Ich persönlich finde es in Ordnung, wenn nicht überall Politik mitmischt und wenn man dafür sorgt, dass es so bleibt. Ist ein Hauch von Freiheit, wo man mal den Kopf freibehalten kann ohne von dem typischen News Dröhnen zugenebelt zu werden.
Was mich eher stört ist die alte Leier von der Doppelmoral. Einerseits war dieses ESC eigentlich recht unpolitisch, aber der eine Moderator musste sich trotzdem in Frauenkleidern präsentieren und die Bands waren ja auch, wie bereits erwähnt, deutlich androgynisiert. Zum Beispiel war der Amerikaner auch auf der links-radikalen Schiene, was man bei Wetten Dass dieses Jahr noch viel deutlicher gesehen hat. Damit hätte ich auch eigentlich überhaupt kein Problem, weil jeder so machen soll, wie er möchte, insbesondere wenn es um Kunst, also in diesem Falle, um Musik geht. Das Problem dabei ist, dass eben, wenn es um so ein Thema geht, durchaus politisiert wird und, aus meiner Sicht, nicht zu bezweifeln ist, dass Leute, die diesem Schema entsprechen, bewusst ausgewählt werden, um dem Zeitgeist der Quotenerfüllung gerecht zu werden.
Deswegen: wenn die Quoten zwanghaft erfüllt werden, dann soll auch andere Politik erlaubt sein. Wenn Bands Songs umschreiben, oder den Titel ändern müssen aus politischen Gründen, dann muss auch das Quotenerfüllen, oder was auch immer gerade in/modern/mainstream ist, aufhören.
So viel zum Thema Politik.
Was ich mit meinem ursprünglichen Beitrag aber auch bemängelt habe, ist dass die Musik (hat jetzt nichts mit der Message zu tun) bei den meisten Ländern irgendwie recht Mainstream Dance mäßig zugeschnitten wurde. Auch wenn man argumentiert, dass die Lieder ja den meisten Ländern gefallen soll und nicht nur der eigenen Bevölkerung, dann muss das nicht gleich heissen, dass man die generischste Standard Pop Sache durchzieht. Wie man bspw. mit Lordi schon gesehen hat, muss man nicht Standard Pop durchziehen, um zu gewinnen.
Es kann vieles beliebt sein, selbst wenn es nicht einfach nur Pop ist. Es muss einfach ein guter, ohrwürmiger Song sein, dann kann es ruhig auch Rock oder etwas eigenartiges sein.
Es gab schon oft genug irgendwelche Punk, Rock oder eigenartigere Songs in den Charts, weil sie einfach einen Ohrwurm gegeben haben. Ein Beispiel, das mir spontan einfällt ist Billy Talent. Da waren einige Songs beliebt, obwohl die klassischen Standard Punk machen.
Es wäre schön gewesen, wenn es viel mehr Länder gäbe die etwas anderes, als Standard Dance (Beispiel Albanien) oder hochtöniges Lalala (Beispiel Schweiz) gemacht hätten. Es muss, wie gesagt, nicht unbedingt Rock oder sonst etwas sein. Es kann auch einfach etwas „Besonderes“ sein, zumindest aus der Mainstream Pop Sicht. Vielleicht ein Song, der komplett Unplugged ist? Etwas, was 80er Jahre mäßig monoton ist? Oder eben Ic3peak mit viel Bass und Wumms. Ic3peak habe ich ja nicht nur wegen der Texte erwähnt. Das Wichtigste ist für mich immer noch, wie es sich anhört und ob mir die Musik gefällt. Ic3peak ist definitiv sehr innovativ und einfach ein tolles Duo mit extrem viel Talent.
Außerdem bringt es nichts mit komischem Trallalala (Beispiel Russland) anzutreten, statt mit etwas interessantem, wenn man mit keinen von beiden gewinnt. Wenn man sowieso schon nicht gewinnen will (hatte man ja bei einigen Ländern den Eindruck), dann kann man doch gleich wenigstens etwas Interessantes präsentieren, damit es nicht so langweilig ist.
Lange Rede, kurzer Sinn, ich möchte weniger Lalala, Trallala und Dance sehen. Stattdessen will ich mehr komisches Zeug, was interessant ist, auch wenn es nicht das Charts mäßigste ist.