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Folge 52: Menschliche Welt

Veto Folge 52. Hier kann darüber diskutiert werden!

Die seit 2013 existierende kleine Partei „Menschliche Welt“ setzt auf das Gute im Menschen: Meditation, Yoga und mehr Spiritualität sorgten für einen friedlicheren Umgang miteinander, so der Parteivorsitzende Dada Madhuvidyananda. Aber wie viel hat das wirklich mit realen Lebenswelt unserer Gesellschaft zu tun?

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Eine Frage stellt sich mir nach Anschauen dieser Folge:

Warum ist diese Vereinigung eine Partei und nicht zum Beispiel ein Selbsthilfeverein?

Konkrete Forderungen oder Absichten gibt es nicht. Alles soll generell schön freiwillig sein.
Ansätze Richtung Umweltschutz oder Gesundheit sind dermaßen vage, dass außer den blumigen Worten nichts übrig bleibt. Auf Nachfragen reagiert der Herr ohnehin ziemlich unsouverän und gerät ins Stocken.

Und beim Thema Corona wird es dann einfach nur noch krude und lächerlich.

Bleibt festzuhalten:
Holger hat sicher in seinen Fragen noch nie so häufig das Wort „konkret/konkreter“ benutzt :slight_smile: und dieser Auftritt hat sicherlich niemanden überzeugt, diese Partei zu wählen.

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Eigentlich nur ein ganz schöner Laberheini…

Der Mann scheint es ehrlich zu meinen. Aber er scheint auch ein reiner Idealist zu sein.
„Wir schlagen bestimmte Änderungen in den Systemen vor, damit die Empathie Ausdruck findet“. (Zitat ähnlich.)
Aber wie genau das aussehen soll, weiß er nicht. (Holger musste sogar was vorschlagen.)
Politik ist leider ein dreckiges Geschäft und wenn man die einen fördert, tritt man den anderen auf die Füße. Das aber will Herr Madhuvidyananda nicht.
Als Politiker finde ich ihn daher ungeeignet, aber vielleicht könnte er sich anderweitig gesellschaftlich engagieren. Ich wünsche ihm auf jeden Fall viel Glück und dass er seinen Idealismus nicht verliert.
(Noch ein Hinweis: Im Fragenthread hatte ich - zumindest bei einem User - den Eindruck erweckt, ich würde ihn für einen „Spinner“ oder „Fanatiker“ halten. Dies ist natürlich nicht der Fall.)

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Darum ging es in erster Linie gar nicht. Ich wollte darauf hinaus, dass man sich als Fragensteller selbst behindert, wenn man in seine Fragen eigene Vorannahmen einbaut, die den Befragten in einem negativen Licht erscheinen lassen. So bringt man ihn nämlich dazu, sich zu verschließen, und provoziert dumme Antworten. Wenn du z.B. Feroz Khan fragst „Die AfD ist rechtsradikal und wird immer radikaler. Stört dich diese Entwicklung nicht?“, wird er wahrscheinlich einfach sagen, die AfD sei nicht rechtsradikal, und sie dann höchstens noch ein bisschen weiter gegen dich in Schutz nehmen, anstatt seine ehrliche Meinung zum Kurs der Partei zu äußern. Dann hast du nämlich gleich am Anfang eine Front zwischen euch gezogen, die einen offenen Austausch deutlich erschwert.

Bei der menschlichen Welt war es nicht ganz so hart, aber ich habe es eben als weitere kontraproduktive Vorab-Distanzierung wahrgenommen.

(Kurz vorab zur Folge: Der Typ ist gar kein Inder? Jedenfalls klingt er wie ein weißer Deutscher und sieht auch so aus, und seiner Biographie zufolge ist er Kosmopolit mit Schwerpunkt USA. Ich muss gestehen, dass mir diese Art der kulturellen Aneignung tatsächlich nicht gefällt. Sie hat etwas Unechtes und Klischeehaftes. Dass sich der Titel seines Buches fast 1:1 mit dem eines Buches von Deepak Chopra deckt, ist mir auch etwas suspekt. )

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Minute 12:35 einfach fantastisch :rofl: :rofl: Holger mit einer ganz Simplen Frage, die sich eigentlich jeder VORHER Stellen sollte, bevor er eine Partei Gründet und er verfällt dabei in Schockstarre.
So würd es der Partei „Die Partei“ übrigens auch gehen, würden sie von Heute auf Morgen was zu Sagen haben - groß bla bla kann jeder.

