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Folge 48

Hier kann darüber diskutiert werden!

Oha… Das wird dieses Mal eine etwas harschere Kritik.

Thema 1: Geld, Funk und Politik
Also, dass Journalisten vom ÖR auf anderen Plattformen durch den Rundfunkbeitrag subventioniert werden, empfindest du ungerecht. Korrekt ist, dass hier eine Wettbewerbsverzerrung stattfindet, die ihren Ursprung aufgrund einer ebenso ungerechten Verzerrung durch die privaten Medien hat. Scheinbar ist vergessen worden, dass es private Lobbyverbände waren, dass dem ÖR Schranken zum Ausbau und Verbesserung seiner eigenen Plattformen in den Weg legten und erst mit der 22. Novelle Mai 2019 (https://www.presseportal.de/pm/7840/4320079) sich hier Besserung zeigt. Hätte man damals nicht Sturm gegen die Mediatheken gemacht, dann würde es Funk wahrscheinlich nicht geben, denn es gebe Konkurrenz zu Netflix und Youtube… Manchmal hat Lobbyarbeit auch einen Backlash…

„…harte Themen können von Öffentlich-Rechtlichen behandelt werden, während Unabhängige, die sich anders finanzieren müssen, von solchen Themen natürlich Abstand nehmen, aus rein finanziellen Gründen. Im Grunde das Ende von unabhängigen Journalismus…“ - Was soll das sein? Ich nehme dies mal als Kritik an Youtube, denn dies dem ÖR vorzuwerfen, dass er Journalisten ordentlich unterstützt, kann ja bitte nicht gemeint sein. Youtube hingegen ist kein Journalistenportal, sondern ein Videoportal, dass alle Facetten darstellt, die ihren Werbekunden genehm sind. Das es keine reichweitenstrake Alternative am Markt gibt, zeigt die Notwendigkeit eines ÖR’s im Netz alle Mal…

Des Weiteren ist unabhängiger Journalismus nicht dadurch gekennzeichnet, dass er Drittmittel einwirbt. Also wenn harte Themen Werbekunden gefallen, heißt das noch lange nicht, dass wir ordentlichen Journalismus erhalten… Bei wissenschaftlichen Arbeiten sind Drittmittel sogar ein valider Kritikpunkt, warum sollte dies beim Journalismus nicht so sein? Einen wirklichen unabhängigen Journalismus zu wünschen ist theoretisch nett, aber praktisch eine Träumerei, denn egal wie, irgendwann muss das Essen auf den Tisch!

inhaltliche Kritik an Jäger & Sammler: Ich befasse mich hier nur mit dem von Holger gezeigten Ausschnitt, denn das Format schaue ich nicht. Und muss gerade bei der der Erdbeerenthematik anmerken, dass es berechtigt ist den Vorwurf gegen Deutsche auch vorzubringen, denn wir produzieren genug Erdbeeren in Eigenproduktion (Kein pleitegehen der Landwirte!!!), ein Import ist schlicht nicht nötig. Die berechtigte Kritik, die hier aufgeworfen wird, ist der übermäßige Konsum des Kunden und ja da sollten einige Formate im Netz und Fernsehen moralisieren.
Sie sollten aber dazu auch Fakten benutzen. Denn der Import nimmt bereits leicht ab: https://www.bzfe.de/inhalt/erdbeeren-erzeugung-447.html

P.S.: Wer braucht bitte den Hinweis, dass Spanien auch den Rest der EU beliefert, als EU-Mitglied? - So dumm ist der Zuschauer nicht.

Die Massenviehhaltung ist ineffizient, was ist daran falsch? - Welche Schlüsse daraus gezogen werden ist doch Sache des Zuschauers. Gebe aber Recht, dass die Einleitung hin zu MaiLab, leider polarisierend war und keine Objektivität zeigte. Des Weiteren sind im ÖR eigene Meinungen eben nicht verboten.
Auch wenn ich es befremdlich finde, dass es „funk Politik“ gibt, brauchen wir in meinen Augen nicht. Stimme also im Fazit Holger zu.

