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Folge 56: Wird Musik immer schlechter? Oder bin ich zu alt?

Sonntagsfrühstück Folge 56. Hier kann darüber diskutiert werden!

Über Musikgeschmack lässt sich schlecht streiten - ebenso auch über die Frage, ob Musik früher besser oder schlechter war. Tatsache ist: Musik ändert sich immer wieder, neue Musikstile kommen hinzu und andere sind plötzlich out. Volker, Lars, Dean und Julian entstammen unterschiedlicher Generationen, aber kommen sie beim Thema Musik trotzdem auf einen Nenner?

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Diese frage würde ich mit einen eindeudigen jein beantworten.JA, musik wird immer schlechter, was die „mainstream“ geschichten angeht und viele leute sich nicht mehr mir instrumenten und der musik theorie beschäftigen…und NEIN!..weil es eine riesige zahl an undergroundbands und musiker gibt, die wirklich was auf dem kasten haben…gerade im deutschen underground rockbereich, sind viele tolle bands in den letzten 10 jahren entstanden, die qualitativ an die „superbands“ der 70 erinnern…! leider machen viel majorlabels und stremingdienste…diese tollen künstler kaputt oder lassen sie lieber unten, um ihren eigen mist zu vermarkten…! ich denke das es mittlerweile nur noch um PR und schein im „musikbereich“ geht!..ohne das ist man kein musiker…im verständniss der großen geld maschinerin…!..PS: tolles thema!..

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Erinnert mich vom Thema her an dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=oVME_l4IwII

Fazit: Ja, Musik wird schlechter, denn die Melodien werden simpler, die Anzahl der Instrumente werden weniger, die Klänge werden durch Kompression weniger komplex, es stehen nicht mehr Verse sondern Hooks im Mittelpunkt.

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Schlechter wäre für mich eine subjektive Aussage, aber das was in den Charts ist oder gerade besonders beliebt trifft sehr selten meinen Geschmack. Ich höre dafür in meiner Ecke Online-Radiosender und wenn mir ein Song auffällt schau ich nach von wem der ist und probiere dann noch andere Songs vom selben Künstler aus.
Was CDs betrifft waren die letzten Käufe Amazon geschuldet, weil ich das Album als mp3 wollte, aber das gleiche Album mit mp3 und CD billiger war.

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Wer „käpitäl bra“ sagt, ist für seine Musik vielleicht wirklich zu alt :wink:

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Schöne Folge.
Ich kannte die Billie Eilish gar nicht bevor ich hörte, dass sie den neuen (meiner Meinung nach nur mittelmäßigen) Bond Song singt.

Die Ärzte finde ich auch cool! Sonst halt viele 90er und paar 80er und natürlich die Beatles sind einfach klasse.

Die Musik von heute nee die höre ich kaum noch.

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Dazu gab es vor einiger Zeit mal ein Feature im DLF glaube ich. Dort hatten sie auch Musikwissenschaftler und Psychologen hinzugezogen und die einheitliche Meinung war eigentlich, dass man im Alter einfach seltener neue Dinge ausprobiert und deswegen auch weniger aufgeschlossen gegenüber neuer Musik ist. Scheint einfach ein Gewohnheitsding zu sein. Ich finde, die alte Leier von „früher war alles besser“ ist da einfach sehr subjektiv.

Ich merke auch, dass ich Songs aus Musik-Genres, die ich als Teenager viel gehört habe, auch heute noch höre, Dort aber eigentlich keine neuen Songs hinzu kommen. Mein Musikgeschmack ist etwas verändert und neue Songs kommen eigentlich nur noch in den Genres dazu, die ich heute hauptsächlich höre.

Ich höre mir ja sei 12 Jahren alle Neueinsteiger der Deutschen Singlecharts an, bewerte sie und setze Links zum jeweiligen YouTube-Video ( www.chartbank.de ). Die Ver-Rapisierung der Charts in den letzten 2 Jahren muss ich eindeutig feststellen. Dieses Jahr war es so, dass meistens jede Woche 10 Rap-Songs in die Charts einsteigen und dann noch 2-3 andere. Das Problem ist halt, dass vieles oft ähnlich klingt und halt diese Gangsta-Rap-Themen bedient. Da muss ich mich manchmal echt durchquälen. Capital Bra höre ich sehr gerne, weil er eben auch viele Party-Songs/Gute-Laune-Musik mit tollen Beats im Repertoire hat. Auch wenn es nicht so inflationär wie bei vielen anderen Rappern ist, fallen mir aber immer noch zu viele Lines über Drogen in seinen Songs.

