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Folge 41: Victoria Hamm, ehemals Vorsitzende von Widerstand 2020

Darf ich mal fragen, wer von den erlauchten Interviewkritikern selbst schon Interviews geführt hat? :thinking: Nicht diese gemütlichen Email-Interviews, die man heutzutage als Redaktionspraktikant gern mal machen darf. Nein, ganz real und direkt mit Antworten in Echtzeit, von Angesicht zu Angesicht. Kleiner Tipp: So wie ihr euch das vorstellt, würde es nur in den wenigsten Fällen funktionieren. Zumindest nicht, wenn das Gespräch länger als 10 Minuten gehen soll.

Schaut einfach mal, wieviele Interviews aus den letzten 2 Jahren ihr finden könnt, die den Anforderungen, die ihr hier Holger immer wieder unter die Nase reibt, genügen, Interviews aus Deutschland bitte, denn die Talk-Gewohnheiten sind in jedem Land anders. Alle diese Beispiele gerne hier posten. Wenn ihr am Ende beide Hände braucht, um die Anzahl der Beispiele aufzuzählen, ist das schon außergewöhnlich.

Würdest du jemanden, der bei einem Fußballspiel zuschaut und ruft „gib doch den Ball ab“ auch fragen, wie viele WM-Endspiele er schon mitgemacht hat? Fragst du Filmkritiker, wie viele Oscars die schon gewonnen haben?

Wenn eine Frau auf der anderen Seite aber von Sexismus und Belästigung spricht, hast du allerdings schon das Gefühl, mitreden zu können… Wie viele Vaginas hast du eigentlich? :wink:

Mit anderen Worten, der Kritiker muss das was er kritisiert, nicht beherrschen. Und gleichzeitig heißt, etwas zu tun, nicht unbedingt, dass man von der Sache etwas versteht beziehungsweise dass man es automatisch richtig macht, nur weil man es schon lange betreibt.

Die meisten Dichter verstehen von Literatur nicht mehr als Vögel von Ornithologie.

Marcel Reich-Ranicki

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Ich fasse aufs wesentliche zusammen: Du hast also selbst noch keine Interviews geführt und kannst auch keine Beispiele anbieten, die den von euch immer wieder gestellten Anforderungen genügen. Danke, mit einer so klaren Antwort hätte ich nicht gerechnet. Point proven. :innocent:

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Ich habe auf einen anderen Teil deines Posts geantwortet. Für alle, die nur Klatschen in der Schule hatten, hab ich es sogar extra zitiert :blush:

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Du vergleichst den abstrakten Vorgang der Literaturkritik mit der ganz und gar nicht abstrakten, sehr direkten menschlichen Konfrontation in einem Interview. Nimm’s mir bitte nicht übel, aber… Pädagogisches Klatschen: Eins plus. Antwort auf meinen Beitrag: Setzen, Sechs.

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Eigentlich hab ich es mit Fußballspielen und Schauspielerei verglichen. Lies ruhig langsamer, wenn es dir dann leichter fällt – ist ja kein Wettrennen hier :blush:

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Der überzeugendste Teil deines Beitrags war der, den du nicht selbst geschrieben hast. Diesen habe ich auf die Literaturkritik übertragen, weil er sonst im Kontext noch weniger Sinn ergeben würde.

Deine Vergleiche aus Schauspiel und Fußball machen hingegen nicht mal ein Fünkchen Sinn, wenn man sie der Situation gegenüberstellt, die in einem Interview zu bewältigen ist. Ich weiß, du liebst es von Meta-Stöckchen zu Meta-Stöckchen zu springen und wer den Schwachfug dann nicht versteht, ist eben ein ungebildeter Klatschaffe. Harharhar, lel. Doch diese Diskussionsstrategoe ist eben genauso bequem wie durchschaubar. In unserem aktuellen Gespräch: Failed at first strike.

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Es geht einfach darum, dass die Frage „wieviele Interviews habt ihr schon geführt?“ einfach die billigste und larryhafteste Form der Metakritik ist, die man sich vorstellen kann. :ugly:

Nur wenn du den Rest des Beitrags weglässt. Was absolut Sinn macht, wenn man einen Beitrag kritisieren will, bei dem der Text nicht ohne Grund noch weitergeht. Wieder leider nur sehr pennälerhaft gelöst, Civi. :relaxed: Mein Argument ist nicht: „Harharhar, lel, ihr Klatschaffen könnt doch gar nicht mitreden, denn ihr habt ja selbst keinerlei Erfahrung!!“ Es geht darum, den werten Mitlesern hier begreiflich zu machen, warum die immer wieder gern geforderte Interview-Strategie im (deutschen) Journalismus generell kaum angewendet wird. Vor allem heutzutage nicht. Deshalb die Anschlussfrage nach den Beispielen (nach denen du wohl lieber erst gar nicht suchen wolltest - aus Gründen :innocent:).

Du verstehn?

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Das mit dem Massengeschmack ist übrigens nicht wörtlich gemeint. Lies doch wenigstens mal ein Buch von Holger! :grinning_face_with_smiling_eyes:

Schönes Wort. Passt vor allem an der Stelle so gut.

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Auch Holger muss einen funktionstüchtigen Kompromiss aus journalistischer Wunschvorstellung und (zwischen)menschlicher Realität finden, junger Padawan. :slight_smile: Genau das tut er zumeist an jenen Stellen der Interviews, welche dich & Genossen:tm: immer wieder zu triggern scheinen.

Aber ja, hast mich tatsächlich ertappt. Holgers Bücher stehen immer noch auf meiner Bucket List.

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Wie lange muss man eigentlich warten bis so ein Post von dir fertig editiert ist? :sweat_smile:

Da fällt dem ZK bestimmt noch was griffigeres ein. Wir besprechen das mal beim Parteitag.

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Glaub mir, diese Frage stell ich mir nach jedem neuen Post auch immer wieder. :exploding_head:

Bei deinen eigenen oder bei denen von Civitas? :thinking:

Nur meine eigenen Posts bieten diesen intensiven Reifungsprozess, :smiling_face_with_three_hearts:

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Und trotzdem sind sie so salty?

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Salz gehört zum Reifungsprozess. :drooling_face: Frag mal den Metzger deines Vertrauens.

…warum du dich bemüßigt fühlst, sachlich vorgetragenen Kritik unterbinden zu wollen?
Ich glaube kaum, daß der @Fernsehkritiker deinen Beistand nötig hat.

Oder ist es nun auch unerwünscht, hier Kritik zu äußern? Dann allerdings sollte man sich auch zwangsläufig die Frage nach dem Sinn eines Forums stellen.

Nö, hat er nicht nötig (deshalb sprach ich auch nicht nur von Holgers Interviews, sondern von Interviews im allgemeinen). Aber wenn die Kritik aus Schwachsinn besteht, muss das irgendjemand sagen. Diesen Job hab ich wie immer gern übernommen. :innocent: Wer sich dadurch unterbunden fühlt, hat ein persönliches Problem, bei dem ich ihm leider nicht helfen kann. Kritiker sollten mit Gegenkritik umgehen können.

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Im Kontext zu den jetzigen gewaltigen Spendensummen für die „100%ige Flutopferhilfe“ auf Schiffmanns PayPal MoneyPool habe ich mich wieder an die Geschichte hier mit den 60.000 € Spendengeldern erinnert. Wurde in der Zwischenzeit mal aufgeklärt was mit dem ganzen Geld passiert ist?