Fazit zu Thema 1: Muss konstatieren, dass das Angebot von funk zurecht kritisiert wird, aber leider Holger über das Ziel hinaus schießt und privatfinanzierten Journalismus als unabhängig ansieht, dem kann ich nicht folgen und widerspreche sogar. Bin etwas enttäuscht, bzgl. der fehlenden Objektivität der Mediatheke in diesem Themenfeld.

Thema 2: Sehr schön, dass du solch junge Journalisten auch einmal eine Chance gibst und uns vorstellst, wer weiß was aus ihnen mal wird, denn wirklich unabhängig sind sie nicht: https://www.medienkulturzentrum.de/medienkulturzentrum/partner/ , https://www.youtube.com/channel/UCez9Iwwg7IvQ_CSv_OX-SZQ/about

Der kleine Seitenhieb musste sein :wink: Die Welt ist nicht schwarz oder weiß.

Thema 3: Hier gebe ich Holger vollkommen Recht, denn man sollte Carola Rackete auf jeden Fall auch einmal kritische Fragen stellen. Denn in meinen Augen hat sie zwar aus humanitären Gründen korrekt gehandelt, doch die juristische Bewertung steht noch aus. Hier macht sich Frau Hayali mit der vorherrschenden öffentlichen Meinung gemein… Das möchte ich als Zuschauer nicht sehen!

Thema 5: Gronkh’s Nr. 62 von Anno ist der Hammer, habe sie bestimmt 10-Mal schon gesehen. Ein absolutes Highlight für die ganze Familie. Naja oder auch nicht…

Thema 7: Der Grell ist doch recht unwichtig, da wird eh nichts draus. Bitte nicht mehr bei der nächsten Mediatheke berücksichtigen, da gibt es Wichtigeres.

Thema 8: Herr Schmitt hat mal wieder alles dazu Notwendige fabuliert. Danke dafür!

Thema 9: Ich kann nicht nachvollziehen, dass da Menschen tatsächlich einen Unterhaltungswert erkennen können, mir ist Big Brother zu widerlich und uninteressant. Holger du stehst leider zu sehr auf absurdes und abscheuliches… Pfui, bäh… XD

Kurzum: Nach Thema 1 wurde es noch eine ordentliche Mediatheke, woran man wenig mäkeln muss. Danke für diese Folge.

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Wolfgang geht unter die Cosplayer

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Es ist eine Kritik an beiden! An den ÖR, weil sie überhaupt sich auf sozialen Medien breit machen (und zwar mit exklusiv dafür produzierten Formaten, niemand hätte etwas gegen eine reine Präsenz zur Kommunikation) und an YouTube, die eben unabhängigen Journalisten das Leben schwer machen durch das Verweigern der Monetarisierung!

Absolut deiner Meinung! Ich bin der erste, der für die Abschaffung dieser Schranken ist. Dass diese sie aber daran hindern, für die eigenen Mediatheken auch eigene Formate zu produzieren, ist ja Unfug. Das könnten sie jederzeit. Das Argument, sich auf YouTube, Facebook und co breit zu machen, liegt ja eher darin, dass sie dort leichter die Zielgruppe erreichen.

Auch hier Zustimmung! Ich habe nichts anderes behauptet…

Wie gesagt: Die Landwirte leben davon, ihre Erdbeeren zu verkaufen. Aber mein Punkt war ja eher dieser Begleittext, wo (typisch Deutsch) wir schon wieder allein auf der Welt das schlechte Gewissen haben müssen. Es ist nicht UNSER Konsum, der das Wasser verbraucht - sondern wir tragen höchstens einen kleinen Teil dazu bei. Seriöser Journalismus muss das auch entsprechend korrekt formulieren.

Würdest du vielleicht einfach zur Kenntnis nehmen, dass ein 15-Jähriger kein eigenes Equipment hat, sondern sich eben Technik leihen muss? Dieses Medienzentrum ist eine öffentliche Einrichtung wie die Offenen Kanäle, was ich auch gut finde.