Da jede Woche so viele neue Songs rauskommen und auch übers Jahr gesehen auch viele Alben, höre ich fast nur noch neue Songs und eher selten die alten Sachen aus meiner Jugend. Klar, wenn es eine Band gibt, die man vor 20 Jahren toll fand, und die es heute immer noch gibt, dann bleibt man der natürlich treu. Ich bin auch schon lange Ärzte-Fan und gespannt auf das am Freitag neu erscheinende Album.

Radio habe ich früher oft beim Autofahren gehört. Heute finde ich es unerträglich. Da wird mir zu viel geredet und es werden ein paar wenige Pop-Songs aus den Charts bis zum Erbrechen gespielt. Deshalb höre ich heute unterwegs sehr oft Podcasts oder manchmal auch ein neues Album. Spotify benutze ich dabei eigentlich so gut wie nie, weil ich keinerlei Musik über das Handy höre. Ich lade mir die Podcasts und Songs lieber alle auf einen sehr kleinen und leichten MP3-Player.

Fun Fact: Das Unvermögen, sich ab einem gewissen Alter auf aktuelle und neue Musik einzulassen, nennt man übrigens Taste Freeze.

Was Volker gegen 4:15 sagt, ist genau die Beobachtung, die ich auch in letzter Zeit immer gemacht habe. Ich höre sehr viel Progressive Rock aus den 70ern. Aber auch heute noch gibt es sehr, sehr viele gute Bands dieser Stilrichtung. Allerdings liest man unter Youtube-Videos z. B. mit Rock der 70er immer wieder Kommentare à la „Das war noch richtige Musik, heute gibt es nur noch Mist“ usw. von Leuten, die anscheinend Musik ausschließlich über Massenmedien verfolgen. Dabei ist es heute einfach wie nie, sich über Seiten wie Bandcamp, wo Leute eigenständig ihre Musik vermarkten können, sich umzuhören, was es aus den eigenen bevorzugten Stilrichtungen Neues gibt.

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Mainstream-Musik wird immer schlechter und langweiliger! Es gibt wenig Abwechslung und ich vermisse Kreativität. In den 90ern hatte man noch viele verschiedene Genres in den Charts. Heute sieht es da ganz anders aus. Die Musikbranche ist nur noch auf Profit aus. Deswegen wird wenig experimentiert sondern nur noch der Einheitsbrei verkauft (natürlich mit Ausnahmen).

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An meiner Schule warteten immer ein paar Experten auf die Ankunft unserer Klassenlehrerin am Parkplatz und trugen der Alten immer die Tasche und anderen Kram für den Unterricht ins Klassenzimmer :face_vomiting:

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Wenn man der „Musik“ ausgeht, die bei uns im Radio gespielt wird und die man in der Hitparade auf den oberen Plätzen findet - ja.
In Deutschland dominieren Assi-Rapper und haben bei deren Zielgruppe leichtes Spiel, da diese wahrscheinlich selbst in Richtung Assi mutieren, anspruchslos sind, Rap mit sinnfreien und vulgären Texten toll finden. und sich damit identifizieren.
Qualität und Musik mit Seele findet man zum Teil nur noch Abseits der Hauptströmung.
Hier gibt es noch ehrliche Künstler die es verstehen, mit ihrer Musik Gefühle auszudrücken und auszulösen.
Leider werden diese wahren Sänger und Liedschreiber gemieden.
Man setzt lieber auf austauschbare Interpreten und Melodien und wiederholt im Radio immer wieder dieselben Musikstücke.
Wenn überhaupt gute Musik gespielt wird, dann meistens nach Mitternacht.
Somit driftet die Radiolandschaft immer mehr in Richtung Belanglosigkeit ab und bedient sich bei der Musikauswahl nur bei den großen und einflussreichen Labels.
Ich werde nie verstehen, warum Assi-Rap mehr Anhänger hat, als Musik auf hohem Niveau.

Nur ein Beispiel:

Capital Bra
68 Millionen Aufrufe
https://www.youtube.com/watch?v=bY6059rr7BU

vs.

