Folge 40: ESC 2021 / Alte MG-Formate

Livekommentar Folge 40. Hier kann darüber diskutiert werden!

Holger hat sich den diesjährigen Eurovision Song Contest angeschaut und entsprechend kommentiert. Wie jedes Jahr bot die Show musikalische Höhepunkte und Abgründe. Aber zumindest mit dem Sieger kann er gut leben. Danach geht’s dann noch weiter mit MG-Stoff aus der Anfangszeit: Netzprediger Folge 1, eine alte Pasch-TV-Folge, Interaktiv und Das Studio.

1 „Gefällt mir“

MG-Stoff aus guter alter Zeit hat mir sehr gut gefallen, auch die Hintergrundgeschichten dazu

gerne wieder…wahnsinn wie sich die Themen, Technik und Persönlichkeiten bei MG weiterentwickelt haben

2 „Gefällt mir“
  1. Kann mal jemand den Text des italienischen Siegerbeitrages übersetzen?
  2. Melodisch gibt es zahllose bessere Heavy-metal songs. Das Ding ist bedeutungslos.
  3. Der deutsche Beitrag ist komplett irrelevant. Ich bin dafür, dass nächstes Jahr Shlomo antritt um den Counterpart darzustellen. https://www.youtube.com/watch?v=xihEz0a6jWs
  1. Ist schon übersetzt. Google is your friend.
  2. Der Song hat halt einen geilen Drive. Oder meinste diese schreckliche Nummer aus Finnland?
  3. Ja, die Selbstkarikatur Shlomo würde passen.

Kuck mir grade den von Holger K. betreuten ESC an… und bin gerade am n²-ten Schnelldurchlauf.
Wie lange die Telefonleitunge aufbleiben bei so einer Veranstaltung richtet sich in der Regel danach wieviel Anrufe im Augenblick noch eingehen. Da man mit den Anrufen ganz ordentlich Geld verdient, werden die Leitunge so lange offen gehalten solange noch eine Mindestanzahl an Anrufen eingeht. Zudem kann ja nicht nur einmal angerufen werden. Es gibt durchaus auch Leute die bis zum Ende der Anruf-Phase mehrfach anrufen, und auch die möchte man natürlich „mitnehmen“.

Schau mir diese Veranstaltung fast nie an, war aber so ganz lustig. Hab auch nichts davon mitbekommen, daher wurde mir auch nichts gespoilert. Paar nette Songs waren dabei, Holger hatte paar recht Derbe Sachen rausgehauen, aber musste gut schmunzeln :smiley:

Mein Land Ungarn ist vor 2-3 Jahren ausgetreten, inoffiziell weil es Orbán zu schwul wurde :stuck_out_tongue: Sagt ja einiges aus, was hier los ist.

Damals wo die Wurst gewonnen hat, hat der übertragende öffentlich rechtliche Propagandasender quasi kaum erwähnt, dass es auch einen Sieger gab, nur um diese Person nicht zeigen zu müssen

Sorry for den Doppelpost, aber ich bin gerade bei der alten Pasch TV Folge und mich trifft ein Schlag :smiley: :smiley: Der Gast ist ja Tom von dem Nr 1 „Die Drei Fragezeichen“ Podcast Deutschlands „Spezialgelagerter Sonderpodcast“

Das gibts ja nicht
EDIT: Ach so, wurde später auch im Chat aufgeklärt. Hätte ich mal ne Minute länger geschaut, sorry :stuck_out_tongue:

1 „Gefällt mir“

Ich mag nur sehr selten Mainstream Mucke und deswegen finde ich die Sachen vom ESC (Grand Prix :wink: :grin: ) zu 95% recht langweilig. Finnland fand ich aber echt gut! Musste mir das mehr als nur einmal anhören.

Mich hat dieses typische Quotenerfüllen auch gestört. Bin da ganz Holgers Meinung. Es hat ein bisschen rauer, männlicher, und bestenfalls, „unkorrekter“ Ton gefehlt.

Naja, wenn ich zum ESC einen Wunsch frei gehabt hätte, dann hätte ich Ic3peak für Russland gewählt und dann hätten die auch garantiert gewonnen…

Da haben die Texte wenigstens auch noch Bedeutung und es geht nicht um irgendeinen Dance Kram. Zum Beispiel kritisiert oberes Kunstwerk den übertriebenen Patriotismus und das teilweise absurde Feststecken in einem radikalen Konservatismus.