Er ist ja ein Netter Kerl, aber das ganze Wirkt schon von Minute eins an, sehr Naiv. Irgendwo bin ich ja Neidisch auf solche Menschen, die Ernsthaft so Optimistisch sind und meinen, auch nur annähernd in die 5% Nähe zu kommen.
Die Dinge die er „fordert“ kann man auch jetzt schon tun, ohne diese Partei zu Wählen. Mehr auf seinen Körper hören, sich nicht im Alltag von alles und allem Stressen lassen und und und ist leichter gesagt als getan, aber ich Wüsste nicht wie eine Partei das ändern will.
Für mich ist das ganze eher eine „Bewegung“ die er nach vorne treiben möchte, als Partei kann sowas nur Scheitern, auch wenn er es gut meint und Niemanden was Böses will. Das er meint, man kann keinem zu Fleischverzicht zwingen, sondern es muss von den Leuten selbst kommen, fand ich sehr Sympathisch - da ist er den Grünen schon was vor raus :crazy_face:

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Ich glaube, das es sehr, sehr viele „echte“ Inder gibt, die sich als Gurus verkaufen und in Wirklichkeit dabei Scharlatane sind, von daher kann man eigentlich bei jedem froh sein, der so etwas aus einem echten Antrieb heraus macht ungeachtet seiner Herkunft.

Zudem scheint es sich bei dem, was der Herr verkörpert wenn nicht gar um eine Religion, dann zumindest um eine Lebensphilosophie zu handeln und prinzipiell steht ja beides jedem offen. Ich kenne mich nur ein Bisschen tiefergehend im Buddhismus aus und da hat man nie „lokal“ gedacht - die Lehre sollte jedem offen stehen ungeachtet von Sprache und Kultur.

Ich finde, dass die Kritik an der Partei und an dem Mann hier an einigen Stellen absolut unberechtigt ist. Zum einen hat er zahlreiche konkrete Dinge genannt, wie man gegen bestimmte Entwicklungen vorgehen kann, z.B. Verbot von Massentierhaltung, Beendigung von militärischen Einsätzen, kein Handel mit Gütern, die für Gewalt und Umweltschädigung sorgen, Reformierung des Schulsystems mit größerem Fokus auf die eigenen Bedürfnisse und Veranlagungen statt staatlich aufgezwungene Pläne für alle, und vieles mehr. Das ist oft schon konkreter als das, was die meisten anderen Parteien so von sich geben. Und dass er dabei nochmal an einigen Stellen nachdenkt bevor er spricht, zeigt eben, dass er kein einfacher Phrasendrescher ist sondern überlegt, was in diesem Moment die passende Antwort ist. Dass er nicht mit unnötigem Zwang arbeiten will, halte ich dabei für sehr weise und lobenswert, denn Zwang erzeugt oft Widerstand und man erreicht oft genau das Gegenteil von dem was man eigentlich möchte. Daher ist es wirklich das Beste einfach mit gutem Beispiel voranzugehen, andere zu inspirieren und zu bitten Verantwortung in den genannten Bereichen zu übernehmen. Als einen Spinner, Fanatiker oder Idealisten würde ich ihn ganz und gar nicht bezeichnen. Zum Beispiel die Tatsache, dass er zwar überzeugt vegan lebt, aber ganz klar erkennt, dass es politisch unrealistisch ist, sich für eine vegane Welt einzusetzen, zeigt, dass er zwischen seinen eigenen Idealen und dem, was möglich ist, sehr wohl unterscheiden kann. Es kann durchaus sein, dass die Partei, wenn sie die 5%-Hürde knacken würde durchaus mit der harten politischen Realität konfrontiert wird und nicht so richtig in den Bundestag reinpassen würde, aber deshalb finde ich es umso erfrischender, dass es eine solche Partei gibt.

