemand anspricht oder mich zum tanzen auffordern würde (außerhalb einer Disko) würde ich auch erstmal skeptisch schauen und je nach Sachlage entscheiden ob ich Lust auf ein Gespräch habe oder nicht. Wobei ich im Alltag ehrlich gesagt gerne darauf verzichten kann oO (Ich hab’s z.b. tierisch dick wenn mich beim busfahren fremde Personen ansprechen und mir ihre Probleme und Sorgen erzählen… ja sowas hab ich schon öfter erlebt.)
Und wenn ich als Schwarzer in eine wohl bekannte(?) Nazi-Kneipe renne und mich dann wundere wieso ich nicht reingelassen und beschimpft werde… naja dann ist das keine super neue Erkenntnis und hat auch mit dem Integrationsproblem nichts zu tun, da ich da rechtsradikale mal außen vor lassen würde.

Hey Leute, ich bin der Gastbeitrag-Verantwortliche und finde die Diskussion hier sehr gut. Ich werde zu allen Einwänden morgen Nachmittag mal Stellung nehmen. Vorher muss ich aber noch eine Klausur schreiben. Danke weiterhin für euer Feedback.

Edit von Alaster - Bezug auf inzwischen gelöschte Beiträge
@Topic: Ich fand den Gastbeitrag gut, und die Wallraff-Aktion auch etwas bemüht. Er hatte schon bessere Ideen.

…war klar, daß aussgerechnet Twipsy mit dem kritischen Wallraff-Beitrag ein Problem hat…

Endlich hat mal jemand die Oberflächlichkeit dieses Pseudo-Investigativen Journalisten Wallraff entlarvt.
Denn zu investigativen Recherchen und Kritischen Berichten gehört mehr als sich nur anzumalen und zu verkleiden.
Denn mehr kann Wallraff eigentlich nicht, wenn man Wallraff über die Jahre beobachtet. Denn auch in Talkshows konnte Wallraff nie wirklich stichhaltige, fundierte und überzeugende Sach-Argumente für seine “linken Themen” vorbringen.

…war klar, daß aussgerechnet Twipsy mit dem kritischen Wallraff-Beitrag ein Problem hat…

Noch so einer, der nicht lesen kann. :smt015

@Topic: Ich fand den Gastbeitrag gut, und die Wallraff-Aktion auch etwas bemüht. Er hatte schon bessere Ideen.

Also erkläre mir mal, was die Journalistische Leistung dabei ist, wenn man entdeckt, dass bei Lidl irgendwo ein Schimmel ist. Ist doch lachhaft.

Is klar. Wallraff hat sich also nicht eingeschlichen und die Bedingungen der Billiglöhner aufgedeckt. Er ist mit Afroperücke wie das Ordnungsamt reinmarschiert und hat dann gesagt „Wieso liegt denn da Schimmel rum“.