Vom ESC kann man keine disruptive Kunst erwarten. Das geben schon die Regeln vor. Keine Politik, keine Schimpfworte, nichts, was dem Image des ESC schaden könnte, womit man praktisch alles ablehnen kann, was den Ausrichtern komisch vorkommt.

So viele Eingriffe seitens der EBU bzw. der Veranstalter gab es soweit ich mich erinnere nicht… 2009 wurde Georgiens Beitrag „We Don’t Wanna Put In“ abgelehnt (Putin; Kaukasuskrieg 2008), letztes Jahr wurde Belarus wegen zu starker Politisierung des Beitrags disqualifiziert (pro-Regime Band- und Songtext, à la „Ich werde dir beibringen nach der Melodie zu tanzen“). 2012 musste San Marinos Song umbenannt und umgetextet werden, weil die Marke Facebook zu sehr im Fokus stand (daraus wurde dann der „Social Network Song“).

2016 gewann ein drastisch getexteter Song über russische Kriegsverbrechen, 2019 in Tel Aviv sang Island im BDSM-Outfit über neoliberalen Hyperkapitalismus (und zeigte im Anschluss im Greenroom „Free Palestine“-Flaggen). Ist nicht so, als würde der ESC nur aus Friede-Freude-Eierkuchen-Plastikpop bestehen.

1 „Gefällt mir“

Nichts gegen Plastikpop. Die Königin des Plastikpops beweist, dass sich auch dort politische Botschaften verstecken lassen:

Russia Goodbye! :v: :wink:

Ich persönlich finde es in Ordnung, wenn nicht überall Politik mitmischt und wenn man dafür sorgt, dass es so bleibt. Ist ein Hauch von Freiheit, wo man mal den Kopf freibehalten kann ohne von dem typischen News Dröhnen zugenebelt zu werden.

Was mich eher stört ist die alte Leier von der Doppelmoral. Einerseits war dieses ESC eigentlich recht unpolitisch, aber der eine Moderator musste sich trotzdem in Frauenkleidern präsentieren und die Bands waren ja auch, wie bereits erwähnt, deutlich androgynisiert. Zum Beispiel war der Amerikaner auch auf der links-radikalen Schiene, was man bei Wetten Dass dieses Jahr noch viel deutlicher gesehen hat. Damit hätte ich auch eigentlich überhaupt kein Problem, weil jeder so machen soll, wie er möchte, insbesondere wenn es um Kunst, also in diesem Falle, um Musik geht. Das Problem dabei ist, dass eben, wenn es um so ein Thema geht, durchaus politisiert wird und, aus meiner Sicht, nicht zu bezweifeln ist, dass Leute, die diesem Schema entsprechen, bewusst ausgewählt werden, um dem Zeitgeist der Quotenerfüllung gerecht zu werden.

Deswegen: wenn die Quoten zwanghaft erfüllt werden, dann soll auch andere Politik erlaubt sein. Wenn Bands Songs umschreiben, oder den Titel ändern müssen aus politischen Gründen, dann muss auch das Quotenerfüllen, oder was auch immer gerade in/modern/mainstream ist, aufhören.

So viel zum Thema Politik.

Was ich mit meinem ursprünglichen Beitrag aber auch bemängelt habe, ist dass die Musik (hat jetzt nichts mit der Message zu tun) bei den meisten Ländern irgendwie recht Mainstream Dance mäßig zugeschnitten wurde. Auch wenn man argumentiert, dass die Lieder ja den meisten Ländern gefallen soll und nicht nur der eigenen Bevölkerung, dann muss das nicht gleich heissen, dass man die generischste Standard Pop Sache durchzieht. Wie man bspw. mit Lordi schon gesehen hat, muss man nicht Standard Pop durchziehen, um zu gewinnen.
Es kann vieles beliebt sein, selbst wenn es nicht einfach nur Pop ist. Es muss einfach ein guter, ohrwürmiger Song sein, dann kann es ruhig auch Rock oder etwas eigenartiges sein.

Es gab schon oft genug irgendwelche Punk, Rock oder eigenartigere Songs in den Charts, weil sie einfach einen Ohrwurm gegeben haben. Ein Beispiel, das mir spontan einfällt ist Billy Talent. Da waren einige Songs beliebt, obwohl die klassischen Standard Punk machen.