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Tue ich, es war auch eher als Seitenhieb gegen dich gemeint, weil du die große „unabhängiger Journalismus“ - Keule ausgefahren hast. Natürlich habe ich vollstes Verständnis dafür. Ich meine nicht immer alles Ernst, sondern polemisiere gerne, ebenso wie du :wink:

Ja, wenn es im Sinne von wir stellen die Zahlen diesbzgl. vor, gemeint ist. Es kann ja auch sein, dass wir EU-weit der größte Abnehmer sind. Dann würde eine Reduktion definitiv etwas bewirken. Bin gerade zu Faul die Zahlen zu suchen :wink: Community???

Das meinte ich auch nicht, sondern deine richtige Einschätzung Youtube erreicht leichter die Zielgruppe, liegt ja daran, dass ein vergleichbares Portal vom ÖR nicht aufgebaut werden konnte. Sie müssten nicht auf Youtube expandieren, wenn sie bereits ein echtes Alternativangebot gehabt hätten. Dies wurde verhindert und ja um 2006 - 2010 waren Alternativen noch möglich, doch weder die privaten Anstalten noch die ÖR’s konnten welche aufbauen, da sie sich gegenseitig anprangerten und bekämpften. Nun haben wir einen quasi- bis faktischen Monopolisten an der Backe, mit dem man sich arrangieren muss… Dieselbe Taktik fahrt ihr ja mit MG notgedrungen auch. Als Medienschaffende kommt man aus meiner Sicht nicht um Inhalte auf Youtube, Facebook und Instagram herum, leider…

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Aber da halte ich das Argument dagegen, dass Öffentlich-Rechtliche für kommerzielle Plattformen kein Programm produzieren dürften. Wo kommen wir denn dahin?
Ich bin sicher: Eine richtig gute und hochwertige eigenständige Seite, so eine Art öffentlich-rechtliches werbefreies Alternativ-YouTube, könnte auch durchaus erfolgreich sein. Davon abgesehen sollten Klicks und Quoten ohnehin keine Rolle spielen.

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Aber… Dem muss ich zustimmen :slight_smile:

Ich wäre sowas von dabei!

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Mein Wunsch an die Öffentlich Rechtlichen wäre, dass das mittlerweile weitestgehend digitalisierte Archiv online frei verfügbar ist. Und zwar alles bis in die 60er zurück.Die Idee von „Germany’s Gold“ war ja schon mal eine richtige Richtung – wenn nun endlich doch mal die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen würden. Dafür könnte man doch echt mal eine Milliarde abzweigen. Der interessanteste Content auf YouTube ist für mich ohnehin Öffentlich-Rechtliche Zweitverwertung (nicht exklusiv dafür Produziertes).

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Arbeiten die nicht mittlerweile mit den Privaten an genau dem Gegenteil? So ein Portal wo sie einem das bereits dreimal Vorgekaute nochmal vorkauen können gegen extra Eintritt? Ich kann mich da aber auch gerade schwer irren…

Was sie auf jeden Fall machen ist bei allen möglichen Streaminganbietern ihr Zeugs nochmal zu verkaufen nachdem ja diese Richtlinie aus Brüssel kam das jetzt soviel Prozent der Produktionen in der EU stattfinden müssen. Das sieht man schön bei Amazon und Netflix.

Cu

Schmitts Beitrag über Charlotte Roche ist das beste, was ich bislang von ihm gehört habe. Nicht unbedingt das spezifische über sie, wohl aber das Allgemeine über „Authentizität“ und „wer nichts zu sagen hat erzählt von sich selbst“. Sehr kluge Verweise. Charlotte Roche mag ich dennoch. Besonders seit dem sie mal erzählt hat, dass sie als Jugendliche Extasy genommen hat, auf Grund des ebenfalls konsumierten Alkohols kotzen musste und dann die Kotze gefressen hat, um das Extasy zu retten. Aber das nur nebenbei :wink:

Zu Charlotte Roche möchte ich hiermit noch an die Worte von Marcel Reich Ranicki erinnern, die er auf die Frage ob er ihr eine zweite Chance geben würde und ein zweites Buch von ihr lesen würde, geantwortet hat:

Quelle
Die Frau hat kein’ Stil.
Das ist kein schlechter Stil. Es ist gar kein Stil! […]

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keinen Stil.