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Klar. Deswegen habe ich auch kein Verbot gefordert. Im spirituellen Bereich ist es durchaus üblich, die eigene Identität zugunsten einer scheinbar reineren aufzugeben. Ich halte das für eine unsympathische Marotte, da es darauf hindeutet, dass sich ein sich selbst nur verleugnendes und daher der eigenen Mängel unbewusstes Ich im Heiligenkostüm versteckt. Das ist ein häufiges Problem bei Gurus: Während sich die neue und künstliche Identität im Lichte totaler Friedfertigkeit präsentiert, heult die verleugnete echte im dunkelsten Zwinger des Unbewussten und mutiert langsam zur Bestie. Die Übernahme exotischer Traditionen verbreitert den Graben noch zusätzlich.

Daher rührt mein Misstrauen gegenüber solchen Personen und daher ist es mir definitiv lieber, wenn sich Henry Krawuttke auch nach der spirituellen Erweckung Henry Krawuttke nennt und auf die eigenen Wurzeln Rücksicht nimmt. Wenn ein Chinese zum Christentum übertritt, ist das vollkommen in Ordnung, aber macht er zusätzlich Jesus-Cosplay und benennt sich, keine Ahnung, in „Josef Maria Fürchtegott“ um, dann kann man schon mal skeptisch werden.

Das heißt ja nicht, dass ich Meister Dada keine Chance gebe. Nur, dass er von mir einen subjektiv begründeten Misstrauensvorschuss bekommt.

Edit: Da, schau, sogar Google gibt mir recht. „Henry ist ein absoluter Sympathieträger, der sehr gut mit Menschen in schwierigen Situationen umgehen kann“ - weil er seinen Namen behalten hat!

Das ist mal wieder so ein Video, was ich nur Schritt für Schritt ansehen kann.

Alle Menschen ihre körperlichen, geistigen und spirituellen Potentiale frei entfalten können,

Geistig und spirituell ist von der Wortbedeutung her gleich. „Nasses Wasser“ sozusagen.
Es sei denn, man meint mit „Geistig“ das „Intelligenzpotential“.
Es zeigt sich hier, dass es sich vom grieschichen Menschenbild der Trinität von Körper, Psyche* und Geist unterscheidet.

Die Angabe, dass Herr Dada Madhuvidyananda Yogi ist, ist in sofern wertvoll, als dass es klar andeutet, dass es hier um eine religiös motivierte Partei/Bewegung geht. Schließlich…

ist es das Ziel des Yoga, die Seele von der Materie zu befreien, um sie in den Zustand reinen Bewusstseins zu führen.
Quelle: Brockhaus

Etwas, was viele „westliche“ Yoga-Praktizierende nicht wahr haben wollen und denken, es wäre nur Gymnastik. Es ist auch Gymnastik - aber halt nicht nur. Früher oder später kommt die Weltanschauung bzw. das Religiöse dazu.

Bisheriges Fazit: Bezüglich der Wahl einer solchen Partei muss man sich bewusst sein, dass man da fernöstliche Religionen mit „einkauft“.


*) Statt „Psyche“ wird häufig der Begriff „Seele“ verwendet. Zum Beispiel im Neuen Testament der Bibel. „Seele“ ist je nach Kontext ein Begriff mit Mehrfachbedeutung und demnach nicht so konkret, wie „Psyche“, welches im griechischen Wortlaut verwendet wird.

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Das wäre genau das, was ich als Scharlatanerie bezeichnet habe. Aber das sollte ja nicht der Standard sein, wie immer im Leben gibt es sicherlich auch zahlreiche Gegenbeispiele, die es besser oder „richtig“ machen. Spiritualität bedeutet nach meinem Verständnis immer seine eigenen Schwächen und Fehler genau zu sehen, zu analysieren und diese durch besseres Verhalten/ Eigenschaften zu ersetzen.

Ein Verbot zu fordern wäre auch sehr totalitär und wohl kaum durchsetzbar. :wink: Aber Du hast geschrieben, das Du „dagegen“ bist - mit Bezug auf „kulturelle Aneignung“ - wobei das für mich in den Bereich der persönlichen Selbstentfaltung fällt und ich daher nicht das Anrecht suchen würde, jemandes persönliche Entscheidung zu beurteilen.