Es wäre schön gewesen, wenn es viel mehr Länder gäbe die etwas anderes, als Standard Dance (Beispiel Albanien) oder hochtöniges Lalala (Beispiel Schweiz) gemacht hätten. Es muss, wie gesagt, nicht unbedingt Rock oder sonst etwas sein. Es kann auch einfach etwas „Besonderes“ sein, zumindest aus der Mainstream Pop Sicht. Vielleicht ein Song, der komplett Unplugged ist? Etwas, was 80er Jahre mäßig monoton ist? Oder eben Ic3peak mit viel Bass und Wumms. Ic3peak habe ich ja nicht nur wegen der Texte erwähnt. Das Wichtigste ist für mich immer noch, wie es sich anhört und ob mir die Musik gefällt. Ic3peak ist definitiv sehr innovativ und einfach ein tolles Duo mit extrem viel Talent.

Außerdem bringt es nichts mit komischem Trallalala (Beispiel Russland) anzutreten, statt mit etwas interessantem, wenn man mit keinen von beiden gewinnt. Wenn man sowieso schon nicht gewinnen will (hatte man ja bei einigen Ländern den Eindruck), dann kann man doch gleich wenigstens etwas Interessantes präsentieren, damit es nicht so langweilig ist.

Lange Rede, kurzer Sinn, ich möchte weniger Lalala, Trallala und Dance sehen. Stattdessen will ich mehr komisches Zeug, was interessant ist, auch wenn es nicht das Charts mäßigste ist.

1 „Gefällt mir“

Es stimmt, dass verhältnismäßig wenig abgelehnt und eingegriffen werden muss. Aber das liegt natürlich auch daran, dass die nationalen Veranstalter in den einzelnen Ländern von vorne herein darauf bedacht sind, die Regeln einzuhalten. Die EBU ist ja sozusagen nur die letzte Instanz.

Welcher Amerikaner? Ich habe noch nie etwas Linksradikales beim ESC gesehen. Und was war mit Wetten Dass?

Statt Standard-Pop willst du also Standard-Punk. Dann ist der Siegersong ja nicht so weit weg davon, denn gewonnen haben die italiener mit Standard-Rock. :wink:

Ich glaube, du erwartest ein bischen zu viel von einer Veranstaltung, an der 30 sehr unterschiedliche Länder teilnehmen, die auch noch unterschiedliche Auswahlverfahren für ihre Lieder haben.

02:30:36

Außerdem habe ich bereits die Quotenerfüllung mehrmals erwähnt, was zumindest dem neulinken Zeitgeist entspricht. Klar, echtes klassisches linkes Gedankengut vertritt es nicht, aber es fällt definitiv unter der heutigen Definition von „links“, was im Grund einfach ein radikaler Neu-Grünismus ist (was wiederum nichts mit klassischen Grünen zu tun hat).

War nur ein Beispiel. Mich interessiert es recht wenig, was gerade in ist und dementsprechend ist es mir egal, was gerade in den Charts ist. Ich wollte einfach nur meine Sicht zum ESC schildern und was ich mir persönlich wünschen würde, im Rahmen der Möglichkeiten.

Ich habe nichts erwartet und war auch keineswegs negativ überrascht. Ich habe einfach nur meinen realistischen Wunsch geäußert. Ich verlange eben nicht großartige Kunst oder Klassische Musik vom Orchester, ich würde mir einfach ein bisschen weniger Dance und ein bisschen mehr Besonderes wünschen, das im Rahmen der Möglichkeit liegt, was bedeutet, dass es auch die Masse glücklich stimmen könnte, selbst wenn es nicht der langweiligste Standard Pop ist. Da wäre Standard Punk wenigstens ein kleiner Schritt weg von dem, was die meisten sowieso schon seit 20 Jahren rauf und runter im Radio hören (müssen).

Wie gesagt, bei manchen Ländern hat man sowieso das Gefühl, dass die nicht gewinnen wollen, zumindest ist das mein Eindruck bei dem einen oder anderen Gejaule. Das heisst, die hätten auch einfach etwas Ausgefalleneres antreten lassen können, selbst wenn es nicht der Masse gefällt, wenn die sowieso nicht gewinnen möchten. Es ist einfach langweilig immer dasselbe zu hören.