Ja, aber das „en“ kann ich beim Video nicht heraushören. Er sagte eben „kein Stil“

Edit: Ich habe oben ein Apostroph hinzugefügt, damit sollte es hoffentlich korrekt zitiert sein.

Ich freu mich auf die neue Trip-Folge von und mit den jungen Talenten. Neue Köpfe bringen immer auch neue Sichtweisen ins Portal. Das ist definitiv eine Bereicherung.
Wobei natürlich die Frage ist, inwieweit dieses Thema dann noch zu einem „Technik“-Format gehört. Oder wurde dieser gezogene Rahmen nach Thomas’ Ausscheiden bereits offiziell verworfen?
W.M.Schmitt gehört mittlerweile für mich zu den absoluten Highlights der Mediatheke. Hoffentlich hat er nicht irgendwann die Faxen dicke von dem ganzen unterirdischen Kram, den Holger ihm zwangsweise immer vorsetzt.

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Es ist jetzt die sogenannte „MG-Reportage“. Der Vorspann wurde auch erweitert um z.B. die Begriffe „Menschen“ und „Gesellschaft“.

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Hast du selbst denn überhaupt eins ihrer Bücher gelesen?

Die Antwortet lautet: Nein.

Warum habe ich trotzdem MRR zitiert?
Für mich persönlich ist die Zitierte Kritik einfach ein Klassiker, an dem man sich hin und wieder erinnert und an den ich hier auch erinnern wollte.
Das ist in etwa so, wie man z.B. bei jeder Gelegenheit Forrest Gump zitiert, die sich einem anbietet.
Bsp.:
„Dumm ist der, der Dummes tut.“
„Meine Mama hat immer gesagt: Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie was man kriegt.“
„Lauf, Forrest, lauf!“

@Fernsehkritiker
Bevor ich es vergesse:
Im Promi BB Beitrag erwähntest du Boshaftigkeit.
In jenem beschreibst du die Wahrsagerin (?) in einem Shot auch mit „Welches Monster…“ oder ähnlich. Ich weiß wirklich nicht, was dich zu dem antreibt. Ich glaube, hier würde zB niemand im entferntesten daran denken, Mario so zu betiteln, obwohl auch sein Aussehen nicht dem Durchschnitt entspricht. Ich finde das ganz schlimm entgleist.

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Von WMSs Beitrag bin ich ich zum ersten Mal ein bisschen enttäuscht: Ja, natürlich lebt Charlotte Roche v. a. seit „Feuchtgebiete“ von kalkulierten (Pseudo-)Skandal und dass die Masche nach 11 Jahren ein bisschen ausgenudelt ist, wusste man auch vorher schon. Dass er auch mal wieder auf sein großes Vorbild Slavoj Žižek verweist, sei ihm verziehen., aber dieses Zitat aus dem 18. Jhdt. auf die heute Zeit anwenden zu wollen, halte ich für ungünstig. Sicher, zur Zeit von Aufklärung und aufstrebendem Bürgertum gab es Wichtigeres zu besprechen als eigene Befindlichkeiten, aber in der heutigen Zeit, in der das zur Schau Tragen der eigenen Persönlichkeit zum zentralen Aspekt des gesellschaftlichen Zusammenlebens geworden ist, wäre dann in kürzester Zeit der Diskurs tot.
Ansonsten finde ich die oft ungewöhlichen Sichtweisen von WMS immer interessant, aber dieses Mal hielt sich für mich der Erkenntnisgewinn in Grenzen.
Ansonsten aber wieder eine sehr runde Sendung. Die Mediatheke hält zur Zeit ein hohes Niveau. Weiter so!