Agnes Obel
787000 Aufrufe
https://www.youtube.com/watch?v=R0-HVFEjOlE

The Slow Show
30000 Aufrufe
https://www.youtube.com/watch?v=RXRu64GFu2Y

Alex the Astronaut
225000 Aufrufe
https://www.youtube.com/watch?v=eKJ1xIxsO8U

The Boxer Rebellion
322000 Aufrufe
https://www.youtube.com/watch?v=CG1OWhz7GiM

Das ist zwar nur ein kleiner Einblick und natürlich hat jeder seinen persönlichen Musikgeschmack.
All das spiegelt nur meinen subjektiven Eindruck wieder und ist daher nicht als allgemeingültig zu betrachten :wink:
Dennoch traurig, dass Unmusik so einen hohen Stellenwert genießt.

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Agnes Obel klingt aus dem Handy im Bus eher lausig. :rofl:

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Reden wir über Musik oder über Charts-Musik? Die Charts sind ja nur ein momentanes Maß für das, was gerade am meisten konsumiert wird. Und auch das nur auf Basis von bestimmten Quellen und, was häufig übersehen wird, gemessen am Umsatz und nicht etwa an der tatsächlich verkauften Stückzahl.

Die Charts waren schon immer von Wellenbewegungen geprägt. Wer meint, früher wäre alles besser gewesen, der hat wohl die Eurodance-Welle in den 90ern überhört oder die ganzen unsäglichen Schlagergeschichten in den 70ern. Dieses aktuelle Überangebot an Rap, der oftmals ziemlich gleich klingt, wird meines Erachtens auch irgendwann wieder abebben.

Zudem sind die Charts auch kein Gradmesser für gute oder schlechte Musik. Höchstens für guten oder schlechten Musikgeschmack. :laughing:
Zur Beantwortung der Frage, ob Musik immer schlechter wird, muss man auch die ganze breite Musikpalette mit einbeziehen, die nicht in den Charts stattfindet. Da dürfte sich ein weitaus genaueres Bild der Lage ergeben, da die Charts nur einen winzigen Ausschnitt darstellen.

Aufrufzahlen jenseits der 100.000 gehen für mich schon eher in Richtung Mainstream. :grin:

Zum Thema Streamingdienste vs. CD: Ich kaufe mir erstens nach wie vor CDs und mache mir davon dann auch mp3s für den Privatgebrauch. Ein wichtiger Grund sind zusammenhängende Tracks. Bei den Tracks eines Albums geht ja manchmal die Musik von einem zum anderen Song nahtlos weiter. Bei jedem Streamingdienst werden diese Tracks allerdings zerschnitten und selbst wenn man das Album in der normalen Reihenfolge hört, kommt an der Stelle eine merkliche Unterbrechung statt des nahtlosen Übergangs. Beim Rippen der CD habe ich die Möglichkeit, diese Tracks zusammenzufügen und diese störenden Unterbrechungen damit zu verhindern. Leider funktionieren heute sogar CD-Player häufig so, dass man diese Unterbrechung bei zusammenhängenden Tracks immer drin hat.

Das Vinyl-Revival kann ich 0% nachvollziehen. Ist auch für mich generell nicht so relevant, denn wenn man überwiegend eher unbekannte Bands hört, dann findet man die, wenn schon, meist nur auf CD und nicht auf LP zum Kaufen.

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Das glaube ich :grin:
Auch auf normalen Lautsprechern hat das Lied einen metallischen Klang, was aber an ihren besonderen Stil liegt, der darüber hinaus vor allem mit minimalistischen Arrangement der Instrumente besticht.

Das ist richtig aber genau das Problem.
Die Sendeanstalten orientieren daran und die Redaktionen die für die Musikauswahl verantwortlich sind, setzen das halt in ihr jeweiliges Programmschema um.
Dann spielen eben viele Sender die immer gleiche Musik und viele glauben, es gäbe sonst keine andere - hab ich wirklich schon oft gehört
Sendezeit bekommen dann nur die, die eh schon bekannt sind oder wenn große Labels einen „Newcomer“ gewinnbringend nach vorne drücken wollen.
Nicht alles was in der Hitparade zu finden ist, ist perse schlecht.
Auch da verirren sich manchmal wunderschöne Lieder, denen zu recht Beachtung geschenkt wird.

Wer meint, früher wäre alles besser gewesen, der hat wohl die Eurodance-Welle in den 90ern überhört oder die ganzen unsäglichen Schlagergeschichten in den 70ern.