Aber Du schreibst ja auch, zumindest implizit, dass das Dein subjektiver Eindruck ist und das war widerum mein Eindruck von dem was Du schriebst, von daher ist es auch okay. Ich glaube aber wirklich, bei näherer Betrachtung, das man da mit Pauschalurteilen nicht weiterkommt und jeden Fall individuell analysieren müsste, sofern es einen interessiert. Ob sich ein Cat Stevens inzwischen Yusuf Islam nennt ist mir mittlerweile ziemlich egal und ich glaube auch nicht, das mich das im Endeffekt was angeht.

Och, das nehme ich mir schon heraus. Mir ist noch kein Mensch begegnet, der das nicht auf die eine oder andere Weise tut. Außerdem betrachte ich meine Urteile nicht als langfristig gültige Erkenntnisse, sondern als Momentaufnahmen, die mir und anderen mitteilen, in welchem Realitätstunnel ich gerade herumschnuppere.

Ich denke es ist ein Problem unserer Gesellschaft, dass wir positive, lebensbejahende Ansichten von Menschen sofort als „naiv“, „zurückgeblieben“ oder ähnliches bezeichnen.

Ist es nicht irgendwie komisch, dass die meisten Menschen so einen seltsamen Reflex haben, Menschen, die nicht komplett zynisch und pessimistisch sind, immer gleich als „naiv“ und dergleichen zu bezeichnen?

Ganz so als können man eine positive Einstellung nur entwickeln wenn man geistesgestört oder geistig zurückgeblieben ist. Vielleicht ist es ja so, dass unsere Gesellschaft so kaputt ist, dass es einfach nur nahezu unwahrscheinlich ist, dass man in so einer zynischen, kalten Welt in der wir mMn leben, überhaupt so eine positive Einstellung zu entwickeln?

Vielleicht sind solche Menschen nicht „naiv“, sondern hatten einfach das Glück erwachsen zu werden, ohne zutiefst pessimistisch, zynisch oder fatalistisch zu werden?

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Naheliegender Gedanke, aber unlogisch, da glückliche Menschen keinen Grund haben, ihr Leben zu ändern.

Das verstehe ich leider nicht…?

Warum verdammt hat euer Player keine zweifache Abspielgeschwindigkeit!

Und kommt mir nicht mit „Du musst es dir ja nicht ansehen!“ DOCH! Ich hab schliesslich dafür bezahlt!!!11!!!1!!!einself!!!

:slight_smile:

Nein, aber mal im Ernst; Was ist das denn für ein Schwafler. Ich sehe da keine Dinge die mich davon überzeugen können so eine Partei zu wählen. Völlig weltfremd!

Lieber Holger,

wie wäre es mal mit den Jungs vom Deframing Channel? Wären bestimmt interessante Gäste und auch sehr zeitgemäß.

LG.

Manchmal lohnt sich der Download & VLC. :wink:

Ist ziemlich versteckt, aber tatsächlich vorhanden: Während das Video läuft musst du Shift gedrückt halten und anschließend die linke (verlangsamen) oder rechte (verschnellern) Pfeiltaste betätigen bis die gewünschte Geschwindigkeit erreicht ist.

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Nein, der Herr ist kein Inder. Sein bürgerlicher Name ist Michael Moritz. Er ist 58 und stammt ursprünglich aus Braunschweig. Als 19-Jähriger inspirierte ihn eine Indienreise zu seinem weiteren Lebensweg. Seit über 30 Jahren ist er Yogamönch und lebt in einem Ashram bei Ravensburg. Und man kann von ihm halten, was man will, aber er redet nicht nur, er handelt auch. Unter anderem hat er im Bosnienkrieg Mitte der 90er Jahre ein Flüchtlingsheim geleitet, in Albanien eine Hungerhilfe-Organisation gegründet und war als Erdbebenhelfer im Irak. Dank an Holger, auch mal einem Vertreter einer solchen Kleinstpartei eine Stimme zu geben. Ich muss zugeben, dass ich mich vorher noch nie mit der „Menschlichen Welt“ beschäftigt hatte.

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