Ich würde schon meinen, dass es früher besser war. :innocent:
Die Musik von damals wirkt zeitloser.
„The Carpenters“ hatten Lieder, die so tieftraurig schön waren und die mich auch heute noch sehr bewegen, da sie nichts von ihrem Zauber verloren haben.
Die 70er und 80er waren nach meinem Befinden einer der besten Dekaden die wir jemals hatten.
Selbst der Eurodance der 90er ist mit ein paar Ausnahmen auch heute noch gut.

„Haddaway - What Is Love“ - zeitlos perfekt.
„Culture Beat - Inside out“ - wundervolle, unbeschwerte Melodie
„Corona“ ---- ja Corona gab es schon in den 90ern :wink: „The Rhythm of the Night“ - immer noch gut, wie ICH finde.

Und natürlich gibt es auch viele, die damit nix anfangen können.
Dennoch war der Eurodance vielseitiger im Gegensatz zum heutigen Rap oder das, was man heute im Radio erdulden muss.
Selbst der Rap war damals noch hörbarer als heute.

An der Musik im jeweiligen Jahr, kann man auch wunderbar nachvollziehen, wie die (junge) Generation war/ist.
Und das sieht man leider auch aktuell.
Gefühlt kann ich sagen, dass der überwiegende Teil der heutigen Generation sich im echten Leben genauso abgestumpft und großkotzig verhält, wie die Texte von Capital Bra & Co.
Musik kann einen großen Einfluss im Leben haben - manchmal einen guten, manchmal aber auch einen negativen.

Aber mein Name ist nicht Wolfgang M. Schmitt und das soll jetzt auch keine Analyse werden, sondern nur ein kleiner Wink, dass es sie noch gibt, die gute Musik für den jeweiligen Geschmack.
Man muss leider nur tief graben um sie zu finden - aber es lohnt sich. :slightly_smiling_face:

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Tatsächlich sind so Metal Fans mit die treusten CD und Vynl käufer. Ich kaufe mir oft die aktuellen CDs meiner Lieblings Bands die CDs , manche sind richtige Schmuckstücke und die Fans unetrstützen wollen. Auch merch wird da viel gekauft um die Bands zu supporten.Ich hole mir auch Alben die man zb nicht auf Streaming Diensten findet

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Schöne Folge! Besonders gefreut hat es mich, dass Volker die beiden guten alten Musikmagazine (Rolling Stone und Musikexpress) erwähnt hat, durch welche ich sämtliche Bands und Musiker, die ich auch heute noch zu meinen liebsten zähle, entdeckt habe.
Die beiden Magazine haben sich heute teils negativ gewandelt, finde ich, sind aber immer noch brauchbar mitunter… Die Online-Ausgaben nerven allerdings gewaltig. Werbung ohne Ende und Berichte über Mega-Promis wo man nur hinsieht, schade… Der Schwerpunkt war früher etwas mehr auf alternativer Musik, es wurden ehr weniger bekannte Künstler gepusht…
Auch die Magazin-eigenen Charts waren beachtlich! Eines meiner Lieblingsalben „Is a woman“ der Band Lambchop (von 2002) war damals Wochen über Wochen in den Top 20 im Rolling Stone. Sehr ungewöhnlich eigentlich für solch eine Band. Der Massengeschmack ist gewiss ein anderer… Jedenfalls hätte ich so manche Bands gar nicht erst entdeckt, hätte ich diese Zeitschriften nicht seit Beginn (die erste Ausgabe des deutschen Rolling Stone war 1995) gelesen…
Interessant war auch die Veröffentlichung der 500 besten Alben aller Zeiten. (natürlich aus Sicht der Schreiberlinge der Zeitschrift) Soweit ich mich erinnere, wechselten die Top 10 immer zwischen Alben der Stones, Beatles und Bob Dylan. :slight_smile: Dazwischen dann mal z.B. das grandiose Album Pet Sounds der Beach Boys, welches auch wirklich dahin gehört!
Natürlich gefällt einem bei so einer Auswahl nicht alles, es war aber beachtlich, was da so in den Top Ten vertreten war! Als Joni Mitchell-Fan hat mich z.B. besonders der 17. (oder so) Platz eines ihrer Alben gefreut und selbst Nick Drake war mit all seinen 3 Alben vertreten!
Heutzutage wüßte ich kaum mehr, wo ich noch neue Musiker entdecken könnte. Das sind dann wirklich Zufallsentdeckungen. Bei den Radiosendern habe ich keinen Überblick, und die herkömmlichen Sender kann man ja nun wirklich vergessen…

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„Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“ (Sokrates)

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